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(C) Werner Maier

Foto (C) Werner Maier
Schöne hölzerne Biertischgarnitueren.

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Die wichtigste Attraktion war fraglos die Möglichkeit zum Bogenschießen bei Arduinnas Gefährten.

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Frau Hexe, warum hast Du so einen großen Hut?

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Besuch aus Mittelerde?

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Gandalf war jedenfalls beim Friseur.

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Ob "Stich" in der Nähe von Mittelalterdarstellern zu leuchten beginnt, war in Ermangelung selbiger nicht abzuklären.

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Ramsch und Tand für das Mittelaltervergnügungsland.

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Auch wenn es Veranstalterin Evelyn Bauer wichtig war, dass auf diesem Ritterfest keine Kämpfe mit Waffen ausgetragen werden - im Geheimen balgten manche dennoch ein wenig.


Sechstes Wiener Ritter- und Sagenfest:
Lainz am Rosenhügel

Bescheidenes Angebot in schönem Ambiente
Werner von Wolfpassing
20. 7. 2011 - 21:00

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Bei diesem Fest, welches von 1. bis 3. Juli bei einem Eintritt von fünf Euro - Kinder und Gewandete frei - stattfand, ist man versucht zu schreiben: "Same procedure as every year". Spontan schießt dies in den Sinn, wenn man großteils wiederkehrende Gesichter und Stände zu Gesicht bekommt, welche dann auch noch in derselben Gegend wie letztes Jahr am Platz stehen. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man doch einige Veränderungen, Neues und Fehlendes am Fest, das zum sechsten Mal stattfand und nun im dritten Jahr am Rosenhügel residierte. Diesmal hat es die göttliche Sprinkleranlage am letzten Festtag derart übertrieben, dass sich der Veranstalter zum Abbruch des Festes gezwungen sah.

Ein beachtlicher Teil des Festes widmete sich den Kleinsten und Jüngsten unserer Gesellschaft. Das verwundert auch nicht, denn das Fest wird vom Hietzinger Bezirk als größtes Kinderfest im Westen Wiens gehandelt. 2010 waren von den sechstausend gezählten Besuchern viertausend Kinder. Auch dieses Jahr konnten die Knirpse kreativ mit Farben und Formen hantieren und das eine oder andere Meisterwerk anfertigen, sowie beim Drachenfüttern und Armbrustschießen Geschicklichkeit beweisen. Nach dem aktiven Einsatz konnten sich die Kleinen beim Puppenspiel von Märchen an Fäden passiv an dem Schauspiel erfreuen. Monika und Leo zauberten mit ihren geschickten Händen märchenhafte Momente für das Publikum, das nicht nur aus Kindern bestand und in dem geräumigen Zelt liebevoll gemalte Bühnenbilder zur Geschichte betrachten konnte.

Händler, Künstler und die Gaumenfreuden

Zitat von der Veranstalterhomepage: Aber was Ihnen wirklich fehlt, ist ein handgemachtes Holzschwert, eine keramische Vogelpfeife oder endlich die ersehnte Ritterrüstung nach Maß. Insgesamt bieten 32 (vogelfreie) Künstler ihre Waren an, allesamt Freunde von Karl dem Kahlen. Nun können viele von uns zählen und würden niemals, unter gar keinen Umständen, den auf dieser Seite angepriesenen Text in Zweifel stellen, jedoch das einfache Abzählen von Zelten und Marktständen bringt uns nicht einmal in die Nähe dieser genannten Zahl. Zweiunddreißig als Ziel vor den Augen haben wir mehrere Varianten probiert – Warengruppen – Mitwirkende – Zeltpfosten – Grashalme. Am Ende haben wir die Sache aufgegeben und nahmen an, dass vielleicht gar nicht alle Freunde vom Karl dem Kahlen gekommen sind. Kümmern wir uns um das aktuelle Angebot der Händler, das man als vorhanden aber nicht üppig bezeichnen kann. Viele Händler der Vorjahre sind der Veranstaltung treu geblieben, einige Lücken konnten gefüllt werden, andere blieben leer. Es drängte sich im Vergleich mit den vergangenen Festen jedoch ein reduzierterer Eindruck auf. Für das leibliche Wohl wurde unter anderem ein bekanntes Brauunternehmen aus dem Nachbarbezirk verpflichtet, Spanferkel mit Kräuterfülle und Krautsalat standen ganz oben auf der Speisekarte und ein Strudelbäcker bot zur Abrundung der Gaumenfreuden kalte und warme Mehlspeisen und den dazu passenden Kaffee an. Weiters standen Süßigkeiten und gebrannte Nüsse zum Verkauf. Selbstverständlich waren auch für die vielen durstigen Besucher genügend flüssige Nahrungsmittel vorhanden.

