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Foto (C) Florian Machl
Die Veranstaltung lebt von Militärdarstellern quer durch die Jahrhunderte. In einer Vielfalt, wie sie in Österreich nur hier geboten wird.

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Und so bietet sich ein direkter Leistungsvergleich an. Neuzeitliche Gruppen geben ihr Bestes...

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... und hochkarätige Mittelalter-Gruppen wie Prima Nocte stehen dem um nichts nach. Auf beiden Bildern ein Infostand am Rande der jeweiligen Lager.

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Eine Militärformation gegen Kavallerieangriff.

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Selbe Übung, nur einige Jahrhunderte früher.

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Eine der neuen Haupterrungenschaften war die "Marktbühne" nebst zweitem Veranstaltungsplatz, umrundet von einer Holztribüne. Die Bühne selbst wurde zwischen schattenspendende Bäume und Büsche positioniert.

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Für Kinder ist im HGM immer ein großes Areal reserviert wo verschiedene Stationen durchlaufen werden können.

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Besucher schätzen den Rundgang durch die Händler sehr. Ein wenig mehr Wunsch nach Vielfalt wurde allerdings eingemahnt.

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Der Kulturverein Eulenspiel schreitet zum Tanz.

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Arduinnas Gefährten waren diesmal die am frühesten angesiedelte Darstellergruppe. Das Formationsschießen sorgte für höchst positive Rückmeldungen auch von Seiten der militärisch interessierten Besucher.

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Eine der drastischsten Methoden die Folgen von Kampf und Krieg vor Augen zu führen ist eine Demonstration von Waffenwirkung.

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Zeit für ein Späßchen ist dabei immer. Hier ein Pulverdämpfchen aus der voll schussfähigen Minikanone.

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Während solche Szenen zeigen, wofür der Name der Veranstaltung steht. Und auch wenn zarte Ohren (denen mit Gratis-Ohrstöpseln geholfen wird) mit dem vielen Geknalle nichts anfangen können - viele Besucher kommen gerade deshalb zu der Veranstaltung.

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Ein Prunkstück!

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Neu bei der Veranstaltung und mit großem Fleiß dabei: Plattner Putz zeigt einer staundenden Menge anschaulich wie Rüsttechnik des Spätmittelalters gedacht war und wie man Waffen zu deren Umgehung einsetzte.

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Ebenfalls eine Neuerung: Die Henker zeigten mit viel Humor die Schrecken historischer Rechtsfindung. Dem Publikum gefiel's.

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Der Direktor des Hauses, Dr. Ortner, bei der feierlichen militärischen Zeremonie der Bandverleihung an bewährte Darstellergruppen.

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Zwei Vertreter vom Verein Bluot zi Bluoda überreichen im Anschluss für unser Magazin Huscarl die Ehrenurkunde zur Leserwahl 2011 - der stolze 3. Platz im Bundesgebiet!

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Großartige Konzerte gab es von der Gruppe Rhiannon, zu deren Schutz eine Bühnenüberdachung improvisiert wurde.

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Musik von hoher Qualität gab es ebenso von der Gruppe Trollferd zu belauschen, welche die Tänze von Eulenspiel begleitete.


Mut zu Veränderungen im Heeresgeschichtlichen Museum
Militärischer Spagat zwischen Mittelalter und Neuzeit
Florian Machl
17.07.2012 22:08

Vom 14. bis 15. Juli fand im Heeresgeschichtlichen Museum Wien zum fünften Mal die beliebte historische Veranstaltung "Montur und Pulverdampf" statt. Vom Publikum geliebt, von der Mittelalterszene stets hoch bewertet, setzte man auf einige neue Akzente. Ungewohnt für diesen Termin, hatte man vor allem am Samstag mit Schlechtwetter zu kämpfen. Dennoch waren an zwei Tagen gut 8.500 Besucher zu begrüßen. Um auch im kommenden Jahr Veränderungen und Verbesserungen bieten zu können, hatte man das Ohr diesmal sehr nahe am Besucher und führte sogar eine detaillierte Umfrage durch. Es zeigte sich eine ungebrochene Publikumsbegeisterung für diese, in Österreich einmalige, Schau der Jahrhunderte.

Jahr für Jahr arbeitete sich das historische Fest "Montur und Pulverdampf" im Heeresgeschichtlichen Museum in der Gunst unserer Leserschaft weiter vor. Von Platz 9 (2007) sofort erfolgreich gestartet landete man im Vorjahr auf Platz drei der schönsten Feste im Bundesgebiet. Der Erfolgsdruck verpflichtet. Und man nahm im Ausstellungshaus sehr wohl auch kritische Stimmen wahr, dass der Veranstaltung auch etwas Veränderung gut tun könnte. Während vieles beim Altbewährten blieb, versuchte man an manchen Stellen etwas Neues. Und auf den ersten Blick wirkte es, als wären viele dieser Neuerungen aus dem Bereich "Mittelalter" gekommen. Ein Eindruck, der näher hinterfragt nicht ganz richtig ist, denn diese Tendenz kam nicht ganz freiwillig. Unter anderem musste die Traditionsgruppe "Cronacher", eine zahlenstarke Darstellergruppe des dreißigjährigen Krieges, kurzfristig absagen. Mit weniger als zwei Wochen Vorlaufzeit war dieses "Loch" in den Reihen der neuzeitlichen Militärs nicht mehr zu stopfen.

