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Westpark / Triakel
Ulrikas Minne - das aktuelle Album von Triakel.

Florian Machl
Triakel am Festival Mediaval V in Selb im Jahr 2012.


Triakel: Ulrikas Minne
Das Vermächtnis einer alten Dame
Daniela Mühlbauer
28.10.2012 19:25

Drei Leute, zwei Geigen, ein Harmonium, mehr brauchen Triakel nicht, um das Publikum in eine sagenhafte Welt zu entführen, in der die Wälder dicht und die Bäume hoch sind, die Seen weit und das Wasser tief. Emma Härdelin singt in schwedischen Folksongs von Liebenden und Rivalen, von Festen mit komisch-tragischem Ende und jungen Mädchen, die nach dem Rausch einer Feiernacht allein mit einem Baby dasitzen. Janne Strömstedt erzählt in unserem Interview die Geschichte hinter den Geschichten.

Hallo Janne, verrate uns doch bitte zuerst, seit wann es Triakel gibt!

Triakel wurde 1995 gegründet und ist so etwas wie ein guter Vorsatz fürs neue Jahr. Nach einer Party im Dezember 1994 beschlossen Kjell-Erik Eriksson und ich, mit Fiedel und Harmonium zu performen. Das war ein Erfolg! Und so machten wir damit weiter. Als Emma Härdelin ihre Stimme zu unserem Duo hinzufügte, war die Band komplett. Unseren ersten Auftritt hatten wir im Sommer 1995 bei einem Festival in den Schwedischen Bergen, nicht weit von uns daheim. Das erste Album erschien 1998.

Was bedeutet Triakel?

Triakel war eine nach Lakritze schmeckende Medizin, die es früher in Schweden gab. Sie half gegen so gut wie alles! Die Medizin war schwarz und hart so wie Triakels Musik; und "Tri" bedeutet "Drei" in Schwedisch.

Mache uns doch bitte mit den Bandmitgliedern bekannt!

Emma Härdelin, Sängerin und Geige: Sie spielt mehrere Tracks auf "Ulrikas Minne". Emma ist bekannt als Sängerin der Folkrock-Band Garmarna. Sie ist außerdem bei den String Sisters dabei und in einem Vocalensemble mit drei der besten schwedischen Folksängerinnen. Kjell-Erik Eriksson spielt Geige und ist einer der besten und bekanntesten Fiedler nordischer Folkmusik. Er ist außerdem Frontmann der Hardrock-Folkband Hoven Droven und Musiklehrer. Ich selbst spiele Harmonium, ein tragbares für die Konzerte und ein größeres für Studioaufnahmen. Ich war vor langer Zeit auch mit Kjell-Erik bei Hoven Droven. Im Moment toure ich viel mit der schwedischen Folksängerin Ulrika Bodén, die soeben ihr Album "Körksangern" in Schweden und Deutschland herausgebracht hat.

Triakels aktuelles Album heißt "Ulrikas Minne" und hat mich sehr berührt.

Oh, das freut mich zu hören! Ulrika Lindholm war eine Folksängerin und wurde im ausklingenden 19. Jahrhundert geboren. Sie wuchs in einem kleinen Dorf in den Bergen auf – nicht weit von unserer Heimat entfernt. In den 1960er Jahren wurden ihre Songs im schwedischen Radio aufgenommen. Vor ein paar Jahren bekamen wir dieses Archiv in die Hände – es waren mehr als 300 Songs! Die Lieder sind Traditionals, aber in Ulrikas Version. Wir mögen ihre Lieder sehr und seitdem hörten und spielten wir sie, wir wählten welche aus und nahmen schließlich die Songs, die wir am meisten liebten, als CD auf. "Ulrikas Minne" ist das Ergebnis dieses Prozesses und wir sind sehr stolz darauf!

Was ist dein persönlicher Lieblingssong auf dem Album?

Ich liebe all ihre Lieder, aber mein persönliches Lieblingslied ist "Väckelsevisa", eine wundervolle Hymne an die Vergebung, die Ulrika von einem Pfarrer gelernt hatte, als sie gerade einmal vier Jahre alt war. Ulrika hatte ein großartiges Gedächtnis und kannte all ihre Songs auswendig – und das waren über 300!

Welche Geschichten erzählen sie denn?

Ganz verschieden: lustige Lieder, Trinklieder, versaute Lieder, Kinderlieder, Hymnen und Balladen… das sind nur einige Beispiele ihres Repertoires.

Wann seid ihr denn auf die Idee gekommen, ein Album mit Ulrikas Liedern zu machen?

Triakel haben einige dieser Lieder schon vorher gespielt und wir liebten sie sehr. Daher interessierte es uns, mehr davon zu hören und wir bekamen ihr komplettes Archiv in die Hände. Und das war definitiv etwas, womit wir ein ganzes Album machen wollten!

Ich habe eure großartige Show auf dem Festival-Mediaval in Selb/Deutschland gesehen. Wie hat es euch dort gefallen?

Es war grandios! Wir waren vorher etwas nervös, denn unsere Musik ist ja nicht rein mittelalterlich, aber die Reaktionen aus dem Publikum waren so erhebend! Wir haben das Festival sehr genossen und hoffen, dass wir die Chance bekommen, in Zukunft auch bei anderen mittelalterlichen Events auftreten zu dürfen.

Welche Pläne habt ihr denn fürs kommende Jahr?

Erst einmal werden wir weiter touren. Wir haben eine Einladung nach Indien im Januar. Das wird sicher ein riesen-Spaß, denn in Indien sind wir noch nie gewesen. Außerdem arbeiten wir an unserem nächsten Album, aber es ist zu früh, um näheres zu verraten.

Dann lassen wir uns einfach überraschen und hören bis dahin die wundervollen Lieder aus Ulrika Lindholms Repertoire.

Das Interview führte Daniela Mühlbauer für Huscarl.at


Weiterführende Links:






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