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(C) Daniela Rzepa
Die wilden Kerle nebst Kerlin von Wûtas beim Auftakt...

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Rhiannon übernahmen die mittlere Schicht.

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Satara - die Headliner des Abends.

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Für ein tolles Musikerlebnis war gesorgt, doch wo war das Publikum?

Dreifachkonzert von Satara, Rhiannon und Wûtas
Szeneabend der Extraklasse - leider publikumsbefreit
18. 1. 2010 - 22:30
Daniela Rzepa


Fotogalerie
Am Freitag, den 11.12.2009 luden Satara als Headliner ein zu einer Medieval Night nach St. Pölten. St. Pölten? Wo war das noch mal ganz genau? Ach ja, ein kleiner verschlafener Ort, pardon, eine Stadt, eine Haupt-Stadt in Niederösterreich, in der noch eher selten Veranstaltungen der Mittelalterszene stattfinden, sieht man vom Jubiläumsfest der Stadt ab, von dem Huscarl ebenfalls berichtete. Doch die zusätzlichen Bands Rhiannon und Wûtas kündeten von einer exzellenten Show und so war es nahezu ein Pflichttermin in der beginnenden Konzertsaison des Winters.

Doch leider hatten es nicht viele mitbekommen. Zu Beginn des Einlasses waren die dunkel gekleideten und finster blickenden Securities des "Freiraum" eindeutig in der Überzahl gegenüber den Gästen, von Gewandeten gar nicht erst zu reden. Der geringe "Gewandeten-Faktor" erschien jedoch nicht verwunderlich, hatten doch zum einen Rhiannon angekündigt, in erweiterter Formation zu spielen und auch die Finger nicht von verstärkten Instrumenten zu lassen, zum anderen sind Satara mittlerweile eindeutig eine Mittelalterrock-Band. Deshalb war eher ein Rockkonzert als ein Mittelalterfest zu erwarten. Die Mitglieder der Band liefen während des Soundchecks noch gemütlich durch die relativ leeren Hallen des Freiraums, was den einen oder anderen netten Plausch ermöglichte.

Wûtas – Die wilden Kerle

Als ersten Act wurden Wûtas auf der Bühne begrüßt. Großteils unbeirrt vom fehlenden Publikum stiegen sie energiegeladen in ihr Programm ein und wussten mit schwungvollen Stücken genauso zu verzaubern, wie mit mystisch-flächigen Nummern, die auch mit Obertongesang überraschten. Besonders charmant erschienen die dialektalen Moderationen zwischen den Stücken, was die Combo eindeutig sympathisch machte und eine Bodenständigkeit vermittelte, welche die Lieder dann musikalisch fortsetzen. Sympathisch auch Helmut alias "Fenk", der barfuß mit seinem Schlapphut, gemeinsam mit seinem Gesangspartner Clothar, für das musikalische Grundgerüst sorgte, wie die Wilde Jagd über die Bühne fegte und sicherlich so manches Haar vom geschüttelten Haupt fallen ließ. Leanda am Cello kümmerte sich um eine erdige Soundbasis, die Highlights lieferte Harald, der Lokalmatador, an den Percussioninstrumenten. Schlager des Abends war natürlich Cu Chulainn, ein Stück, das jeder zu kennen scheint und bei der Radiosendung Huscarl on Air von den Huscarl-Lesern auch zum Nummer eins Titel in Österreich gewählt wurde. Besonders erwähnenswert ist auf jeden Fall die Tontechnik: Ballycotton-Mitglied Alex zeichnete für tollen, rund und ausbalancierten Sound verantwortlich, was bei Instrumenten wie Dudelsäcken und Schalmeien nicht immer einfach ist.

