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(C) Florian Machl
Die tapfere Wache von Prima Nocte harrte auch bei Eiseskälte vor den Toren aus.

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Zweite Wache bei der Abendkasse, deutlich wärmere Temperaturen.

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Heiß. Der Veranstaltungskeller füllt sich....

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Erstmals mit dabei: die De Platea Schmiede mit einem ausgesprochen schön dekorierten Stand.

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Traditionsbetrieb: Das Fantasy Flagship.

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Ballycotton sorgen für Stimmung.

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Bei Christina wird aufgegeigt.

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Alex, Meister an der Gitarre - im Hintergrund Percussions-Urgestein Harry.

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Schon zu Konzertbeginn wird getanzt.

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Kleine Freude zwischendurch: Torxes verlost Bücher vom Verlag Droemer Knaur.

Wein, Weib und Obertongesang
Ballycotton und Torxes am Miroque IX
5. 2. 2010 - 09:30
Daniela Rzepa


Fotogalerie
Es wurde schon im Vorhinein groß angekündigt: Ballycotton, Fantasy-Folk-Gruppe der Extraklasse würden den Viper Room bespielen. Torxes von Freygeyst wurde als verbale Vorgruppe angepriesen und siehe da, die Kombination wirkte.

Duckt euch! Die Verbalkeule kommt! Schon am Anfang des Abends standen einige Besucherinnen und Besucher ganz vorne bei der Bühne, um sich keinen von Torxes Verbalhieben entgehen zu lassen – wobei man Gefahr lief, selbst zum Ziel des Narrengespötts zu werden. Ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen zählte Torxes genüsslich auf, was ihm in der vergangenen Saison alles aufgefallen war: Menschen mit Drang zum Klatsch über ihnen unbekannte Leute, Ritter mit zweifelhaftem Ehrenkodex, die liebevollen Beziehungen der Henker zu ihrem Publikum, männliche Schafe mit Haaren am Rücken, Musiker mit lockeren Fäusten, Extrawürsteln von Darstellern und vielem mehr. Besonders die Teile des Publikums, die sich auf nahezu jedem Fest sehen lassen, hatten einen Heidenspaß an den Verunglimpfungen, von denen sich Torxes selbst auch nicht ausnahm. Wie man es von einem Narren erwartet, haut er mit der verbalen Keule zwar deftig zu, schafft es aber durch sein einnehmendes Wesen, dass man ihm trotzdem nicht böse sein kann – und vielleicht über das Körnchen Wahrheit in den Aussagen nachdenkt.

To be contorxed... Schade war, dass nur wenige im Publikum Torxes Programmauszug folgten, was sicherlich daran liegt, dass sehr viele Insider-Schmähs liefen, und die Location für ein Kabarettprogramm nicht ideal war. Torxes selbst gab im Gespräch danach an, dass er auf regen Besuch seines Kabarettprogramms in Linz am 26. Februar hofft, wo dem Publikum neben einer ausführlichen Revue des vergangenen Jahres auch Sitzplätze geboten werden.

Ein Schmaus für alle Sinne. Nach einer kurzen Pause, meisterlich bespielt von den DJs Julu und Oli, traten die Headliner des Abends auf die Bühne. Schon alleine optisch sind Ballycotton ein Genuss: Robert an Gitarre und Bass zeigte Mut im Männerrock, Haralds uriger Bartwuchs zwischen seinen Trommeln war an mehreren Formationen ein Hingucker. Alex hielt sich an der klassischen Gitarre dezent im Hintergrund um musikalisch dann umso mehr aufzutrumpfen und Christinas ätherisch-erdiges Auftreten - ohne Schuhe auf einem eigens ausgelegten Teppich - mutete an wie ein inniges, musikalisches Gebet mit großer Hingabe. Peters Zahnpastalächeln, gepaart mit charmanten Moderationen und von Hüftschwüngen begleiteten Akkordeonklängen stand dem Frontman außerordentlich gut. Zusätzlich wurde die Nase verwöhnt, nicht nur vom Schweiß des tanzenden Nachbarn, sondern auch von einer Duftlampe mit Sandelholz (Detail am Rande: Sandelholz ist der Hauptbestandteil von Männerparfums, also haltet euch fest, Mädels!).

