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Verlagsgruppe Droemer Knaur
Coverbild "Töchter der Sünde"

Verlagsgruppe Droemer Knaur
Das Autorenpaar "Iny Lorentz".


Töchter der Sünde
Starke Frauen, lüsterne Männer
Simone "Mone" Jatropulus
29.01.2012 11:48

Nach „Die Tochter der Wanderhure“ setzt sich die Geschichte der einstigen Wanderhure Marie nun mit ihrem Sohn Falko in der Hauptrolle von „Töchter der Sünde“ fort. Und natürlich drücken Iny und Elmar Lorentz auch diesem Roman ihren Stempel auf. Diesmal sind es statt nur einer gleich drei starke Frauen, um die sich die Geschichte, in deren Mittelpunkt Falko steht, dreht.

Der Buchrücken verspricht: Heißblütig, übermütig und einer hübschen Frau niemals abgeneigt – so ist Falko, der Sohn der Wanderhure Marie, die sich auf Burg Kibitzstein zur Ruhe gesetzt hat. Als er sich bei einem Turnier den Zorn eines Gegners zuzieht, sieht der Fürstbischof von Würzburg keine andere Möglichkeit, als Falko für einige Zeit nach Rom zu schicken. Eine gefährliche Mission – nicht nur weil er des Fürstbischofs schöne Nichte in die Ewige Stadt begleiten soll …

Die Hauptcharaktere

Als männlicher Protagonist präsentiert sich Maries Sohn Falko. Ihm zur Seite stehen seine treuen Freunde: der Mönch Giso sowie der Junker Hilbrecht von Hettenheim. Die Frauen im Mittelpunkt sind die Nichte des Fürstbischofs von Würzburg, Äbtissin Elisabeth Schenk zu Limpurg sowie die Rompilgerin Margarethe von Birkenfeld und die römische Adelige Francesca Orsini.

Untypisch ist, dass das Autorenpaar in „Töchter der Sünde“ nur wenige Personen im Roman vorstellt, die tatsächlich gelebt haben – die bekanntesten sind Eleonore Helena von Portugal, ihr Gemahl Kaiser Friedrich III. und Kaiser Sigismunds Enkel Ladislaus.

Berechenbare Handlung

Die Geschichte beginnt mit einem Turnier, schlängelt sich anschließend über eine Pilgerreise von Deutschland nach Italien und spielt hauptsächlich in Rom, als historischer Hintergrund fungiert die Kaiserkrönung Friedrich des Dritten. Im Großen und Ganzen kann man die Story abkürzen: Jungspund trifft schöne Frauen, kann sich weder zurückhalten noch entscheiden und wird schlussendlich Vater – und zwar nicht nur eines Kindes. Wen der gute Falko am Ende heiratet, ist recht schnell herauszulesen, generell kann man sagen, dass das 2011 erschienene Werk in vielerlei Hinsicht berechenbar ist. Erst nur angedeutete Anschläge und Intrigen  sind für den aufmerksamen Leser an den meisten Stellen leicht vorhersehbar.

Die historischen Hintergründe sind – wie vom Ehepaar Lorentz gewohnt – gut recherchiert und zeugen vom großen geschichtlichen Interesse der Autoren. 

Die Autoren

Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, das mit seinen opulenten historischen Romanen einen Bestseller nach dem anderen landet. Die Romane wurden in zahlreiche Länder verkauft und erreichen ein Millionenpublikum, das sich stets aufs Neue von den Autoren in die Vergangenheit entführen lässt. Zuletzt bannte die Verfilmung ihres Bestsellers „Die Wanderhure“ Millionen von Zuschauern vor die Bildschirme.

Fazit und persönliche Meinung der Rezensentin

Groß steht auf dem Buchrücken zu lesen: „Die Geschichte der Wanderhure geht weiter ...“. Ich persönlich bin der Ansicht, die Geschichte hätte längst enden sollen. Ausserdem geht nicht die Geschichte der Wanderhure weiter, sondern es wird eigentlich die ihres Sohnes erzählt. Der Stoff wirkt ausgelutscht. Es wird zwar am Cover mit der Wanderhure geworben, doch kommt diese kaum mehr im Buch vor – abgesehen davon, dass sie hier plötzlich recht bissig erscheint. Meiner Meinung nach wird „Töchter der Sünde“ völlig unverdient mit den Lorbeeren der Wanderhure geschmückt und beweihräuchert. Der Roman liest sich über große Strecken immer wieder sehr langatmig, die Dialoge wirken teils wie aus einer Seifenoper, eine Verfilmung würde sich durchwegs als Softporno eignen und wer ein Fan von Abenteuer und Action ist, kommt hier leider nicht auf seine Kosten. Ausserdem empfinde ich es als störend, wenn ein Satz aus mehreren deutschen und dazu zwei, drei italienischen Wörtern zusammengebaut wird. Die Geschichte spielt in Italien, man weiss, dass dort italienisch gesprochen wird. Dazu muss man nicht halb deutsch-italienisches Kauderwelsch schreiben. Bei Anreden verstehe ich den italienischen Titel durchaus, doch Sätze, die mit „Buon Giorno“ beginnen und dann auf Deutsch weitergehen, finde ich ehrlich gesagt katastrophal.

Ich bin ein absoluter Fan der Wanderhure und ihrer Erlebnisse, doch nun muss ich wirklich fragen: Liebes Autorenpaar, wird es nicht endlich Zeit, Marie und ihre Geschichte ruhen zu lassen?


Details zum Buch:

Iny Lorentz: Töchter der Sünde
Verlag Droemer Knaur
Oktober 2011
Gebunden: 784 Seiten
ISBN 978-3426662458

Weiterführende Links:






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