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(C) Florian Machl
Dreynschlag unterhielten kämpferisch am stimmungsvollsten Platz des Events.

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Die Falknerei präsentierte sich an einem schattigen Ort nahe der Burgmauer.

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Beim Lagerleben wurde gespart. Neben Gladii Uniti (im Bild) gab es noch ein Sonnensegel von Hakkon Aetterni.

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Bei Stationen der Grenzwacht konnten sich Kinder austoben - hier beim Strohsackduell am Balken.

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Am extra angeschütteten Sand am Hauptplatz wurde diesmal unter anderem auf Vollkontaktkampf gesetzt.

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Gut trainierte Kämpfer können hier trotz Belastung durch die Rüstung vollen Körpereinsatz zeigen.

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Trotz ungewohnt moderater Temperaturen weiß am Ende des Tages jeder, wie anstrengend die Arbeit war.


Landesritterfest Linz präsentiert Veränderungen
Künstlerische Beratung nur noch durch Torxes Events
Florian Machl
07.07.2012 20:48

Das Landesritterfest des Familienbundes Oberösterreich ist eines der wenigen politischen Mittelalterfeste. Die ÖVP und deren Vorfeldorganisation zeigt hier omnipräsent, dass in der Landeshauptstadt eines der größten Mittelalter-Events Österreichs möglich ist. Dabei gab es diesmal einige Veränderungen. Auch wenn der Autor traditionell mit Stadtfesten seine Probleme hat, fiel der Gesamteindruck bei aller Ambivalenz tendenziell positiv aus.

Spätestens ab dem 7.7., dem Stattfinden des nur eintägigen Events in Linz, das traditionell zehntausende Besucher anzieht, lässt es sich nicht mehr verbergen. Was Insider seit Ende des Vorjahres wissen wurde sichtbar - die geschäftlichen Wege von Christian "Torxes Event" Rathner und Thomas "Mittelalterevent" Hirmann haben sich getrennt. Diese hatten zuvor einige Male die Gelegenheit, dem Massenauflauf mit bescheidener Attraktivität für historisch Interessierte ihren Stempel aufzudrücken. Und tatsächlich: unter der alleinigen künstlerischen Beratung von Torxes Event hat sich einiges verändert. Gefühlt ist das Angebot an allen Ecken und Enden weniger geworden. Weniger Händler, weniger Lagergruppen, weniger Programm. Und doch - dies war - zumindest aus der Sicht des Autors - nicht zum Nachteil des Landesritterfestes.

Linz - arm an sichtbarer mittelalterlicher Substanz

Eine gewisse Skepsis gegenüber der Veranstaltung ist man seitens der Huscarl-Reportagen ja gewohnt. Die beruht vor allem darauf, dass Linz arm an historischer Substanz ist - zumindest was das Mittelalter betrifft. Die meisten überirdischen Bauten sind im Krieg weggebombt oder anders zerstört worden. Einzig das Schloss throhnt mit mehr oder weniger sichtbaren historischen Elementen hoch über der Stadt. Weitere mittelalterliche Mauern werden in den Kellern vieler Häuser vermutet. Gefunden werden sie nur durch Zufall oder bauliche Notwendigkeit. Insgesamt ist die Stadt aber durch und durch neuzeitlich bis hochmodern geprägt. An Verkehrsschildern und Werbetafeln wird an keinem Eck gespart und falls doch einmal irgendwo Platz ist, kann man sich gewiss sein, dass der Familienbund dort ein großes Politikerportrait aufgestellt hat. Wer bezahlt schafft eben an.

