huscarl.at
EditorialMarktlebenWissenschaftMusikKulturVereineChronikVermischtesKurzWahlRadioVideoSzeneSuche
in der Community anmelden
Bild (C) Florian Machl

Foto (C) Florian Machl

Foto (C) Florian Machl

Foto (C) Florian Machl
Das Lagerleben stellte der Verein Gladii Uniti.

Foto (C) Florian Machl
Der Ledermacher Aibon von Viatoris Vitiosus in der Burgapotheke.

Foto (C) Florian Machl
Von den Handwerkskünsten von Drakoschneck ließen sich viele Besucher faszinieren.

Foto (C) Florian Machl
Die Vorführungen der Henker waren stets bis zum letzten Platz besetzt.

Foto (C) Florian Machl
Unterhaltungsprogramm am Burghof: Die Schandgesellen...

Foto (C) Florian Machl
... Torxes und Pixel ...

Foto (C) Florian Machl
... und Alex der Gaukler.

Foto (C) Florian Machl
Beeindruckend dekoriert: die Felsenhalle, die Prima Nocte als Ausgangsbasis und als "lebenden" Museumsraum nutzte.

Foto (C) Florian Machl
Bei den Schaukämpfen der Gruppe war der Burghof bis zum Bersten gefüllt.

Foto (C) Florian Machl
Ein Blick über das Veranstaltungsgelände und die mächtigen Bauten der Burg.

Foto (C) Florian Machl
Stimmungsvoll auch in den Nachtstunden...

Foto (C) Florian Machl
Das zahleiche Personal der Burg erwies sich als freundlich und zuvorkommend.

Foto (C) Florian Machl
Einer der schönsten Räume, die spätmittelalterliche Kapelle.

Foto (C) Florian Machl
Mit dabei: Isis Spezereyen.

Foto (C) Florian Machl
Chefkoch Oger bekochte auch Besucher.

Foto (C) Florian Machl
Die abendliche Feuershow bestritten Torxes von Freygeyst und Alex der Gaukler gemeinsam.

Foto (C) Florian Machl
Duran 'der Tod', der hier für das Foto posiert, hätte vor einem Jahr nur wenige Meter neben dieser Stelle fast durch einen Pfeil sein Leben verloren.

Burgfest und Burgbelebung Clam 2009
Eine Festung, mittendrin statt nur dabei.
15. 11. 2009 - 13:15
Verena Ritzengruber


Fotogalerie
Von 24. bis 26. Oktober 2009 ging man an, was im letzten Jahr in einem Desaster – oder auch in einer Erkenntnis endete: Das Fest auf der oberösterreichischen Burg Clam hatte 2008 mit einer ungenügend gesicherten Feldschlacht und einem abgeprallten Pfeil negative Schlagzeilen gemacht. Wer die Veranstaltung daraufhin für tot erklärte, mag nicht so ganz Unrecht gehabt haben ... denn 2009 zeigte sich nicht nur ein neuer Veranstalter mit ebenfalls neuem Konzept, sondern auch eine kleine Wiedergeburt.

Um vorweg alle Unklarheiten aus dem Weg zu räumen: Neben forum antiquum war Florian Machl, Chefredakteur von huscarl.at, mit dem Kulturverein Huscarl Events Mitveranstalter. Also mobilisierte man als Autorin dieser Festkritik ein Teammitglied, das weder in Planung noch in Ausführung mit eingebunden war, für den Bericht, um doch einen distanzierten Blick auf die Burgbelebung in Clam werfen zu können.

Kurzfristige Planung

Natürlich ist es schwierig, sich einem Fest auf der Burg ganz unvoreingenommen zu nähern. Man kennt Clam von früheren Veranstaltungen, die die Wiese unter der Burg einnahmen, von großen Lagern, Händlermeile und natürlich beeindruckender Kulisse. Letztere blieb zwar erhalten, gestaltete sich allerdings völlig anders als sonst und noch einmal ganz anders als gedacht.

Wo andere Veranstalter längere Vorlaufzeiten in Anspruch nehmen konnten, wurde die Burgbelebung in Clam doch eher kurzfristig geplant - etwa ein Monat Vorbereitungszeit musste reichen. Nicht zuletzt den positiven Kontakten der Organisatoren zu Gruppen und Händlern aus der Mittelalterszene war es zu verdanken, dass innerhalb der Burg kaum ein Flecken ungenutzt blieb und selbst zu einem solch späten Termin Ende Oktober hochwertige Darsteller ihr Kommen zugesichert hatten: Prima Nocte, die Schandgesellen, Torxes und Pixel, Alex der Gaukler, Drakoschneck, Viatoris Vitiosus, Gladii Uniti, Duran "der Tod", Gloria und Ole und noch viele mehr...

