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Verein ALBS
Das bescheiden wirkende Lagerleben der A.L.B.S. hat viel zu bieten, was mit dem Vereinszweck direkt zusammenhängt. Der gesamte Fertigungsprozess von Pfeilen und Bögen - inklusive dem Schmieden der Spitzen - wird gezeigt.

Florian Machl
Über die Jahre hinweg war man bei Arduinnas Gefährten stets mit Vorwürfen wegen mangelnder historischer Authentizität konfrontiert - anstelle die militärische Leistung zu respektieren. Diese brachte sogar auf einem musealen Event beste Kritiken.

Florian Machl
Beeindruckende Bauten um das Lager der Bachsfallner Söldner. Das Thema, das punktgenau getroffen wird, ist Genreunterhaltung für das Familienpublikum.

Florian Machl
Romantisierende Unterhaltung für die ganze Familie - in beachtlicher Mannstärke mit viel glänzendem Metall wird von den Kreuzrittern geboten. Sie leben ihr Motto "Ritter zum Anfassen" bis in den letzten Winkel ihres Lagers.

Sonja Christen
Die Vielfältigkeit der SCA kann unmöglich in einem knappen Absatz beschrieben werden. Sehr sympathisch ist die Offenheit gegenüber verschiedenen Denkströmungen und Motivationen innerhalb dem Hobby "Mittelalter".

VgVK
Der Verein für gerüsteten Vollkontaktkampf ist nicht nur im Training und der Ausübung des Sportes sehr aktiv, man bemüht sich auch tagtäglich um ein positives Image in der Öffentlichkeit und entsprechende Medienresonanz.


Weiterentwicklung: Überblick über bemerkenswerte Vereins-Leistungen des Jahres
Errungenschaften, die nicht selbstverständlich sind.
Florian Machl
30.09.2012 17:47

Mittelalterlich interessierte Vereine in Österreich zeichnen sich durch ihre Vielfältigkeit aus. Während manch „hauptberuflicher Festbesucher“ im Laufe der Jahre immer mehr die Meinung vertritt, es gäbe eine mehr oder weniger einheitliche Mittelalterszene, zeigt die tagtägliche Realität, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. Monatlich lösen sich Vereine auf, werden neu gegründet, richten sich neu aus, stagnieren seit Jahren auf ihrem Stand … oder entwickeln sich weiter. Es sind die Weiterentwicklungen, die es auch zu einer Freude machen, diese tatsächliche Vielfalt der Szene zu beobachten. So manche Perle kristallisiert sich Jahr für Jahr heraus und überzeugt durch herausragendes Engagement und aufwändigen Einsatz. Während es mancherorts nicht aus der Mode kommt, auf die vermeintlichen Unzulänglichkeiten der Newcomer hinzuhacken und diese damit zu demotivieren, versucht der Autor das Kunststück des Gegenteils: Freuen wir uns gemeinsam über das, was manche durch harte Arbeit erreicht haben und somit auch der interessierten Öffentlichkeit bieten können. Darum sollen fürs Erste sechs Vereine ins Rampenlicht gehoben werden – kurz und bündig, sortiert in alphabetischer Reihenfolge:

A.L.B.S. - Austrian Longbow Society
Gegründet im Jahr 2009, bewiesen die A.L.B.S (Austrian LongBow Society) einen ständigen Erweiterungs- und Aufwärtstrend und sind, auch was Eigenveranstaltungen betrifft, einer der aktivsten Vereine im Bundesgebiet. Vereinsziel ist es, den Menschen die Begeisterung für das Langbogenschießen näher zu bringen. Dies wird vor allem im Einzugsgebiet Wien-Niederösterreich mit Bravour umgesetzt. Beispielsweise beim alljährlichen Clout-Turnier, das für viele Bogenschützen zum Fixpunkt geworden ist. Eine weitere Stärke des Vereines ist das Lagerleben, wo insbesondere seit der Saison 2012  diverses Handwerk gezeigt wird – vom Pfeilemachen über den Bogenbau bis hin zum Schmieden. Und auch der mitgeführte kleine Streichelzoo erfreut sich nicht nur bei Kindern höchster Beliebtheit.
http://www.albs.at/
http://www.facebook.com/austrianlongbows