Gratisveranstaltung für Familienpublikum

So vermisst der Autor seit seinem ersten Jahr des Besuchs - vor langer, langer Zeit - das Flair der historischen Veranstaltungen irgendwo im Grünen, inmitten alter Mauern, wo man sich durch die Belebung durch Darsteller vorstellen kann, wie "es gewesen sein könnte". Dies kann man sich in Linz nicht vorstellen. Nirgendwo. Bei diesem Fest geht es um Unterhaltung für Familien am ersten Tag nach Ferienanfang. Um Show für jung und alt. Daran ist nichts verwerflich, denn dies ist das Konzept der Gratisveranstaltung. Wem es nicht gefällt, der bleibe zuhause, denn das hier kostenfrei gebotene musste sich noch nie vor anderen Genreevents verstecken. Allerdings sprach man bislang viel tschechisch unter Darstellern und Händlern. Schon vor der Übernahme durch das Team Torxes/Hirmann.

Imperator Torxes ändert die Zusammensetzung

Diesmal war die Besetzung fast durchgehend aus Österreichern und Deutschen zusammengesetzt. Einzelne "Ausreißer" wie die italienischen Fahnenschwinger "Gruppo Storico" bestätigten die Regel. Torxes setzte offenbar auf einen deutlichen Unterschied zu den Vorjahren. Als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der heimischen Mittelalterszene ist er nun dabei, ein allumfassendes Imperium zu betreiben. Von Metschenke über Gastronomiestände, Holzschwerthandel bis hin zum Eisverkauf. Der als Narr und Gaukler bekannt gewordene Torxes lässt keine Gelegenheit aus, um Szenekenntnis zu klingender Münze zu machen.

Nur wenige Lagergruppen

Weshalb insgesamt - gefühlt - weniger zu sehen war, ist schwer zu sagen. Festmachen kann man es beispielsweise an der Zahl der Lagergruppen, die sich auf Hakkon Aetterni und Gladii Uniti mit Minimalauftritten beschränkten. Daneben arbeiteten die Mitglieder der Grenzwacht bei einigen Stationen für und mit Kindern, Furor Celticus erlaubte an den üblichen Aktivitäts-Ständen seine Fertigkeiten bei Messerwurf und Kinder-Armbrustschießen unter Beweis zu stellen. Die Händler drängten sich nicht mehr überall wie gewohnt dicht an dicht - dennoch war zu jeder Warengruppe genügend Angebot vorhanden. Das Publikum schien von den gemäßigten Temperaturen irritiert zu sein. War in den Jahren davor mit massiv über 30 Grad in den Menschenmassen kaum noch Bewegung möglich, wirkten die Zahlen diesmal etwas moderater aber immer noch viel. War es dem Publikum bei angenehmen 24-26 Grad zu kalt? Der derzeit alltägliche abendliche Regen setzte erst kurz vor Veranstaltungsende ein und dürfte nicht allzuviele Programmänderungen bedingt haben.

Ein ausgefallener Kirtag

Im Laufe des Tages zeigten viele Künstler und Kämpfer an sechs verschiedenen Plätzen ihr Können. "Ein ausgefallener Kirtag" beschreibt eine Besucherin das Gesehene am Handy ihren gegebenenfalls nachreisewilligen Freunden. "So deppad - aber cool" war hingegen eine Kindermeinung zum Auftritt von Dreynschlag. Die Gruppe war ohne Lager angereist und zeigte drei gewohnt humoristisch-artistische Kampfdarbietungen mit vielen einzel- aber auch Massenschlägereien und Schwertkämpfen. Als erste Gruppe in der Geschichte des Festes bestand man auf einem wirklich großem Auftrittsareal - inmitten der Bäume auf einer der wenigen verfügbaren Wiesen machte dies ein gutes Bild. Während die Kinder johlten und quietschten räusperten sich einige Eltern bei der Zurschaustellung von Gewalt gegen Frauen und achtlos beiseitegeschleuderten Baby-Puppen doch hörbar. Andererseits - wie viele Gruppen gibt es, bei denen gleich mehrere Frauen mit verschiedenen Waffengattungen an Schaukämpfen beteiligt sind? Also was ist jetzt mit der Gleichberechtigung, liebe Leute?

Wo dreht man hier lauter?