Montur und Pulverdampf ist eine Zeitreise
durch die Militärgeschichte


Um die Veranstaltung zu verstehen, muss man zuallererst hervorheben, dass es sich nicht um einen klassischen Mittelaltermarkt handelt. Es ist eine Veranstaltung eines Militärmuseums unter der Verwaltung des Österreichischen Bundesheeres. Somit liegt auf der Hand, dass vor allem die militärische Komponente eine zentrale Rolle spielt. Truppen quer durch die Jahrhunderte, deren Ausstattung, Ausbildung und Marschierweise. Marsch- und Gefechtsformationen und Feldlager. An sich war die konzeptionelle Vorgabe für das Fest, dass dabei die Zeiten abgedeckt werden, die auch in der Dauerausstellung des Hauses gezeigt werden. Konservativ betrachtet, wäre hier bestenfalls das Spätmittelalter zulässig. Vor allem dem dauernden und unermüdlichen Einsatz des im 13. Jahrhundert angesiedelten Vereins Prima Nocte ist es zu verdanken, dass gewisse Berührungsängste mit dem Mittelalter abgebaut wurden. Aus dem bei Montur und Pulverdampf, dem historischen Weihnachtsmarkt und zahlreichen Fechtvorführungen erarbeiteten Respekt erwuchs die Möglichkeit, weitere Mittelaltergruppen einzubinden. Erstmalig wurden bei der vergangenen Veranstaltung sogar Gruppen mit der Darstellungszeit des 12. Jahrhunderts zugelassen.

Neu im Mittelalter-Bereich: Formations-Bogenschießen

Dieser Part wurde von den Formations-Bogenschützen der Arduinnas Gefährten ausgefüllt. Deren Vorführungen fanden großen Anklang und wurden insbesondere auch von den militärisch interessierten Gästen gelobt. Wenn ein Pfeilhagel aus zwei Reihen zielsicher auf angesagte Ziele prasselt, sorgt dies für Bewunderung aber durchaus auch Gänsehaut, wenn man sich die Wirkung im Kampf vorstellt. Um dies zu unterstreichen, zeigte man am Sonntag die Eindringtiefe verschiedener Pfeilspitzen in einen Gelatineblock. Dass bei der historischen Darstellungsqualität der Ausrüstung hier und da noch einiges zu verbessern ist, weiß man bei den Gefährten selbst - und verspricht, auch weiter daran zu arbeiten.

Parade durch Publikum hervorragend angenommen

Eine weitere Neuerung war die Einleitung des zweimal am Tag stattfindenden Salutschießens durch eine Parade. Alle anwesenden Darstellergruppen zogen hierzu über das weitläufige Marktgelände, das sich durch grüne, saftige Wiesen und große alte Bäume auszeichnet. Das Element einer Militärparade, begleitet durch den Schlag und das Knattern der Trommeln, dürfte zumindest für die Besucher aufgegangen sein. Kein anwesender Fotograf ließ sich diese Motive entgehen - und interessiert verfolgte man die jeweilige Vorstellung der Gruppen und ihrer Darstellungszeit am großen Exerzierplatz. Dabei durften auch humoristische Elemente wie Torxes und Pixel nicht fehlen, die sonst vor allem zur Bespaßung der anwesenden Kinder mit Marionettenspiel und Mitmach-Theater Großes leisteten.  Warum auch immer - sie ergänzten sich perfekt mit den beiden Henkern, die gemeinsam mit ihnen so manchen Schabernack trieben.

Henkershandwerk mit Schmunzeln präsentiert

Das Lager und die Vorführung der Henker sorgte im Vorfeld aus der so genannten "Szene" für Häme und negative Wortmeldungen. Wer am Fest war, fand schnell heraus: Erst ansehen und dann Urteilen ist die bessere Reihenfolge. Nachdem die Henker sich selbst nicht so todernst nehmen, wie es ihr Handwerk im Mittelalter vielleicht erfordert hätte, gelingt es ihnen immer wieder, dieses grausige und unrühmliche Stück Menschheitsgeschichte auf eine erträgliche Art und Weise zu präsentieren und auch für den einen oder anderen Lacher zu sorgen. 

Beeindruckende und lehrreiche Exerziervorführungen

Genauso schadete es "Mittelalterleuten" nicht, sich einmal die Errungenschaften und Fähigkeiten der neuzeitlichen Truppenkontingente anzusehen. Ganz besonders gut wurde hier das Publikum durch die Darsteller von "Wenzel Graf Colloredo" mit den Exerziervorführungen und begleitenden Erklärungen erreicht, an deren Ende ein kurzes gemeinsames Exerzieren stand. Jung und alt durften mit den Truppen mitmarschieren. Sehr aufschlussreich waren auch Detailinformationen zu den jeweiligen Ausrüstungen wie beispielsweise der gar nicht so einheitlichen Uniform der Franzosen-Darsteller. Gedankensprung zurück ins Mittelalter: Ebenso lehrreich ging es bei der Vorführung "Czynner-Fechten" des Grazer Vereines Bluot zi Bluoda zu, dem erstmals die Ehre eines Auftrittes in diesem musealen Umfeld zuteil wurde. Ein Höhepunkt des Programmes war sicherlich die Ritterschlacht um Wien mit der Beteiligung vieler Gerüsteter von den Vereinen Matthias Rex (Ungarn) und Rittersporn (Wien). Der Pulverdampf der Veranstaltung wurde aus beeindruckenden Kanonen und einem Mörser sowie einer größeren Anzahl von historischen Handfeuerwaffen beigesteuert.

