Maximus' Trossküche
Mittelaltergastronomie aus Österreich
30.11.2009 - 20:30
Max Gebesmair / Florian Machl
Seit 2008 ist Maximus auf österreichs Mittelalterärkten mit seiner Trossküche unterwegs und beweist, dass man für ambientetaugliche Gastronomie nicht immer ausländische Anbieter bemühen muss. Seit seinen Anfängen in der Mittelalterszene, gemeinsam mit Torxes von Freygeyst, geht Maximus mittlerweile erfolgreich eigene Wege. Einen Überblick über sein vielfältiges Angebot gibt nachfolgender Artikel.
Angeregt durch die Veranstaltungen des Kulturvereins Stupor Mundi, der zu dieser Zeit im Linzer Cembran Keller einen Kabarettabend und ein Musikfestival veranstaltete, gründeten Max 'Maximus' Gebesmair und Torxes im Jahr 2008 die sogenannte "Narrenküche". Bei diesen Events bekochte man die Oberösterreichische Mittelalterszene und stieß durchwegs auf positive Resonanz. Die Folge war einfach - ein Marktstand für Mittelaltermärkte musste her. Mit vielen linken Händen ausgestattet, fragte man einen alten Hasen der Mittelalterszene um Rat: Max Messenböck, besser bekannt als Raban die Pfeyffe von der Musikgruppe Rhiannon. Fest in die Hände gespuckt, wurde der Stand rechtzeitig zum Mittelaltermarkt Oberwaltersdorf 2008 vollendet.
Eigene Wege
Ende dieses ersten Jahres, nach einigen weiteren erfolgreich absolvierten Veranstaltungen wie Traun, Dürnkrut, HGM, Steyregg und Traiskirchen trennten sich die gastronomischen Wege der Erfinder. Torxes ist seither unter anderem mit dem Narrenhimmel unterwegs, Maximus versucht sein Glück in der großen weiten Welt mit seiner Trossküche. Ob das denn wirklich gut gehen könne, wurde von vielen bezweifelt - doch Maximus bewies bei einem der strengsten, aber auch beliebtesten Mittelaltermärkte Österreichs, dass er das Zeug zum Szenegastronomen hat: sein Stand beim Hexentreyben Rechberg wurde gut angenommen, ein weiterer Einsatz beim Landesritterfest Linz kam schnell hinzu.
Gastronomischer Werdegang
Die Ausbildung zum Koch-Kellner absolvierte Maximus in den Jahren 1988 bis 1992 in Salzburg und Gmunden. Seither war er in der Gastronomie tätig und ab dem Jahr 1996 Konzessionsinhaber. Als ausgebildeter, erfahrener Profi im Geschäft kann er Veranstaltern die Sicherheit bieten, die sonst nicht immer selbstverständlich ist. Sauberkeit und Zubereitung entsprechen allen in Österreich geforderten Normen. Schon in seinem ersten Jahr auf Mittelaltermärkten wurde er ganze viermal von Kontrolloren auf Herz und Nieren geprüft, doch nichts wurde beanstandet. Das kann man in einer Zeit, wo die Regeln immer strenger werden, gar nicht genug betonen.
Ambientetaugliches Speisenangebot
Der Erfolg auf den Märkten beruht auf einem einfachen Rezept: Große Portionen, ins Ambiente passende Gerichte, gutes Preis-Leistungsverhältnis. So läuft einem gewiss schon beim Lesen dieser Zeilen das Wasser im Mund zusammen: Geboten wird unter anderem Catalanischer Hühnerspieß mit Gemüse am Brotteller, Rollbraten Medici, Eintopfspezialitäten - nicht zu vergessen die bei Kindern besonders beliebte Kombination aus Schwertwürstel und Schildweckerl. Auch auf Warmwasserritter, die mit toten Tieren keine Freude haben, wurde nicht vergessen, für diese gibt es einen schmackhaften Gemüseteller oder die Reisgemüsepfanne verschiedener Ausführung und Würze.
Bescheidene Preisgestaltung
Die Preise des Gebotenen sind dabei am Boden geblieben. So gibt es als günstigstes Gericht das Schwertwürstl mit Schildwecken um 2 Euro 80, das Luxusgericht für edle Reisende ist der Rollbraten am Brotteller mit Beilage um 6 Euro 90. Bei Maximus ist noch jeder satt geworden. Einen Überblick über die aktuelle Speisekarte gibt die unten verlinkte Homepage. Allerdings ist das noch lange nicht alles, was möglich ist. Maximus ist offen für neue Ideen und erfüllt gerne auch besondere Wünsche der Veranstalter oder Auftraggeber.
Bei mir gibts ka Plastik!
Maximus ist in der Mittelalterszene zwar noch relativ neu unterwegs, weiss aber genau, worauf es den Leuten ankommt. So werden extra für ihn Brotteller, Schwertstangerl und Brotschilde gefertigt - dass es sich keineswegs um Standardware handelt, sieht man am Mohnkreuz, das vom Bäcker eigens auf die Brotschilde aufgebracht wird. Plastik kommt ihm nicht über den Tresen - vielmehr gibt es für den Gastronomieprofi nur eine Wahl: Holzbesteck - und eine Serviette für alle Gerichte, die nicht auf einem passenden Gebäck Platz finden.
Jedes Heerlager braucht eine Trossküche
Die Lagergruppen brauchen Verpflegung, die schmackhaft und passend ist, aber den Veranstalter nicht das letzte Hemd kostet? Auch dann ist Maximus der richtige Ansprechpartner. Zum kleinen Preis pro Person kocht er auch für große, hungrige Personengruppen. Er wäre bei großen Marktveranstaltungen auch nur für diesen Zweck zu haben.
Optik ist besonders wichtig
Nicht nur die ansprechende Präsentation der Speisen, auch das Rundherum beim Gastronomiestand ist wichtig. So verkleidet Maximus die mitgebrachten Heurigenbänke mit Stoffhussen. Bei ihm nimmt man unter einem schützenden Sonnensegel Platz, das auch an regnerischen Tagen sehr beliebt ist. Der Stand, inklusive drei Heurigengarnituren, hat eine Größe von 6x6 Metern.
Hand in Hand für viele Anlässe
Die Trossküche ist natürlich nicht nur für Mittelaltermärkte zu haben, sondern ist auch eine stimmungsvolle und wohlschmeckende Gastronomie-Ergänzung für Ritteressen, Hochzeiten, Firmenfeiern und dergleichen mehr - eben überall dort, wo es auf ein bisschen historisches Flair ankommt. Auch vor der Zusammenarbeit mit etablierten Anbietern scheut man sich nicht, so waren verschiedene Gelegenheiten, wo man beispielsweise mit der Taverne von Roland Heinzle zusammenarbeiten durfte, sehr angenehm. Man ergänzte sich mit Getränke- und Speisenangebot perfekt.
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