huscarl.at
EditorialMarktlebenWissenschaftMusikKulturVereineChronikVermischtesKurzWahlRadioVideoSzeneSuche
in der Community anmelden

Warning: Missing argument 3 for displayimage(), called in /data/www/www.huscarl.at/html/rezensionen56.php on line 10 and defined in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/functions.php on line 87

Warning: Missing argument 4 for displayimage(), called in /data/www/www.huscarl.at/html/rezensionen56.php on line 10 and defined in /data/www/www.huscarl.at/html/includes/functions.php on line 87
(C) Verlag Droemer Knaur

Sabine Ebert - Die Spur der Hebamme
Ein Bestseller-Historienroman aus dem Hause Knaur
2. 4. 2011 - 15:15
Simone Huber


Der zweite Teil aus Sabine Eberts Hebammen-Reihe führt den Leser/die Leserin erneut ins Hochmittelalter, genauer gesagt nach Deutschland, Ende des 12. Jahrhunderts. Sabine Eberts Debüt-Roman "Das Geheimnis der Hebamme" wurde zum Bestseller – und die Fortsetzung "Die Spur der Hebamme" hat es ebenso auf Anhieb in die Bestsellerliste historischer Romane geschafft.

Der Buchrücken verspricht: Mark Meißen im Jahre 1173: Marthe und ihr Mann Christian könnten glücklich und zufrieden im durch den Silberbergbau erblühten Christiansdorf leben, doch da erreichen sie schlimme Neuigkeiten: Heinrich der Löwe ist von seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land zurückgekehrt und mit ihm Christians ärgster Feind. Erneut ist der Meißner Markgraf Otto von Wettin in die Kämpfe gegen den mächtigen Herzog von Sachsen und Bayern verwickelt. Und er ernennt ausgerechnet Christians Feind zum Vogt des Silberdorfes. Christian will seine Frau in Sicherheit bringen. Doch sie wird von einem fanatischen Medicus denunziert und muss sich vor einem Kirchengericht verantworten. Verzweifelt sucht Christian nach ihr, aber sie scheint spurlos verschwunden ...

Die Hauptcharaktere

Wie in jedem Roman von Sabine Ebert, gehen hier fiktive und historische Personen Hand in Hand. Nicht nur die Hauptfigur entstammt der Fantasie der Autorin: die junge Kräuterkundige und Hebamme Marthe, die bereits in jungen Jahren viel erleiden musste und doch bisher immer wieder mit Klugheit und List einen Ausweg fand, ebenso Ritter Lukas, der einstige Knappe ihres Mannes, der heimlich in sie verliebt ist und Ritter Raimund, ein enger Freund. Auch der grausame Burgvogt Randolf, Erzfeind ihres Gemahls, sein hinterlistiges Weib Richenza und deren Freunde Ekkehart, Giselbert und Elmar entstammen ausschließlich den Ideen Sabine Eberts. Marthes geliebter Mann Christian, Ritter im Dienste des Meißner Markgrafen Otto von Wettin, der streng herrschende Markgraf selbst sowie auch seine kluge Gemahlin Hedwig hingegen sind historisch belegte Figuren. Auch Kaiser Friedrich "Barbarossa" von Staufen, sein Vetter Heinrich der Löwe sowie Wichmann, der Erzbischof von Magdeburg sind verblichene Akteure der europäischen Geschichte. Im Laufe der Story finden sich immer wieder klischeehafte wie auch individuelle Charaktere – die Autorin hat hier eine sehr gute Mischung gefunden und versteht sich bravourös darauf, ihre Leserschaft die Gefühle und Reaktionen der Romanfiguren mitleben und miterleben zu lassen.