Arduinnas Gefährten – Bogenschützengilde
Wie es der Zufall so will, findet sich noch ein Verein auf dieser Liste, der sich dem Bogensport verschrieben hat. Die Gefährten sind schon lange aktiv, als Gründungszeitpunkt wird von ihnen selbst das Jahr 2005 angegeben. In den ersten Jahren – und hier teilen sie das Schicksal fast aller hier erwähnten Vereine – wurden sie von der „etablierten Szene“ gerne als „Gromis“ belächelt - als Fantasy Verein. Dies störte die zahlenstarke Mannschaft der Arduinnas freilich nicht. Nach außen hin feststellbar war vor allem, dass man sich im Bogensport stets auf höchstem Niveau bewegte und dieses zu halten verstand. Die Shows des Vereins entwickelten sich allerdings ständig weiter. Dass man in der Qualität der Darstellung nicht auf historisch akkuratem Niveau spielt, weiß man selbst. Dennoch gelang 2012 das Meisterstück, sich im Rahmen der musealen Veranstaltung „Montur und Pulverdampf“ im Heeresgeschichtlichen Museum zu bewähren und perfekte Kritiken von Publikum, militärisch Interessierten und Museumsbelegschaft zu erhalten. Wie viel Training und Disziplin für das treffsichere Formations-Bogenschießen notwendig ist, kann von außen nur erahnt werden – verdient in jedem Fall aber höchsten Respekt. In Sachen Wissensvermittlung bewegt man sich ebenso deutlich weiter, beispielsweise mit der Zurschaustellung der Waffenwirkung auf verschiedene Rüstungsarten oder Ballistik-Gel.
http://www.arduinnas-gefaehrten.at/

Bachsfaller Söldner
Die Mannstärke der Bachsfaller Söldner aus dem Pongau wird mit 30-40 Mitgliedern angegeben. Was diese vielen Hände in den letzten Jahren zuwege gebracht haben, ist beachtlich. Man reist mit einem Lager an, das mittlerweile das legendäre Auftreten der Gruppe Drachensporn zu übertrumpfen weiß. Nur randläufig historisch bietet man dennoch punktgenau das, was das Publikum vieler Genreveranstaltungen sehen will: Wilde Krieger, imposante Bauwerke, Verteidigungsanlagen und Belagerungsmaschinen, humorvolle Shows und beeindruckende Feuershows, die unter dem Titel „Fire-Flyer“ angeboten werden. Das Lagerleben, das bei geeigneten Platzbedingungen viele 100 Quadratmeter ausfüllen kann, umfasst mehrere Trebuchets und einen imposanten Anhänger mit Badezuber. Die Bachsfaller gelten als unterhaltsame und gesellige „Kumpeltypen“ mit denen man so manche Nacht durchfeiern kann. Wer seinem Publikum Unterhaltung die irgendwo zwischen World of Warcraft und Hollywood angesiedelt ist bieten will – und damit garantiert begeistertes Glänzen in den Augen der jüngeren Besuchern hervorruft, kommt um die Bachsfaller nicht herum.
http://www.facebook.com/bachsfaller.soldner

Die Kreuzritter
Dieser Verein aus Brunn am Gebirge hat seine Tätigkeit im Jahr 2008 aufgenommen. In den ersten Jahren sammelte man als Lagergruppe Erfahrungen. Besondere Berühmtheit erlangten die Vereinsmitglieder vor drei Jahren durch ihren uneigennützigen Hilfseinsatz beim im Regen „abgesoffenen“ Fest in Laxenburg. Und auch seither ist Jahr für Jahr eine beeindruckende Weiterentwicklung zu beobachten. Interessanter Weise geht diese weit weg vom Vereinsnamen und der Gründungsidee einer Kreuzritterdarstellung. Inzwischen ist man bei spätmittelalterlichen Plattenrüstungen angelangt und bietet ein zahlenstarkes und äußerst amüsantes Unterhaltungsprogramm – mit Witz und Kampf. Es sind die glänzenden Rüstungen, die vielerorts das Publikum anlocken. Ein Ritterbild, das durch die Massenmedien in den Köpfen der durchaus romantisch orientierten Besucher festgeschrieben ist. Darüber hinaus bieten die Kreuzritter das wohl publikumsverbundenste Lagerleben der heimischen Mittelalterszene. Hier darf der Besucher wirklich in jeden Winkel des Lagers, alles ist zum Angreifen und ausprobieren vorgesehen. Dies ist auch ausdrücklich deklariertes Vereinsziel: Ritter zum Anfassen. Was das Publikum ebenso beeindruckt (man sich aber naturgemäß nicht immer aussuchen kann) ist das Erscheinungsbild der „gestandenen Mannsbilder“ die in diesem Verein als ritterliche Kämpfer auftreten. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung weg von reinen Genreklischees hin zu immer mehr historischen Elementen ist ein zusätzlicher Bonuspunkt und lässt an die nicht minder beeindruckende Entwicklungsgeschichte des bekannten Vereins „Draconis Cognatio“ denken.
http://www.kreuzritter.at

