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Burg Friesach Errichtungs-GmbH
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Unermüdlich bei der Arbeit

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Hilfsmittel nach historischem Vorbild

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Authentizität wird auf der Baustelle groß geschrieben

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Auch tierische Hilfe steht tatkräftig bereit


Burgenbau Friesach: Fusion von Forschung und Tourismus
Neues von Österreichs größtem Mittelalter-Bauprojekt
Simone Jatropulus
25.07.2012 12:39

In Friesach entsteht seit einigen Jahren eine Burg – und zwar in mittelalterlicher Tradition und Bauweise. Die Kleidung der Arbeiter, ihre Behelfsmittel wie auch Werkzeuge entsprechen historischen Funden. 2009 wurde die Baustelle feierlich eröffnet – 2012 stehen einige Änderungen an. Huscarl befragte dazu Mag. Gerhard Krenn von der Burg Friesach Errichtungs GmbH.

Der Burgenbau in Friesach (Kärnten) geht Stück für Stück voran, denn gut Ding braucht bekanntlich Weile. In der gemütlichen Atmosphäre einer mittelalterlichen Veranstaltung traf sich Magister Operis Gerhard Krenn mit unserer Redakteurin und plauderte entspannt aus dem Nähkästchen.

Beschäftigung: Friesach setzt auf 50+

Das Burgbauprojekt arbeitet eng mit dem AMS Kärnten zusammen, um Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben einzugliedern. Bei Beginn der diesjährigen Bauarbeiten im Frühjahr 2012 stellte das AMS 10 Langzeitarbeitslose über 50, die bis zum Saisonende, also dem 31. Oktober diesen Jahres, betreut von zwei Sozialen Schlüsselkräften ihr Fachwissen tatkräftig umsetzen. Bei einem Altersdurchschnitt von 54 Jahren (auf das gesamte Team gerechnet) gestaltet sich die Motivation oft etwas schwierig, Mag. Krenn blickt jedoch zuversichtlich und voller Tatendrang nach vorne – denn Hürden sind gebaut, um sie zu überwinden.

Alles neu – Wechsel in der Projektleitung

Unsere Redaktionsleiterin befragte Gerhard Krenn zu den wüsten Gerüchten um die beiden nacheinander aus dem Projekt ausgeschiedenen Initiatorinnen des historischen Burgbaus - Dr. Renate Jernej und Gerti Pollak - die der Magister Operis ganz Gentleman-Like beantwortete: „Es gab Spannungen mit den beiden Damen, das Projekt entwickelte sich in eine andere Richtung als sie es ursprünglich geplant hatten. Sie konnten sich einfach nicht mehr damit identifizieren.“

Gerti Pollak verließ das Projekt bereits vor einiger Zeit, nach dem Weggang von Renate Jernej Anfang dieses Jahres wurden Büro und Verwaltungskosten reduziert, das Hauptaugenmerk wieder auf die Baustelle gelegt und die Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte und damit auch bekannten Namensträgern wie Fundator Johannes Grabmayer, Dr. Wenninger und Dr. Domenig intensiviert.
Mag. Krenn ist seit 01.01.2012 im Amt, der neue Geschäftsführer DI Jürgen Freller seit 01.12. vergangenen Jahres. Als Bauherr fungiert Bürgermeister Josef Kronlechner und Mag. Dr. Johannes Grabmayer übernimmt die Rolle des Fundators. Gesamt fasst das Burgbauprojekt etwa 300 Mitglieder. Ein ortsansässiger Verein boykottierte immer wieder den Burgbau, man fühlte sich von Krenns Vorgänger ungerecht behandelt. Mag. Krenn, Mag. Dr. Grabmayer und die Geschäftsführung sahen dringend Handlungsbedarf und beschlossen, die Einheimischen mit ins Boot zu holen, um die Differenzen der Vergangenheit ausmerzen und zukünftig vermeiden zu können. Dr. Jernej war bedauerlicherweise nicht bereit diese Verbindung zu unterstützen.
Durch das Ausscheiden von Renate Jernej geht jedoch der gute Name des Instituts im internationalen wissenschaftlichen Bereich keinesfalls verloren, es wird lediglich die Last einer Person neu verteilt – der gute Kontakt bleibt erhalten.

