Warning: session_start(): open(/var/lib/php5/sess_9df74096aed26576a9d4142c44f5aa21, O_RDWR) failed: No space left on device (28) in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php on line 9

Warning: session_start(): Cannot send session cookie - headers already sent by (output started at /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php:9) in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php on line 9

Warning: session_start(): Cannot send session cache limiter - headers already sent (output started at /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php:9) in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php on line 9

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php:9) in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/pagetop.php on line 1

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /data/www/www.huscarl.at/html/includes/session.php:9) in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/pagetop.php on line 2
huscarl.at - Erlebbare Geschichte. Pöchlarn: Vorwürfe gegen Veranstalter nicht nachvollziehbar

huscarl.at
EditorialMarktlebenWissenschaftMusikKulturVereineChronikVermischtesKurzWahlRadioVideoSzeneSuche
in der Community anmelden
Anna Schabetsberger
Mächtige Äste wie dieser wurden den Lagernden und Besuchern zum Verhängnis.


Pöchlarn: Vorwürfe gegen Veranstalter nicht nachvollziehbar
Augenzeugen widersprechen vehement
Florian Machl
31.07.2012 10:51

Nach der Unwetter-Katastrophe während des Mittelalterfestes in Pöchlarn wurden quer durch Sensationsmedien aber auch im öffentlich-rechtlichen ORF Vorwürfe laut. Angeblich hätte man die Katastrophe vorhersehen können, angeblich hätte man früher zur Räumung des Geländes rufen können, angeblich wäre dies gar wegen Profitgier nicht geschehen. Für viele Menschen in der Mittelalterszene aber vor allem für viele, die das Geschehen vor Ort miterlebt haben, wird dies als Schlag ins Gesicht empfunden. Augenzeugen widersprechen vehement.

Zwei Menschen wurden unter tragischen Umständen viel zu früh aus dem Leben gerissen. Viele andere liegen noch im Krankenhaus und hoffen gemeinsam mit ihren Lieben auf baldige Genesung. Waren die Folgen der Katastrophe in Pöchlarn "höhere Gewalt"? Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Das bedeutet allerdings nichts, denn dazu sind die Behörden nach schweren Unfällen verpflichtet. Und natürlich wird geprüft, ob eine Absage möglich gewesen wäre, ob sich alle Beteiligten verantwortungsvoll verhalten haben. Geprüft wird auch, ob die Bäume, deren Umknicken und Abbrechen durch den Sturm zu den Todesopfern und Verletzten führten, korrekt gepflegt und beurteilt worden waren.

Die Kommentare in den Online-Ausgaben der Massenmedien sind an Primitivität und Pietätlosigkeit oft nicht zu überbieten und sollen hier nicht weiter kommentiert werden. Sehr wohl relevant sind aus der Perspektive der Mittelalterszene die Aussagen zweier marktbegleitender Veranstalter, von denen zumindest eine die Nachrichtenberichterstattung und öffentliche Meinung zentral geprägt hat.

Marktbegleitende Festveranstalter äußerten sich

So äußerte sich "Strudelbäcker" Walter Zinser, der entgegen ursprünglicher Annahmen ("nur Besucher") vor Ort mit seinem Stand tätig war, gegenüber dem ORF wie folgt:

"Wenn man schon weiß dass in Salzburg nach und nach die Unwetter sind, dann hätte man vorher eine Warnung herausgeben müssen und das abbrechen."

Dem gegenüber kann aber als in der Veranstalterlandschaft völlig unüblich  beschrieben werden, dass ein Unwettergeschehen im 200km entfernten Salzburg Auswirkungen auf Ereignisse in Niederösterreich hätte. Tatsächlich gab es weite Landstriche zwischen den beiden Orten, in denen nur ein laues Lüftchen und 10-15 Minuten Regen feststellbar waren. Ob diese Wortspende für eine Berichterstattung in Fernsehen und Radio tatsächlich so große Relevanz hatte, darf kritisch hinterfragt werden.

Als "einfach zum Nachdenken" leitete der umstrittene Veranstalter Peter Werner aus Graz mehrere öffentliche Aussagen zur Thematik ein. Er gibt dabei sein eigenes Verhalten im Jahr 2010 zu Protokoll, wo er bei Schlechtwetter angeblich in ständigem Kontakt mit dem Wetterdienst gestanden wäre und sich nach einer Absprache mit den teilnehmenden Gruppen "den finanziellen Verlust in Kauf nehmend" zu einem Abbruch entschieden hätte.

Der immer häufiger direkt oder indirekt geäußerte Vorwurf, die Veranstalter hätten aus finanziellen Gründen nicht abgebrochen, ist nüchtern betrachtet am wenigsten schlüssig. Wer die Mechanismen eines Mittelalterfestes kennt, weiß auch, dass nach 17:00 Uhr selten noch Kassen geöffnet sind. Das Geschäft mit den Eintritten macht man etwa zwischen 10:00 und 16:00 Uhr. Falls in Pöchlarn dennoch noch Kassen geöffnet gewesen wären, kann wohl kaum jemand mit klaren Sinnen annehmen, dass bei Gewittereinbruch noch Besucher Einlass begehrt hätten. Kein Veranstalter würde dies glauben und aus diesem Grund geöffnet halten.