SCA – Society for Creative Anachronism
Die SCA ist ein internationaler Verband von am Mittelalter interessierten Menschen, der seit 1966 aktiv ist. Der österreichische Zweig der SCA führte – durchaus bewusst – lange Zeit eher ein Nischendasein, wird aber spätestens seit dem laufenden Kalenderjahr durch Arnulf Zeilner intensiv belebt und auch beworben. Verschiedene Events, Trainings, Workshops, Festessen als auch Lagerleben werden organisiert. Dabei zeichnet sich die SCA als besonders offen gegenüber allen Interessenten aus – und auch innerhalb des Vereines kann man frei bestimmen, wohin die Reise geht. Kampfkunst, Handwerk, Kochen und vieles mehr. Der Zugang zur Authentizität ist dabei sehr entspannt. Von historisch perfekt bis hin zum Grobmittelalter – alles ist erlaubt, was Spaß macht. Was die Kämpfer betrifft – diese trainieren wöchentlich in Wien. Eine der Besonderheiten in der SCA ist der rege internationale Austausch.
http://www.sca.org/
(Österreichische Homepage zur Zeit nicht verfügbar.)

VgVK - Verein für gerüsteten Vollkontaktkampf
Diese Gruppierung rund um Heinrich Wurzian bemüht sich nach Kräften, den Vollkontaktkampf als neue Sportart zu etablieren. Vielen Anfeindungen und Kleinkriegen innerhalb und außerhalb der Vollkontakt-Kämpferszene zum Trotz ziehen sie „ihr Ding durch“. Mit Ausscheidungsturnieren, der  Buhurt-Cup-Reihe und der Vertretung Österreichs beim Battle of the Nations. Dabei wird sowohl auf ein ordentliches Äußeres geachtet, das definitiv im gehobenen Mittelfeld der Darstellungsqualität anzusiedeln ist, als auch auf sportliche Kondition. Inmitten dieser Kämpferszene, die quasi als Subkonstrukt oder Nebenerscheinung der Mittelalterszene anzusehen ist, besticht der VgVK durch perfekte Medien- und PR-Arbeit. Man übt den Sport nicht nur aus, man redet auch darüber und versucht somit auch andere von diesem Hobby zu begeistern. Dieser unermüdliche Einsatz und die häufige Präsentation in der Öffentlichkeit verdienen großen Respekt.
http://www.vollkontaktkampf.at
https://www.facebook.com/pages/Verein-f%C3%BCr-ger%C3%BCsteten-Vollkontaktkampf/178978048856541

Diese kurze Auflistung von Vereinen, deren Entwicklung dem Betrachter große Freude bereitet, ist selbstverständlich nicht vollständig. Es gibt noch viele andere Gruppen – von klein bis groß – die ständig an sich arbeiten und durch Leistung überzeugen. Die Redaktion freut sich über diesbezügliche Hinweise und Zuschriften und ist gerne bereit, diese bemühten Hobbyisten einem größeren Publikum und interessierten Veranstaltern bekannt zu machen.





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1. Kommentar von anachronismus am 01.10.2012 um 11:16

vorschläge
...für vereine mit entwicklung in richtung quanität und spaßfaktor wie hier oder in richtung historischer ausrichtung?

