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(C) Andreas Moitzi
Der junge steirische Reenactor Andreas Moitzi befindet sich zur Zeit auf einer Reise am Jakobsweg, die er mit historischer Ausrüstung bestreitet.

(C) Andreas Moitzi
Der Verschleiß am Schuhwerk, vor allem natürlich an den Sohlen, ist doppelt so groß als in den Berechnungen zur Reise angenommen.

(C) Andreas Moitzi
Auf Facebook und dem offiziellen Blog zur Reise (unten verlinkt) zeigt Andreas Moitzi beeindruckende Bilder von seiner Reise.

(C) Andreas Moitzi
Der Weg führte beispielsweise an der Kathedrale von Burgos (Spanien) vorbei.

(C) Andreas Moitzi
Wer die Bilder betrachtet und die Reiseroute verfolgt, kann schon schwermütig werden. Die Freiheit, die sich Moitzi inmitten unseres hektischen Arbeitstrubels erkämpft hat, ist beneidenswert.


Authentisch unterwegs am Jakobsweg: ein Zwischenbericht
Der Verschleiß an Schuhsohlen ist unerwartet groß
Andreas Moitzi, Florian Machl
06.09.2012 12:41

Andreas Moitzi, der zur Zeit mit authentischen Mitteln am historischen Jakobsweg reist, nahm sich für die Leserschaft von Huscarl die Zeit für einen kurzen Zwischenbericht. Seine Reise ist auch auf Facebook dokumentiert, wo alle paar Tage vor allem beeindruckende Bilddokumente auftauchen. Die Reise ist auch aus der Sicht der experimentellen Archäologie hochinteressant, vor allem was das nach historischen Vorgaben selbst hergestellte Schuhwerk betrifft.

Ich nutze den aktuellen Ausklang einer kleinen Grippe und das freie WLAN eines Cafes in der Stadt Sahagún, um euch für die Dauer eines Tees ein wenig Bericht zu erstatten.

Mittlerweile ist schon sehr viel passiert und der eine oder andere wird sich wahrscheinlich auch schon gefragt haben, wie es sein kann, dass ich bereits jetzt im spanischen Sahagún angekommen bin. Meine Reise führte mich die ersten 20 Tage durch Österreich, wo ich mehrmals in Klöstern und Pfarren Gast sein durfte. Der Weg führte mich über den Arlberg ins Hospiz in St. Christoph, welches 1386 gegründet wurde, um Pilger sicher über den Pass zu bringen und heute als 4-Sterne-Hotel für Pilger weiterhin zugänglich ist.

Gesundheitliche Probleme zwangen zu Planänderung

Doch dort begannen die ersten Probleme. Schon Tage zuvor bemerkte ich leichte Schmerzen im rechten Knie, welches schon vor der Abreise angeschlagen war. Besonders der Abstieg nach Bludenz war zu viel für das Knie und so musste ich in Feldkirch die Reise vorerst unterbrechen. Nach mehreren Arztbesuchen erhielt ich jedoch das OK für die Weiterreise, mit der Bedingung, nicht mehr den ganzen Weg zu absolvieren.

Unterwegs durchs Baskenland

Also rastete ich für ein paar Tage und nahm dann den Zug nach Saint Jean Pied de Port, wo ich erneut am Camino einstieg. Über die Pyrenäen gelangte ich dann nach Spanien. Mittlerweile habe ich auch schon die Hälfte des "camino frances" absolviert, durchquerte das Baskenland mit der größten Stadt Pamplona, gelangte in die Region "la Rioja" (wo seitdem der Wein literweise strömt!), war in den Städten Logroño und Burgos und natürlich in unzähligen kleinen Dörfern, in denen es anscheinend keine Jugend mehr gibt. Momentan stecke ich in Sahagún, zwei Tagesetappen von León entfernt, denn ich dürfte mir eine kleine Grippe aufgefangen haben. Morgen werde ich meinen Weg nach Santiago und danach zum "cap finis terrae" fortführen.

Durch dick und dünn...

Ich habe bereits viele interessante Personen kennen gelernt, neue Freunde gefunden und gelernt, was es heißt gemeinsam und auch alleine durch dick und dünn zu gehen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie manche Füße hier aussehen ...

Schuhverschleiß doppelt so groß als erwartet

Kurz zur Ausrüstung: Meine Hochrechnung von 6 Sohlenpaaren für den gesamten Weg war mehr als naiv. Ich habe nun um die Hälfte abgekürzt und werde gerade eben mit 6 Paaren durchkommen. Besonders hier in Spanien werden die Schuhe hart rangenommen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nichts ausbessern muss. Nähere Details reiche ich jedoch erst nach der Reise nach, die in 19 Gehtagen beendet sein wird. Die restliche Ausrüstung funktioniert einwandfrei.

Kleine Berühmtheit am Camino

Mein "außergewöhnliches" Aussehen führte auch schon zu einem gewissen Berühmtheitsgrad hier am Camino. Jeder kennt mich und viele wollen ein Foto von/mit mir, was nicht immer angenehm ist. Damit habe ich aber schon im Vorhinein gerechnet. 

So viel erstmals von mir. Der Tee ist ausgetrunken, kalt war er schon lange. Zum Schluss gibt es noch einen Auszug aus dem Jakobslied (14. Jhdt.):

"Bei sankt Jakob vergibt pein und schult,
der liebe got sei uns allen holt
In seinem höchsten throne!
Der sanct Jacob dienen tuot
der liebe got sol im lonen."


Weiterführende Links:






Isi's Spezereyen

Steam Dreams

Der Bogenstand Gesierich


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1. Kommentar von Doommaker am 08.09.2012 um 18:53

Super Bilder, Super Aktion
Viel Glück und Erfolg auf dem weiteren Weg!

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