Das erste Innsbrucker Seminar für den Kampf mit Schwert und Schild vom 4. bis 5. Oktober 2008 gestaltete sich für die Veranstalter, den Verein Bardaga Buinn, als voller Erfolg. Nach einigen Unsicherheiten, die das Vorhaben als Erstversuch mit sich brachte, erwies sich das Wochenende mit anerkannten Trainergrößen von Hammaborg als ausgesprochen lehrreich für die Teilnehmer.
Unter den düsteren Vorzeichen geringer Anmeldungsambitionen seitens der Teilnehmer, Desinteresse der Presse und der Unsicherheit ob der finanziellen Realisierbarkeit des Workshops, fieberten die Organisatoren dem Veranstaltungswochenende entgegen. Trotz einiger Motivationseinbrüche und drohender Absagen siegte der Pioniergeist, etwas zu vollbringen, das es in dieser Form in Westösterreich noch nicht gegeben hat. Schlussendlich wurde das 1. Innsbrucker Seminar für den Kampf mit Schwert und Schild jedoch zu einem vollen Erfolg und erfüllte unter großem Anklang seitens der Teilnehmer genau jene Ziele, die von der Organisation angestrebt wurden: einen Brückenschlag zwischen Historischem Kampf und Reenactment-Fechten zu schaffen, neue Horizonte zu erschließen und allen Beteiligten neue Inputs für ihr Training zu geben. Zudem bestätigte sich die enge, grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Tiroler und der Bayrischen Freifechter-Szene. Ungewöhnlich großzügig und unkompliziert wurde der Event von der Raiffeisen Landesbank Tirol mit Ihrer unterstützt, was eine überlebenswichtige Basis für die Veranstaltung darstellte.
Rundschild, Buckler, Schwert
In insgesamt vierzehn Stunden, aufgeteilt auf zwei Tage, versuchten die beiden Trainer den Teilnehmern vergleichend die Grundzüge des Kampfes mit dem großen, flachen Rundschild, wie er im Frühmittelalter gebräuchlich war, und die Techniken mit Schwert und Buckler des Towerfechtbuches I.33 aus dem späten 13. Jahrhundert näher zu bringen. Gerade in Bezug auf die Techniken mit dem großen, flachen Rundschild stellte das Seminar ein Novum in Europa dar, da bis zum heutigen Tag kein vergleichbarer Workshop veranstaltet wurde. Ein Ziel war es, den Teilnehmern aufzuzeigen, dass dieser Schildtyp mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als nur eine Defensivwaffe gewesen ist, sondern vielmehr das aktive Werkzeug, das alles vorbereitete, während das Schwert nur zur Vollendung des Angriffes diente. Fast alle Angriffe werden mit Schild und Schwert gleichzeitig ausgeführt, und das maßgebliche Ziel ist die Bindung des gegnerischen Schilds mit dem eigenen. Im Gegensatz hierzu steht das Fechten nach I.33, in dem die Klingenbindung, das Fechten aus aneinander gebunden Klingen, heraus geschieht. Fest steht, dass der Sonntag ganz im Zeichen des schweißtreibenden ersten Tages stand und so manch ein Teilnehmer die Turnhalle bereits mit einem gehörigen Muskelkater betrat. Nichtsdestotrotz war Durchhalten die Parole der Stunde, und so gab es schlussendlich niemanden, der vorzeitig das Handtuch warf und den Workshop früher als geplant beendete. Am Ende blieb jedem Teilnehmer das Gefühl, unglaublich viel geleistet zu haben, ein gehöriger Muskelkater und ein vor Ideen und Eindrücken förmlich rauchender Kopf.
Trainerduo aus Hamburg
Europäische Spitze im kleinen Tirol
Mit Roland Warzecha und Tobias Wenzel, Mitglieder des historischen Fechtvereins "Hammaborg e. V.", war es gelungen, ein Trainerduo nach Innsbruck zu holen, das sich in den letzten Jahren in das Spitzenfeld der Europäischen Historischen Fechter gekämpft hatte und nunmehr auf jedem namhaften Event der Historischen Fechtszene als Trainer engagiert wird und Seminare hält. Unter anderem sind hier das Dreynevent in Wien, die Swordfish-Veranstaltung in Göteborg und zu guter letzt das "1st Championship Open" der Arts of Mars Schule von Colin Richards zu nennen.
Schwertkampf in Innsbruck
gruppenübergreifend und grenzüberschreitend
Ein äußerst erfreulicher Aspekt der Veranstaltung war die Tatsache, dass die vierzehn Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Gruppen jeweils zur Hälfte aus Innsbruck und Umgebung, aber auch aus verschiedenen Teilen Bayerns kamen. Es fanden sich unter anderem Fechter aus Neumarkt in der Oberpfalz, Augsburg, Regensburg und München.
Nachdem bewiesen wurde, dass eine solche Veranstaltung in Innsbruck möglich ist und auch Anklang findet, sind Fortsetzungen geplant. Konkrete Informationen liegen noch nicht vor, werden bei Bekanntwerden aber auf Huscarl publiziert.
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