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Forum Antiquum Mittelalterevent
Publikumseinbindung ist eine der großen Stärken der Gruppe Equites ex animo

Forum Antiquum Mittelalterevent
Transparente Preispolitik beim Mittelalterfest

Forum Antiquum Mittelalterevent
Wächst er noch, wenn man ihn gießt?

Forum Antiquum Mittelalterevent
Lieber ein Freigetränk vom Veranstalter als einen Nachlass beim Eintritt.


Mittelalter im Ausflugsziel Schlosspark Laxenburg
Familien-Spaß im Garten
Florian Seidl
07.11.2011 11:30

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Ergebnisse der Berwertung

In neuem Design und neu gestalteter Platzaufteilung präsentierte das Forum Antiquum an zwei Wochenenden einen belebten Mittelaltermarkt, zugeschnitten auf Familien und Ausflügler. Im Unterhaltungs-Programm ersetzten heuer Schaukampf, Artisten und Gaukler das schon gewohnte Turnier zu Pferde.

Nach der wirtschaftlich desaströsen Bilanz im Regenjahr 2010 erfand sich das Mittelalterfest Laxenburg, veranstaltet von Thomas Hirmann und dem Forum Antiquum, neu. Statt einem Ritterturnier zu Pferd als Kern der Veranstaltung zog man einen belebten Mittelaltermarkt mit allem, was das Ausflugspublikum erwartet, im romantischen Gelände des weitläufigen Laxenburger Schlossparks auf.

Es kann nicht immer regnen...

Am romantisch-historischen "Turniergelände" tummelten sich über 30 Standler und Verpflegungsstationen (Angebotsschwerpunkt: Lederfabrikate). Wirtschaftlich war es ein Abenteuer, Laxenburg trotz des Finanzdebakels, das dem Vernehmen nach im Vorjahr einen Mitveranstalter an den Rand des Bankrotts getrieben hat, nochmals zu wagen. Der Schönwettergott hatte scheinbar etwas gut zu machen, und so war der Besucher-Ansturm glücklicherweise enorm. Versammelt waren viele, die in der österreichischen Szene Rang und Namen haben. Lokalmatadore und gern gesehene Gäste bespielten an zwei Wochenenden das Gelände und wurden dank des guten Wetters von den Besuchermassen förmlich überrollt.

Schaukampf-Neulinge Equites ex animo

Erstmals vor großem Publikum zeigten sich die österreichischen Darsteller der Gruppe Equites ex animo (Darstellungsziel: 14.-16. Jhd) mit einer szenetypischen Schaukampfdarbietung (schlauer Requisiteneinsatz, krachender Vollplatteneinsatz, miserable Dialoge). Überdurchschnittlich gelang den Akteuren der Publikumskontakt, was letztendlich den Ausschlag für den Unterhaltungserfolg ergibt. Hier scheint der Einfluss und Nähe der ungekrönten Landes-Meister der Zuschauereinbindung, Torxes und Pixel (um weitere Lokalmatadore im Laxenburg-Einsatz zu nennen) unverkennbar.

Familienfest im Garten

Das erstaunlich dichte Unterhaltungsprogramm wurde ergänzt durch einen eigenen Kinder-Bereich mit Spielen, Bastelstationen und Gaukler-Auftritten. Dieses neue Spezial-Spartenangebot vereint sich nahtlos mit den Interessen des Zielpublikums in Laxenburg, wo jedes Wochenende tausende Familien den Reiz einer gepflegten, idyllischen Parklandschaft suchen.


Zutritt und Eintritt: Die Preisdebatte

Im Vorfeld der Veranstaltung waren vereinzelte Stimmen aus der Szene vernehmbar, die die Eintrittspreispolitik kritisierten: Der Eintritt von 6,50 Euro ohne Kostüm-Rabatt war Anlass für einige heftige Verbalattacken. Seitens der Veranstalter gab es dazu keinen offiziellen Kommentar. Eines der bedeutendsten Argumente gegen den Gewandeten-Rabatt ist freilich die undankbare Rolle der Türsteher: eine Beurteilung, was eine qualitätvolle, nachlasswürdige Gewandung ist, übersteigt schlicht die Möglichkeiten des Einlasspersonals. Der Einfluss von mittelalterlich gekleideten oder sonst wie aufgebrezelten Menschen auf den Erfolg eines Mittelaltermarktes scheint dem Autor seitens der Szene überschätzt. Wer ein Fest zum Anlass nehmen möchte, seit Outfit spazieren zu führen und glaubt, damit der Veranstaltung oder den Veranstaltern etwas Gutes zu tun, tut dies ohnehin zur Freude derer, die mit Arbeitsleistung und hohem finanziellen Risiko die Veranstaltung überhaupt ermöglichen. Und Schnorrer sind nirgendwo beliebt.

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1. Kommentar von Werner am 07.11.2011 um 22:48

"Schnorrer"
Es ist klar, daß nicht jede Veranstaltung, die unter Mitwirkung lokaler Helfer stattfindet, einen "Gewandetenbonus" bieten kann. Zum einen stehen da Leute an der kassa, die zwischen Piratenhemd plus Schnürlederjeans und historisch korrektem Outfit nicht unterscheiden können, weil sie einfach keine Erfahrung damit haben, zum anderen erlauben die "zivilen" Veranstaltungspartner manchmal auch keine Rabatte.

So weit ok.

Als "Gewandeter" freut man sich trotzdem, wenn der Veranstalter mit kleinen Entgegenkommen der Szene zeigt, daß sie wilkommen ist. Und daß eine Menge bunter Klamotten auf einem Festl nicht zu dessen Attraktivität beitragen soll, ist mir neu.