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2. Kommentar von moose am 01.10.2012 um 13:24

Arduinnas...
...das gefällt mir doch. Und ja, ich gebe zu, der Haufen ist noch lang nicht "A". Ich hoffe aber sehr, daß Lob wie ebensolches manche unserer "Blockierer" zum Umdenken bewegt - Potential haben die Gefährten ja noch jede Menge. Und die Vorbereitungen fürs HGM, die gelangen nur unter der "Androhung" - wenn das Zeug nicht mal im Ansatz passt, dann wird des nix... Und siehe da, schon waren die meisten total fleissig...

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3. Kommentar von anachronismus am 01.10.2012 um 17:29

Programmmacher
ohne zweifel sind die arduinnas nicht umsonst sehr beliebte mitglieder der szene.
Was am HGM aber der Kritikpunkt war, war ja weniger das große böse A, sondern, dass sie weder mit Montur noch mit Pulverdampf zu tun haben.
Wie dem auch sei, all den oben genannten darf man zumindest in Sachen Geselligkeit, Unterhaltungswert und Showtalent Credits geben.

In diesem Sinne fänd ich es aber auch mal schön so ein paar der Newcomer und Entwickler im Sinne der Geschichtsnähe hier zu sehen. Immerhin scheint man in letzter Zeit eindeutig in vielen Gruppen zu mehr A aufzubrechen. Da gibt es großes Potenzial für die zukünftige Festszene.

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4. Kommentar von Werner am 01.10.2012 um 19:28

woher und wohin des Weges - und so ...
Ich sehe in der Entwicklung der meisten Feste und der meisten Darstellungen durchaus eine gewisse Qualitätsentwicklung: speiste man früher das Festpublikum mit Auftritten von Minigruppen und schlecht vorbereiteten Laienschauspielern ab, oder ließ Leute mit Pfeil und Bogen bzw. Schwert und Schild hantieren, die diese Dinger kaum halten konnten, so werden dem Publikum mittlerweilen in der Regel große, bunt gekleidete Gruppen präsentiert und Akteure, die von Waffenvorführungen auch in historischem Kontext etwas verstehen.

Nicht unbedingt damit verbunden ist bei den meisten Gruppen eine Entwicklung in Richtung "historisch korrekte Darstellung", jedoch muß man sich fragen, muß denn das wirklich immer und überall sein? Der typische Markt-Touri, der bei den meisten Veranstaltungen ca. 80% (und mehr) der Besucher ausmacht, möchte bespaßt werden und einmal in Ritter- und Burgfräulein-Romantik eintauchen und sich hauptsächlich wohlfühlen.
Warum soll man da dann mit der "A-Schiene" arbeiten, wenn das sowieso a) nicht nötig ist und b) in der Regel eh kaum wer unterscheiden kann. Also finde ich, haben Gruppen, wie die oben genannten durchaus ihre Existenzberechtigung und tragen sicher zu einer gewissen Qualitätssteigerung auf den Mittelaltermärkten bei. Es wird ja im Artikel z.B auch bei den Kreuzrittern im Foto-Untertitel explizit von einer "romantisierenden Unterhaltung" geschrieben und nicht von einer "historisch korrekten Darstellung". Also insofern ist der Artikel für mich schlüssig und akzeptabel.

Ich habe im HGM Arduinnas Gefährten gesehen und war beeindruckt. Von der Ausstattung / Gewandung her liegen sie zwar irgendwo zwischen "Robin Hood" und "Herr der Ringe", die Einblicke ins historische militärische Bogenschießen waren jedoch trotzdem hervorragend. Warum also sollte man denen einen Strick daraus drehen, daß ihre restliche "Darstellung" halt reine Fantasy ist? Sicher wäre eine passende historische Klamotte das Tüpfelchen auf´s "i" gewesen, aber um dem Publikum eine erstklassige Bogenschützen-Vorführung zu bieten, reichen auch irgendwelche bunte Kostüme und im Gegensatz zu so manch einer Bogenschützen-Vorführung, die ich in früheren Jahren erleben durfte (mußte ...), war das wirklich eine beachtliche Qualitätssteigerung und deswegen sage ich: nur weiter so und viel Spaß mit euren Auftritten und viel Erfolg beim Publikum - ihr habt euch das verdient!