Anpassung an die Gegebenheiten

Das Fest war von vornherein kleiner geplant, sozusagen als Pilotprojekt für etwaige nachfolgende Veranstaltungen. Den Rahmen dafür bildete das Fassungsvermögen der Burg, die sich seit 550 Jahren in Familiensitz befindet und seit der Errichtung durchgehend bewohnt war. Die Besucher erwartete bei einem Eintritt von 9,00 Euro für Erwachsene, 5,00 Euro für Kinder eine Burgbelebung, die als eine der wenigen diesen Namen tatsächlich verdiente. Die Wiese unterhalb der Anlage, die in den letzten Jahren für sommerliche Lager und Markt genutzt wurde, diente als einer von vier Parkplätzen. Von dort aus fällt der Blick auf die mächtigen Bauwerke der Burg. Durch ein riesiges Burgtor betrat man das Gelände. Schon im unteren Burghof schmiegte sich Händler an Händler, was einen sehr stimmigen ersten Blick vermittelte und spätestens beim zweiten Schritt, wenn die Schandgesellen aufspielten oder die Gaukler zum Märchen riefen, in eine völlig andere Zeit versetzte. Das sehr schmucklastige Angebot an Händlern zielte fraglos mehr auf die Gelegenheitsbesucher ab. Es lässt sich sicher variieren und ausdehnen, womit man aber eine Ausweitung des Festes auf das Areal jenseits der Mauern in Kauf nehmen müsste.

Romantische und düstere Plätze

Gruppen und Handwerker waren in der Burg selbst untergebracht, so etwa in der Felsenhalle, der Schreibstube, der Apotheke und zahlreichen anderen Räumen, die sonst als Burgmuseum zu bewundern sind – zum Normalpreis von 8,00 Euro übrigens, womit das Fest für regelmäßige Burgbesucher nur einen Euro Aufpreis bedeutete. Zum kurzen Verweilen lud der "Rosengarten" ein, der kleine Burggarten, der sich an den Felsen schmiegte. Ein Ort, wie man ihn sich nicht romantischer hätte vorstellen können. Also kamen auch kleine und große Prinzessinnen voll auf ihre Kosten, während etwas weiter unten aus einem verliesartigen Raum Folterschreie nach oben dröhnten. Die Hartgesottenen konnten sich der Henkersvorführung der bekannten Gruppe "die Henker" hingeben, insofern sie Platz in dem bisweilen dicht befüllten Gewölbe fanden.

Publikumsmagnet – Belebung funktioniert

Insgesamt strömten über 2000 Besucher durch die belebten Hallen der Burg Clam. Im oberen Stockwerk erwartete einen nämlich der Rundgang durch teils bis ins Barock "modernisierte" Räume. Ein ganz großes Lob sei dabei der Belegschaft der Burg ausgesprochen, die ansonsten als Kultur- und Kunstvermittler selbst Führungen anbieten und dieses Mal an einzelnen Stationen zu finden waren. Stets guter Dinge, immer ein Lächeln auf den Lippen boten sie motiviert die passende Erklärung zu jedem einzelnen Raum. So ergab sich ein tatsächlicher Rundgang durch die Burg mit belebten Höfen und Ecken, genug Möglichkeiten um nachzufragen, gute Antworten und vor allem aber auch viel Anschaulichkeit und am Ende des Tages ein seltsam zufriedenes und heimeliges Gefühl, wie es nicht viele Feste hinterlassen.

Mystik und Realität

Am Ende war es wohl ein Zusammenspiel aus allem, was den Besucher zufrieden heimkehren ließ: Die hohe Qualität der Gruppen, die augezwinkendere Gastronomie von u.a. Met-Thomas, Narrenküche, Mäusebäckerey, dem hervorragenden Teezelt und Isis Spezereyen. Die Burganlage tat ihr Übriges: Ob es nun der in einen Markplatz verwandelte Burghof war, der sich bis Mittag haltende Nebel, aus dem steil der Bergfried aufragte und die Anlage nur schemenhaft erkennbar machte, die zuerst zaghaften und dann doch wärmenden Sonnenstrahlen – oder eben die flammende Feuershow von Torxes und Alex dem Gaukler des Abends. Clam war in einen gewissen Schleier der Geschichte getaucht, der so manchem ein Glitzern in die Augen zauberte.

Achja und da wir ja doch auch ganz gern in der Gegenwart leben: Positivst erwähnt seien die immer sauberen Toilettenanlagen im Eingangsbereich - kaum vorzustellen, wie weiß und blank geputzt ein WC nach derart vielen Besuchern sein kann.

Im nächsten Jahr wieder auf der Wiese?

1149 wurde die Burg das erste Mal urkundlich erwähnt. 900 Jahre später diente die Fläche unterhalb der Festung in den Sommermonaten schon oft modernen Klängen als Heimat. Hier begeisterten schon Pink, Simply Red, Billy Idol, die Ärzte, Silbermond und viele andere große Namen tausende Besucher. Für das kommende Jahr wird schon laut über eine Fortsetzung nachgedacht, auch der Termin steht bereits fest: 13. bis 16. Mai. Größer, besser, weiter. Das Potential ist sicher gegeben, die Anlage auch - doch von den Besuchern der vergangenen Burgbelebung wurde ganz deutlich der Wunsch ausgesprochen, dass die direkte Einbeziehung der Burg und ihren Räumlichkeiten eine Neuerung war, auf die man nur ungern wieder verzichten möchte.

Was andere noch immer nicht können, hat man auf Burg Clam mittlerweile gelernt: Vorhandenes zu nutzen, geradewegs das Hauptaugenmerk darauf zu richten und damit optimale Illusion zu erzeugen - historische Bauten als Mittelpunkt und nicht als Beiwerk am Rande zu nutzen. Dann können auch im nächsten Jahr kleine Prinzessinnen im Rosengarten träumen... und auf die Ritter warten, die ihr Haar hinaufklettern.


Weiterführende Links:




Can't create/write to file '/tmp/#sql_1eab_0.MYI' (Errcode: 28): SELECT * FROM INSERATE WHERE AKTIV_INS > 0 ORDER BY RAND() LIMIT 4