Die Musik stammte von Rhiannon, Arnulf dem Schandmaul, Trollferd, den Joculatores und Nornensanc. Auch wenn der Autor nur wenige Stücke und auch nicht von allen Gruppen hörte, bleibt nur der Schluss, dass von der Lautstärke her ausschließlich Rhiannon dem Auditorium angemessen dimensioniert ist. Die hohe Qualität auch manch anderer Gruppe - bis hin zu der zusätzlichen Alberei durch Arnulf - schien vom Publikum nicht immer gewürdigt worden zu sein. Zu leise und fein waren manche Klänge - zu kostenlos wohl auch der Eintritt. Gegenüber den Künstlern hatte man stellenweise den Eindruck, dass seitens des Publikums das "was nichts kostet ist nichts wert" Motto galt. Wobei man diese Beobachtung nicht generalisieren kann, ganz im Gegenteil waren auch begeisterte Menschen die sich mitreißen ließen vor Ort.

Vollkontaktkampf im Fokus

Am Hauptplatz - dem gesandeten Turnierplatz - setzte man neben den gewohnten Reiterturnieren auf Vollkontaktkämpfe. Die Turnierreihe von Heinrich Wurzians Verein für gerüsteten Vollkontaktkampf begleitet die Veranstaltungen von Torxes das ganze Jahr über. In Linz wurde zu drei Terminen um den "Schild von Linz" gefochten. Die Kämpferschar, die sich dieser Herausforderung gewachsen sieht, ist noch sehr überschaubar, die konditionelle Eignung noch nicht bei allen gegeben. Vereinzelt war überragende Technik und Körpereinsatz zu beobachten - beispielsweise mit schnellen Tritten, was auf intensives Training schließen lässt. Auch der Einsatz des gesamten Körpers bei Bodychecks und dergleichen ist nicht von schlechten Eltern. Auch wenn an der Moderation bei diesen Programmpunkten noch enorm viel verbessert werden kann - das Publikum schien sehr zufrieden und äußerte dies auch lautstark.

Und sonst...

Gaukler und Akrobaten rundeten das Programm ab, Falkner Mike und seine Greifvögel hatten ein malerisches und vor allem schattiges Plätzchen neben der Burgmauer gefunden und somit den bestmöglichen Ort am Veranstaltungsgelände - vorbei ist das darben hinter den Toiletthüttchen oder andere Spezialitäten.

Die übliche Kompromisslösung

Alles in allem wurde die Aufgabe, das "Volk von Linz" im Auftrag der ÖVP zu unterhalten, sicher gut umgesetzt. Der Fokus auf wilde Ritterkämpfe bot den Stoff, den Kinder noch wochenlang weitererzählen. Das Flair einer historischen Anlage ist in Linz nicht zu erzielen, somit wird man sich auch auf Sicht mit einem den Umständen entsprechenden Kompromiss zufriedengeben müssen. Einzig die Wissensvermittlung wäre eine Möglichkeit der Verbesserung. Würde man in diese Richtung arbeiten wollen, wäre aber eine Gesamtänderung des Konzeptes vonnöten. Wobei - sag niemals nie - und die Stadt hätte mehrere hochinteressante Museen aber auch viele Archäologen zu bieten, deren Fachwissen sehr wertvoll wäre. Dabei darf man aber nicht aus den Augen verlieren, dass ein vielfältiges und hochwertiges historisches Angebot, wie es beim vergleichbar großen Fest in Eggenburg geboten wird, im Trubel der Zehntausdenden auch schnell untergehen kann.


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1. Kommentar von Keelia am 09.07.2012 um 09:05

Einige Worte zum Schaukampf
Die Mittelalterszene wird mich jetzt wahrscheinlich kpfen wenn ich das schreibe, doch es muss aus mir heraus:

Liebe Dreynschlger!

Voller Freude haben wir im Programm gelesen, dass Ihr den Schaukampf auf der Schlosswiese bestreitet. Lange haben wir von Euch schon keinen Kampf mehr gesehen und die vergangenen Vorfhrungen haben uns immer sehr gut gefallen. Deshalb war es fr uns klar, dass wir uns den Kampf anschauen. Danach waren wir regelrecht schockiert. War das wirklich Dreynschlag? Ja, die Gesichter schon aber der Inhalt .....