Kurzer Einblick in die Story

Christiansdorf im Frühling 1173: Seit der Gründung des Dorfes vor sechs Jahren und dem damit verbundenen Fund einer gewaltigen Silberader wächst der kleine Ort ständig. Ritter Christian und seine junge Gemahlin Marthe sind stolz auf das, was aus dem kleinen Dörfchen, das sie mit ein paar fränkischen Siedlern aus dem Nichts aufgebaut haben, geworden ist. Doch dunkle Wolken ziehen über ihrer friedlichen Heimat auf, als Markgraf Otto Christians Erzfeind Randolf den Auftrag erteilt, dort eine Burg zu bauen und ihr als Vogt vorzustehen. Als könnte es nicht noch schlimmer kommen, sucht auch noch eine Masernepidemie Christiansdorf heim und Christian wird vom Markgrafen dazu aufgefordert, ihn zum Hoftag zu begleiten. Um Marthe während seiner Abwesenheit vor Randolf in Sicherheit zu wissen, bringt er sie zum Hof seines Freundes Raimund bevor er abreist. Doch dort wird die junge Wehmutter, die ein Kind erwartet, von einem Geistlichen und seinen Häschern gefasst und vor ein Kirchengericht gezerrt, wo man sie der Hexerei bezichtigt und sie zur Probe auf dem kalten Wasser verurteilt. Doch ob Marthe dieses Gottesurteil tatsächlich antreten muss und übersteht, wäre zu viel verraten ...

Der Roman

Sabine Ebert ist für ihre Leidenschaft zum Mittelalter bekannt – und diese Leidenschaft spiegelt sich in jedem einzelnen ihrer Werke wieder. Ihre Romane zeichnen sich durch detailgetreue Beschreibungen mittelalterlichen Lebens und tiefschürfende Recherchen aus. Um ihrem Buch "Die Spur der Hebamme" das richtige Ambiente zu geben, hielt sie sich bei ihren Nachforschungen an das Wissen verschiedener Historiker sowie auch an die Fakten der Freiberger Entstehungsgeschichte. In den Nachbemerkungen steht zu lesen, dass sich Frau Ebert sehr wohl der Tatsache bewusst ist, dass die Quellen zum 12. Jahrhundert rar und nicht selten widerspüchlich sind. Dennoch hat sie gründlich und nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, um ihrer Leserschaft historische Fakten präsentieren zu können, die mit Hilfe von Leidenschaft, Feder und Fantasie zu einem spannenden Roman verwirklicht werden konnten.

Die Autorin

Sabine Ebert wurde in Aschersleben geboren, ist in Berlin aufgewachsen und hat in Rostock Sprach- und Lateinamerikawissenschaften studiert. In ihrer Wahlheimat Freiberg gründete sie 1990 die erste unabhängige Zeitung und arbeitete als Journalistin für Presse, Funk und Fernsehen. Beeindruckt vom Stolz der Freiberger auf ihre Geschichte schrieb sie auch einige Sachbücher zur Regionalgeschichte, doch berühmt wurde sie mit ihren historischen Romanen, die alle zu Bestsellern wurden. Im Zuge der Recherchen für ihre Romane arbeitet die sympathische Autorin nicht nur mit Historikern, sondern auch eng mit verschiedenen deutschen Mittelaltergruppen zusammen, mit denen sie auch freundschaftlich tief verbunden ist. Derzeit arbeitet die erfolgreiche Autorin am fünften und somit letzten Teil ihrer berühmten Hebammen-Reihe.

Fazit und persönliche Meinung der Rezensentin

Die Spur der Hebamme ist – wie meiner persönlichen Meinung nach alle Romane dieser Autorin – ein fesselndes Werk für Mann und Frau. Ich scheue mich nicht, zuzugeben, dass ich ein großer Fan Sabine Eberts und ihrer Werke bin. Ihre Bücher haben die Auszeichnung "Bestseller" durchwegs ehrlich verdient – allein die Tatsache, dass sämtliche Zweikämpfe in ihren Büchern von den Mitgliedern einer Schule für historische Fechtkunst choreografiert werden, um so realistisch als möglich dargestellt werden zu können, zeigt auf, wie viel Liebe und Mühe Frau Ebert in ihre Werke investiert. Eine Frau, die historische Romane nicht einfach nur schreibt, sondern selbst gerne in der Welt des Reenactments agiert und damit Mittelalter aktiv lebt, versteht sich sehr gut darauf, Leser jeden Alters und beider Geschlechter – egal ob Reenactor oder nicht – zu fesseln und zu begeistern. Absolut empfehlenswert!


Weiterführende Links:






Vehi Mercatus



Noch schneller informiert:
Huscarl auf Facebook



Dieser Huscarl-Artikel ist mir eine kleine Spende wert:





Du erhältst derzeit keine E-Mail-Benachrichtigung, wenn
neue Kommentare zu diesem Artikel verfasst werden. Ändern.