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Bildquelle: Narrengold

Bildquelle: Narrengold

Das Gold der Narren: Allerley Weisheit
Neue CD einer österreichischen Musikformation
1. 8. 2011 - 20:45
Werner von Wolfpassing


Narrengold, so nennt sich die Mittelalter-Musikgruppe die sich 2009 formierte und im laufeden Jahr ihre erste reguläre CD auf den Markt gebracht hat. Ob es die Musiker schaffen dieses Werk zu Gold zu machen wird sich in den nächsten Monaten noch zeigen, jedenfalls tauften sie das Album auf den Namen "Allerley Weisheit". Wir besuchten die Gruppe kurzerhand bei einer Probe, um ein wenig über das aktuelle Album zu plaudern.

Die drei Spielleute fanden sich vor etwa zwei Jahren mehr spontan als geplant und gründeten Narrengold. "Rian, der Spielmann", "Filia, die schöne Jungfer mit dem lieblichen Flötenspiel" und "Sámoth Teuvelstrommer" nennen sich die Musiker die das Trio bilden. Schon in ihrer ersten Saison 2011 wurde die Gruppe gleich mehrfach gebucht und das obwohl sie in der Szene noch völlig unbekannt war. Alsgleich machten sich die die drei über den Winter an die Produktion ihrer ersten CD.

Erstklassige Produktion

Gleich nach dem Einschieben der CD die erste Überraschung, die Abmischung und die Aussteuerung sind wunderbar gelungen. Kein Instrument und keine Stimme drängt sich in den Vordergrund, alle Aufnahmen sind akustisch sauber. Da sich kaum eine Gruppe die Zeit für ordentliche Studioaufnahmen nimmt oder einfach das Geld dazu nicht verfügbar ist, stellten wir sogleich die Frage nach dem Produktionshergang. Narrengold hatte beim gesamten Produktionsprozess selbst die Fäden in der Hand, von der Mehrspuraufnahme, dem Mischen bis zum Mastering wurde im stillen Kämmerchen das Optimum herausgeholt. Ziel war es, so wenig Arbeit wie möglich bei der Postproduction der einzelnen Tracks zu haben. Dies ist nur erreichbar, wenn man die Arrangements der Stücke aus der Sicht des Musikers kennt. Die technische Qualität dieser silbernen Scheibe ist jedenfalls schon einmal sehr erfreulich.

Musik für die Nische und den Markt

Narrengold spielt keine Marktmusik im eigentlichen Sinn. Wer laute Sackpfeifen, Schalmeien oder riesige Trommeln erwartet, erwartet zur Zeit etwas Falsches. Das Trio verbucht seine Erfolge mit liedbetontem Repertoire, welches zwischen Tavernengesang und Minne angesiedelt ist. Takt- oder Grifffehler wurden bei der sorgfältigen Produktion eliminiert, das Album enthält keine traurigen Balladen sondern durchwegs flotte, geistreich witzig vertextete Nummern. Narrengold versteht sich als Mittelalter-Folk Band, die sich der mittelalterlich "üblichen" Instrumente bedient und keinen Hang verspürt, dieser Tradition den Rücken zu kehren. Die dominante Singstimme gehört Rian, dessen Stil uns an einen bekannten Leadsänger einer österreichischen Band namens EAV erinnert, der es mit seinen markanten Interpretationen verstanden hat, den Stil der Band bis heute entscheidend zu prägen und Lieder wie Ba-Ba-Banküberfall weit über unsere Grenzen hinaus bekannt zu machen. Die erfrischenden Texte handeln von grünen Weiden, rollenden Talern und lieblichen Maiden, einige Texte sind eindeutig zweideutig, wobei sprachlich der Raum oberhalb der Gürtellinie als Spielwiese dient. Vorwiegend eigene Kompositionen sowie eigene Texte zu bestehenden Melodien erwarten den Zuhörer auf diesem Tonträger und genau dies bringt nach Meinung des Autors einen frischen Wind in die heimische Nische der Mittelalter-Musikszene.

Nicht nur Gold, auch Silber glänzt

Der Tonträger kommt in einer Jewelcase-CD-Hülle, CD und Cover sind optisch hübsch gestaltet und ein großes Plus vergeben wir für das zwölfseitige CD-Booklet. Narrengold bestand darauf uns mit Liedertexten versorgt zu wissen. Damit ist Möglichkeit gegeben gleich beim ersten Mal Anhören lauthals mitzusingen, für Geübte im Lesen von Kleingedrucktem. Ob uns das ein wenig darüber hinweg tröstet, dass es nur elf Titel aus dem riesigen Repertoire von Narrengold auf die Scheibe geschafft haben? Vielleicht. Aber ein Wermutstropfen ist die Gesamtlaufzeit des Tonträgers, die bei etwas mehr als einer halben Stunde liegt. Im Interview kommentierte man diesen Umstand damit, dass "im Kreis Spielen der Nummern keinen Gewinn für diese brächte" und es dafür elf coole Songs um zwölf Euro gibt. Die CD ist zurzeit bei Narrengold direkt zu beziehen.


Lineup
Rian, Gesang, Saiteninstrumente;
Filia, Gesang, Dudelsack, Flöte;
Sámoth, Gesang, Trommeln, Low Whistle

Trackliste
Allerley Weisheit 3:22
Der Taler 2:57
Die Maid 3:22
Eine feine Kleine 3:26
Ohrenvergnügende Melodey 3:02
Jetzt wollen wir singen 2:15
Ach Filia 3:52
Zwey Blüten 2:08
An der grünen alten Weide 3:26
Habt doch Mitleid 2:36
Der Geldeintreiber 3:21


Weiterführende Links:

externer Link Narrengold auf Facebook
externer Link Narrengold auf MySpace
CD Bestellungen sind über diese Seiten möglich.




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