In Anlehnung an die mittelalterliche Tradition der wohltätigen Spielmannsbruderschaften gründeten Arnulf Zeilner, auch bekannt als Arnulf das Schandmaul und einige Mitstreiter die St. Nikolai Bruderschaft neu. Zielsetzung ist die Unterstützung der Kinderkrebsforschung St. Anna. Seit dem Fest in Langenzersdorf wird fleißig um weitere Mitglieder und Helfer in der guten Sache geworben.
 Arnulf, das Schandmaul (rechts) belebt die alte Tradition der wohltätigen Spielmannsbruderschaften.
 Die Erlöse aus den Wohltätigen Aktionen kommen der St. Anna Kinderkrebsforschung zugute.
 Schon im 11. Jahrhundert gründete ein wohlhabender Spielmann aus Privatvermögen ein Hospital, das St. Bartholomäus in London.
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Spielmannsbruderschaften in der Geschichte...
Im Mittelalter waren Spielleute im Allgemeinen ehr- und rechtlos. Ein Weg, diesen Status zu ändern war der Zusammenschluß in Spielmannsbruderschaften. Diese stellten sich dann unter den direkten Schutz eines Geistlichen oder gar eines Heiligen. So wurden die Spielleute auch Stifter. Wenn es auch Einzelfälle gab, bei denen ein einzelner Spielmann als Stifter auftrat, wie Rahier am Hofe König Heinrichs I. von England, der 1102 aus seinem eigenen Vermögen das Hospital St. Bartholomäus in London gründete, stiftete ein Zusammenschluß von Spielleuten in Paris des Jahres 1328 ein Spital und eine daran angeschlossene Kirche.
Solche Zusammenschlüsse, "confreries" genannt, werden seit dem 11. Jahrhundert erwähnt. Eine Bruderschaft in der Normandie bestand neben Spielleuten sogar aus Klerikern und Rittern. Haupsächlich sollten dadurch Spielleute für den Glauben gewonnen werden.
Sind die meisten Bruderschaften für den französischen Raum verbürgt, so gab es sie auch im deutschen Sprachraum, so die Bruderschaft der "farend Lüd, Giger und Pfiffer" aus Uznach bei St. Gallen (gestiftet 1407), sowie in Wien die St. Nikolai Bruderschaft, eine erste Zunft von Spielleuten, mit musikalischer Ausbildung und sozialer Fürsorge, die 1288 entstand.
Oftmals ging es um soziale Interessen der Spielleute, zum einen, gesellschaftliche Anerkennung zu erhalten, zum anderen konnte man in den Spitälern der Bruderschaft im Krankheitsfall versorgt werden. Der Gedanke an das Jenseits, der dem mittelalterlichen Menschen sehr vertraut war, mag ein übriges dazu getan haben, denn durch die Mildtätigkeit im Diesseits erhoffte man sich, dem Höllenfeuer, das auf einen Spielmann laut Kirche wartete, zu entgehen. Gerade Bruderschaften der fahrenden Spielleute hatten in ihren Statuten jährliche Treffen verankert, Sängerwettstreite und vieles mehr, zudem wurden Könige der Spielleute erwählt oder bestimmt und es gab auch Spielmannsgrafen, jeweils mit bestimmten Aufgaben und Befugnissen ausgestattet, hatten sie ihre regional beschränkten Aufgaben.
...und heute
Die Idee, wieder eine Spielmannsbruderschaft zu gründen schwirrte wohl schon länger in den Köpfen diverser Spielleute herum. Alleine der Sinn oder die Aufgabe einer solchen war nicht definiert. Vor nicht allzulanger Zeit wurde dann die Mittelalterszene durch die Berichterstattung über eine Benefizveranstaltung, die absolut suboptimal verlief – zumindest was das "Benefiz" dieser Veranstaltung betraf – auf ein Problem aufmerksam gemacht. Die Bemühung, Geld für karitative Zwecke zu sammeln ist dann nicht erfolgreich, wenn nicht auf ehrenamtliche Helfer zurückgegriffen werden kann. Gerade der künstlerische und unterhaltsame Teil eines Festes erweist sich als einer der größten Kostenfaktoren. Also kann man genau hier mit ehrenamtlichen Helfern entsprechend Kosten reduzieren und nach dem historischen Vorbild als Spielmann karitativ arbeiten.
Einer alleine kann nicht viel bewegen, so kam erst der Gedanke eine Bruderschaft zu gründen, als nächstes wurden Kollegen gefragt, ob sie den Plan unterstützen würden und ein Projekt ausgewählt, nämlich die Unterstützung der St.Anna Kinderkrebsforschung. Um das ganze offiziell zu machen begaben sich dann Arnulf das Schandmaul, nebst seiner ganzen Familie und ein weiterer Schandgeselle zu Frau Mag. Andrea Prantl, Verantwortliche für die Spendenbetreuung und PR-Agenden, direkt ins St. Anna, um sich Aktionen im Namen der Kinderkrebsforschung genehmigen zu lassen.
Am 12. und 13. April begann in Langenzersdorf die Arbeit der St. Nikolai Bruderschaft, in Anlehnung an die 1288 in Wien gegründeten Spielmannsbruderschaft benannt, wobei, wie auch bei französischen Beispielen aus der Geschichte, von Spielleuten über Gaukler bis hin zu Rittern alles vertreten sein sollte. Schon bei diesem ersten Wirken konnte man die Spielleute von Rhiannon, den bekannten Narren Torxes, und die Gauklerfamilie Halibux gewinnen und die Schandgesellen sammelten über 360 Euro. Somit war das erste Fest ein voller Erfolg.
Auf die Frage, wie man sich in diese Gruppe einbringen könne, zeigten sich auf Anhieb vier Möglichkeiten. Durch direkte Spenden von Gagen, durch Sammeln von Spendengeldern, durch Benefiz-Auftritte und durch sonstige Unterstützung eines sozialen Projektes.
Wohin sich die St. Nikolai Bruderschaft entwickeln wird, steht in den Sternen. Es gibt aber schon Pläne bis hin zur eigenen Benefiz-Veranstaltung, die jedoch nur im Zusammenspiel vieler Akteure und anderer Helfer Erfolg versprechend sein kann. Derzeit steht noch das Sammeln von Spendengeldern, die Unterstützung der St. Anna Kinderkrebsforschung und das Überzeugen möglichst vieler anderer Akteure der Mittelalterszene im Vordergrund.