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Verlagshaus Bastei-Lübbe


Die Töchter der Heilerin von Mary Sharatt
Historischer Roman auf Basis einer wahren Geschichte
Daniela Mühlbauer
02.10.2012 18:20

Die alte Witwe Demdike lebt mit ihrer schielenden Tochter Liza und deren drei Kindern in einem Wohnturm im Pendle Forest, Lancashire. Die alte Frau wird von den Leuten gerufen, wenn Kinder oder Vieh krank sind, denn die Demdike ist eine Besprecherin. Wenn sie Gebete des alten Glaubens murmelt, ist sie in der Lage, Leidende von ihren Qualen zu erlösen. Die weise Frau wendet ihre Kunst aber stets nur im Guten an, um den Menschen zu helfen. Regelmäßig hält die Alte Zwiesprache mit ihrem Schutzgeist Tibb, der sich ihr in verschiedenen Gestalten zeigt. 

Die ungestalte Liza will von der Gabe ihrer Mutter nichts wissen, sie geht lieber betteln und verdingt sich als Tagelöhnerin, doch Enkelin Alizon scheint das Talent ihrer Großmutter geerbt zu haben. Leider versteht der schwachsinnige Enkel Jamie nicht genau, mit welcher Gabe seine Großmutter gesegnet ist und prahlt an falscher Stelle mit den angeblichen Zauberkräften. Auch Demdikes Freundin Annie lässt sich im magischen Wissen unterweisen, weil sie darin den einzigen Ausweg sieht, ihre Tochter aus den lüsternen Fängen eines Adligen zu retten. Annie wendet ihre Fähigkeiten aber nicht nur im Guten an. Bald schon sind Tote zu beklagen.

Als die junge Alizon von einem Hausierer als Diebin beschimpft wird, setzt sich das Mädchen wortgewaltig zur Wehr. Der Mann nimmt Reißaus, gerät nach einigen Schritten jedoch ins Wanken, fällt wie vom Donner gerührt zur Erde und bleibt halbseitig gelähmt liegen. Das Mädchen ist starr vor Schreck: Hat Alizon den Hausierer etwa verflucht? Nun wird das Gerede über die Hexen und Satanshuren im Pendle Forest laut. Dies kommt schließlich einem ehrgeizigen Richter zu Ohren. Und verraten von Jennet, Lizas jüngster Tochter, endet die Familie schließlich am Galgen.

Mary Sharratt hat ihren historischen Roman auf einer wahren Geschichte  aufgebaut. Die Figuren und deren Geschichte entstammen den Aufzeichnungen des Gerichtsschreibers Thomas Potts "The Wonderful Discoverie Of Witches In The County Of Lancaster", die 1613 erschienen sind. Der Roman ist in der ersten Person geschrieben; zunächst aus Sicht der alten Demdike, dann erzählt Alizon in der Ich-Form. Zuweilen liest es sich einladend wie ein Tagebuch, denn ausschweifende Dialoge gibt es wenig. Ab der Buchmitte wird die Lektüre aber ermüdend, denn der Autorin gelingt es nicht immer, den Spannungsbogen straff zu halten. Das tragische Ende der Hexen vom Pendle Forest sackt in der eintönigen Retrospektive ab und hätte ruhig etwas eindrucksvoller skizziert werden können. Die Geschichte hätte es hergegeben.

Über die Autorin:
Mary Sharratt stammt aus Minneapolis, Minnesota. Sie lebt seit einigen Jahren in Pendle, einer Region in Lancashire, England, in der auch der historische Roman "Die Töchter der Heilerin" angesiedelt ist. Die Inspiration für dieses Buch entsprang wohl dieser wilden ungezähmten Landschaft. Sharratt hat für "Die Töchter der Heilerin" nach Angaben ihres Verlages ausführlich in historischen Dokumenten recherchiert. Für den Roman "The Real Minerva" bekam Sharratt 2005 den WILLA Literary Award.


Daten

Taschenbuch
432 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-10: 3404166663
ISBN-13: 978-3404166664
Originaltitel: Daughters of the Witching Hill
Richtpreis 8,99 EUR

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