Kinderunterhaltung ist traditioneller Schwerpunkt

Auf großem Areal - sponsorbedingt leider optisch etwas getrübt unter bunten Werbeschirmen - wurde für Kinder ein vielfältiges Aktivitätsprogramm geboten, das unter dem Titel "Ausbildung zum Wasserpatron" zusammengefasst wurde. Unter anderem fand diese Anstrengung der museumspädagogischen Mitarbeiter äußerst lobende Erwähnung beim Publikum, das man mit einer detaillierten Umfrage zu den Erfahrungen am Fest interviewte. So war festzustellen, dass die überwältigende Mehrheit der Besucher auch diesmal mit dem Gebotenen mehr als zufrieden war. Fast alle Befragten äußerten sich positiv hinsichtlich eines Besuches des Events auch im kommenden Jahr. Aber: Etwas mehr Musik wünscht man sich. Dem Wunsch können wir uns anschließen, wobei festzuhalten ist, dass die Musikgruppe Rhiannon inzwischen sicher wieder an einem neuen Höhepunkt ihres Könnens angelangt ist. Die Auftritte auf der "Marktbühne", idyllisch umstanden von Bäumen und Büschen, waren ein Ohrenschmaus. Daneben erklangen die Stimme von Rowanne, das Instrumentarium von Arnulf dem Schandmaul - und die Auftritte des Kulturvereins Eulenspiel wurden von den großartigen Spielleuten von Trollferd untermalt. Die Bühne selbst mochte aufgrund des improvisierten Regenschutzes aus Plastik vielleicht den einen oder anderen Kritiker motivieren - doch ohne diesen wesentlichen Schutz wäre an Musikdarbietungen mit den teuren Instrumenten zumindest am Samstag nicht zu denken gewesen.

Höhepunkt: Feierliche Bandverleihung

Einer der Höhepunkte des Festes stellte eine besondere militärische Ehrung dreier altgedienter Darstellergruppen dar, die vom Direktor des Hauses, Dr. M. Christian Ortner persönlich vorgenommen wurde. Den Gruppen 'Kaiserliche Artillerie Augsburg', 'RAD 2' und 'Wenzel Graf Colloredo' wurde ein Ehrenband verliehen, das fortan als Bestandteil des Banners des jeweiligen Truppenteiles zu führen ist. Als Überraschung für den Hausherren revanchierte sich unser Magazin Huscarl im Anschluss durch die feierliche Überreichung der Ehrenurkunde zur Leserwahl 2011, die durch zwei Vertreter des Vereines Bluot zi Bluoda und der Moderation des "Kastellan" Franz Posch vollzogen wurde. Direktor Ortner zeigte sich erfreut über die Top-Platzierung und äußerte zudem den Ehrgeiz, in der Zukunft sogar auf Platz Eins vorzustoßen.

Kritik und Ausbaumöglichkeiten

Natürlich kann nicht alles eitel Wonne sein und einiger Probleme, die während der Veranstaltung aufgetreten sind, ist man sich im Heeresgeschichtlichen Museum bereits jetzt bewusst. So fehlte eindeutig ein klar erkennbarer Zugang zur vorderen Lagerwiese - nur die mutigen und ortskundigen Besucher trauten sich durch die engen Reihen der Händler. Zu Letzteren wurde der Wunsch nach etwas mehr Abwechslung und einer Rückbesinnung auf die exotischen und hochqualitativen Händler der ersten Jahre geäußert. Insgesamt fiel auf, dass nicht alle Lagergruppen dem Publikum zugewandt waren, sondern sich in "Defensivbauweise" abschotteten. Im HGM selbst klagt man vielleicht mehr als das Publikum über mangelnde Disziplin beim "Pulverdampf". Denn ausgemacht war, dass nur zu zwei fix festgelegten Zeiten geschossen werden darf, was die Rohre hergeben. Leider hielten sich nicht alle an dieses Gebot und es wurde wie in der Vergangenheit zu fast allen möglichen und unmöglichen Zeiten geschossen. Zum Bereich Disziplin zählt auch ein Manko an Weitsicht, denn bei nahezu jeder der raren Musikdarbietungen - wie auch während der spaßigen Vorstellungen der Narren und Vita Mercatos - marschierte mit punktgenauer Treffsicherheit eine exerzierende Truppe mit Trommelgedröhn vorbei. Hier sind einige der Verbesserungsmöglichkeiten vorhanden, mit deren Aufarbeitung vielleicht tatsächlich noch ein weiteres Aufsteigen in der Besuchergunst möglich ist.