Historisch korrekt ist die Szene sicherlich dargestellt, das steht ausser Frage.

Jedoch - musste die Frauenverprglerei wirklich sein? Die eine oder andere Ohrfeige ist OK und ein bisschen Strafe muss sein. Doch in den Bauch treten, und noch mal und noch mal.... und dann, wenn sie schon am Boden liegt noch mals drauftreten, dass der Krper noch weiter fliegt ??? Ihr seid doch in Fechtkunst und Ringen so bewandert, habt Ihr da nichts Besseres auf Lager als wehrlose am Boden liegende Frauen zu treten?

Und das vor den Augen von den ganzen Kindern die das Ganze mit teilweise sehr geschockten Gesichtern verfolgten. Musste das wirkich sein? Wieviele Kinder sehen das mglicherweise verstrt tagtglich zuhause und dann sehen sie es als Unterhaltung im Kinderprogramm wieder.? Ich wei unsere Zeit ist eher gewaltbereit, doch muss man dies am Kinderritterfest auch noch in dem Mae zeigen?

Vielen der Zuschauer (weiblich und mnnlich) sind Ausrufe des Entsetzens ob der dargestellten Gewalt ber die Lippen gekommen.

Wenn dieses Theaterstck heuer Euer Programm sein soll.... . Aber bitte sucht Euch frs nchste Jahr einen anderen Drehbuchschreiber. Ihr knnt es wirklich besser und unterhaltsamer!!

Ich glaube an Euch!
Keelia (Frau und Mutter)

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2. Kommentar von Oli am 09.07.2012 um 09:49

Wir stehen zu dem was wir tun
Liebe Keelia - und andere, die dieser Meinung sind

Ja, das war und ist Dreynschlag, und wir stehen zu dem was wir tun.

Was im Programm angekndigt war, war Schaukampf. Da steckt das Wort Kampf drin. Also nicht Gruppenkuscheln, sondern mit und ohne Waffen aufeinander losgehen. Zum Gaudium des Publikums. Das ist unser Job, das will und erwartet man von uns.

Mir gnzlich unverstndlich ist jetzt die Aufregung, wie wir uns erdreisten knnen, Frauen zu schlagen. Wollt ihr wirklich das komplett abgelutschte Klischee des Burgfuleins, das hnderingend im Hintergrund steht und darauf wartet, dass sich zwei Recken um sie prgeln? Das ist Bullshit, sorry. Wir haben bei uns im Verein drei aktive Mdels, die einiges drauf haben und zeigen wollen, was sie knnen. Nicht nur als Nebenrolle ("damsel in distress"), sondern zulangend. Deswegen sind sie bei uns.

Und wenn eine Frau in einen Kampf involviert ist, dann liegt es im Lauf der Dinge, dass sie auch mal kassiert. Sonst wre der Kampf von der Dramaturgie her nmlich langweilig und unglaubwrdig.

Je lnger ich darber nachdenke, desto unverstndlicher ist mir die Aufregung. Wenn du zugesehen httest, httest du bemerkt, dass a) smtliche Kmpfe, an denen Frauen teilgenommen haben, von ihnen auch am Ende gewonnen wurden und das b) bei unserem Stck niemand stirbt, sondern immer nur K.O. geschlagen wird (oder zur Hlle fhrt, hehe)

Ich kann nicht fassen, dass man sich darber echauffieren kann, dass Frauen eine aktive Rolle bekommen (und dabei siegreich sind!), in einem Stck, in dem niemand zu Tode kommt, und andererseits niemals Beschwerden kommen ber Schaukampfstcke, bei denen am Schluss alle tot sein und Frauen auf Objekte, um die gekmoft wird, reduziert werden.

