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(c) LWL/Kretzschmar
Wandbild mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige nach erfolgter Restaurierung, 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts.


Wissenschaft / Archäologie
LWL zeichnet restaurierte St. Petrikirche als Denkmal des Monats aus
14.12.2013 09:14
Simone "Mone" Jatropulus

Die Ausmalung der evangelischen St. Petrikirche in Soest gehört zu den ältesten und umfangreichsten in Westfalen. Sie wurde neben dem Dachwerk und dem Putz des Innenraums in den vergangenen Monaten restauriert. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die St. Pertrikirche als Denkmal des Monats Dezember ausgezeichnet.

"Vor allem die Dekorationsmalereien des ausgehenden 12. und 13. Jahrhundert an Gewölben, Wänden und Pfeilern und die Wandbilder mit Heiligen des 14. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert an den Pfeilern der Nord- und Südemporen sind etwas Besonderes", erklärt LWL-Denkmalpfleger Dr. Bruno Denis Kretzschmar.

In enger Zusammenarbeit mit den LWL-Denkmalpflegern, der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Soest und der kirchlichen Baubehörde hat die Kirchengemeinde die Oberflächen des Innenraums und das Dachwerk in diesem Jahr restaurieren lassen. Das war nötig, weil sich im Kirchenraum an einigen Stellen Putz von den Gewölben gelöst hatte. Die Untersuchung der Gewölbeputze ergab, dass zum größten Teil noch aus dem Mittelalter stammen, die Ausmalung geht teilweise ebenfalls auf die Bauzeit der Kirche zurück.

Die romanischen Ausmalungen wurden schon bei einer Restaurierung Ende des 19. Jahrhunderts aufgedeckt. Wie zu der Zeit üblich, wurden Fehlstellen ergänzt. Bei einer weiteren Restaurierung 1929/30 wurden wiederum einige Teile übermalt. Bei den aktuellen Arbeiten wurde das Konzept einer Restaurierung der Jahre 1962 und 1964 fortgesetzt: "Die romanischen Malereifragmente wurden in ein matteres Umfeld gebettet, damit sie weiterhin als bauzeitlich ablesbar bleiben. Oberhalb der südlichen Empore wurden in diesem Zusammenhang Reste einer spätgotischen Ausmalung aus der Zeit um 1500 wieder sichtbar gemacht", erklärt Kretzschmar.

Bei den Untersuchungen der Schäden vor der Restaurierung öffneten die Denkmalpfleger einige der Grünsandsteinplatten der nördlichen Empore, die 1250 beim Umbau der 1150 in Form einer Basilika (Kirchenraum, der durch Pfeiler in drei Längsschiffe mit einem höheren Mittelschiff geteilt wird) errichteten Kirche zur Emporenhalle entstanden war. In der Lehmschüttung unter den Platten fanden die Denkmalpfleger farbige Putzfragmente und buntes Glas aus der ersten Bauphase der Kirche im 12. Jahrhundert.

Bei der Untersuchung des Daches stellten die Denkmalpfleger fest, dass es zum größten Teil noch aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und aus der Zeit der Kirchenerweiterung von 1250 stammt.

Hintergrund
Die St. Petrikirche wurde um 1150 aus Grünsandsteinquadern erbaut. 1250 wurde sie in Form einer Emporenhalle erweitert, ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie bis 1322. Bereits für die Zeit um 800 haben Archäologen hier eine erste Kirche nachgewiesen. Die Petrikirche zählt somit zu den ältesten Kirchen Westfalens. "Die St. Petrikirche hat aber nicht nur im übertragenen Sinne herausragende Bedeutung. Gemeinsam mit der benachbarten St. Patroklikirche und der Wiesenkirche prägt sie die Stadtsilhouette von Soest, die weit bis in die Bördelandschaft und bis an die Hänge des Sauerlandes zu sehen ist", so Kretzschmar.

-Original Pressetext LWL

Weiterführende Links:

externer Link Original-Pressemitteilung LWL Landschaftsverband Westfalen-Lippe



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