Mitwirkende Darstellergruppen

An der Veranstaltung wirkten mit:

Wenzel Graf Colloredo (Wien)
Lützower Freicorps (Deutschland)
Gilde Arcuballista (Deutschland)
Kaiserliche Artillerie Augsburg (Deutschland)
Rittersporn (Wien)
Prima Nocte (Wien)
Matthias Rex (Ungarn)
IR 56 (Wien)
Deutschmeister Schützenkorps (Wien)
Hoch- und Deutschmeister (NÖ)
Herzog v. Cumberland (OÖ)
RAD 2 (Wien)
Vita Mercato (Kärnten)
Bluot zi Bluoda (Steiermark)
Arduinnas Gefährten (Wien)
Kulturverein Eulenspiel (Wien)

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1. Kommentar von Mimin am 19.07.2012 um 09:13

Meine Befürchtungen...
...haben sich zumglück nicht wirklich erfüllt. Soviel vorweg.
Rittersporn und Buad zi Buoda fügten sich mMn sehr gut ein. Jedoch denke ich, dass es vom Zeitrahmen schon das Maximum war. Sprich, weiter als das 15.Jh. würde ich für so eine besondere Veranstaltung nicht mehr gehen. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb ist das M&P gerade wegen seinem Focus auf die Moderne etwas besonderes und mehr Focus am Mittelalter würde daraus einen Mittelaltermarkt mit Musketen und Kanonen machen.
Deshalb freut es mich, dass Anduinnas Gefährten und Prima Nocte zwar ihre unterhaltsamen Vorführungen zeigten, jedoch gefühlt nicht so present waren als die "moderneren" Gruppen. Prima Nocte gebührt hier sicher auch eine Sonderstellung, wenn man ihr Verhältnis zum HGM berücksichtigt.
Worum es mir wirklich Leid tut ist die abgesagte Musketiergruppe des 30Jk. Die wären wohl mein Highlight gewesen (zumal ich selbst ein wenig versuche diese Zeit darzustellen).
Das Fest war trotz des Wetters (ich war am Samstag dort) sehr schön, was neben der weitläufigen Anlage auch an den vielen Interessanten Standeln lag, die man sonst selten auf Märkten trifft.
Die Kritik, dass die Lager (die mittelalterlichen) sich etwas presenter zeigen sollten teile ich. Schön wäre zB wenn man eine Art chonologische Anordnung der Lager hätte, sodass man bei einem Bummel von KuK bis ins Hochmittelalter reisen kann.
Die Salutschüsse waren leider etwas getrübt ob der "hohen Luftfeuchtigkeit", aber dennoch sehr beeindruckend. Leider sieht man soetwas nur selten.
Dennoch, gefühlt ein wenig weniger Mittelalter wäre begrüßenswert (ich will jetzt nicht sagen welche Gruppen man sich sparen könnte, aber die ein oder andere sieht man penetrant auf vielen Märkten. Nicht das diese Gruppen schlecht wären, doch man "sieht sich ab").
Mehr Musik wär wirklich schön. Leider gibt es mWn kaum bis keine Renaissance- oder Barockmusikgruppen die markttauglich sind. Deshalb wird wohl auf die eingeschworenen Leute zurückgegriffen. Das klingt jetzt vielleicht negativ, aber das soll´s nicht sein. MMn kann man einen Markt ohne Anulf ja nicht Mittelaltermarkt nennen.
Ich war etwa 6-7 Stunden am Markt und mir wurde nie langweilig. Im Gegenteil, als wir Abends uns zur Heimkehr entschlossen, hatte ich direkt das Bedürfnis noch einmal eine Runde zu drehen.
Schê woas, freu ma uns âf nächsts Joa...

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2. Kommentar von event-grenadier am 20.07.2012 um 08:45

Na ja.............
Als jahrelanger Beobachter dieser Veranstaltung muss ich sagen,
dass ich eines bis heute nicht verstehe:
Ein Museum, welches mit Mittelalter nichts am Hut hat,
hängt sich konsequent selbiges Mäntelchen um.

Anstelle der Epoche  ab 1630 zu huldigen – und somit etwas Einzigartiges zu bieten –
wird noch immer am Hoch- und Spätmittelalter geklammert.

Etwas Neues wäre gefragt.

Ein Markt, der sich mit dem 17.Jhd. auseinandersetzt. Gruppen, die 30JK darstellen,
die Renaissance, den 7jährigen Krieg und verstärkt die Napoleonik –
DAS sollte das Thema dieses Veranstaltung sein.

Der Aufbruch in die „neue“ Zeit. Prinz Eugens Barockepoche, Theresianische Uniformen,
die kk Truppen unter Erzherzog Carl gegen die Franzosen aber auch
die Epoche 1866 hätten es verdient, in „Ihrem“ Museum mehr Beachtung zu bekommen.

Mittelalterveranstaltungen sind inflationär, austauschbar und
bis auf wenige Ausnahmen mit  „kennste Eines- kennste Alle“ belegt.

Umso größer die Chance, aus MuP ein eigenständiges Event mit Flair
und Abgrenzung zu  „Alltäglichem“ zu machen.

Das erfordert aber Weitblick, Engagement, Aufwand und Recherche.

Einfacher ist‘s halt, es so zu belassen.

Die Rechnung  wird dann von den Besuchern  präsentiert. 