Aber sei´s drum.

Aber: die Gewandeten, die abseits von Piratenhemd und Lederjeans unterwegs sind, haben meist derart viel Geld und Zeit in ihre Ausrüstung gesetzt, daß die üblichen ein oder höchstens zwei Euro Gewandetenermäßigung das nicht einmal ansatzweise wettmachen, sondern nur eine Art ideelle Anerkennung ihrer Bemühungen und wie gesagt eine Art Wilkommensgruß für sie darstellen- und die dann als "Schnorrer" zu bezeichnen, halte ich für eine derart präpotente Aussage, daß mir einfach nur der Taschenveitl im Hosensack aufgeht.
Diese Leute gehen in Klamotte auf eine Veranstaltung, weil es ihnen Spaß macht, ihre Klamotte auszuführen und weil ihnen eine bestimmte Veranstaltung gefällt, aber nicht um sich durchschnittlich einen oder maximal heiße zwei Euro Rabatt beim Eintritt zu erschnorren.
Sorry, aber sowas von Ignoranz und Präpotenz ...

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2. Kommentar von Brecuno am 12.11.2011 um 12:13

Eintrittspreis
Ganz ehrlich, was ich an Geld bei Sauferei pro Festl ausgebe, ist mir der Eintritt egal.
Die Mühe um meine Gewandung ist MEINE Arbeit und MEIN Lohn - sowas nimmt mir niemand, trotzdem freu ich mich über jedes Bier oder noch wichtiger, über jedes Soda, daß ich mal so bekomme - nach fleissigem Konsum!
Ausserdem zieht es Besucher geradezu magisch an, wenn Gewandete bei einem Standl herumstehen und
kurze, aber wilde Disskusionen über was immer auch führen.
Da kann es durchaus sein, von einem Metsieder ungewöhnlich oft auf ein Stamperl Met eingeladen zu werden, während hinter einem unbemerkt sich die Menschen auftürmen und plötzlich zum Met saufen anfangen.
Bei Bier nicht so, das trinkt fast jeder.
Dasselbe bei Handwerkern und sonstigen Standlern, die sich meistens freuen, wenn wer zum quasseln vorbeikommt -
vor allem in Gewandung.
Will man ein gewisses Ambiente fördern, sollte man bei den Tavernen und Ausschankdingsn eine Art Gewandetenrabatt bei Getränken einführen, nicht viel, nur zwanzig oder dreißig Cent - damit gemeint ist, vom Scheitel bis zur Sohle gewandet im mittelalterlichem Stile, wobei bei diesem Thema sicher die Wogen hoch gehen, a la was ist Gewandung, wer entscheidet usw.
Aber es ist ja nur ein Gedanke.

So oder so, führt man sein Gwandl gerne aus. Und das ist auch gut so.
Deswegen weitersaufen und noch mehr Leute kennenlernen...
Prost!

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3. Kommentar von Kugelblitz am 16.11.2011 um 14:14

Originelle Darsteller ... aber der Rest
Torxes und Pixel, die Henker, Equites ex animo,etz. alles gut wie gewohnt. Speziell ein Lob an die Schaukämpfer, für dass das es das erste Mal für sie wahr, wars echt unterhaltsam.

Aber! Mein Gesamteindruck war leider alles andere als zufrieden stellend. Wohl eher enttäuschend.
Man kann immer mehr spüren das diese Festl von vorn bis hinten auf Profit ausgelegt sind. Zum einen Darsteller und Mitarbeiter die nicht mal Gewandet waren, und angeblich wurde auch Händlern erklärt was sie verkaufen dürfen und was nicht!?!?!? Irgendwie strange.
Ich hoffe einfach das Mittelalterfeste in Zukunft nicht zu einfachen Volksfesten verkommen... wär echt Schade

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4. Kommentar von Kilobyte am 24.11.2011 um 09:12

Für mich machte Laxenburg den Eindruck...
...als hätten die Veranstalter versucht, nur ja kein wie auch immer geartetes Risiko einzugehen und daher dem lieben schaulustigen Volk das zu bieten, was das liebe schaulustige Volk nach Meinung des Veranstalters wahrscheinlich sehen will.

Ergebnis Nr. 1: Der Plan hat offensichtlich funktioniert, es kamen genügend Besucher.

Ergebnis Nr. 2: Das Fest hat jede Art von eigenem Charakter verloren und wurde zu einem beliebig austauschbaren "Volksfest mit ein bißchen historischer Staffage". Das einzige, was mir in dieser Richtung noch gefehlt hat (aber gut zum restlichen Fest gepaßt hätte), war ein Bierzelt mit Wikinger-Hörnerhelmen aus Pappmache auf den Giebeln.

Vor diesem Hintergrund war auch die weite Raumaufteilung mit Ständen an der Außenseite des Platzes dem Ambiente eher abträglich: Egal, wo man sich am Festplatz aufhielt, den optischen Eindruck dominierten die Biergarnituren in der Mitte des Platzes. Alles, was irgendwie historisch angehaucht war, wurde im wahrsten Sinne des Wortes marginalisiert, d.h. an den Rand sowohl des Festes als auch der Wahrnehmung verdrängt. Daß es keinen Gewandetenrabatt gab (vgl. Diskussion weiter oben), paßt exakt in dieses Bild.

Fazit aus meiner persönlichen Sicht: Schade. Der Platz hätte an und für sich das Zeug, vom Ambiente her Purgstall Konkurrenz zu machen - gemacht wurde daraus eine allgemeine Volksunterhaltung, aber kein Mittelalterfest.

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