huscarl.at
EditorialMarktlebenWissenschaftMusikKulturVereineChronikVermischtesKurzWahlRadioVideoSzeneSuche
in der Community anmelden
Reiterkrieger im Museum
Hunnenfest in Asparn an der Zaya
16. 9. 2008 - 17:15 - Rudolf Boettcher, Dorina Tuschel

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Foto (C) Walter Herdin

Am 31. August fand im Freilichtmuseum Asparn an der Zaya das erste Hunnenfest statt. Doch wer waren diese Hunnen überhaupt? Als Hunnen wurden zentralasiatische, nomadische Völker, Gruppen und Stämme aus dem Steppengebiet nördlich des Kaspischen Meeres bezeichnet. Im 4. Jahrhundert nach Christus überquerten einige Gruppen der Hunnen die Wolga,erreichten bald darauf die Grenzen des oströmischen Reiches und lösten die Völkerwanderung aus (375- 568 n. Chr.). Bekannt sind die Hunnen vor allem für ihren engen Bezug zu ihren Pferden und ihrem nomadischen Lebensstil. Diese Dinge wurden den Besuchern des Hunnenfestes mit vielen Möglichkeiten zum Mitmachen näher gebracht.

Offensichtlich wurde den Göttern in der neuen keltischen Kultstätte ausreichend geopfert, wie sonst ließe sich das traumhafte Wetter erklären, das die Besucher erwartete? Um auch genügend Gäste anzulocken, gab es für Gewandete freien Eintritt. So einfach lässt sich ein schönes, erfolgreiches Fest auf die Beine stellen? Ganz so einfach war es sicher nicht. Das Museum für Urgeschichte in Asparn an der Zaya bemüht sich jedes Jahr aufs Neue, sehr anspruchsvolle Feste auf hohem Niveau zu organisieren. Dies erfordert von allen an der Organisation Beteiligten viel Idealismus.

Räumliche Gegebenheiten gut genützt

Die Anfahrt gestaltete sich unkompliziert, und mit etwas Glück fand man auch das Museumsgelände. Die ortsansässige Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, die Besucher auf die Gratis- Parkplätze einzuweisen. Vor dem Tor wurden dem ungewandeten Erwachsenen 5 EUR gegen ein schickes Papierarmband getauscht. Wer nun den Gastronomie Bereich mit bezahlbaren Preisen (der leider wenig authentisch gestaltet war) widerstehen konnte, der gelangte in das Freilichtmuseum. Dort waren zwischen den rekonstruierten Gebäuden aus Steinzeit bis Eisenzeit einige Stände aufgebaut, die dem Fest das notwendige Flair verliehen. Hier fand man hauptsächlich qualitativ sehr hochwertige Waren, dafür blieben die üblichen kleinen Souvenirs ein wenig auf der Strecke. Als historisch Interessierter hatte man auf jeden Fall die Möglichkeit, mit den Standbesitzern fachzusimpeln, aber auch der Laie wurde fachmännisch belehrt. Neben den Verkaufsständen gab es auch Schauhandwerk und zahlreiche Mitmach-Stationen, die sich durch das gesamte Museumsgelände zogen. Als Höhepunkt auf dem Festgelände befand sich eine originale Jurte, die besonders durch schöne Details wie z.B. die Bemalungen der Holzteile auffiel.

Programm

Bogenschießen vom Pferd? Klingt leicht, ist es aber nicht. Langjähriges Training von Mensch und Partner Pferd sind notwendig, um da etwas zu treffen. Die österreichischen Schüler von Kassai boten, als Hunnen gewandet, ein großartiges Programm. Auch wurde an Selbstironie nicht gespart und das Publikum nicht mit einem falschen "A" getäuscht. Humorvoll wurde dem Besucher unter Anderem erklärt, dass damals natürlich noch keine Carbonpfeile verwendet wurden. Der Reitparcours wurde sauber (doppelt) abgesteckt und auf Sicherheit geachtet. Zu nahe kommende Schaulustige wurden höflich, aber bestimmt in die Ränge verwiesen. Danach konnte man auch noch die römischen Reiter der Gruppe "Timetrotter" bewundern oder bei WEAT (Workshop for Ethno-Architecture Techniques) vorbei sehen. Bei all den Gruppen fiel besonders die Liebe zum Detail auf. Der Aufwand, den die Beteiligten für Ausrüstung und Vorführungen treiben, ist offensichtlich beträchtlich.