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3. Kommentar von anachronismus am 20.07.2012 um 08:53

musik
das finde ich mal eine wertvolle Anregung. Es muss nicht immer der Dudelsack sein.
@Mimin: Es gibt mehr Renaissance und Barock-Gruppen da draußen als Mittelaltergruppen, nur liegen die in anderen Interessensgebieten, die die Mittelaltergemeinde nicht kennt und bieten tolle Kammermusik, dafür könnte man das Museum andenken, das hat sicher eine schöne Akkustik für sowas) oder Streicher oder ganze Orchester.
Es wäre auf jeden Fall schön, wenn man sich das mal überlegen würde, immerhin ist der Fokus, wie Mimin schon sagt, nicht Mittelalter sondern Habsburgerzeit und da ist das Mittelalter nur der geringste Teil davon. Und es ist nicht gerade so als hätten andere Zeiten nichts zu bieten, was Spaß macht oder die Leute interessieren könnte.
Meines Erachtens nach kann man den Leuten außerdem schon ein bisschen mehr zutrauen als eine Foltershow und Gaukler.

Aber vielleicht will man das von Seiten der Organisation/Veranstaltung nicht oder hat da selbst zu wenig Erfahrung?

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4. Kommentar von Huscarl-Redaktion am 20.07.2012 um 09:13

Eine Bitte an die werte Leserschaft
Vorweg vielen Dank für den sachlichen und höchst informativen Tonfall in der Kritik. Das ist genau die Art und Weise um die wir bitten, mit Veranstaltern umzugehen - und auch die Art von Kommunikation die wir uns auf dieser Plattform wünschen. Seriös und doch direkt. Vielleicht liegt es an der Art der Veranstaltung, dass hier möglich ist, was anderswo krankt.

Nun zur Bitte: Schickt Eure Vorschläge hinsichtlich hochqualitativer neuzeitlicher Gruppen, Programmpunkte und Musikgruppen unter dem Stichwort "HGM-Ideen" an office@huscarl.at . Wir sammeln diese gerne und leiten sie an die zuständigen Personen des HGM weiter.

Interessanter Weise kamen viele der Punkte die bislang kritisiert wurden auch in unseren Vorgesprächen zum Artikel zur Sprache. Man ist im HGM mehr als gewillt, der frühen Neuzeit (wieder?) einen höheren Stellenwert zu geben. Huscarl selbst war im Vorfeld übrigens gebeten worden, einen Ersatz für die ausgefallenen Cronacher zu finden. Eine ehrenvolle Aufgabe aber leider im Zeitrahmen von weniger als zwei Wochen unmöglich. Dabei zeigte sich, dass das Haus beispielsweise in den Kreisen der 30-Jähriger-Krieg-Darsteller einen ausgezeichneten Ruf genießt und viele Gruppen sich freuen würden, sich und ihre Darstellung dort präsentieren zu dürfen. Etwa fünf befragte Gruppen sagten einheitlich aus, dass sie liebend gerne Teil der Veranstaltung wären. Wir sind überzeugt davon, dass es in Österreich und den umliegenden Ländern viele interessante, nach dem Mittelalter angesiedelte Darstellungen gibt, die perfekt zu dieser Veranstaltung passen. Insbesondere der Wunsch nach neuen Akzenten bei der Musik - z.B. historischen Militärkapellen - kann nur unterstützt werden. Und es ist richtig, hier dürften (noch) die Kontakte fehlen, die man mit Hilfe unserer Leserschaft aber vielleicht knüpfen kann.

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5. Kommentar von Werner am 20.07.2012 um 09:34

Erstaunlich ...
... ist es schon, daß es im benachbarten Ausland wesentlich mehr Gruppen gibt, die "Habsburger-Reich"-Geschichte abseits des Mittelalters darstellen, als in Österreich. Ich habe in Deutschland Mengen an kaiserlichen Musketiergruppen aus der Barock-Zeit, sowie kaiserliche Landsknechtsgruppen aus der Renaissance-Zeit kennen und schätzen gelernt und in der Tschechischen Republik gibt es eine Reihe von Gruppen, die österreichische Truppen aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges darstellen (und sich interessanterweise lieber die rechte Hand abhacken würden, als Preußen darzustellen *hehe*) und in Ungarn eine Reihe von ebenfalls sehr guten Barock-Gruppen.
Und es gibt zu diesen Darstellungen auch regelmäßig gut besuchte Veranstaltungen.

Man sieht also, daß es auch abseits der MA-Szene (und der auch in Ö recht gut vertretenen Napoleonik-Szene) eine lebendige, gut funktionierende Geschichtsdarsteller-Szene geben kann. So weit so gut.

Nur finde ich es schade, dauernd auf "Importe" bei österreichischen Veranstaltungen angewiesen zu sein, so gerne ich auch die Leute immer wieder in Wien oder anderswo in Österreich sehe, bzw. auch gerne öfters sehen würde. Trotzdem wäre es doch eigentlich einmal an der Zeit, daß sich auch bei uns was in der Richtung tun würde. Wäre schön, wenn sich mal Leute darüber den Kopf zerbrechen würden!
;o)

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6. Kommentar von Thoram am 20.07.2012 um 09:55