Belebung durch Lagerleben und musikalisches Ambiente

Arduinnas Gefährten zeigten wieder ihre Künste am Bogen und ließen die Besucher hernach an ihren eigenen Fertigkeiten arbeiten. Die Gefährten unterhielten ebenso wie die Rittergruppen Eisenwacht und Equinox sowie den Highlandern ein Lager, in dem man sich bemühte, darstellend zu leben, zu kochen oder einfach ein wenig zu trainieren. Als besondere Attraktion wurden bei den Highlandern im Lager auch Highlandgames für Kinder abgehalten, bei denen die Kids in den Bewerben Seilziehen, Baumstammwerfen und Bogenschießen die Möglichkeit hatten, eine Urkunde zu ergattern. Wohlvertraute Klänge der Gruppe Musica Salamanda aus Wien, die mehrere halbstündige Auftritte absolvierten und es ebenso wie die auch aus Wien stammende Band Narrengold verstanden, das Publikum um sich zu scharen und in den Bann zu ziehen. Narrengold untermalten auch die Darbietungen des traditionellen Marionettentheaters "Märchen an Fäden", die "Es rumpelt der Stilz" zum Besten gaben.

Heiter bis wolkig oder auch mehr

Freitag und Samstag war das Wetter moderat. Während des Besuchs unseres Redakteurs am Samstagnachmittag wurde nur ein ernstzunehmender Regenschauer bemerkt. Es gab genügend sonnige Abschnitte, die ab und an von ein paar vorbeihuschenden Wolken kurz unterbrochen wurden aber keinen Einfluss auf die Stimmung der Gäste hatten. Viele Händler waren wetterfest genug um einen kurzen Regenschauer auszuhalten und jene, deren Waren nicht gerne im Regen liegen, wie die Bücher des Buchportals, hatten die kurzen Regenkrisen souverän gemeistert. Dann kam der Sonntag mit heftigen Windböen, Temperaturen knapp über 10 Grad Celsius und Regen. Schweren Herzens, aber um die Sicherheit besorgt, wurde das Fest gegen 13:00 Uhr am Sonntag abgebrochen.

Die liebe Not mit dem Vorfeld

Das Internet ist ein nicht mehr wegzudenkendes Medium, das eine Fülle von Informationen bietet. Soweit wäre dies nicht schlimm, aber Werbungen, die in einem Medium auftauchen, das deren rasante Verbreitung unterstützt, sollten mit aller möglichen Sorgfalt an der Quelle versehen sein. Auf einigen Seiten im Web fand man widersprüchliche Auflistungen von Akteuren, nicht vorhandene Programmpunkte und eine gefundene Seite glänzte mit der Aussage, es gäbe sogar freien Eintritt für alle. Auf dem Fest berichtete man uns auch, dass vereinzelt Gewandete zur Kasse gebeten wurden, obgleich freier Eintritt versprochen war – versteht sich von selbst, dass reklamiert wurde. Ebenso schien für viele Leute auf diesem Fest das Programm gar nicht ersichtlich gewesen zu sein. Gemäß der Veranstalterhomepage sind Dipl.Päd. Evelyn Bauer, die Webgemeinde-Wien, der Kulturverein-Hietzing, die Hietzinger Bezirksakademie, das Bezirksmuseum Hietzing, der Verein Mythos, der Verein Arduinna Gefährten, die Hietzinger Kinderfreunde, die Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen und die Firma "EDV Service Doppler" gemeinsam Veranstalter – vielleicht verderben auch hier zu viele Köche die Werbung.

