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(C) Walter Herdin
Der berühmte Teppich von Bayeux. 68,38m Originalquellen hinter Panzerglas.

(C) Wikipedia / LadyofHats
Detail des Stickwerks.

(C) Walter Herdin
Das Museum zeigt noch weitere Exponate, hier ein zeitgenössisches Kettenhemd.

(C) Walter Herdin
Auch die Kathedrale von Bayeux, welche lange die Lagerstätte des Teppichs war, ist einen Besuch wert.

(C) Walter Herdin
Der vordere Teil des Gotteshauses scheint magentafarben zu leuchten.

(C) Walter Herdin
Dieses Farbenspiel wird durch die großen Fenstermalereien erzeugt.

(C) Wikipedia / Urban
Die Krypta der Kathedrale ist noch im Bauzustand des 11. Jahrhunderts erhalten. Sie wird durch farbenprächtige Fresken geschmückt.

Reise zum Fest Azincourt 2009
Teil 3: Abstecher nach Bayeux
25. 11. 2009 - 22:30
Walter Herdin


Fotogalerie
Du bist Reenactor, wenn ... du 400km weit fährst um dir einen alten Wandteppich anzusehen. In diesem dritten Teil des Reiseberichtes verlassen die Reisenden des Vereins Prima Nocte ihr Lager in Azincourt, um am Tag vor dem Fest den berühmten Teppich von Bayeux mit eigenen Augen betrachten zu können.

Tag 6
Azincourt - Bayeux - Azincourt


Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war geprägt von starkem Regen welcher den halben Tag andauerte. Die Zelte wurden in der Früh also nochmal auf guten Stand kontrolliert und verschlossen. Der Tagesausflug nach Bayeux konnte begonnen werden. Auch ohne Anwesenheit der Gruppe im eigenen Lager mussten wir uns keine Sorgen machen, hier wird nichts gestohlen. Die Lagergruppen passen gegenseitig auf ihre Lager auf, auch hierzulande beliebte Aktionen wie Bannerklau gibt es in Azincourt nicht.

Die weltberühmte Stickarbeit

Die gemeinsame Fahrt nach Bayeux gestaltete sich länger als erwartet, doch wurde die Fahrt dahingehend belohnt, dass Bayeux nicht nur den bekannten Teppich, sondern für uns unerwarteter Weise auch mit einer sehr schönen Kathedrale aufwarten konnte. Der Teppich von Bayeux ist eine Stickarbeit auf einem 68,38 Meter langen und 50 Zentimeter hohen Tuchstreifen. Die bunten Stickereien schildern in etwa sechzig Szenen die Geschichte der Eroberung Englands im Jahre 1066. Die Entstehungszeit des Stickwerkes wird zwischen den Jahren 1070 und 1082 angegeben. Während der Inhalt mancher Szenen klar ist, diskutiert die Wissenschaftsgemeinde immer noch über die Bedeutung einzelner Bilder.

68,38 Meter Geschichte

Doch zuerst wollten wir natürlich den Teppich aus dem Ende des 11. Jahrhunderts sehen. Mit 8 Euro war der Eintritt für das Gebotene fair bemessen. Der Teppich befindet sich U-förmig aufgespannt hinter mehreren cm Panzerglas. Jeder Besucher bekommt nach Angabe seiner bevorzugten Sprache einen Audioguide, der in angenehmem Tempo die Geschichte, welche die Stickereien auf dem Teppich erzählen, vorträgt. Dabei bewegt man sich in dem abgedunkelten Gang weiter.

Das Fotografieren ist aus konservationstechnischen Gründen (Blitzlicht zerstört alte Dokumente auf Molekularebene) streng verboten. Beim Fotografieren ohne Blitz (welches meist ohne Zusatzausrüstung zu qualitativ schlechten Fotos führt) wird man allerdings zumindest nicht aufgehalten... Im nachfolgenden Museumsbereich gibt es noch diverse Modelle und Realien im Zusammenhang mit der Geschichte um Wilhelm den Eroberer sowie ein Kurzfilm zum Thema zu sehen.

Raubritterlicher Souvenirshop

Den abschließenden Souvenirshop kann man jedoch bestenfalls als Wucherbude bezeichnen. Unser Glanzstück: Ein Do-It-Yourself-Kit um eine Szene des Teppichs nachzusticken. Enthält ein ca. 1m² großes Stück Leinen, welches billig mit Konturen bedruckt wurde, eine Nadel, ein paar Wollfäden und eine Anleitung. Kostet hier und heute nicht 9, nicht 19, nein, nur 109 Euro! Kaufen Sie JETZT!

Die Kathedrale von Bayeux

Nachdem wir, von diesen Preisen belustigt, doch auch ein wenig geschockt, das Museum verlassen hatten, suchten wir in der Kathedrale Schutz vor dem wieder stärker werdenden Regen. In diesem Bau des 11. Jahrhunderts wurde bis vor gut 200 Jahren der Teppich aufbewahrt und zur Erinnerung jährlich ausgestellt. Charakteristisch für den Innenraum der Kirche ist der Bereich vor dem Altar, der Magenta zu leuchten scheint. Dies ist auf die großen Fenstermalereien auf beiden Seiten zurückzuführen, die aus dem 14. stammen. Der ursprüngliche Bau wurde bis ins 15. Jahrhundert stark in Richtung Gotik verändert. Die Krypta und die Basen der Türme des Westquerhauses vermitteln noch einen Blick in den älteren Bauzustand. Die Kathedrale hat in Frankreich den Status eins Nationaldenkmals. Sie wurde, wie viele Kirchen, an der Stelle früherer Kirchen und Tempel errichtet.

Zurück in Richtung Fest

Für die Rückfahrt nach Azincourt wurde nun nicht mehr auf die Mautstraßen verzichtet, was mit einem Aufwand von über 15 Euro aber zumindest einer Ersparnis von zumindest einer Stunde und somit einer Fahrtdauer von nur drei Stunden entsprach. So hatten wir noch die Möglichkeit, gemütlich den gerade ausladenden Händlern über die Schultern zu schauen und zu überlegen, wer uns auf die Schnelle noch ein bisschen Geld für unsere Organe bezahlt, damit wir uns die schönen Sachen auch leisten können. Auf die Entnahme der Eingeweide wurde schlussendlich dann doch verzichtet, stattdessen wurden sie beim gemeinsamen Abendessen am Lagerfeuer gefüllt.

Links zu Tag 6

Alle Teile des Reiseberichts




Gauklerspektaculum Aggstein
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