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Der glückliche Gewinner wird gefeiert


Musik und Konzerte
Österreicher Thomas Schallaböck gewinnt Minneturnier im Harz
28.06.2011 10:49
Florian Machl

Der Österreicher Thomas Schallaböck, seit drei Jahrzehnten ein Urgestein der Mittelalter-Musikszene im Alpenland, gewann den Hauptpreis beim 6. Falkensteiner Minneturnier. Sieben Sänger aus Deutschland und Österreich waren vom Veranstalter auf die Burg Falkenstein im Harz geladen worden, um sich im Wettstreit der Stimmen zu messen. Thema war in diesem Jahr "Sängers Lust, Sängers Leid" - mittelalterliche Lieder zum schwierigen Leben der fahrenden Sänger waren gefragt.

Neben Schallaböck waren beim Wettbewerb zu hören: Marcus van Langen, Jochen Faulhammer, Frank Wunderlich, Hans Hegner, Jürgen Narbutt und Knud Seckel, der den Publikumspreis erhielt. Als Ehrengast sorgte Olaf Casalich von Ougenweide für Hochstimmung. Burgherr Joachim Schymalla lobte das hohe Niveau aller Sänger.

Schallaböck, der nach einem Sängerstreit im letzten Jahr auch den Titel "Minnesänger des Jahres" tragen darf, krönte damit seine langjährige Musikerlaufbahn: Bekannt wurde er vor allem mit dem von ihm gegründeten Ensemble "Dulamans Vröudenton", das 2012 dreißigjähriges Bestehen feiert.

Thomas Schallaböck entschied sich für ein Lied von Walther von der Vogelweide, in dem dieser sich über den unfreundlichen Empfang bei den Mönchen vom Tegernsee beschwerte: Die Mönche tranken Wein, für ihn gab's nur Wasser. Im zweiten Lied beschrieb er mit grimmigem Humor, wie der letzte Minnesänger Oswald von Wolkenstein seine Burg gegen Feinde und verräterische "Freunde" verteidigen musste.

Die Spielleute mit Mitwirkenden vom Musiktheater Dingo und den Spielleuten von Irregang und Fundevogel beeindruckten durch höchst abwechslungsreiche, den unterschiedlichen Stimmen angemessene Arrangements und punktgenaues Zusammenspiel.

Mit dem Merseburger Tanz führte Zeremonienmeister Frauenlob in einer Art Polonaise das ganze Publikum aus dem Königssaal hinaus in den Burghof, wo Thomas Schallaböck zum Sieger gekürt wurde. Die Zugaben gab es dann wegen des einsetzenden Regens aber wieder drinnen in der Burg.

Insgesamt war es eine höchst niveauvolle und beeindruckende Veranstaltung, so dass der anwesende Henker Stempfel keinen Minnesänger zum Richtplatz führen musste. Bis zum Schluss äußerte er aber seinen Unmut darüber, dass es die Sänger viel besser haben als er. Zum Trost bekam er vom Burgherrn eine Hühnerkeule überreicht, damit er sich einmal richtig satt essen kann.

Dr. Lothar Jahn, künstlerischer Leiter des Wettbewerbs, gratulierte Schallaböck und äußerte die Hoffnung, dass nun auch einmal in Österreich ein Minnesänger-Wettstreit stattfinden könnte.

(Bild und Textquelle mit freundlicher Genehmigung: Minnesang.com)

Weiterführende Links:

externer Link AMSA - Alte Musik Salzburg Austria
externer Link Minnesang.com



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