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(C) Charlie Unger

Foto (C) Sabine Schmid
Foto (C) Sabine Schmid
Idylle. Die Wahl des Veranstaltungsortes ist absolut gelungen.

Foto (C) Charlie Unger
Versorgung durch Roland Heinzles Mettaverne.

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Heinrich und Kämpfer verschiedener Gruppen treffen sich beim Buhurt.

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Mobile Musikanten: Narrengold.

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Auch kleine Nachwuchsritter dürfen mal probieren.

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Hochwertige Vertreter der Händler und Handwerkszunft: Ulf der Schmied ...

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... und Martin der Kräuterhändler.

Foto (C) Sabine Schmid
Bruchenball-Spass unter der Anleitung der Sturmfalken.

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Natürlich gab es auch die eine oder andere Kuriosität zu erblicken...

Mittelalterfest St. Oswald bei Graz
Ein verbesserungswürdiges Fest wurde
zur Gemütlichkeit hin verbessert

Florian Machl
15. 6. 2011 - 22:30

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Ergebnisse der Berwertung

Fotogalerie

Fotogalerie
Als Nachfolgefest zum 2. Mittelalterfest Graz veranstaltete der Verein "Memento Mori" in diesem Jahr ihr Mittelalterfest auf der Fuxjägerwiese in St. Oswald bei Graz. Zwei Jahre hintereinander hatte das Veranstaltungsteam einen Platz in der Top 10 der "verbesserungswürdigsten Feste" bei der Huscarl Leserwahl belegt. Die Gründe dafür waren vielfältig, Potential nach oben hin in großem Maßstab vorhanden. Einige Missstände wurden nun behoben, ein wirklich schönes Veranstaltungsareal gefunden – und den trotz guter Wetterlage nur wenigen anwesenden Gästen ein angenehmes Fest bereitet.

Zu Pfingsten, vom 11. bis 13. Juni, fand bei idealen Wetterbedingungen auf der mit einer ausgezeichneten Aussicht ausgestatteten Fuxjägerwiese der mittlerweile vierte Event von Memento Mori statt. Eine Handvoll Händler umsäumte die eine Seite des Feldes, eine Anzahl von Lagergruppen, die verschiedener nicht sein könnten, die andere. Dazwischen fanden auf einem großzügig abgesperrten Areal unter anderem Buhurte statt. Sehr dynamische Kampfrunden nach historischem Vorbild, angeführt von Heinrich von den Bluthunden. Dieser erschreckte am ersten Tag auch gleich ein paar weniger erfahrene Gruppen mit der Ansage, dass man Vollkontakt ohne Codex kämpfen würde. Dass dies funktioniert, bewies man im Anschluss – die Fotogalerie zeigt, was man sich darunter vorzustellen hat. Wie man ebenso dort bewundern kann, zeigten auch andere Kämpfer ihre Künste.

Bruchenball

Unter der Anleitung der Sturmfalken fanden sich viele Spieler zum täglichen Bruchenballturnier ein und zeigten freundschaftliche und doch beinharte Aktionen am Feld. Nach zwei Tagen Vorentscheidungen mit Tabelle haben das Finale das Team "Die Würmer" aus Südtirol gegen die Prellhawer bestritten und in einem wirklich spannenden Finale 4:3 gewonnen. Einige Programmpunkte entfielen leider, darunter die geplante Falknereivorführung. Aufgrund der Schwerpunkt-Initiative des Tierschutzvereines "Vier Pfoten" sagte der Falkner aus Angst vor einer Anzeige seine Teilnahme ab. Dafür legten sich die Anwesenden um so mehr ins Zeug und improvisierten auch das eine oder andere. Unbedingt erwähnenswert waren die Puppenspiel-Vorführungen von "Märchen an Fäden" Luitbald der Fadrenrihe und seiner märchenhaften Monica diu Pilgerinne. Allgemein bemängelten einige Besucher, dass das offizielle Programm oft erst sehr spät anfing und aus nur wenigen Punkten pro Tag bestand.

Hoher Wohlfühl-Faktor für die wenigen Gäste

Die musikalische Untermalung stammte diesmal von Salamanda und Narrengold, die zum Teil auch als „mobile Musiker“ unterwegs waren. Sie beschallten am ersten Tag geschätzte 150 Besucher, am Sonntag etwas über 300 und am Montag etwas über 100 Besucher. Was aus wirtschaftlicher Perspektive natürlich eine tragische Sache ist. Dem Wohlfühl-Faktor der wenigen Gäste - darunter doch einige aus der Mittelalterszene - und der Verständigung zwischen den Gruppen, war der geringe Publikumszuspruch hingegen sehr förderlich. Auch das anwesende Gastronomen-Team, Roland Heinzle mit Mettaverne, befreundetem Mokkazelt sowie Maximus mit seiner Troßküche, äußerten sich vor Ort durchaus positiv über Stimmung und Markt.