Montur & Pulverdampf...
naja, sowohl mit Montur als auch mit Pulverdampf wird´s hier von Jahr zu Jahr weniger. Ich besuche die Veranstaltung seit dem ersten Jahr und muss zu meinem Leidwesen feststellen, das vom ursprünglichen Motiv einer Darstellung historischer Feuerwaffengeschichte mittlerweile doch erheblich abgewichen wird. Die Qualität der teilnehmenden Gruppen wird teils auch immer schlechter und bis heute habe ich nicht verstanden, warum Gruppen wie Eulenspiel oder Arduinnas Gefährten - die überhaupt nichts mit "Montur" oder mit "Pulverdampf" zu tun haben, oder Prima Nocte (zwar etwas Montur, aber eindeutig eine Zeitdarstellung, die noch nichts mit Pulverdampf zu tun hat) an dieser veranstaltung als Darsteller teilnehmen. Montur beginnt (abgesehen von den mittelalterlichen Ritterorden, die schon früh einen relativ konformen Habitus trugen) eigentlich erst im späten Spätmittelalter (vgl. den Überwurf der Burgunderarmee) - gleichzeitig auch hier der Ausbau der Artillerie (Anfänge zwar schom um 1350, aber so richtig los ging´s dann erst ab 1450). Somit wären für mich eigentlich erst Gruppen mit einer Artilleriedarstellung um 1500 der Startpunkt der in dieser Veranstaltung genannten Zeitleiste - aber ok, das ist natürlich meine ganz private Meinung!.

Und dann heuer auch der etwas trostlose Versuch von den Cynner Fechtern Bluat zi Bluada, eine Fechtvorführung zu machen... ich muss sagen, da habe ich in den Jahren zuvor schon weit Besseres von Federspiel oder den Dreynis gesehen. Und darf hier anmerken, dass ich es schade finde, dass immer nur Fechtkunst bis ins 17. Jahrhundert (wenn überhaupt) gezeigt wird, anscheinend wird immer vergessen, dass der Säbel und das Bayonett bis ins 20. Jahrhundert hinein nicht nur zur Zierde von den Soldaten herumgetragen wurde...

Über die generelle Qualität der Lagergruppen kann man natürlich auch immer endlos diskutieren - ich stelle nur fest, das einige Gruppen, die schon länger mit von der Partie sind, es nicht für nötig halten, sich weiter zu entwickeln - und andere, die eher neu sind, anscheinend nicht mehr vorab geprüft werden, wie gut ihre Darstellung tatsächlich ist. Lustigerweise (oder auch traurigerweise - je nach dem) stelle ich auch fest, dass die A-Qualität der Gruppen bis auf wenige Ausnahmen (ich erinnere mich z.B. da gerne an Historia Vivens oder an die Condottierie) mit steigender Jahreszahl auch ziemlich zunimmt. Es beeindruckt mich immer wieder, wie großen Wert die Darsteller aus dem 30JK, 7JK oder Napoleonik auf die noch so kleinste Kleinigkeit legen, damit das Gesamtbild so akkurat wie möglich dargestellt wird. Etwas, dass ich bei vielen MA-Gruppen immer wieder schmerzlich vermisse. Eine gute Ausnahme war da die Gruppe aus Graz - Söldnern zu Grätz - die 2009 und 2011 dabei war - was die hier an Realien aus dem militärischen und auch aus dem zivilen Bereich gezeigt haben, war schon fast ein eigenes Museum (und ausgekannt haben sie sich auch noch, war wirklich angenehm mit den Jungs und Mädels fachzusimpeln)! Schade, dass sie heuer nicht mehr dabei waren - obwohl ehrlicherweise auch hier zu sagen ist, dass eigentlich trotzdem das Thema verfehlt war, da die einzige Uniformität der englischen Bogenschützen im 100jährigen Krieg ein rotes Georgskreuz war, das irgendwo am Körper sichtbar gemacht wurde - und mit Pulverdampf war da auch noch nicht viel.
Alles in Allem kann ich nur hoffen, dass das Management der Veranstaltung sich die Kommentare hier ansieht, ansonsten wird das Fest für mich zukünftig ein Streichergebnis werden, denn ein Standard-Marktevent, wie man es zuhauf in Österreich findet, will ich mir nicht ansehen, wenn mit musealem Niveau geworben wird. Schade drum, wenn eine so gute Veranstaltung im Laufe der Zeit derart an Niveau verliert. Aber ich vermute, es ist wie es ist, wenn man mal vom Enthusiasmus weg ist und Väterchen Mammon anfängt zu regieren, zählen nur mehr die Besucherzahlen resp. Eintrittsgelder.....
Schade drum - ich hoffe, man schafft hier eine Kehrtwende (oder zumindest eine leichte Kurve ;) ) in Richtung Museum zurück. Ich drücke jedenfalls fest die Daumen dafür, damit ich noch länger eine gute Veranstaltung in Österreich besuchen kann :)

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7. Kommentar von anachronismus am 20.07.2012 um 10:54

@musik
Leider kenne ich, das muss ich jetzt schon zugeben, keine klassischen Ensemble, die sich auch historisch kleiden... weiß nicht, ob das wichtig ist.
Ansonsten bewegen sich die meisten dieser Ensembles im Bereich der Musikschulen und Konservatorien in Österreich, da wäre eine allgemeine Anfrage and die Institutionen sicher nicht falsch bzw die Lektüre der Jahresberichte.

