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(C) Walter Herdin
Der musikalische Rahmen wurde von der Gruppe Krless aus Tschechien beigesteuert.

(C) Walter Herdin
Alsbald fanden sich im Publikum zufriedene Gesichter.

(C) Walter Herdin
Ein bisserl Restlverwertung muss sein. Als Deko dienten nochmals die schönen Poster des Verlagshauses Adeva, geschmückt mit Efeuranken.

(C) Andrea Eberl
Während Effektlichter durchs Publikum zischten, wartete man gespannt auf die Preisverleihung.

(C) Florian Goldenberg
Die Veranstalter von Langenzersdorf bockten nicht und freuten sich im Gegenteil außerordentlich über den ersten Platz bei der Redaktionswertung.

(C) Verena Ritzengruber
Gut gefüllte Geschenkkörbe warteten auf die Preisträger.

(C) Andrea Eberl
Die Gäste feierten mit und gratulierten den Preisträgern.

(C) Walter Herdin
Es wurde getuschelt... wie mag es weitergehen?

(C) Florian Goldenberg
Bei diesem dicht gefüllten Veranstaltungsraum war teilweise schon Kuscheln angesagt.

(C) Verena Ritzengruber

(C) Verena Ritzengruber
Tanz! Tanz! Tanz!

(C) Walter Herdin
In diesem Jahr stolz auf Platz drei - die Vertreter des Burgfestes Kaprun. Rechts im Bild: Moderator Riharc.

(C) Verena Ritzengruber
Die strahlenden Sieger der Leserwahl: Das Team aus Purgstall, lässt der Freude freien Lauf.

Miroque X – ein langer Abend im Viper Room
Musik, Preise und Szenetreffen
28. 3. 2010 - 19:00
Daniela Rzepa


Fotogalerie
Zwei zentrale Programmpunkte hatte das Miroque am 26. März zu bieten: zum einen den Auftritt der tschechischen Mittelalterband Krless, zum anderen die Preisverleihung für die Gewinner der Huscarl-Leserwahlen für die besten Feste der vergangenen Saison. Das gesamte Stammpublikum war anwesend, um sich dieses Programm nicht entgehen zu lassen.

Wie immer zeichnete der Verein Prima Nocte für die Ehrenwache der Veranstaltung verantwortlich. Nachdem man sich also einen Stempel von der Dame neben der finster blickenden, schwer gerüsteten Wache abgeholt hatte, konnte man sich auf einer der beiden Veranstaltungsebenen ins Getümmel stürzen.

Bis jedoch die Hallen des Viper Rooms eines Konzertes würdig gefüllt waren, versorgte DJ Oli routiniert die Ohren der Besucherinnen und Besucher mit mittelalterlichen Klängen. Ein wenig später als angekündigt begannen dann Krless mit ihrem Programm, da das Publikum zu Beginn des Abends nur zögerlich eintröpfelte und die im Unterschied zu sonst nach vorne versetzten Beginnzeiten völlig ignorierte. Die schüchtern frei gehaltene Tanzfläche füllte sich schnell, als die siebenköpfige Band die Bühne betrat.

Optischer Genuss

Bunt war die tschechische Gruppe anzusehen, gestreifte Hosen und farbenfrohe Hemden, gepaart mit liebevollen Accessoires prägen das Outfit von Krless. Besonderer Hingucker waren natürlich die drei Mädels an den Background-Mikrofonen. Ganz in weiße Leinenkleidern gekleidet, ermunterten sie so manchen gewandungskundigen Konzertbesucher zur Annahme, dass es sich dabei lediglich um die mittelalterliche Unterwäsche handeln könne, was ja durchaus als Absicht unterstellt werden könnte. Zum Leidwesen mancher regnete es aber nicht.

Die Moderation war äußerst sympathisch. Völkerverbindend wies der Frontman auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Tschechien und Österreich hin: gleiche Geschichte, gleiche Könige, gleich gutes Essen und gutes Bier. Hier darf behauptet werden, dass die Tschechen den Östereichern im Bierbrauen möglicherweise doch überlegen sind.

Doch nicht nur optisch konnten Krless mit Qualität aufwarten. Musikalisch durfte man eine gut auf einander eingespielte Kombo genießen. Abrundende Details wie Pfiffe zum Einzählen eines gemeinsamen Beginns machten das Gesamtwerk in sich stimmig und ließen die Annahme zu, dass in historischer Zeit ebenso verfahren wurde.

