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(C) Gerhard Rehak
Hier lernen die Komparsen ihre Haupttugend: Warten.

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"Falsch beschriftete" Filmwürfel

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Die Wartenden aus einem anderen Kamerawinkel.

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Bernhard, der angenehme Chef der Komparsentruppe erklärt das Business (links).

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Die Ziegen weigerten sich, den Birnenrest zu entsorgen.

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Zähneputzen einmal anders.

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So sehen die Monturen aus der Nähe aus.

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Alle verbrachten die Nacht im Auto. Alle? Nein, ein schlauer Reenactor hatte sein Zelt mitgebracht.

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Morgengrauen im Waldviertel.

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Die menschlichen Statisten...

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...und das intellektuell weniger überzeugende Vieh.

Hautnah dabei - Verfilmung der Wanderhure auf Burg Rapottenstein
Ein kurzweiliges Szenetreffen am Filmset
6. 10. 2009 - 10:45
Gerhard Rehak


Aufmerksam gemacht durch eine Kurznachricht und den Aufruf im Huscarl-Forum bewarben sich einige Mitglieder der Huscarl-Community als Komparsen für die Sat 1-Produktion "die Wanderhure". Zwei Tage lang, vom 21. bis 22. September, wurde an der Verfilmung des beliebten Romans auf der Burg Rappottenstein im nördlichen Niederösterreich gearbeitet. Die Anforderungen an die Statisten waren anfangs recht nebulös gehalten, aber für viele naturgemäß leicht zu erfüllen: "Gesucht werden ausschließlich Männer mit langen Haaren, zum Teil für Soldatenrollen, zum Teil Bauern etc." Als Entschädigung bot die Wiener Besetzungsfirma den Interessierten eine kleine Aufwandsentschädigung sowie freie Speisen und Getränke am Set.

Diejenigen, deren Bewerbung angenommen wurde, wurden auch sofort zur Kostümanprobe eingeladen. Danach durften sie die Reise ins Waldviertel antreten. Vor Ort traf man freudig überrascht auf einige bekannte Gesichter aus der Mittelalterszene, was dem Aufenthalt am Set gleich einen familiären Beigeschmack verlieh. Auch der Manager, Bernhard, konnte sich über die Zusammenstellung der Truppe freuen.

Es beginnt Generalstabsmäßig

Kaum angekommen, blieb allerdings kaum Zeit um zu verschnaufen, da es sofort in die Maske weiterging. Die Kostüme waren einfach und zweckmäßig und sowohl an die Vorstellungen der Filmemacher als auch an die Notwendigkeiten eines Filmdrehs angepasst. So waren sämtliche Rüstungsteile inklusive Kettenhemden aus Aluminium gefertigt. Die Kostümbildner hatten gut nach Maß gearbeitet, alles war angenehm passend. Ohne Zeit zu verlieren ging es weiter in den Burghof, wo bei herrlichem Wetter die ersten Instruktionen erteilt wurden.

Selbst gestaltetes Pausenprogramm

Noch vor dem Mittagessen wurde eine Szene mit Komparsen vollständig abgedreht. Das Catering erwies sich als hervorragend. Die Reihenfolge beim Essen erfolgte nach Terminplan, wobei die Komparsen gut und keinesfalls zweitklassig behandelt wurden. Das sei nicht überall so und schon gar nicht selbstverständlich, wurde erklärt. Danach folgten die bei Filmdrehs üblichen, langen Wartezeiten. Einige der Mitwirkenden hatten weit blickend vorgesorgt und vertrieben sich die zu überbrückende Zeit mit diversen Handarbeiten. Angenehm wirkte sich die Anwesenheit von Rudi "Fletcher" vom Verein A.L.B.S. aus, der für Interessierte ein kleines Training zum Thema Flechten abhielt. So konnte der Redakteur zwei hübsche Flechtgürtel mit genähten Gürteltaschen als Nebenprodukt mit nach Hause nehmen. Als Stimmungskanone entpuppte sich Kastellan von Eulenspiel, mit dessen Eintreffen für humoristische Höhepunkte gesorgt war.

Am Autositz oder im Zeltlager
durch die Nacht


Nachmittags wurde die nächste Szene mit verschiedenen Kameraeinstellungen eingespielt. Mit dem Sonnenuntergang neigte sich auch der erste Drehtag dem Ende zu. Durch die kurzfristige Anreise hatten einige Laiendarsteller nicht rechtzeitig für ein Nachtlager sorgen können und übernachteten kurzerhand in ihrem PKW. Einige wenige, so auch der Autor dieses Berichtes, hatten an ihre Zelte gedacht und schlugen im Wald ihr Lager auf. Am darauf folgenden Morgen machte sich dadurch durchaus ein Unterschied im mehr oder weniger zerknitterten Aussehen bemerkbar.

Die höchste Tugend der Komparsen

Der zweite Drehtag war geprägt von Wiederholungen. Immer wieder drehte eine kleine Postkutsche im Hof ihre Runden und ein Meldereiter sprengte durch das Tor. Wie schon am Vortag wurden die Einstellungen etwas geändert und die Szene immer wieder gedreht. Die Regelmäßigkeiten des Komparsenleben wurden deutlich: viel geduldiges Sitzfleisch war vonnöten, während man auf den nächsten Einsatz wartete. Währenddessen vertrieb man sich die Zeit mit Gesprächen, dem Beobachten des Filmbetriebes und einigen - alkoholfreien – Drinks zwischendurch. Und wieder ging die Sonne hinter der mächtigen Kulisse der Burg Rappottenstein unter. Endlich ertönte die erlösende Phrase: "Copied!" - die Szene war zur Zufriedenheit des Regisseurs im Kasten. Die Komparsen waren entlassen. Nur noch Abschminken, Kostüme retournieren und - angenehmerweise - eine sofortige Auszahlung standen am Programm.

Großer Spaß, gerne wieder

Die Arbeit hat allen sichtlich großen Spaß gemacht. Schließlich ist es nicht alltäglich, hinter die Kulissen einer großen TV- oder Filmproduktion blicken zu dürfen. Viele Teilnehmer freuen sich schon auf die nächste Gelegenheit. Diese kommt bestimmt, denn die Castingagentur war von der Mittelalterszene und dem Engagement der Komparsen so begeistert, dass sie auch weiter mit Huscarl zusammenarbeiten will, um Statistenrollen zu besetzen. Als nächstes wird an drei Drehorten in Österreich der Weltbestseller "Die Säulen der Erde“ verfilmt. Wer dabei sein möchte, der sei auf den unten verlinkten Artikel zum Thema verwiesen.


Weiterführende Links:




Miroque - das Magazin

Der Bogenstand Gesierich

Vehi Mercatus




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1. Kommentar von Mandragora am 06.10.2009 um 20:58

intellektuell weniger überzeugendes Vieh ....
..... na da unterschätz mal einer die Ziegen nicht =)

Schöner Blick hinter die Kulissen. Danke dafür.

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2. Kommentar von moose am 06.10.2009 um 22:10

Glaub mir,
diese Ziegen waren die dümmsten die mir je begegnet sind Echtes Filmvieh.

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