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(C) dtp entertainment
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Das Schwarze Auge ist ein klassisches Pen&Paper Rollenspiel - das zeigt sich in der Charaktererstellung und -Verwaltung.

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Die Limited Collectors Edition hatte viel zu bieten.

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Beispiele für die liebevolle, detailliert gestaltete Grafik.

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Ein Platz in der riesigen Stadt Ferdok.

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Kämpfe mit und ohne Magie in der Welt Aventuriens.

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Es gibt viel zu entdecken.

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Der direkte Vergleich: Vor und nach dem High Resolution Texture Patch.

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Die Konzeptzeichnung eines Ogers.

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Vorfreude: Die beiden letzten Bilder sind Screenshots vom eben erschienen Nachfolgetitel.

Drakensang - Ein Computer-Rollenspiel in der Welt des Schwarzen Auges
Ein durchschlagender Erfolg aus Deutschland
19. 2. 2010 - 17:30
Florian Machl


Drakensang wurde bereits am 1. August 2008 nach mindestens drei Jahren Entwicklungszeit veröffentlicht. Es ist der Vorgänger des mit heutigen Datum erscheinenden Titels Drakensang am Fluss der Zeit. Als mehr als gelungen wurde diese Computerspiel-Umsetzung des Rollenspiel-Klassikers "Das schwarze Auge" gefeiert und eroberte sich eine breite Fangemeinde. Vergleichbar mit Baldurs Gate wandert der Spieler mit seinem Hauptcharakter und weiteren Gefährten, die er nach und nach kennenlernt, durch die Welt Aventuriens, um ein fantastisches Abenteuer zu bestehen. Bemerkenswert an der Produktion ist, dass es qualitativ und inhaltlich kaum vergleichbare Titel im deutschsprachigen Raum gibt.

Zu einer Zeit, in der Online Spiele (MMORPGS) wie World of Warcraft Lebenszeit und Produktivität eines Millionenpublikums verschlingen, ist es alles andere als leicht, mit einem Einzelspielertitel zu punkten. Der Produktionsfirma dtp entertainment ist gemeinsam mit Radon Labs mit Drakensang ein großer Wurf gelungen, dem allerdings jahrelange Arbeit und viel Liebe zum Projekt zuvorging. In nahezu allen Punkten, die ein Computerspiel ausmachen, wurde hier intensiv Entwicklungszeit investiert. Sei es die Grafik, Benutzerinterface und Spielengine, die Handlung, die deutsche Sprachausgabe, der orchestrale Soundtrack, ja selbst das Handbuch - nichts wurde ausgelassen oder vernachlässigt. Zu Recht erhielt der Titel eine durchschnittliche Bewertung von 83% in der Fachpresse. Selbst international - das Spiel erschien im Februar 2009 auch in den USA - waren Preise abzusahnen, so führte die renommierte Washington Post Drakensang unter den fünf ungewöhnlichsten Spielen des Jahres. Eine der höchsten erreichten Auszeichnungen in Deutschland war der mit 150.000 Euro dotierte Deutsche Computerspielpreis des Jahres 2008 ("Bestes Deutsches Computerspiel"), dazu gesellten sich "Beste Story & Spielewelt 2008 ", "Bester Soundtrack 2008" sowie der Deutsche Computerspielpreis 2009 für "Bestes Jugendspiel" und "Bestes Deutsches Spiel"

Unmöglich? Die hohe Erwartungshaltung der Fans wurde erfüllt

Ebenso unmöglich erschien bis zum Erscheinen von Drakensang, die hohen Anforderungen und Erwartungen der riesigen Spielergemeinschaft von DSA - Das Schwarze Auge - zu erfüllen. Der Pen & Paper Klassiker erschien 1984 als Gemeinschaftsprojekt von Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs und Ulrich Kiesow im Verlag Schmidt Spiele. Kaum ein anderes deutsches Rollenspiel konnte in der Form an den Erfolg großer amerikanischer Vorbilder wie Dungeons & Dragons (1974) anknüpfen wie DSA. Zahlreiche Abenteuer, Regelerweiterungen und -erneuerungen und auch Bücher erschienen in dieser Reihe und wurden besonders im deutschsprachigen Raum mit großer Begeisterung aufgenommen. Kaum ein Rollenspieler kommt an diesem Titel vorbei, für viele Menschen, die heute voll im Berufsleben stehen, war DSA ein geschätzter Zeitvertreib in Kindheit und Jugend. So darf man sich nicht wundern, dass auch in der Mittelalterszene zahlreiche Fans dieses Spielgenres zu finden sind, die auch heute noch zu Spielerunden zusammentreffen.