Es wurde geboten, was angekündigt wurde: slawische Melodien, oftmals mit orientalischem Einschlag und treibenden Percussions-Rhythmen, viele Gesangsparts mit archaischen, rau eingesetzten Stimmen in wunderbarem Kontrast zu den klaren Frauenstimmen im Hintergrund. Die Klangfülle zu verarbeiten war an manchen Stellen schwierig, wobei die Verantwortung dabei entweder beim Arrangement zu suchen ist, oder bei der Tontechnik. Einerseits war es schwierig, in der großen instrumentalen Vielfalt Einzelklänge herauszuhören, anderseits schienen die Boxen von der eingestellten Lautstärke teils überfordert.

Gut gelauntes Publikum

Doch dem Publikum konnten einzelne akustische Ausrutscher die Laune nicht verderben. Es wurde getanzt und geschunkelt, die zahlreich anwesenden Mitglieder von Eulenspiel waren wieder an vorderster Front dabei und animierten so manch unbeweglicheren Besucher zum Mitmachen. Auf allen Ebenen waren die Bars gut besetzt. Die ruhigeren Ecken wurden für Tratsch und Klatsch genutzt. Vor allem diskutierte man über im Winter neu hinzugekommene Ausrüstungsgegenstände und tauschte Neuigkeiten bezüglich der anstehenden ersten Feste der kommenden Saison aus. Ebenso wurde mancherorts berichtet, dass einige Geschäfte und Buchungen angebahnt wurden, da sowohl Händler als auch Veranstalter anwesend waren und die Gelegenheit für Geschäftliches nutzten.

Geduldiges Publikum

Auf die angekündigte Preisverleihung in den Kategorien "Bestes Fest 2009 – Redaktionswertung", "Bestes Konzert 2009", "Verbesserungswürdiges Fest 2009" und "Bestes Fest 2009 – Leserwahl" wurde gespannt gewartet, waren doch viele Organisationsteams verschiedener Veranstaltungen extra dafür angereist.

Je zehn Preisträger wurden pro Kategorie geehrt, eine Zahl, die angesichts einer relativ langatmigen Moderation sicherlich auf fünf hätte reduziert werden können. Auflockerungen boten vor allem die amüsanten Dankesreden, etwa von Beroharti vom Verein Prima Nocte, den Veranstaltern des Mittelalterfestes Lockenhaus. Erwähnt sei auch Arnulfs mikrofonloses und trotzdem unüberhörbares Dankeschön an die Fans. Die Freude bei der Überreichung von Preisen war unübersehbar, ebenso wie die Sportlichkeit bei Teams, die im Vorjahr besser abgeschnitten hatten und auf einen hinteren Platz verwiesen wurden, aber den Siegern trotzdem ehrlich gratulierten.

Das Publikum wurde vor allem bei der Kategorie "Verbesserungswürdiges Fest" gut mit einbezogen, indem es statt einem Applaus – denn wie applaudiert man bloß bei einem nicht gelungenen Fest? – zu einem gemeinsamen "Oje!" aufgefordert wurde. Dies trug maßgeblich zur Auflockerung der Verleihung bei.

Als wichtig wurde die Preisverleihung seitens des Publikums trotz der Länge gesehen. Denn, so eine Besucherin, diese sei der einzige Augenblick, in dem sich die Organisationsteams ein wenig Applaus und einen kleinen Geschenkkorb für die gelungenen Feste abholen könnten. Diese Art von Applaus und positiver Rückmeldung ist unbedingt notwendig für die Motivation in den Folgejahren und wird an anderer Stelle kaum gegeben.

Konzert und Tanz

Nach der Preisverleihung starteten Krless mit dem zweiten Teil ihres Programms, das noch ein wenig schwungvoller ausfiel als der Beginn. Danach übernahmen wieder die DJs den Viper Room und es wurde bis in den frühen Morgen getanzt, getrunken, getratscht und an den Ständen gefeilscht.

Wieder einmal wurde bewiesen, dass das Miroque als Szenetreff gut etabliert ist und vor allem für Ostösterreich eine wichtige Vernetzungsplattform für Händler, Darsteller und Szenemitglieder darstellt. Mögen noch viele "Miroques" folgen.



Organisator Florian Machl im Gespräch

Man hat vernommen, dass Du mit der Veranstaltung diesmal nicht ganz zufrieden warst – woran liegt das?