Führungen auf der Burgbaustelle

Es werden auch viermal täglich Führungen über das Burgbaugelände angeboten, die von Studenten und Uni-Absolventen geleitet werden. Einer dieser Wegführer ist Stefan Urank, selbst Reenactor und auf österreichischen Mittelalterfesten unterwegs. Vorwiegend handelt es sich derzeit um Einzelführungen, da Sicherheit und Bildung so am besten gewährleistet werden können, doch auch größere Gruppen werden selbstverständlich gerne eingelassen. Kooperation wird in jedem Fall groß geschrieben. Der Reiz der historisch betriebenen Baustelle soll nicht nur auf Besucher mit wissenschaftlichem Hintergrund, sondern genauso für jeden anderen Interessierten wirken. „Wir brauchen Besucher, je mehr, desto besser. Ganz einfach“, so Krenn.

Projekt Mittelalterdorf

Außerhalb des Burgbau-Areals entsteht nun ein Mittelalterdorf. „Nicht Wohlgesinnte nennen das zusätzliche Projekt außerhalb der Authentizitätszone des Burgenbaus ‚Themenpark’“ – so Gerhard Krenn mit bedrückter Miene. Die Grundsteinlegung des Besucherzentrums erfolgte am 5. Juli 2012 am Lorettohügel zu Friesach in Anwesenheit vieler Freunde, Befürworter und Förderer. Das neue Großprojekt sieht auch Platz für Fach-Workshops vor, zum Beispiel Färben mit mittelalterlichen Pflanzen oder die Grundlagen der Steinmetzkunst. Insgesamt soll es 10 bis 12 derartige Programme geben, die in Kursen zu 6 bis 10 Personen abgehalten werden sollen. Zur Seite stehen diesem Projekt unter anderem Andreas Ahammer und zwei seiner Kolleginnen, die gemeinsam an einer entsprechenden Fachstudie arbeiten.
Mag. Krenn spricht von einer Wanderung auf schmalem Grat. Die Kunst sei, den historischen Burgbau in perfekter Symbiose mit der „Touri-Schiene“ zu vereinen, ohne dass sich die beiden strikt getrennten Areale gegenseitig im Weg stehen. Er könne sich ein Paket für Besucher vorstellen, beispielsweise eine Woche Leben im Mittelalterdorf inklusive Besichtigungen der Burgbaustelle. Schon jetzt gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Burg Errichtungs GmbH und den in Friesach veranstalteten Mittelalterevents, wie beispielsweise dem Spectaculum am kommenden Wochenende.

Finanzierung und Investitionen

Die Stadt Friesach investiert sechs Jahre lang große Summen in den Burgbau, hinzu kommen noch Fördergelder vom Land Kärnten mit diversen Abteilungen sowie Förderungen durch die enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice etc. - Die Förderer wiederum wollen selbstverständlich eine Gegenleistung sehen, Ergebnisse werden also in Zukunft nicht nur an der wissenschaftlichen Komponente, sondern auch am Tourismus gemessen. Je mehr Besucher sich die Burg-Baustelle ansehen, desto mehr Arbeiter können eingestellt werden. Mag. Krenn spricht von einer Win-Win-Situation: „Wir haben einen Bildungsauftrag – und diesen erfüllen wir mit praktischem und theoretischem Wissen, das unser Team auf der Baustelle an die Besucher weitergeben kann. Mehr Besucher bedeuten mehr Einnahmen – und mehr Einnahmen wiederum ermöglichen mehr Investitionen."
Und diese Einnahmen werden dringend benötigt, denn schon in wenigen Jahren muss sich das Burgbauprojekt vollkommen selbst finanzieren.