Augenzeugen äußern nahezu
einheitliche Sachverhaltsdarstellungen


Faktum ist nach nahezu einheitlicher Aussage der vor Ort Anwesenden, dass die Geschwindigkeit, mit der das Sturmgeschehen über den Park hereinbrach, keineswegs vorhersehbar war. Eine allgemeine Sturmwarnung wäre bekannt gewesen und eine Stunde zuvor vom Herold an alle Teilnehmer ausgegeben worden. Daraufhin wurde, wie es bei allen Mittelalterfesten in Österreich üblich ist, mit Sicherungsmaßnahmen der Zelte begonnen: Einschlagen zusätzlicher Heringe, festeres Verspannen der Seile. Jeder, der schon auf Mittelalterfesten gelagert hat weiß, dass Stürme und Gewitter keine Seltenheit darstellen.

Gegenüber dem ORF äußerte sich beispielsweise auch Anton Tiefenbacher von der Polizei Pöchlarn dahingehend, dass der Sturm überraschend gekommen wäre. Es hätte keine Möglichkeit gegeben, den Park zu räumen. Dafür wäre kein zeitlicher Spielraum vorhanden gewesen.

Dass der Sturm mit Windspitzen von 120 km/h das Land aber auch den Park nur punktuell heimsuchte, belegen Berichte aus Nachbargemeinden aber auch die Tatsache, dass zahlreiche Lager und Zelte vollkommen unbeschadet aus der Katastrophe hervorgingen. Andere hingegen verloren alles, wie beispielsweise ein Marmeladenhändler. Ein Foto der traurigen Überreste seines Standes wurde von der APA verbreitet und ist allgemein bekannt. Diesem Händler und vielen anderen war es ein großes Anliegen, die Massenmedien-Berichterstattung gegenüber Huscarl richtig zu stellen.

Wir möchten uns bedanken, wir leben!

"Es war eine Naturkatastrophe, die Leitung der Veranstalter war sehr gut. Es wurde an jeden eine Warnung ausgesprochen, bei der 2. Warnung war das Wetter auch schon da. Keiner konnte diese Katastrophe vorhersehen. Wir haben alle unsere Zelte verstärkt, es hat nichts geholfen." "...ich suche die Schuld bei keinem Menschen. Man hätte in dieser Geschwindigkeit nichts mehr Absagen oder evakuieren können. Die Evakuierung war schnell, gut organisiert und es war binnen 1 Stunde alles da, von essen, trinken, decken und Gewand. Wir möchten uns bedanken, wir leben!"

Vielleicht erleben wir gerade die Auswirkungen der Amerikanisierung einer Vollkasko-Gesellschaft, die Schuld immer beim Anderen sucht. Vor allem muss scheinbar im Jahr 2012 an alles und jedem stets irgendjemand Schuld sein. Dass diese Schuldzuweisung im Moment sogar einen Toten betrifft, ist für manche, die der Ansicht sind, dass ebendies völlig unangemessen und unrichtig ist, emotional schwer zu verdauen. Wäre nicht insgesamt eigentlich eine Zeit der Stille eher angemessen? Die Behörden werden gemäß den Buchstaben des Gesetzes ihre Untersuchungen durchführen. Unqualifizierte Besserwisserei von gänzlich unbeteiligten Dritten ist hier wie auch bei anderen Katastrophen fehl am Platz.

Gedanken in Richtung Zukunft

Was völlig ohne Schuldzuweisung möglich sein muss, sind selbstverständlich weiterführende Gedanken, damit sich solche Unglücke nach bestem menschlichen Ermessen nicht wiederholen. Wäre beispielsweise eine Optimierung der Kommunikationswege zwischen Behörden und Veranstaltern möglich? Nachdem Veranstaltungen behördlich angezeigt und genehmigt werden müssen, wäre es möglicherweise die ideale Abfolge, wenn im sich anbahnenden Katastrophenfall die Behörde aktiv an die Veranstalter herantritt. Die Realität ist eben, dass ein Veranstalter so viele Pflichten hat, dass eine halbstündliche Abfrage von Wetterdaten keine praxisnahe Forderung ist.

Ebenso muss der Gedanke zulässig sein, dass man die Sicherheit von Festen in Parkarealen völlig neu zu bewerten hat. Viele Mittelalterfeste finden in lauschigen Parks mit riesigen, uralten Bäumen statt. Dass diese zur Todesfalle werden können, hat überrascht. Es soll nie wieder vorkommen müssen. Eine verpflichtende Evakuierung bei einem gewissen Unwetterrisiko - sowie Evakuierungspläne mit der Identifikation geeigneter Schutzräumlickeiten im Umfeld - wären denkbare Lösungsansätze. Hierbei ist neben dem Schutz des Lebens aber auch das Thema eines Wachschutzes zentral wichtig. Wie sich in Pöchlarn zeigte, schreckten freche Plünderer in der Nacht nach der Katastrophe nicht davor zurück, mit Kisten zum Unfallort anzureisen - glücklicherweise wurden sie dabei gestellt.


Weiterführende Links:




Can't create/write to file '/tmp/#sql_1eab_0.MYI' (Errcode: 28): SELECT * FROM INSERATE WHERE AKTIV_INS > 0 ORDER BY RAND() LIMIT 2