F.M.: Meiner Meinung nach haben alle am Fest Beteiligten gute Arbeit geleistet. Dennoch hatte ich den subjektiven Eindruck, dass bei vergangenen Preisverleihungen mehr Stimmung in Richtung Publikum transportiert wurde. So war die Band meiner Wahrnehmung nach ausgezeichnet – doch nennenswerte Teile des Publikums folgten ihnen nicht auf ihre musikalische Reise in die Vergangenheit. Hundertprozentig angenommen werden beim Miroque hauptsächlich rockigere Gruppen oder laute Marktbands. Diese Erfahrungen werden wir bei den kommenden Veranstaltungen sicherlich berücksichtigen. Vielleicht bin ich hier auch zu (selbst)kritisch - wenn man typische Social Network Seiten wie Facebook betrachtet, war offenbar doch eine große Mehrheit der Besucher zufrieden.

Beim Miroque X wurden einige Neuerungen versucht, welche waren das und wie haben sich diese bewährt?

F.M.: Das war einerseits die Moderation, die dankenswerterweise von Riharc von Trollferd übernommen wurde. Bislang hat Torxes von Freygeyst die Veranstaltung moderiert, der aber auch von sich selbst sagt, dass ihm weder der Veranstaltungsort noch die Notwendigkeit des über Lautsprecheranlage verstärkten Sprechens besonders liegt. Er liebt den Auftritt auf weiten Flächen, wo er seine spontanen, komödiantischen Talente voll ausspielen kann. Riharc ist ein Meister der gehobenen Zunge, was er als Operndarsteller auch sein muß. Er bot ein entsprechend anderes Programm, das wohlüberlegt war aber auch seine Längen hatte. Zum anderen haben wir zu den bewährten "resident DJs" (ohne die das Miroque lange nicht die beliebte Veranstaltung wäre, die sie ist!) erstmalig auch DJ Ivan Ertlov eingeladen. Dieser begeisterte – ähnlich wie die Band – nur einen Teil des Publikums, das auch ausgelassen zu tanzen begann. Dieser im Rahmen des Miroque neue musikalische Stil unterscheidet sich aber grundlegend von DJ Oli und Julu und müsste meiner Ansicht nach auf einer dritten Ebene eingesetzt werden.

Du hast gesagt, dass insbesondere alle Programmpunkte die mit Sprache auf der Bühne zu tun haben, im Viper Room nicht so gut funktionieren, wie sie könnten...

F.M. Richtig! Wir haben hier schon einiges versucht, sei es Kabarett oder eben Moderation. Was am besten geklappt hat war überraschenderweise die Vorstellung des Fotobuches von Gerald Axelrod. Dies liegt sicher auch daran, dass dieser auf den Punkt genau vorbereitet war und seinen Programmpunkt sehr kompakt gehalten hat. Ein gesprochener Teil darf im Rahmen des Miroque nicht länger als 30 Minuten dauern. Dazu kommt, dass die Raumakustik nicht geeignet ist, um alle Besucher mit Sprache klar und deutlich zu erreichen. Wir werden uns dem entsprechend in Hinkunft mehr auf die Musik konzentrieren.

Für die Preisverleihung wünscht Du Dir seit langem eine etwas gediegenere Location, die dem besonderen Anlass dieser Nacht angemessener wäre. Das bedeutet, die Preisverleihung wird in Zukunft von der Miroque-Konzertreihe ausgekoppelt?

F.M. Wir haben lange gesucht und wären fast an der Aufgabe verzweifelt, wenn da nicht großartige Unterstützung aus der Mittelalterszene gekommen wäre. Zum einen hat uns die wunderschöne Burg Kaprun angeboten, ihren Rittersaal der 400 Personen Platz bietet, für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. Das gleiche Angebot kam von der beliebten Burgruine Aggstein, deren perfekt ausgestatteter Rittersaal zwischen 200 und 300 Gästen Platz bieten kann. Ich möchte, dass dieser Abend mehr Glanz und Glamour erhält. Es ist eine Gelegenheit, sich bei den Veranstaltern in angemessener Form für ihre Mühen zu bedanken, die sie das ganze Jahr über auf sich nehmen. Ich möchte eine Veranstaltung nach dem Muster großer Preisverleihungen, wie man sie für TV und Kino kennt.

Wenn Du eine Idee hast, zögerst Du meist nicht lange, sie umzusetzen. Die Folgeveranstaltung im Jahr 2011 soll schon nahezu fertig geplant sein?