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8. Kommentar von Mimin am 20.07.2012 um 11:32

Ganz so arg...
...wie Thoram seh ich´s wie eingangs erwähnt nicht, aber die Kritik ist dennoch gerechtfertigt. Ich finds auch von Huscarl sehr gut, dass sie sich hier so ins Zeug legen und vermitteln bzw. Kritik weitergeben.
Das Gelände des Innehofes ist sehr schön und ich frage mich ernsthaft, warum man den Weihnachtsmarkt nicht auch hier veranstalten möchte. Als einzigen Grund dafür kann ich mir vorstellen, dass es dem Museum nicht so passt, wenn tausende Leute mir ihren gatschigen Schneeschuhen durch das Foyer latschen. Andererseits findet beim Weinachtsmarkt auch ein guter Teil der Veranstaltung in den Innenräumen statt.
Wie dem auch sei, Das MuP war zwar leider heuer nicht ganz so passend zum Museum, aber dennoch ein Erlebnis und ich bin gespannt, wie es kommendes Jahr aussieht, wenn die Kritik angenommen und umgesetzt worden ist.
@Musik: Dazu fällt mir als erstes Albin Paulus (http://www.albinpaulus.folx.org/) ein, der ein großartiger Musiker ist und sich mit der Musik verschiedenster Zeiten beschäftigt und der auch jedes Jahr bei der Langen Nacht der Museen in der Hofburg aufspielt...

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9. Kommentar von Riharc am 20.07.2012 um 15:22

Musik,HGM,Epochen ....
Hm....
Wir spielten für die Tänzer von Eulenspiel vorwiegend  Renaissance - Musik,
konzertant wird von uns meistens eine Melange zwischen MA und früher Renaissance präsentiert.
Auch Barock ist vorhanden, allerdings gestaltet sich das (bislang) aufgrund der Instrumentenauswahl
schon schwieriger.

Varianz?
ja, bitte !

Das folgende ist nicht neu und kann bei Nichtinteresse übersprungen werden:
***
Es mag leidvoll überdiskutiert sein, aber man hört auf MA- Märkten kaum MA-Musik.

Warum?
Weil man auf einem Themenfest eine Stimmung verkauft und Musik ein direkter Weg zu den Emotionen ist -
die Kleidung und das Rundherum ist prächtig und detaillliert (wenn auch ein unbeschreiblicher Mischmasch)
und dann noch das Bild des Spielmannes / der Spielfrau:
Riesige Borduntrichter, laute Tröten, markige Sprüche usw..
Die Musik soll Emotionen transportieren und verankern, einfache Weisen, nachvollziehbares und Beat ist gefragt.
Das ist KEINE Kritik an irgendjemanden !
Zu gefallen war von jeher der Job eines Spielmannes und einige Leute haben diese Art der Unterhaltung
wirklich sehr gut drauf und spielen fein !

Der zweite Grund :
Wer kann solche Musik spielen ?
Abgesehen von instrumentalen Beschränkungen (es gibt  z.B.einfach keinen allzu großen Rahmen beim durchschnittlichen
A-dorisch - Sack....wobei auch hier laufend weiterentwickelt wird)
ist es eine Frage des Verständnisses und der Zeit, die einen Musiker dorthin führen.
"Echte" MA- Musik ist oft schwierig zu rekonstruieren (was man aus verschiedenen Gründen wirklich selbst tun sollte)
und sie verlangt Einfühlung bei der Interpretation / Instrumentierung.
Außerdem erfüllt sie beizeiten nicht die rhytmischen Bedürfnisse oder auch die der Situation:

Auf einem Freiluftmarkt sind wir oftmals "zu leise", da wir unverstärkt spielen und einige der Nummern mit lautem Instrumentarium nicht funktionieren würden...
(natürlich obliegt es uns als Band, dafür Lösungen zu entwickeln - ich kann nicht vom Rezipienten verlangen, sich hier anzupassen...ich kann es ihm nur schmackhaft machen..)

Renaissancemusik erschließt ihre ganze Schönheit oft erst im mehrstimmigen Spiel -
was auch gelernt sein will.

Unterm Strich:
historische Musik verlangt viel Zeit für Übung und Verständnis - das funktioniert nicht, wenn man nur zum Fest
das Instrument hervorkramt.
Da viele Leute aus dem Bereich berufstätig sind, fehlt es wohl an der Zeit, die es brauchen würde.
***

Varianz, auch in Bezug auf Epochen ?
Fände ich witzig, vor längerer Zeit mal habe ich einen k.u.k. - Drehleierspieler dargestellt, einen
 Kriegsversehrten...
Überhaupt : mehr Austausch zwischen den Zeiten !

Was das HGM betrifft : Ich persönlich mag dieses Fest sehr, eine Vielzahl an Zeitaltern und Darstellungen ist zu bewundern,
in einer angenehmen Atmosphäre. Gerade diese Vielzahl macht es für viele Zielgruppen attraktiv,
bei einem Fest in Wien sicherlich keine ungute Sache.
Vielleicht könnte man ja eine eigene, epochenspezifische Veranstaltung machen?
K.u.K. - Darstellung mit allem drum und dran?
MA-Reinkultur ?
Dafür - ich bin dabei !

Riharc

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10. Kommentar von event-grenadier am 20.07.2012 um 16:06

Musik
@ Musik:
Dass es keine zeitgenössische Musik des frühen 19 Jhd gibt,
kann ich so nicht stehenlassen.

Bei uns in der Napoleonik (www.ir3.at) wird nach Dienstschluss gerne
und mit Enthusiasmus dem Böhmischen Bock, der Drehleier oder auch nur
mit Trommel  und  Gesang dem Liedwerk nachgekommen.