Sollte tatschlich der allgemeine Tenor der Zuseher sein, dass man Frauen nur mehr in der "armes Hascherl, das sich nicht selber wehren kann"-Rolle sehen will, dann haben wir ein Problem, denn wir haben seit mehr als 12 Jahren unsere Mdels aktiv in die Kmpfe eingebunden, weil wir das gut finden. Wir haben bis dato aber auch noch nie Beschwerden darber gehrt, eher im Gegenteil ...

Wie gesagt, ich hoffe stark, dass das eine Mindermeinung ist. Weil wir dieses Frauenbild nicht wollen - unsere Frauen wollen zuschlagen (und knnen auch einstecken).

Es tut mir leid, wenn es dem einen oder der anderen nicht gefallen hat - aber wir werden daran nichts ndern.

Liebe Gre,
Oli (der regelmig von einer Frau verprgelt wird)

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3. Kommentar von Andoran am 09.07.2012 um 23:15

berzeugte Frauenschlger
Hallo Oli,

ich habe zwar euren Beitrag zum Landesritterfest nicht selbst sehen knnen, finde aber die Aktion ein bissl problematisch, Frauen vor Kleinkindern "niederzuschlagen". Auch wenns nur ein Schaukampf ist und jeder Erwachsene so etwas begreift, kannst du dir sicher vorstellen, das Kinder das mit ganz anderen Augen betrachten. Und da die Veranstaltung nun einmal seit Bestehen ein Magnet fr Kinder ist und auch sein soll, finde ich die Bedenken von Keelia gerechtfertigt.

Mfg

Andoran

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4. Kommentar von Brecuno am 10.07.2012 um 09:28

Zum Festl
War net dabei und htte es sollen.
Zumindest als gesellschaftlichen Pflichtbesuch zu betrachten.
Nchstes Jahr dafr umso mehr!

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5. Kommentar von Artur am 10.07.2012 um 09:36

Besuchersicht
Liebe Leute!
Ich mchte, diesmal aber kurz und bndig, meinen Kommentar aus Besuchersicht machen.
Ich bin ja nicht immer ganz der Meinung des Autors (grins), diesmal aber schon. Genauso wie im Bericht geschrieben haben auch wir das Fest empfunden. Wir wussten, dass dies jetzt kein romantisch-stimmiges Burgfest ist, sondern ein Familienfest fr die ganze Stadt. Und somit ist dieses Landesritterfest auch eine gute Gelegenheit, einmal einer sehr groen Besucheranzahl etwas anderes und aussergewhnliches, nmlich die Mittelalterszene, zu zeigen. Wer dann mehr will wird in Folge auch andere Feste besuchen und kennenlernen. Unter dieser Prmisse war das Fest fr uns vllig ok.

@ Oli:
Die "Frauenverprgelei" habe ich nicht gesehen. Wie ich aus der Diskussion herausgelesen habe, wird hier jetzt ein Schwertkampf, bei dem auch Frauen beteiligt waren, kritisiert. Was ist daran falsch? Ich kenne selbst eine (sehr hbsche und zart gebaute) Schwertkmpferin aus Bayern, die mittlerweile von den mnnlichen Kollegen betreffend ihrer Fortschritte im Kampf geachtet und respektiert wird. Sie hat mir selbst gesagt, dass es fr Ihr Ego fast schon therapeutisch gut ist, hier zu bestehen.
Ich bin mir ziemlich sicher, wenn jetzt die Frauen / Burgfrulein als die erwhnten "hnderingenden Hascherl" abseits htten stehen mssen, dann htte die "Alles Versteh- Gutmenschabteilung" ebenfalls gequietscht dass es eine Gemeinheit sei, Frauen so zu deklassieren. Obwohl es vermutlich so sogar authentisch gewesen wre.....
Schon im Zuge der Emanzipation finde ich es daher vllig ok, wenn eine Frau mitkmpfen will, na dann darf sie es auch. Warum auch nicht? Zum Bundesheer drfen Frauen ja mittlerweile auch ?!?

Ob nun aber kleine Kinder berhaupt einen deftigen Schwertkampf in natura sehen sollen, ist eine ganz andere Frage und von den Eltern individuell zu entscheiden. Genauso wie der Kauf von Videospielen und die Konsumation des Standard-Fernsehprogrammes, bei dem leider nach sptestens 5 Minuten das Blut aus dem TV rinnen muss.

