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(c) Olaf Mahlstedt © LWL-Medienzentrum für Westfalen
Ausschnitt aus der Panoramaansicht von Burg Hülshoff.


Kulturelles
Weiterer Ausbau der Droste-Hülshoff-Stiftung
29.08.2013 17:20
Simone "Mone" Jatropulus

Bei einem Besuch auf Burg Hülshoff überzeugte sich Staatssekretär Steffen Kampeter von dem außergewöhnlichen Potential der Wasserburg bei Havixbeck (Kreis Coesfeld), die seit 2012 von der neuen Droste-Stiftung betrieben wird. Im Hinblick auf die Umsetzung weiterer Ausbaupläne sagte er zu, den Wunsch nach Mitteln des Bundes für die Einrichtung von Personalstellen nach Berlin zu tragen. Dabei stehen Kosten voraussichtlich in Höhe von ca. 468.000 Euro verteilt auf drei Jahre für drei Personalstellen in Rede.

Wie wichtig dem Bund der Erhalt und der öffentliche Betrieb von Burg Hülshoff ist, wurde schon bei der Stiftungsgründung deutlich, an der sich der Bund mit 2,8 Mio. Euro beteiligte. Nun unterstrich auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Steffen Kampeter die Bedeutung einer substantiellen Weiterentwicklung von Burg Hülshoff und der neuen Stiftung. "Die nationale Bedeutung Annette von Droste-Hülshoffs ist unbestritten und gemeinsam mit den beiden westfälischen Wohnstätten der Dichterin, die ihrerseits hochkarätige Baudenkmäler sind, entsteht eine Konstellation, die ihresgleichen sucht", sagte Steffen Kampeter bei dem Ortstermin am Dienstag (27.8.). "Die darin enthaltenen Potentiale zu entfalten, ist eine lohnenswerte Aufgabe." Der gebürtige Mindener kennt Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus noch gut aus den Jahren seines Studiums und anschließender wissenschaftlichen Tätigkeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Dr. Wolfgang Kirsch, LWL-Direktor und Kuratoriumsvorsitzender der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung: "Wir bedanken uns herzlich beim Bund für sein bisheriges Engagement - es zeigt die weit über Westfalen hinaus gehende Bedeutung des Literaturzentrums. Wir wollen die Entwicklungschancen der beiden literarisch und historisch bedeutungsvollen Orte Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus nutzen."

Stiftungsvorsitzende Dr. Barbara Rüschoff-Thale zeigt sich hocherfreut von der Ankündigung Kampeters: "Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung aus Berlin, die den hohen Stellenwert unseres Projekts bestätigt und uns in unserer Arbeit bestärkt. Denn sie zeigt auch, dass unsere Planungen, die wir mit der Burg verbinden, Überzeugungskraft haben."

Mit Unterstützung aus Berlin sollen drei Stellen finanziert werden, in den Bereichen Direktion, Kulturmanagement und Assistenz. Dass die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne ohne eigene Personalausstattung nicht zu bewerkstelligen sei, werde angesichts der Dimensionen des angestrebten Ausbaus von Burg Hülshoff niemand in Zweifel ziehen.

Entstehen soll ein mehrspartiges Kulturzentrum, das in der derzeit noch ungenutzten Hülshoffer Vorburg seinen neuen Mittelpunkt bekommen soll. Unter anderem ausgestattet mit einem multifunktionalen Bühnensaal, einer Ausstellungsgalerie und einem Literaturcafé soll sich Burg Hülshoff als Museums-, Veranstaltungs-, Lern- und Gesprächsort gleichzeitig profilieren und ein kommunikativer Knotenpunkt in der Region werden.

Hintergrund

Die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung wurde im Herbst 2012 ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Wasserburg Hülshoff gemeinsam mit Haus Rüschhaus dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten und auszubauen. 24 Stifter hatten insgesamt 19,3 Mio. Euro Stiftungskapital zusammengebracht. Mit diesem Kapitalstock kann der Erhalt und der Betrieb von Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus im gegenwärtigen Zustand abgedeckt werden. Für die Realisierung geplanter Entwicklungen und zukünftiger Ausbaustufen müssen weitere finanzielle Anstrengungen unternommen und neue Ressourcen erschlossen werden.

Burg Hülshoff

Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit einer über 500-jährigen Familientradition.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11. Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von Deckenbrock, die sich später "von Droste" nannten. Das Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545 erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Kapelle.

Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem unweit gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen Literatur, Teile daraus wie die Erzählung "Die Judenbuche" gehören zur Weltliteratur.

-Pressetext LWL

Weiterführende Links:

externer Link Original-Pressemitteilung LWL Landschaftsverband Westfalen-Lippe



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