Torxes' Kabarettabend in Linz
Humoristischer Jahresrückblick vor versammelter Szene
28. 2. 2010 - 19:30
Florian Machl
Am Freitag, dem 26. Februar ging Torxes Kabarettprogramm in eine neue Runde. Zum dritten Mal stand der beliebte Narr und Gaukler, den man ansonsten auf nahezu jedem Mittelalterfest bewundern kann, mit seinem abendfüllenden Programm vor dem Publikum. Soviel kann vorweggenommen werden, der knappe Platz im Kulturgasthaus Alte Welt in Linz war bis auf die letzte Sitzgelegenheit ausgebucht - und das schon im voraus. Neben Torxes feierte man auch ein Wiedersehen mit Angus dem Barden, der mit Teilen seiner Band zur Unterstützung angereist war. Außerdem fand - wie bei den "Stammtischen" in der Alten Welt gewohnt, ein reger Austausch zwischen den anwesenden Vereinen der Mittelalterszene statt.
Absichtlich wenig Werbung wurde für den Termin gemacht, denn die Location hat ein großes Handicap - sie ist für die Personenzahl schlichtweg zu klein, welche durch die Künstler der Mittelalterszene in das altehrwürdige Gewölbe gelockt wird. Dennoch waren gut achtzig Gäste fest entschlossen, sich ihren Teil vom Narrenspektakel zu erkämpfen. Die höchstens sechzig Sitzplätze im eigentlichen Veranstaltungsraum waren ausnahmslos vorreserviert, auch wenn es bei der Zuteilung dieser Plätze zu Problemen gekommen sein soll, da sich nicht alle Besucher an die dafür vorbereiteten Notizzetteln des Gastwirtes gehalten hätten.
Gelungene Erzählungen
Zu sagen, dass Torxes voll in seinem Element war, würde dem Kabarettabend nicht hundertprozentig gerecht werden. Der für spontanes Entertainment bekannte Künstler fühlt sich nach Meinung des Redakteurs an offenen Auftrittsorten, in Wäldern, Wiesen und Plätzen von Mittelaltermärkten, sichtlich am wohlsten und bringt dort auch die besten Leistungen. Dennoch: die meisten Pointen saßen, die Zuschauer wurden insbesondere bei den flüssigen Erzählungen von der Pilgerreise nach Wien und dem Mittelaltermarkt Schloss Egg blendend unterhalten. Dazwischen gab es ein paar kurze Durchhänger, die allerdings durch eine spontane und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Angus dem Barden gut entschärft wurden.
Wunsch nach mehr
An diesen Stellen hätte man sich gewünscht, der Narr würde noch etwas weiter ausholen und seine Beobachtungen so pointiert auf den Punkt bringen, wie bei den beschriebenen Szenen. Jedoch - und das sollte die Kritik an der Darbietung abrunden - beim dritten Auftritt dieser Art gleich einen Michael Mittermeier der Mittelalterszene zu erwarten, wäre verwegen. Der Redakteur glaubt aber mit hoher Sicherheit zu wissen, dass noch viel mehr kabarettistisches Potential in Torxes schlummert und freut sich bereits auf die nächsten Auftritte dieser Art, um daran teilzuhaben, wie dieses Potential mehr und mehr seinen Weg auf die Bühne in geschlossenen Räumen findet.
Leises Raunzen
Hinsichtlich der Wahl des Veranstaltungsortes war vereinzelt leises Raunzen zu hören. Verständlich, denn nicht alle Besucher fanden im Veranstaltungsraum Platz. Außerhalb war aufgrund der Umgebungsgeräusche nicht mehr viel zu hören. Dazu kamen die erwähnten Reservierungsprobleme als auch Wartezeiten von durschnittlich mindestens einer Stunde auf die - dafür sehr guten - Speisen. Wie schon im Artikel zur letzten Veranstaltung in der Alten Welt erwähnt, gibt der optisch ausgesprochen ansprechende Veranstaltungsort aber nicht mehr her - und eine stimmige Alternative in Linz zu finden, ist bislang noch niemandem gelungen.
Live-Mitschnitt
Dankenswerterweise hat Huscarl-Leser Andy, der sich mehr und mehr zum rasenden Kamerareporter entwickelt, einen Mitschnitt einiger gelungener Momente des Abends erstellt, der in untenstehender Linkliste verfügbar ist. Die Redaktion bedankt sich für diesen selbstlosen und zeitaufwändigen Einsatz!
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