Und wie ich gelesen habe, sind die mnnlichen Kmpfer hier ja ohnedies Kavaliere und lassen die Frauen gewinnen! Das ist absolut kein Muss!

Herzliebst
Artur

 

 

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6. Kommentar von Einrun am 10.07.2012 um 14:35

Schaukampf vs. an Publikum angepasste Inhalte
@ Artur:
Keelia kritisierte in ihrem Kommentar - und das geht bei genauem Lesen klar daraus hervor - nicht die Teilnahme von Frauen am Schaukampf, sondern die Tatsache, dass der Inhalt des Schaukampfs im Hinblick auf den Hintergrund des Festes und das Publikum nicht passend war bzw. ist.

Niemand hat sich gegen die Emanzipation oder die Teilnahme von Frauen an einem Schaukampf ausgesprochen - und wir Weibsbilder schon gar nicht! Ganz im Gegenteil: jede Frau, die sich fr den Schaukampf qualifziert, hat meinen groen Respekt. Das war nie Thema und wird auch nie Thema sein.

Zentrales Thema der Kritik ist, dass auf einem Fest mit Ziel- und Kernpublikum FAMILIEN MIT (KLEINEN) KINDERN (!!!) ein Schaukampf gezeigt wird, bei dem Mtter und Baby(puppen) durch die Luft fliegen.
Die Szene mag historisch korrekt sein und wrde sicher bei vielen Mittelalterfesten mit gemischtem Publikum Anklang finden, stellt sie doch die Gepflogenheiten des Mittelalters und die damals vorherrschende Brutalitt gut dar. Das war Teil des Mittelalters - keine Frage.
Doch solche Inhalte sind fr ein Fest, bei dem der Groteil der Zuschauer aus Kindern besteht, die vieles mit anderen, nmlich kindlichen Augen sehen und den Hintergrund nicht verstehen, absolut unpassend. Und wie den Zuschauerreaktionen deutlich zu entnehmen war, stieen die Szenen sogar bei vielen Erwachsenen (denen die mittelalterliche Mentalitt durchaus bekannter ist als Kindern) auf Entsetzen und Unverstndnis!

DAS - UND NUR DAS! - war der Kernpunkt von Keelia's Kritik. Diese Kritik teile ich, weil ich finde, dass die Gestaltung von Festen und Veranstaltungen jeder Art auf das Zielpublikum ausgerichtet werden sollte (wie man's schon im Marketingstudium 1. Semester lernt ). Und diese Inhalte waren nicht kindertauglich.

Nchstes Mal fr's Landesritterfest ein wenig kindgerechter und alles ist gut.

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7. Kommentar von Andoran am 10.07.2012 um 19:19

Schliee mich meiner Vorschreiberin an
Vertrete da 1:1 die Meinung von Einrun u. Keelia.

Frauen sollen natrlich genauso in Kmpfen dabei sein wenn Sie wollen. Kein Thema.

Nur wenn ich als Mann auf eine Frau "eintrete" und mit Babypuppen herumwerfe, ist das zu viel fr ein Fest, das speziall fr Familien gedacht sein soll.

Was ist daran so unverstndlich?

Und den Terminus "Armes Hascherl" haben hier bisher nur die Pro"Prgler" verwendet.

Mfg

Andoran

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8. Kommentar von Artur am 10.07.2012 um 23:19

Korrektur
Wie erwhnt habe ich diese Vorfhrung nicht gesehen. Und darum ging ich davon aus, dass es sich eben um eine typische Kampfvorfhrung handelte, in der verschiedene Schlagtechniken bzw. Kombinationen gezeigt wurden, garniert mit ein bischen Rahmenhandlung. Hier kriegte schon mal ein Kmpfer(in) einen Fusstritt, aber eben nicht mehr.
Obwohl ich sicher viele Feste besuche, waren zumindest die von mir gesehenen Schwertkampfvorfhrungen immer innerhalb dieser "Spezifikationen".