Ablauf ohne Unregelmäßigkeiten

Im Gegensatz zum Winterlager des Vorjahres sollen sämtliche Einladungen und Vereinbarungen mit den Gruppen dieses Mal ohne merkwürdige Geschichten abgelaufen sein. Einige Gruppen akzeptieren die Anreise zum Nulltarif, andere mussten erstmalig nicht "freiwillig" auf den vereinbarten Unkostenbeitrag verzichten sondern erhielten den vereinbarten Lohn. Ein wichtiger Schritt, wie einige Teilnehmer zu Protokoll gaben.

Ohne Geld keine Werbung

Nicht aufgegangen ist das Konzept, nur über das Internet Werbung zu machen. Während einzelne Händler die Aussage kolportieren, echte Werbung wäre den Veranstaltern „zu teuer“ gewesen, fielen auch Versäumnisse auf, die man ohne große Investitionen hätte beheben können. So fehlte eine Beschilderung des Veranstaltungsortes vollständig und soll den einen oder anderen potentiellen Besucher durchaus an den Rand der Verzweiflung getrieben haben. Hier machte sich bedauerlicher Weise ein weiteres Mal die Finanzschwäche des Veranstalters bemerkbar – ohne Geld, keine Werbung. Vielleicht ließe sich ja ein Deal mit den Händlern und Gastronomen vereinbaren. Wenn diese 50% der Standgebühren bereits im Vorfeld entrichten würden, könnte man damit arbeiten – und mit mehr Werbung wäre wiederum genau diesen gedient, die ein mehr als nachvollziehbares Interesse an guten Besucherzahlen haben.

Insgesamt ein Aufwärtstrend bemerkbar

Insgesamt zeigte sich das verbesserungswürdige Fest tatsächlich an vielen Ecken und Enden verbessert und entsprechend ist nicht zu erwarten, dass man den Platz drei des Vorjahres auf der Zitronen-Top-10 wird halten können. Im Gegenteil, wenn man auch aus den Erfahrungen von diesem Jahr gelernt hat, ist ein starker Aufwärtstrend bemerkbar. Die Besuchermeinungen von Gästen aus der Mittelalterszene waren durchgehend positiv, besonders gelobt wurde der schöne Veranstaltungsort. Es bleibt Grund zur Vermutung, dass dieser heimelige, nicht überlaufene Charakter des Events viel zu diesem Eindruck beigetragen hat. Für die Teilnehmer war es mit Ausnahme des Sonntags schon fast ein internes Lager. Und dort, im Kreise ähnlich Gesinnter, fühlt man sich beim Ausüben seines Hobbys einfach wohl.

Szeneklatsch und Tratsch
Einzelne verlegten das Festende nach vorne


Als letztklassig wurde im Zuge des letzten Veranstaltungstages die Tatsache beschrieben, dass der Verein "Die Bundeslade" sich über den offiziellen Abbautermin hinwegsetzte und bereits lange vor Festende mit den Autos quer über das Gelände fuhr, um abzubauen. Darauf hingewiesen, dass dieses Verhalten auf alle Darsteller und das gesamte Fest zurückfiele, soll mit wüsten Beleidigungen und Beschimpfungen bis hin zu Gewaltandrohungen reagiert worden sein. "Wer es sich mit ihnen verscherze", so teilte man dem Kritiker - einem Darstellerkollegen - mit, "der würde es schwer haben, in der Mittelalterszene weit zu kommen." Für Vertreter der "Spaß-zuerst-Fraktion", die sich mit schmucken Ikea-Gartenmöbeln am Fest präsentiert hatten, ein eher beschämend unentspanntes Schlusswort, wobei davon auszugehen ist, dass im Fall des Falles hier Aussage gegen Aussage stehen wird und sich sicher jemand findet, der bezeugt, dass alles bestimmt ganz anders war. Allerdings war die Gruppe nicht die erste, die vorzeitig verschwinden wollte: Das erste Auto am Platz gehörte Händler Trautmann, obwohl noch das Bruchenball Finale mit Preisverleihung und andere Events am Programm standen.

Weiterführende Links:




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