Freiwillige Helfer denkbar

Viele Burg-Sanierungsprojekte greifen oft und gern auf freiwillige Helfer zurück, da drängt sich natürlich die Frage auf, wie es in dieser Hinsicht mit der Burgbaustelle in Friesach aussieht. Gerhard Krenn gibt an, man wolle sich Schritt für Schritt der Thematik freiwilliger Helfer nähern. Natürlich ist jede helfende Hand ein Gewinn, jedoch entbehren Freiwillige auch nicht einer gewissen Problematik. Der Burgbau in Friesach ist eine herausfordernde Baustelle mit charakteristischem Flair, auf der Authentizität eingebaut werden soll, ohne zu stören. Freiwillige Helfer müssten sich genauso wie das ansässige Team damit identifizieren, also auch in mittelalterlicher Tracht gekleidet erscheinen – wofür sich bestimmt eine organisatorische Lösung finden würde. Einzelne Helfer wie auch Großgruppen wären durchaus denkbar.

Mag. Krenns Überlegungen ziehen jedoch noch viel weitere Kreise: Verschiedene technische Tätigkeiten müssen von geübten Personen durchgeführt werden, Fachpersonal eben. Der Burgbau ist und bleibt noch für viele Jahre eine Baustelle und eine solche birgt bekanntlich überall Gefahren. Eine der größten Gefahrenstellen ist wohl der Steintransport, dicht gefolgt von der Holzarbeit. Einzelne Mitarbeiter müssten laut Krenn zwingend vom Fach sein. Ein weiteres organisatorisches Problem stellt ein entsprechender Versicherungsschutz dar, verschiedene Lösungsansätze wären schon vorhanden: Beispielsweise ein unterschriebener Haftungsausschluss oder eine eigene Versicherung die vom Freiwilligen mitgebracht und vorgelegt wird. Doch auch eine wochenweise Versicherung von Gruppen durch die Organisation wäre eventuell denkbar.

In jeder Hinsicht muss jedoch darauf geachtet werden, den Arbeitsprozess nicht zu stören. Das Anlernen freiwilliger Helfer gestaltet sich daher eher schwierig, nicht jeder kann die Arbeit eines Schmieds ausführen, es gibt zu beachtende Vorgaben für den Maueraufbau. Anders steht es bei Arbeiten wie Löcher graben oder Flechten, auf die Freiwillige leicht eingeschult werden können. Das wichtigste sei auf alle Fälle gutes Teamwork, betont Krenn.
Alles in allem blickt Mag. Krenn zuversichtlich nach vorne. Zur weiteren Entwicklung des Neuprojektes zusätzlich zur Burgbaustelle sagt er: "Es ist der Versuch, eine Symbiose zwischen Baustelle und Ambiente herzustellen, um ein erweitertes Zielpublikum anzuziehen. Primär richtet sich der Fokus weiterhin auf der Errichtung der Burg, das Drumherum ist zwar wichtig für deren Finanzierung, bleibt jedoch sekundär."


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1. Kommentar von basti am 27.07.2012 um 18:35

bloß so
vielleicht liest es ja wer zuständiger - derzeit schaut die seite folgendermaßen aus:

Herzlich Willkommen auf Ihrer Website!
Dies ist die Standard-Index-Seite Ihres Webs.

Sie können sie problemlos löschen oder durch eine andere Seite ersetzen. Es handelt sich hierbei um die Datei index.html im Verzeichnis web.

Bei Fragen oder Problemen wenden Sie sich bitte an den Support.

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2. Kommentar von Arch am 29.07.2012 um 22:24

Da
klappt aber scheinbar bei dir was nicht? Der Link oben führt ganz normal zur Seite.

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3. Kommentar von basti am 29.07.2012 um 22:31


jetzt schon - war kurz darauf behoben

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