F.M. Im Detail ist natürlich noch einiges zu klären, aber Termin und Ort sind fix. Wir nehmen die freundliche Einladung aus Aggstein an und werden am Samstag, dem 26. März 2011 im großen Rittersaal der Burgruine unsere vierte Huscarl Preisverleihung feiern. Die Entscheidung für Aggstein in Niederösterreich soll der Tatsache Rechnung tragen, dass große Teile der Mittelalterszene in Ostösterreich beheimatet sind. Ganz nach den großen Vorbildern werden zwischen der Präsentation der Preisträger in den jeweiligen Kategorien Künstler auftreten und zur Auflockerung einzelne Stücke darbieten. Das wird Gaukelei sein, Kabarett und auch Musik. Auf jeden Fall ein Wiedersehen mit Torxes und anderen bekannten Figuren der Szene. Der Abschluß des Abends wird ein herausragendes Konzert einer wirklich weithin beliebten Gruppe sein und danach darf mit den DJs gefeiert werden. Selbstverständlich stehen im Ort genügend Unterkünfte zur Verfügung, in denen sich die Gäste einmieten können. Es zahlt sich aus, den Termin schon jetzt zu notieren und sich nichts anderes vorzunehmen! Für weitere Jahre möchte ich nicht ausschließen, dass sich diese Gala zu einer "Wanderveranstaltung" entwickeln könnte.

Wie soll es mit dem "Miroque" weitergehen?

F.M. Die Wintersaison 09/10 ist für uns jetzt abgeschlossen. Musikbegeisterte können dennoch auch noch im Mai genießen, wo das große Konzert von Arnulf und den Schandgesellen in der Szene Wien stattfinden wird. Das Miroque beginnt wieder im Herbst und wird nach jetziger Planung zweimonatlich stattfinden. Ich würde mich freuen, wenn der Veranstalter, der Viper Room, wieder von Freitagen auf Samstage umstellen würde. Geplant sind Konzerte im Oktober, Dezember und Februar. Falls wir ausreichend Bewerbungen erstklassiger Bands erhalten (die wir uns auch leisten können), wäre auch ein monatlicher Rhythmus denkbar. Bis dahin werden aber noch einige Monate vergehen...


Weiterführende Links:






Fantasy Flagship

Kultur- und Veranstaltungsgemeinschaft Eulenspiel



Miroque - das Magazin

Steam Dreams

Huscarl Diskussionsforen

Vehi Mercatus

Radio Aena

Isi's Spezereyen




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1. Kommentar von funfair am 28.03.2010 um 20:37

Ich glaub...
beim nächsten Mal nehm ich gleich meine Videocam mit, damit das Video noch besser wird...
Danke wieder mal, fürs einstellen. Is mir immer wieder eine grosse Ehre, dass ihr mein Video hier verlinkt!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


2. Kommentar von Beroharti am 29.03.2010 um 15:28

Dank auch in schriftlicher Form
Es war ein echt schöner Abend, nicht nur, weil ich für unseren Verein und das Lockenhauser Fest zwei Preise entgegennehmen durfte (hier nochmal vielen Dank an ALLE, die das möglich gemacht haben: Vereinsmitglieder, Händler, die (neue) Burgverwaltung, Besucher, mitwirkende Gruppen, Leser und Redakteure). Dank auch den Spendern für die brauchbaren und feinen Preise!

Das Konzert war bombastisch (hab es in der ersten Reihe fußfrei genossen) und diese Gruppe alleine wird für mich in Zukunft ein Grund sein, auf ein Festl zu fahren, wenn die dort aufgeigen!

Für nächstes Jahr muss unbedingt ein roter Teppich her und ein Kamerateam, die die Prominenz dort ablichten ;)

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3. Kommentar von Cristata am 29.03.2010 um 15:47

Preisverleihung
Strahlende Sieger,
zusammenarbeiten und motiviert sein,ist der Schlüssel zum Erfolg.
Euer Engagement wurde belohnt!
Ich gratuliere dem Organisationsteam aufs herzlichste!

cristata

"Einzeln sind wir nur Worte,zusammen aber ein Gedicht..."

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4. Kommentar von Gaudius am 30.03.2010 um 00:00

Danke, danke ...
... und nocheinmal Danke für die Unterstützung, die Glückwünsche, die Wahl, die Stimmen, einfach für Alles. Wir freuen uns jedes Jahr auf unser Gaudium, die Darsteller, die Händler und die Besucher, und solange es euch gefällt, werden wir auch weiter machen.

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