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5. Kommentar von anachronismus am 01.10.2012 um 21:54

warum nicht beides?
ich frag mich immer, warum man dem besucher dieser feste nicht zutraut, historische fakten aufnehmen zu können. ist er zu dumm, um sich mit solchen themen zu beschäftigen oder sich dafür zu interessieren? und woher will man das wissen, dass ihn das nicht interessiert, wenn es so wenig angebot gibt, das beides bedienen kann? woher will man wissen, ob der besucher wirklich nur prinzessinnen und ritter sehen will. wenn er wüsste, dass es auch noch echte geschichte im angebot gäbe, würde er sich dann noch begnügen mit den spaß- und karnevalangeboten? ich persönlich glaube, man kann beides vereinbaren und damit doppelten effekt erreichen. unterhaltung und lerneffekt.

und hier haben wir ein paar schöne beispiele für die bedienung des einen bedürfnisses. ich fände es jedenfalls interessant, auch gruppen kennen zu lernen die das andere bedienen können. und natürlich auch solche die beides können. da kenn ich momentan ja nur dreynschlag, die show machen und gleichzeitig geschichte zum anfassen. gibts da eigentlich mehr in österreich?

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6. Kommentar von moose am 02.10.2012 um 10:57

Ich dreh ja keinen Strick :-)
Aber ich finde, wenn ich mich auf einem MA-Markt befindet, dann soll alles stimmig sein. Ich bin sicher nicht der, der sagt "sofort alles muß 100% A sein, sonst täte ich dich" aber mit der Zeit kann man schon reinwachsen, weil ich der Meinung bin, daß man als Lagergruppe dem Publikum schon den einigermaßen korrekten Einblick in die Zeit geben sollte, welche man darstellen will. Und, mit Verlaub: Die Touris UND oft auch die Veranstalter zahlen schliesslich dafür. Mal mehr, mal weniger. UNd da soll dann doch auch nicht (nur) Robin Hood oder Herr der Ringe geboten werden sondern es darf ruhig auch ein bisserl stimmiger werden.

Wenn dazu noch die Performance generell stimmt, dann bin ich hellauf begeistert

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7. Kommentar von Einrun am 02.10.2012 um 11:27

Verdiente Anerkennung von Leistung...
... schon lange und dringend notwendig!

Den positiven Fokus auf verschiedene Gruppen und deren Entwicklung, von denen manche fast schon zum Inventar von Veranstaltungen gehören, andere erst durch den Bericht verdiente Aufmerksamkeit bekommen haben, und die Darstellung ihrer Leistungen halte ich für eine gute Sache!

@ Werner:
Ich gebe Dir Recht, dass jede Gruppe ihre Daseinsberechtigung hat - unbesehen der Frage nach dem "A".
Trotzdem möchte ich dem angesprochenne Ansatz, auf historische Korrekheit nur dort zu fokussieren, wo sie möglicherweise notwendig sein könnte, weil Marktbesucher vielleicht den Unterschied erkennen oder weil man als Gruppe "muss", um an einer bestimmten Veranstaltung teilnehmen zu können, widersprechen.

Mein eigener Zugang dazu - und da spreche ich nur für mich! - ist meine Arbeit an der historischen Entsprechung (das ist noch ein langer Weg) für mich selbst, weil es mir persönlich wichtig ist. Für mich stellt sich die Frage nicht, ob jemand anderer erkennt, wie sehr etwas historischen Vorbildern entspricht oder ob "A" gerade notwendig ist.
Für mich persönlich zählt meine Freude an dem Gefühl, durch meine Arbeit Personen aus den Tiefen der Jahrhunderte ein klein wenig näher gekommen zu sein und damit eine bestimmte Epoche noch intensiver leben zu können.
Und GENAU DAS kann ich dann auch dem Publikum näher bringen. Meiner Erfahrung nach sind die Gäste schon sehr interessiert, wenn sie merken, wieviel Hintergrund eine Darstellung tatsächlich hat.

Bei den im Bericht vorgstellten Gruppen würde ich die Frage nach dem Grad historischer Korrektheit primär deshalb nicht stellen, weil sie in meinen Augen bestimmte Kompetenzen und Spezialitäten präsentieren, worin sie wirklich gut sind!
So wie für mich z.B. die Gruppe Eulenspiel unbestritten für mittelalterlichem Tanz und mittelalterliche Musik (die sie meines Erachtens nach zum Teil sogar in Konzertqualität bieten, siehe Burg Clam 2011) steht, so liegen die Kompetenzen anderer Gruppen - ohne den Bericht wiederholen zu wollen - in ihrem besonders ausgefeiltem Lager, mittelalterlichen Kampf- und Verteidungsarten, einer besonderen Bewaffnung, Handwerk oder vielem mehr. Und in der Darstellung dieser Kernkompetenzen zeigt sich sehr oft eine große Nähe zu historischen Vorbildern und fachliche Tiefe.