Reise im Kopf. Ja, und die Ohren wurden Zeugen für eine Reise im Kopf. Durch orientalische Nächte, kühle Wälder, zu Tänzen mit Elfen und Seemännern wurde man mitgenommen, von Argentinien nach Spanien, Tibet und Irland. Dabei steht die tolle Beherrschung der Instrumente durch die Musikerinnen und Musiker von Ballycotton an vorderster Stelle. Keine falschen Töne, keine Missverständnisse in der musikalischen Kombination. Es ist eine wahre Freude, solch gut zusammengespielte Musiker zu beobachten und zu sehen, dass Routine nicht langweilig sein muss, sondern eine Basis für musikalische Freiheit und Gefühl sein kann.

Begeisterung im Publikum. Das Publikum zeigte seine Begeisterung offen und tanzte mit – ein angenehmes Gefühl, im sonst relativ steifen Mitteleuropa in einer Menge tanzender Menschen zu stehen, einfach an der Hand gepackt und mitgezogen zu werden. Auch wenn einige Gäste es aufgrund fortgeschrittenen Alkoholkonsums nicht mehr schafften, den simplen Reigenmustern eines guten Dutzends anwesender Eulenspieler zu folgen, hatte man den Eindruck, dass Ballycotton es schaffen, ein großes Publikum mitzureißen. Erst nach mehreren Zugaben erlaubte das schweißgetränkte Publikum der Combo, von der Bühne zu gehen.

Weitere Extras. Ein weiteres Extra war die Verlosung einer Reihe von Büchern, die durch die Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Droemer Knaur zustande gekommen war. Dies machte sich auch in der Dekoration bemerkbar, an den Wänden waren Titelbilder von aktuellen historischen Romanen zu sehen. Weitere Dekoration stammte vom letzten Mal, einige historische Poster des ADEVA Verlages kamen nochmals zum Einsatz. Wer beim vorhergehenden Miroque 8 die vielen Efeuranken an den Wänden bewundert hatte, wurde diesmal enttäuscht. Aufgrund der dicken Schnee- und Eisdecke war eine Efeuernte diesmal nicht möglich. Die DePlatea-Schmiede, das Fantasy Flagship, Georgies Minera-Stand und das Buchportal boten ihre Waren an. Gerne wurde auch der Second Floor mit DJ Pansen genutzt, was denen zu Gute kam, die bei sanften Klängen ein wenig vom Tanzen ausruhen wollten.

Das Leid der DJs. Amüsantes Detail am Rande: wer plant, sich am nächsten Miroque ein Lied von den DJs zu wünschen, sollte sich eine andere Band als die strapazierten "sabwetuselli" überlegen, auch Wünsche nach "eironmedenodaramstein" zehren laut unserem allseits bekannten Huscarl-Forum an den Nerven der geplagten DJs.

Ansonsten... Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut. Die Veranstaltungsreihe hat sich in Wien mittlerweile zu einem Treffpunkt der Szene etabliert, den niemand mehr missen möchte. Und so sei jetzt schon die Einladung für das nächste Miroque ausgesprochen: am 26. März werden Krless den Viper Room beschallen, über die man sagt, dass es sich um eine der besten und alteingesessensten Mittelalterbands Tschechiens handelt, die sich dann die Ehre geben. Man darf gespannt sein.


Weiterführende Links:






Festival Mediaval 2010
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1. Kommentar von funfair am 05.02.2010 um 10:11
Danke!
...dafür, dass ihr mein Video mit reingenommen habt!! *freu*
Super Bericht!!

2. Kommentar von Memphis am 05.02.2010 um 23:50
Musikwünsche
Fehlt im Bericht nur noch der Hinweis aufs rosa Tütü. *lol*

3. Kommentar von rotkaeppchen am 06.02.2010 um 21:46
Es war...
...ein sehr schöner und gelungener Abend und die Anreise auf jeden Fall wert.
Ich werd mich bemühen auch die nächste Veranstaltung nicht zu missen.

ps: Ich fands super dass es so viele schöne Bücher zur Verlosung gegeben hat. Wenn man bedenkt was man mittlerweile für ein festgebundes Buch löhnen darf ;) - beachtlich.


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