Aktives Mitmachen erwünscht

Wem das Zusehen alleine zu wenig war, der hatte die Möglichkeit, im hunnischen Sattel selbst eine Runde zu reiten oder sich als Bogenschütze zu versuchen. Gemeinsam mit dem Publikum wurde das Grundgestell einer Jurte aufgebaut, was vor allem die Kleinsten restlos begeisterte. Für die Kinder gab es, wie bei allen Museumsfesten in Asparn, wieder reichlich Programm. Wer sich kreativ betätigen wollte konnte sich im Malen mit Ei-Temperafarbe versuchen, oder sich beim Filzen, Töpfern, Leder bearbeiten oder Amulette brennen austoben. Auch die alltäglichen Arbeiten der Hunnen, wie zum Beispiel Getreide mahlen, Jurtebänder weben oder Seile drehen wurden fürs Publikum zugänglich gemacht.

Stände

Händlerstände gab es nicht in großen Massen. Besonders beeindruckend war der Stand des Punzierers Rene Berends, der Lederarbeiten in 3-D vorstellte. Natürlich eine unbezahlbare Kunst, die aber angeblich in Workshops zu erlernen ist. Meister Hittinger bot Nachgüsse von Fundstücken und Replikate aus Bronze bis Gold feil. Aber auch Edelsteine, Räucherwaren, Glasperlen, Pfeile und Bögen, Met und andere Naturwaren konnte man käuflich erwerben. In der Töpferei des Freilichtmuseums präsentierten Ludwig und Vera Albustin hunnische und völkerwanderungszeitliche Keramik. Auch auch in der Schmiede wurde Schauhandwerk betrieben. Sehr angenehm ist uns aufgefallen, dass man im gesamten Museumsbereich nicht ein einziges Plastik- Partyzelt fand.

Musik...

...einmal anders. Die Gruppe Boerte-music unterhielt mit zum Thema passender mongolischer Musik! Da die fremdartigen Kehlkopfgesänge etwas gewöhnungsbedürftig für das mitteleuropäische Ohr sind, gab es zum Ausgleich auch "mittelalterliche" Musik von der Gruppe NAM. Bestimmt wäre die Musik auch ohne technische Verstärkung gut zur Geltung gekommen und hätte zu der allgemein gemütlichen Stimmung beigetragen.

Kritik

Leider war bereits um 18.00 Festende. Das hatte möglicherweise etwas mit den Öffnungszeiten des Museums zu tun. Vielleicht beschwert sich sonst der Arbeitsinspektor? Eventuell kann man da zukünftig eine Ausnahmegenehmigung erwirken, die Veranstaltungen beim Heeresgeschichtlichen Museum in Wien dürfen glücklicherweise ja auch immer ein wenig länger dauern.

Auch die Werbung für das Fest fiel etwas spärlich aus. Wünschenswert wäre unter anderem ein ausführlicher Programm- Flyer auf der Website. Wer außerhalb des Bezirks um Asparn an der Zaya wohnt, erfährt auch nur mit Glück von diversen Veranstaltungen.

Fazit

Als langjähriger Besucher erlebt man in Asparn an der Zaya immer wieder gelungene Feste. Und auch ohne Veranstaltung ist das Museum auf jeden Fall sehenswert. Es fällt allerdings auch auf, dass sich das Hunnenfest nicht wesentlich von den vorangegangen Keltenfesten unterscheidet. Vielleicht würden ein paar Neuerungen auch einem stetig erfolgreichen Fest nicht schaden.


Weiterführende Links:



Kultur- und Veranstaltungsgemeinschaft Eulenspiel

Steam Dreams



Radio Aena

Huscarl Diskussionsforen

Fantasy Flagship




Noch schneller informiert:
Huscarl auf Facebook



Dieser Huscarl-Artikel ist mir eine kleine Spende wert:





1. Kommentar von Doommaker am 16.09.2008 um 18:11

top und flop
gut fand ich allgemein die "ausstellungsstücke" des freilichtmuseums sowie die anwesenden darstellergruppen, die wie im bericht erwähnt auch sehr nette details zu beobachten hatten.

schlecht fand ich ein paar der wenigen händler, da war teilweise auch irgendwie unpassender schmuckramsch und die obligatorischen papphelme zu sehen. die gastro in eine passendere stimmung zu bringen und vllt. ein bisschen mongolische speisen in das programm der festgastro aufzunehmen wäre auch ein toller punkt gewesen der leider versäumt wurde.

allgemein hatte ich allerdings einen recht guten eindruck von der qualität des festes und es war den eintrittspreis (5€) meiner meinung nach auf jeden fall wert.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


2. Kommentar von ida am 17.09.2008 um 22:00

Workshops mit Rene Berends
es wurden im Artikel Workshops von Rene Berends erwähnt, für alle Interessierten Rene macht seine Kurse auch auf dem Hof der Bockschen Werkstatt, nächster Termin 21. - 23. November - Messerscheide, nähere Infos demnächst im Huscarl Terminkalender

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.



Du erhältst derzeit keine E-Mail-Benachrichtigung, wenn
neue Kommentare zu diesem Artikel verfasst werden. Ändern.