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8. Kommentar von Werner am 02.10.2012 um 12:33

@ Einrun
Hi!  Ich möchte ja niemandem das Recht absprechen, in historisch korrekter Gewandung an Veranstaltungen teilzunehmen.
;o)

Was ich meinte: wenn eine Gruppe in bestimmten Bereichen, wie eben z.B. Bogenschießen eine hervorragende Leistung zeigt, so halte ich es für ausreichend, eine nette, stimmige Marktklamotte dazu anzuhaben und damit somit meiner Meinung nach eine qualitätsvolle Gesamtdarbietung für das Publikum zu bieten. Für Mittelaltermärkte wie Eggenburg, Aggstein, HGM, Kapfenberg, etc. sicher ein sehr gutes, absolut vertretbares Konzept. Daß darüberhinaus natürlich mehr machbar ist, zeigen einige -aber sehr wenige Gruppen. Ist aber halt auch immer eine Preisfrage, wieviel Geld die Mehrheit der Gruppenmitglieder in ihre Ausrüstung stecken kann - und historisch korrekte Klamotte kostet nun einmal selbst im Eigenbau immer wesentlich mehr (auch mehr Aufwand), als die von der Mutter oder Freundin genähte Baumwolltunika.

Natürlich ist es das schon erwähnte Tüpfelchen aufs "i", wenn zu einer tollen Darbietung noch eine tolle Gewandung kommt und , so ist das natürlich prima und der Idealzustand. Wenn ein Darsteller dies aus Spaß an der historisch korrekten Darstellung tut, habe wir hier dann den leider seltenen Idealisten, der nachahmenswertes Vorbild ist, aber leider wie gesagt: selten.

Man kann auch dem Markt-Touri durchaus vermitteln, worin der Unterschied besteht; die sind ja keineswegs zu blöd für so etwas, aber es braucht schon viel Hintergrundwissen, das die meisten halt nicht mitbringen, um eine historisch korrekte Klamotte von einer stimmigen, gut gemachten Marktklamotte zu unterscheiden. Und ca. 20 Jahre im Mittelalterhobby haben mich gelehrt, daß der Markt-Touri zwar durchaus bereit ist, sich für historisch korrekte Darstellung zu interessieren und zu begeistern, er aber im Normalfall auf solchen Festln auch von einer stimmigen "Marktmittelalter-Darstellung" begeistert ist und sich dem Zauber, den so etwas durchaus ausüben kann, gerne hingibt - und warum auch nicht.

Ich wollte damit nicht die Verdienste oder die Wichtigkeit von Leuten schmälern, die sich der historisch korrekten Darstellung verschrieben haben, oder die Notwendigkeit solcher Darstellungen anzweifeln, ich wollte einfach nur meinen Beifall zollen, für Gruppen, die die typischen "Marktmittelalter-Darstellungen" vom sehr tiefen Niveau früherer Jahre auf ein wesentlich höheres Niveau weiterentwickelt haben und die selbstverständlich keine historisch korrekte Darstellung machen, aber sicher eine sehr bezaubernde, wovon auch ich mich ganz gerne auf den diversen Märkten ein wenig bezaubern lasse.

... und ansonsten fahre ich halt auf kleine aber feine private Reenacmtentveranstaltungen, wo wir Verrückten unter uns sind oder  freue mich, wenn mir z.B. auf der Clam oder der Rosenburg unter anderem auch ein paar erstklassige  Darstellergruppen über den Weg laufen.
;o)

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9. Kommentar von Einrun am 02.10.2012 um 13:08

@Werner: Bin voll auf Deiner Linie!
...ups, da haben wir jetzt aneinander vorbei geredet. Ich gebe Dir in allem vollinhaltlich Recht - auch schon beim ersten Post.
Alles in bester Ordung!

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