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(c) Krone.at
Artikel und Abbildung der Suchanzeigen in der Kronenzeitung.


Szene
Wiener SchwertkämpferInnen, die Öffis und ihre Tücken
15.05.2012 10:14
Florian Machl

Vor Jahren erregten sich die Gemüter in der Fechter-Szene. Ein Schwertkämpfer brüstete sich damit, einen Raufbold in der U-Bahn unter Zuhilfenahme der Waffe zurechtgewiesen zu haben. Nun gibt es wieder Schlagzeilen aus Wien: Die Kronenzeitung berichtet über eine historische Fechterin, die ihr Trainingsgerät am Weg zum Training in der U-Bahn vergessen hat. Ihre handgeschriebenen Suchanzeigen nach dem vermissten Schwert fielen einer Redakteurin ins Auge. Im Krone Leserforum duelliert sich die Fechterin spitzzüngig mit der dortigen Community.

Insgesamt wirkt die Sache reichlich skurril. Auf karierten Blockzettelchen, aufgehängt in mehreren U-Bahn-Stationen, wird in holpriger Handschrift eine Suchanzeige verbreitet. Nein, es ist weder Hund, noch Katze, noch Goldhamster entlaufen. Gesucht wird ein Schwert, ein "Nylonwaster" genannter "Simulator" für spätmittelalterliche Langschwerter.

"Kein Spielzeug" steht auf dem Zettel zu lesen. "Bitte, bitte melden." Es gibt 50 Euro Finderlohn. "Bin traurig" will die Redakteurin der Kronenzeitung weiters gelesen haben, bleibt dafür aber den Bildbeweis schuldig. Der Waffennachbau aus Kunststoff, der in guter Qualität durchaus 300 Euro kosten kann, fand bislang weder seinen Weg zum Fundamt, noch zum Fundbüro der Wiener Linien.

Die Öffentlichkeitswirkung der Diskussion in den berühmt-berüchtigten Online-Foren der Kronenzeitung unterstreicht treffsicher den Grad der Merkwürdigkeit des Vorfalles. Dort tritt die ehemalige Besitzerin unter dem Namen "manjab" auf und duelliert sich mit der Krone-Community mit spitzer Zunge. Auf eine sexuelle Anzüglichkeit antwortet die Dame mit "...ich bevorzuge Schwerter mit denen ich mich gegen Menschen wie dich verteidigen kann. Oder die dafür sorgen, dass ihr mich im Allgemeinen in Ruhe lasst." Wie häufig in der Krone Online zu beobachten ist, bieten die Kommentare dem Leser deutlich mehr Gelegenheit zur Unterhaltung und zum Kopfschütteln als der Artikel darüber.

Die Schwertkämpferin gehört nach Angaben in der Krone dem Verein "Die Lange Schneyd" an, der Mitglied des Fachverbandes ÖFHF ist und gemäß historischer Fechtkollegen fundiertes Training und fundierte Forschung betreibt. Sollte einer unserer Leser Hinweise zum Verbleib des Trainingsgerätes haben, leiten wir diese gerne weiter.

Weiterführende Links:

externer Link Krone.at: Schwert verloren
externer Link Die lange Schneyd - historisches Fechten um 1500
externer Link KnightShop: Eine von vielen Quellen für Nylonwaster



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