Was ich aber jetzt so lese, von umherfliegenden Frauen und Babypuppen, die von Kleinkindern ja als reale Menschen wahrgenommen werden, hmmmm. Also wenn das so war dann finde ich das fr ein Familienfest auch unpassend und vor allem fr eine gute Schaukampfvorfhrung einfach auch unntig. Selbige soll ja das Publikum mit spannenden Kampftechniken und Schlagabfolgen, aber auch mit optisch prchtigen Kmpfern beeindrucken und nicht mit berbrutaler "Rahmenhandlung".  

Artur

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9. Kommentar von Martina am 12.07.2012 um 00:57

Political correctnes....bitte nicht!
Also, wenn es so weit gekommen ist, dass Frauen nicht mehr an einem Schaukampf teilnehmen drfen, solange dieser nicht politisch "korrigiert" ist und Frauen daher niemals eine abfangen oder in irgendeiner Weise die Rolle der Unterlegenen einnehmen drfen, weil Kinder das schockieren knnte...dann haben wir wirklich einen Level erreicht, an dem es lcherlich wird. Was zeigen wir Kindern da? Dass Frauen zu zartbesaitet sind, um genauso wie Mnner zu kmpfen? Das fnde ich traurig. Klar ist fr Kinder Gewalt immer in gewissem Mae "schockierend" - egal ob eine Frau oder ein Mann beteiligt ist. Aber dass Kinder in besonderem Mae traumatisiert wrden, wenn es sich um eine Frau handelt, das finde ich echt ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Aber das es fr Mdchen durchaus ein positives, empowerndes Bild ist, wenn sie Frauen sehen, die einen Schaukampf kmpfen (und gewinnen!), das liegt doch hoffentlich auf der Hand.

Einzelne Meinungen wird es immer geben - es gibt ja auch gengend Eltern, die prinzipiell nicht mchten, dass Ihre Kinder mit Gewalt (Fernsehen, Videospiele etc.) in Berhrung kommen. Ich finde das legitim, aber es ist halt schon ein bisschen fragwrdig, mit einer solchen Prmisse auf ein Ritterfest zu gehen....

In diesem Sinne - liebe Dreynschlger, macht bitte so weiter!
(Ihr werdets am Ende eh nie allen recht machen knnen - wenn keine Frauen bei Euch teilnehmen, werdet Ihr als sexistisch verschrieen, nun nehmen sie Teil, dann seids Ihr frauenfeindlich, weil sie auch mal einstecken mssen....es gibt hier keine win-Situation, wie man sieht...).

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10. Kommentar von Vrino am 12.07.2012 um 09:09

"Familienfest"
Wegen des Titels "Familienfest" soll es im Rahmen eines Schaukampfes (!) nicht in Ordnung sein, wenn Frauen mitkmpfen (und dabei natrlich auch einstecken, was denn sonst?) aber unten in der Arena knnen sich Mnner tatschlich gegenseitig verprgeln und das ist okay? Naja. Meine Kinder setz ich lieber zum Schaukampf.

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11. Kommentar von Einrun am 12.07.2012 um 13:18

Dabei sein, dann mitreden
@Martina und @Vrino
Man sollte dabei gewesen sein und den Kampf selbst gesehen haben, bevor man - worber auch immer - spricht!

Bei einem Familienfest, zu dem scharenweise Kinder mit ihren Mttern kommen, ist es einfach fehl am Platz, Mtter mit ihren Kindern (und seien es auch nur Puppen) durch die Luft fliegen zu lassen.
Interessanterweise haben nicht nur wir aus der Mittelalterszene die ganze Sache problematisch gesehen, sondern auch die Besucher selbst, von denen viele echt entsetzt waren.