Und da sind wir sehr wohl in Uniform, also wie das MA sagt „in Gewandung“ *BRRRRRR*

Dazu kommt, dass wir als Grenadiere eine CD herausgegeben haben,
die mit den besten Tonkünstlern, die es derzeit in unserer Szene gibt, 
bespielt wurde. 
„Wir zogen gegen Napoleon“ - Deutsche Lieder aus der Napoleonik.  Tanzenswert und zum Mitsingen.

Diese Künstler sind auch zu buchen. Ein Rudi Lughofer, ein Michael Vereno,
ein Volker Derschmidt und auch Größen wie Simon Wascher und seine Schickaneder Jugend
freuen sich auf jedes Engagement.

Man muss sich nur ein wenig darum bemühen, das Internetz durchsuchen oder uns fragen.

Aber da sind wir wieder dabei, dass das alles mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist…..

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11. Kommentar von Kastellan am 20.07.2012 um 17:40

Veränderungen
Es gibt mit Sicherheit ettliche Möglichkeiten wie man "Montur und Pulverdampf" in veränderter Form präsentieren könnte. Tatsache ist jedoch, dass der Veranstalter zu entscheiden hat, mit welchen Gruppen und mit welcher Epoche es beginnen soll. Im Mittelalter wie bisher mit bewaffneten wie Prima Nocte, oder erst mit dem 15. Jhdt.? Nun nachdem es heuer eine Besucherbefragung gab, und ebenfalls aufgefordert wurde Vorschläge zu unterbreiten, bin ich mir sicher, dass 2013 eine Reihe von Neuem und Anderem zu sehen sein wird.
Einerseits wird mehr Musik gewünscht, ob nun Mittelalterlich oder später angesiedelt ja sogar eine Militärkapelle könnte ich mir persönlich Vorstellen. Sicher alles eine Frage der Kosten die sicher auch jetzt bereits nicht unwesentlich sein werden. Leise Musikgruppen könnten sicher auch innerhalb des Museums ihre Künste darbieten, auch wenn man die Probleme mit der Akustik im Inneren durchaus kennt.
Auch Kavallerie-Darstellungen gab es schon die bestimmt ihre Fans gefunden haben. Und eine Darstellung des 7 jährigen und 30 jährigen Krieges stelle ich mir höchst interessant vor. Ebenso eine Formation Marineinfanterie der k.u.k. Marine würde für mich persönlich Interessant sein, wobei ich nicht weiß ob es dafür eine Gruppe gäbe. Zumal die k.u.k. Marine immerhin die 8 größte der Welt zu beginn des Ersten Welkriegs war und sofern es darstellbar wäre, auch Anhänger finden könnte.

Wie gesagt das Leben ist Veränderung, und so sollte es auch gehandhabt werden. Ob nun auf  Mittelalterfesten oder einer Veranstaltung wie "Montur und Pulverdampf". Es ist nunmal so, wir alle bemühen uns für unser Hobby aber größtenteils für die Zufriedenheit des Puplikums all diese Arbeit und Zeit auf uns zu nehmen, und wir sind es meiner Meinung dem Zuseher schuldig nicht nur unser Bestes zu geben, sondern auch von Zeit zu Zeit Neuerungen zu präsentieren, da jahrelange Wiederholungen den beigeschmack des "kenn i scho, brauch i nimmer sehn" beinhalten. Und das denke ich ist für keinen Verein, Gruppe, Darsteller wünschenswert. Viele tun das, aber oft auch unmerkbar für den Besucher.
Ich habe mich im HGM immer wohlgefühlt, auch heuer und es gab viele Gruppen die eine tolle Darbietung mit wunderbaren Uniformen und viel Mühe für´s Detail geliefert haben. Viele nette, Interessierte und am Samstag Wetterfeste Besucher die auch ihre Kritik kundgetan haben, und das finde ich auch gut so. In wie weit es sich realisieren lässt wird man sehen, komme aber zur Ansicht, dass M&P immer eine besondere Veranstaltung war und bin mir sicher das sie dies auch in den kommenden Jahren sein wird.
In diesem Sinne.. alles neu macht der Mai.. freue mich auf M&P im Jahre 2013 

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12. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 21.07.2012 um 09:09

Hoch- und Deutschmeister
Ich würde es großartig finden, wenn beispielsweise diese Kapelle die Veranstaltung bereichert.
https://www.youtube.com/watch?v=MsQOfjYJz9Q

Und es gibt ganz großartige passende historische Militärmusik aus der Region, beispielsweise
https://www.youtube.com/watch?v=Jm5UD6u3rVo&feature=related

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13. Kommentar von anachronismus am 23.07.2012 um 08:31

@riharc
ich durfte mal ein ganz hervorragendes Konzert von euch in einem Wiener Beisl besuchen, wo ihr wirklich Renaissance Musik vom Feinsten gespielt habt. Ich weiß, dass ihr das drauf habt und ich weiß, wovon ich spreche, weil ich das selbst 15 Jahre lang in einem Ensemble gespielt habe. Die Probleme mit der Akustik bei dieser Art von Musik sind nicht von der Hand zu weisen, aber vielleicht kann man in diesem Fall ja mal einen Schritt in die Moderne wagen und einfach zu Mikro und Verstärkern greifen. insofern hoffe ich drauf, in zukunft noch mehr von euch zu hören und nächstes Jahr vielleicht im neuen Rahmen des MuP.

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