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(C) vigil games & thq

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Albrecht Dürer: Die apokalyptischen Reiter.

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Darksiders – Wrath of War
Apokalyptisches Action Adventure erobert Spielkonsolen
19. 4. 2010 - 14:30
Ingo Wiesinger


"Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin" ist ein bekanntes Zitat des amerikanischen Dichters Carl Sandburg. Aber Zeiten ändern sich. Speziell wenn die Erde in Schutt und Asche liegt und ein Kampf zwischen Himmel und Hölle tobt. So wie in dem Fantasy-Game "Darksiders". Denn hier scheint die Frage eher zu lauten: "Stell dir vor es ist die Apokalypse und nur Krieg geht hin"?

Als Titelheld Krieg, einer der legendären Reiter der Apokalypse, das weltliche Schlachtfeld erreicht, wird ihm schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Denn auf der Erde zerstören Dämonen alles Leben und am Himmel kämpfen Engel gegen die Angreifer. Doch von seinen Mitstreitern, den restlichen drei Reitern, ist keine Spur zu erkennen. Es scheint als ob das Ende der Zeit absichtlich zu früh eingeleitet wurde. Opfer dieser kosmischen Verschwörung sind nicht nur die Menschen, sondern auch Protagonist Krieg selbst, der alles daran setzt, die Schuldigen zu suchen und Licht ins Dunkel zu bringen.

Mad World

Mit dieser Vorgeschichte, die in einer spektakulären Filmsequenz erzählt wird und direkt in das eigentliche Spiel überleitet, beginnt das erste Action Adventure aus dem Hause Vigil Games. Dessen Inhaber ist kein Geringerer als Comiclegende Joe Madureira, der den Titel nicht nur ersonnen, sondern auch produziert hat. Laut eigenen Aussagen erfüllte er sich mit "Darksiders - Wrath of War" seinen Traum, in die Welt der Videospiele voll einzusteigen und nicht nur als Designer oder Comic-Artist tätig zu sein.

Joe "Mad", wie ihn seine Fans nennen, ist längst kein Unbekannter mehr. Bereits in den Neunzigern revolutionierte seine Art der Comic Kunst das Genre. Besonders fällt seine Liebe für kantige Muskelmänner auf, die eine Fusion aus dem westlichen Heldenbild (zB. breites männliches Kinn, lange Haare, etc.) mit den feinen östlichen Figuren (wie im japanischen Manga üblich) darstellt. Mittlerweile sind seine Charaktere grafisch perfekt reduziert und der geneigte Fan erkennt einen echten "Mad" auf den ersten Blick.

Offenbarung des Johannes

Die Geschichte der apokalyptischen Reiter scheint jedoch schon seit Jahrhunderten so manchen Künstler zu inspirieren. Ein besonders bekanntes Beispiel ist der prachtvolle Holzschnitt von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1498. Die Reiter selbst stammen natürlich aus der Bibel. Genauer gesagt aus dem 6. Kapitel der Offenbarung des Johannes. Hier wird im letzten Buch des Neuen Testaments dem Verfasser in einer Vision mitgeteilt, dass weder ein Mensch noch ein Engel, sondern nur ein Lamm für würdig erachtet wird, das mit sieben Siegeln verschlossene Buch zu öffnen. In Offenbarung 6 beginnt das Lamm mit der Öffnung der Siegel. Beim Öffnen der ersten vier Siegel erscheinen jeweils nach dem Ruf "Komm" vier Reiter und suchen die Menschheit mit ihren Geißeln heim.

Design

Beim Inhalt und im Design nimmt das Spiel allerdings nur prinzipielle Anleihen an der literarischen Urform ohne sie wörtlich zu interpretieren.

"Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben". (Offb 6,1-8)

Zwar sind im Spiel das Pferd und dessen schwertschwingender Reiter enthalten, jedoch ist die Farbe des Rosses schwarz. Vermutlich weil so die brennenden Nüstern und die flammenden Hufe spektakulärer aussehen. Übrigens hat der Hengst namens Ruin eine der spektakulärsten Animationen im Spiel spendiert bekommen. Wenn er gerufen wird, springt er umhüllt von Flammen aus der Erdoberfläche und Krieg schwingt sich mit einer coolen Bewegung in seinen Sattel.