Schaukampf ist eben nicht gleich Schaukampf!
Ritter, die sich zu Pferd oder zu Fu verprgeln, kennen Kinder aus Mrchen und aus Filmen. Das sind gelufige Szenen, die im Bezug auf Mittelalter erwartet werden. Da sind gerstete Frauen sicher eine tolle Aufwertung.
Aber Frauen und Baby(puppen), die durch die Luft fliegen und noch mit Schimpfwrtern auf unterstem Niveau bedacht werden, kennen Kinder - sofern sie nicht aus einem besonderen sozialen Umfeld kommen - eher nicht. Das kommt auch nicht in Mrchen vor und bis zu einem gewissen Alter hoffentlich auch nicht in Filmen vor, die die Kleinen sehen. Sowas macht ihnen Angst - und wohl auch den Eltern, wie mehrfach erwhnt.

Wenn das Ettikett "Familienfest" kein Grund ist, um darber nachzudenken, was fr so ein Event passend ist und was nicht, knnte man doch auch gleich einen Mittelalterstrip la Plankenstein zeigen. *rolleyes*
Schlielich nehmen wir als Darsteller an einem Fest teil, weil es UNS gefllt und nicht um DEM PUBLIKUM Mehrwert zu bringen? Und was uns gefllt, muss fr die Zuschauer ja gerade richtig sein?
Schon vergessen, dass wir als Darsteller DEM PUBLIKUM einen Mehrwert bringen sollen, nicht uns selbst? Egal, wie wir selbst ber Frauen im Schaukampf (ich finde das klasse, aber eben nicht in der von Dreynschlag gezeigten Weise!) und ber das Mittelalter generell denken! Und einen Mehrwert hat die Story des diskutierten Schaukampfs fr viele Besucher offenbar nicht. Und DAS zhlt!

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12. Kommentar von RomanSch am 17.07.2012 um 17:57

War nett...
Also ich hab dort keine traumatisierten Kinder gesehen(und JA, ich war dort). Natrlich muss man(frau) schon einmal zulangen. Der Sinn eines Kampfes ist ja, dass der/die Andere kampfunfhig gemacht wird. Und das weggeworfene \"Baby\" wurde vom Priester ja auch aufgefangen und am Tisch/Altar abgelegt, das kennt man auch aus Jacky Chan-Filmen... Ich hab in Linz Dreynschlag zum ersten mal gesehen und es hat mir, meiner Frau und den Kindern sehr gut gefallen. Nein, Gewalt gehrt auch bei uns nicht zum Alltag, im Gegenteil. Einzig das vielmalige \"Or***loch\" war ein bichen komisch und halt, meiner Meinung nach, nicht notwendig gewesen.
@Oli: So wie ich mitbekommen habe gehrst du zu Dreynschlag. Wo tretet ihr das nchste mal auf? Die Kids(nur die Kids! ehrlich ) mchten euch gerne wieder anschauen. Habt ihr immer das selbe Programm oder ndert sich das von Auftritt zu Auftritt?

Danke und liebe Gre

Familie Schremmer

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13. Kommentar von Fizban am 25.07.2012 um 20:56

Welches Bild man malt ist nicht immer, was dann gesehen wird
Die Gewaltverherrlichung gegen Geggis mit dem Argument \"sollen Geggis denn gar nicht mehr in aktiven Rollen zu sehen sein?!\" zu begegnen zeugt von fehlendem Verstndnis fr die Publikumsresonanz.

Als Performer sollte man die Reaktionen des Publikums auf die EIGENE Darbietung schon zumindest verstehen wollen. Klar, es interpretiert jeder Zuschauer anders, jeder sieht es anders, darum gibt es ja Rckmeldungen in Form von Foren wie diesem.
Wenn  ein Stck so verstanden wird, dass Gewaltverherrlichung gegen Frauen hineininterpretiert wird, ist das (imho) hchst problematisch.

Dreynschlag hat natrlich - wie jeder Performer - das Recht, zu sagen,  diese Publikumsreaktion interessiert uns nicht - wir ndern nichts; aber die Interpretation durch einen Teil des Publikums bleibt dadurch bestehen.

btw, ja, war als Mitarbeiter am Fest dabei

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