Ein guter Ort für die Veranstaltung, aber...

Wann immer wir gefragt haben, erhielten wir meist die gleiche Antwort: "Ein gemütliches Fest, an einem sehr guten Standort." Die Rosenhügelwiese, die zum neurologischen Krankenhaus der Stadt Wien gehört, bietet ausreichend Platz, um den für ein mittelalterliches Fest notwendigen Flair zu erzeugen. Damit konnte das Fest bei Besuchern und Darstellern in der Kategorie Ambiente punkten. Nicht überzeugen konnten die am Boden liegenden, verfaulenden Äpfel - weder olfaktorisch noch visuell. Familien mit Kindern sind auf diesem Fest gut aufgehoben, Langeweile wird sich für die Kleinen über Stunden wohl keine einfinden. Für Erwachsene hielt sich das Angebot in Grenzen. Insgesamt konnten laut Veranstalterangaben nur siebenhundert zahlende Gäste registriert werden, daher steht eine Fortsetzung noch "in den Sternen". Wie bei vielen anderen Festen bleibt zu erwähnen, dass das Potential dieses Festes nicht einmal annähernd ausgelotet wurde. Schade.


Weiterführende Links:

externer Link Veranstalterhomepage (zur Zeit offline)




Fantasy Flagship

Isi's Spezereyen

Steam Dreams

Vehi Mercatus



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1. Kommentar von Haybaer am 21.07.2011 um 17:18

...und täglich grüßt...
Der Wikingerdarsteller von heute muss sich ja bekannterweise mit merklich anderen Gefahren herumschlagen als er es sich vielleicht wünschen würde. Während seine historischen Vorbilder im Wald Pilze sammelten oder gemeinsam mit anderen Krieg spielten bildet sich heutzutage Angstschweiß auf seiner Stirn wenn er eine Horde wilder Familienväter auf sich zustürmen sieht, die ihn mit dem markerschütternden Kampfgebrüll: "Jööö, schau, Hans-Jörg. ECHTE RITTER!" sofort als direkten Nachkommen der Dinosaurier und Römer entlarven. Wenn die Horde dann im Schmied den silvesterlichen Bleigießer erkennt, mag dem Herrn Wikinger manchmal die Frage kommen, ob er sich nicht doch lieber von den friedlichen Orks die daneben stehen verprügeln lassen möchte...

Umso größer die Freude beim Lesen des szeneneigenen Magazins dann zu bemerken: Holla, ich bin ja doch in einem Ritterverein - die Redakteure von Huscarl werden doch, schon der Namensgebung wegen, einen Wikinger erkennen, wenn sie ihn sehen. Oder sollte die Darstellung tatsächlich so schlecht und unausgereift sein wie es der, zugegeben gelungene Scherz über "Stich" andeutet? Darf man sich vielleicht tatsächlich nicht zum Kreis der (auf diesem Fest angeblich mangelnden) Mittelalterdarsteller zählen? Sollte man vielleicht doch umsatteln auf Indianerpiraten und mit einem kräftigen "Hook, Hook!" den Enterhaken packen?

Zumindest freut es mich, dass unser Bemühen, eine Darstellung zu leben bzw. mittelalterliches Leben darzustellen bzw. Darstellung zu mittelaltern (...wie auch immer man das dann nennen mag) bemerkt wurde - Wenn auch das nur einen schwachen Trost darstellt für einen jungen Wikinger der verzweifelt nach Anerkennung giert!

In diesem Sinne,
ein Hook, Hook!
ein HIRSCHWURSCHT!
ein ernstgemeintes Danke für die netten Fotos!
ein typisch-wikingisches deus lo vult!
und ein dickes Bussi.

euer Haybaer der Leise vom Ritterverein und Schachclub Clan Eisenwacht.

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