Ebenfalls schick anzusehen sind die Charaktere selbst. Dabei wurde nicht nur die Hauptfigur imposant designt, sondern auch die storyrelevanten Figuren. Besonders gut gelungen sind hier die wandernden Steintore, die per magischem Horn zum Leben erweckt werden müssen, und der schlitzohrige Dämonen-Händler Vulgrim. Bei ihm steht nicht nur neues Equipment wie die Harvester-Sense zum Verkauf bereit, sondern auch diverse Upgrades können erstanden werden. Im weiteren Spielverlauf beherbergt er ebenfalls einen "Schnell-Reise-Service", mit dem bereits bespielte Locations erneut erreichbar sind.

Dank der frei drehbaren Kamera kann der geneigte Spieler alle grafischen Facetten des Spiels genauer unter die Lupe nehmen. Denn auch bei kleinen Texturen wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Ein gutes Beispiel hiefür sind die prunkvollen Verzierungen an Kriegs Schwert und seiner Rüstung.

Spielwelt

Auch die Spielwelt selbst ist spektakulär ausgefallen und vermittelt dem Spieler stets ein episches Gefühl. Die unglaublich hohen Bauten und Tempelanlagen, durch die man schreitet, sind genauso gelungen wie die riesigen Statuen. Diese überragen den Helden manchmal um ein Vielfaches. Noch imposanter sind nur die obligaten Boss-Gegner, die so groß sind, dass der Spieler teilweise per Knopfdruck in eine Totale wechseln muss, um den Überblick nicht zu verlieren.

Dieser geht auch dank der zuschaltbaren und sehr detaillierten Karte nie verloren. Darüber hinaus sorgen Schauplätze wie die Feuerwelt, das Ashland oder der Spinnenpalast stets für Abwechslung. Die Level selbst funktionieren zwar immer nach dem gleichen Prinzip: Ziel erreichen, eine neue Fähigkeit oder Waffe erlangen und dann dem End-Gegner einen Besuch abstatten, sehen aber nie gleich aus.

Zelda für Erwachsene

Obwohl die Quests mit unglaublicher Abwechslung und teils knackigen Rätseln gespickt sind, wird doch schnell klar, dass hier mit viel Freude am Detail quer durch die Videospielgeschichte zitiert wird. Fast könnte man meinen eine Art "Best of Action Adventure", das stark an "Legend of Zelda" erinnert, zu spielen. Nur mit dem Unterschied, dass hier nicht nur kinderfreundlich gehüpft, geknobelt oder mit Fabelwesen geplaudert wird, sondern auch zünftig abgemetzelt werden darf. Der Hauptheld heißt ja auch nicht "Link" sondern "Krieg". Auf keinen Fall darf daher der Fehler gemacht werden hier ein "Zelda Plagiat" zu sehen. Es handelt sich eher um eine Hommage von jungen Gamedesignern, die, ähnlich wie Quentin Tarantino im Kino, ihre Game-Helden genussvoll zitieren.

Rezensentenmeinungen

Ingo
Ingo: Abschließend kann man sich der Fachpresse nur anschließen, die dem Spiel Wertungen in der 80-90 Prozent Liga spendiert hat. Was bei den Innovationen "eingespart" wurde, bekommt der Spieler jedoch doppelt und dreifach bei Inhalt und Spielspaß zurück. Was hauptsächlich dem fantastischen Look und der spannend erzählten Geschichte zu verdanken ist. Die 25 Spielstunden, die man maximal braucht um das Game inklusive aller Upgrades und versteckten Geheimnisse, wie dem "Abyssal Armor" (der stärksten Rüstung im Spiel), zu meistern, vergehen rasend schnell. Somit stellt das Spiel ein erstes Highlight dieses noch jungen Spieljahres dar. "Darksiders" Fans freuen sich schon auf die Fortsetzung, die bereits von Joe Madureira bestätigt wurde und Ende 2011 erscheinen soll.

Wertung des Rezensenten
(Höchstmögliche Punktezahl: 5)
Grafik: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Musik / Soundeffekte / Sprache: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Handlung / Story: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Spieldauer / Spielspaß: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Benutzerführung: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Technik / Fehlerfreiheit: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung

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