Rhiannon mit neuem Klang

Rhiannon fühlten sich sichtlich und hörbar wohl auf der Bühne. Großteils ohne mittelalterliche Spielmannsgewandung wirkten sie fast ein wenig entspannter als auf einem Marktplatz. Ein bisschen weniger entspannter war laut Frontfrau Cordula, so erzählte sie danach, das Zusammenspiel. Zwei neue Gesichter und ein noch nicht sehr lange bekanntes zeigten sich auf der Bühne, und Zusammenspiel will geübt sein. Doch für das Publikum war das nicht bemerkbar. Markus, „Lathron“ genannt, an den Drums anstatt am mit Leinenumwicklungen getarnten Schlagwerk, war in seinem Element. Routiniert bei allen Melodien am Dudelsack zeigte sich auch Armin, vorgestellt als zukünftiger Teilzeitarbeiter Rhiannons, der seine blau-weiße mi-parti-Hose gar nicht vermisste. Das neueste Gesicht gehört "Wubartl", mit bürgerlichem Namen Tobi, der sich optisch sehr im Hintergrund hielt, was musikalisch jedoch nicht argumentierbar war: sein bewegliches Spiel am E-Bass verlieh dem Rhiannon-Sound eine ganz neue Tiefe und glänzende Facetten. Das Tolle war: alles klang noch nach Rhiannon, wurde durch den Einsatz von elektronischen Instrumenten nicht automatisch zu Schandmaul oder In Extremo. Ganz Neues wurde geschaffen. Dazu trugen natürlich auch die gefühlvoll mehrstimmigen Gesangsparts des Gründerduos Cordula und Max bei. In diese neue Richtung ist eindeutig tolles Entwicklungspotential vorhanden, von dem sich die Redakteurin mehr wünscht! Eine Besonderheit bot Kratla, oder vielmehr sein neuestes Instrument, ein elektronischer Dudelsack. Diese Art von Instrument erlaubt zwar keine Slides, also gleitende Töne, aber ein verzerrter Dudelsack ist ein wunderbares Erlebnis. Der größte Vorteil liegt laut den Musikern aber darin, dass man ihn nicht stimmen muss...

Satara – die Headliner

Alleine optisch sind Satara ein Genuss - die blaue Gesichtsbemalung bei jedem der Mitglieder unterstreicht einerseits die Zusammengehörigkeit und verleiht andererseits jeder Musikerin und jedem Musiker eine individuelle Note mit Wiedererkennungswert. Satara besteht aus acht Personen, was die Bühne einfach toll füllt. Gefüllt hatte sich bis zum Auftritt der Lokalmatadoren auch halbwegs der Raum vor der Bühne, wobei gut die Hälfte davon allerdings weniger auf Publikum mit Szenekenntnis als vielmehr auf Freunde, Verwandte und Eltern der Band zurück zu führen war. Nichts desto trotz kam im ambienteträchtigen Freiraum so etwas wie Stimmung auf und zu bekannteren Liedern wie "Al fol" und "Treibgut und Beute" konnte man ein paar Stimmen grölen hören und die Finger zur Pommesgabel gekrümmt in die Luft gestreckt sehen. Akustisch boten Satara ein musikalisch ausgefeiltes Programm, alle in der Band beherrschen ihr Instrument außerordentlich gut, lediglich an der Violine war der eine oder andere schiefe Ton zu hören. Steigerbar wären die Arrangements, die von viel Phantasie und Ideenreichtum zeugen, doch manchmal durch den Einsatz von vielen Instrumenten in derselben Melodiestimme etwas überladen wirken. Doch das Zeug zu einer richtig guten Mittelalterrock-Band haben Satara allemal. Die gute Stimmung innerhalb der Band, die sich auf das Publikum übertrug und der grundsolide Sound sprechen eindeutig für sie.

Schöner Konzertabend

Ein toller Abend, was das musikalische Angebot anging. Leider konnte die Stimmung nicht so aufkochen, wie es den Bands gebührt hatte, da St. Pölten seinem Ruf als Nekropole gerecht wurde. Die Location ist zwar in keinster Weise mittelalterlich inspiriert und wird für einen kleinen, relativ unbekannten Club sehr streng geführt, bietet aber durch seine Bühnentechnik und die neutrale, aber trotzdem ansprechende Umgebung einen Rahmen für jede Musikrichtung. Hätte die Veranstaltung in bekannterem Rahmen stattgefunden, oder mehr Werbung erfahren, ist davon auszugehen, dass ein größeres und motivierteres Publikum der Einladung gefolgt wäre. An dieser Stelle möchten wir anbringen, dass Huscarl.at insbesondere jungen heimischen Bands und deren Projekten bei den möglichen Werbemaßnahmen sehr entgegenkommt. Auch wenn es ungewöhnlich klingen mag: bitte fragt uns, was wir für Euch tun können!


Weiterführende Links:






Ausstellung: Der Barbarenschatz
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1. Kommentar von Bigman am 20.01.2010 um 11:49
MUAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA
"Der größte Vorteil liegt laut den Musikern aber darin, dass man ihn nicht stimmen muss... "

yep... ganz der kratla :D :D :D


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