Nahe an der Vorlage

Die Wünsche und Erwartungen einer Fangemeinde zu erfüllen, die 25 Jahre Zeit hatte, ein System in- und auswendig zu lernen und zu lieben, war somit kaum vorstellbar. Dennoch gelang es mit dem Titel Drakensang zu großen Teilen. Das mag zum einen daran liegen, dass sich die Handlung im Bereich bekannter DSA-Abenteuer bewegt und sich eng an die Vorgaben der Spielewelt Aventurien hält, zum anderen liegt es aber ganz sicher daran, dass man auch in der Spielmechanik sehr weit an die Vorlage herankam. Natürlich war nicht die gesamte Fülle an Möglichkeiten der Vorlage zu realisieren, doch die Teile, die verwirklicht wurden, erhielten von der Fangemeinschaft nahezu ausschließlich großes Lob. Ebenso äußerte sich jeder viel Leid gewohnter Spieler in höchsten Tönen über die fehlerfreie Lauffähigkeit schon der allerersten Version. Kleinere Probleme wurden rasch mit diversen Patches aus der Welt geschafft - inklusive Änderungen an zuvor etwas umständlichen Funktionen, die von Spielern am sogenannten Mikromanagement kritisiert wurden.

Erst Detektiv, dann auf der Drachenqueste

In Drakensang, das in und um die Stadt Ferdok angesiedelt ist, kann der Spieler seinen Charakter frei aus verschiedenen Geschlechtern, Rassen und Klassen wählen. Er wird von einem Freund namens Ardo von Eberstamm in die genannte Stadt gerufen, um bei der Aufklärung einiger mysteriöser Vorgänge zu helfen. Dort angekommen erfährt man, dass der Freund Opfer einer Mordserie geworden ist, die man zuallererst aufzuklären trachtet. Während man Hintergründe und Motive der Tat aufdeckt, wird man in Ereignisse von größerer Bedeutung involviert und erhält von der Glaubensgemeinschaft der Göttin Hesinde die Aufgabe, die nur alle 87 Jahre stattfindende Drachenqueste zu absolvieren.

Stimmige Optik, preisgekrönte Musik

Schon im Jahr 2008 überzeugte die Steuerung und Menüführung den Spieler. Mittlerweile - und das ist in der Spieleindustrie nahezu einzigartig - erschien der Titel vollkommen überarbeitet in einer so genannten "Gold" Fassung. Die gesamte Spielgrafik wurde massiv überarbeitet und weitgehend an die noch bezauberndere Grafik des soeben erschienen Nachfolgetitels angeglichen. Wer die ältere Version gekauft hat, kann diese mit einem High Res Texture Pack kostenlos aufbessern. Die Optik des Spieles entspricht stilistisch dem, was DSA-Spieler von den zahllosen Titelillustrationen der Pen & Paper Version gewohnt sind. Cartoonhaft aber doch auf eine gewisse Art auch realistisch (viel realistischer und detaillierter als beispielsweise World of Warcraft) wird eine liebevoll gestaltete Naturumgebung gezeigt, die von vielen Tieren bevölkert wird und nicht mit schönen Licht- und Schatteneffekten geizt. Dieses Lob ist ohne Abstriche auf die Gestaltung der Städte und Dörfer zu übertragen. Auch der preisgekrönte Soundtrack von Tilman Silescu wusste zu begeistern. Bei seinen Kompositionen ließ er sich nach eigener Aussage von einigen Overtüren Richard Wagners inspirieren. Wer bei Computerspielen an eine Synthesizerorgie denkt, hat weit gefehlt, denn Instrumente wie Gitarren, Flöten und Trommeln wurden eigens dazu eingespielt. Manche Stücke erinnern auch an typische Mittelaltermarktmusik. Sein Unternehmen Dynamedion hat sich auf die Erstellung von Computerspiel-Soundtracks spezialisiert. Im Erscheinungsjahr konnten die Musiker (Interview siehe Linkliste) damit weltbekannte Titel wie Crysis oder Sacred 2 auf die Plätze verweisen.

Eine Offenbarung für Fantasyrollenspieler

Die Handlung bot für den Spieler, der von vielen Titeln aus dieser Zeit enttäuscht war, Tiefgang und schier unendliche Möglichkeiten der Interaktion mit der Spielewelt. Auch wenn die Handlung zu Recht teilweise als etwas zu linear kritisiert wurde, blieben dennoch viele Lösungswege für Herausforderungen übrig, und Mengen an Nebenquests ermöglichten, sich neben der Haupthandlung auch andere Tätigkeitsfelder zu suchen. Der Kritik von Golem.de (siehe Links) ist beizupflichten, wo es hieß: "Wer Fantasyrollenspiele mag, für den ist Drakensang die Offenbarung des bisherigen Jahres. Obwohl das Programm mit seinen unzähligen Werten und Möglichkeiten schwergewichtig daherkommt wie ein dicker Troll, gelingt ihm doch ein feines Kunststück: Die Mischung aus Quests erledigen, packende Kämpfe absolvieren, Charakter aufpeppen und Handlung folgen - und noch viel mehr - ist so clever verpackt, dass sich tatsächlich der berüchtigte "Nur noch ein paar Minuten"-Effekt einstellt und irgendwann die Nacht vorbei ist."

Langfristig hohes Spielvergnügen

Wer also ein Spiel sucht, das auch auf etwas älteren PCs noch einwandfrei läuft und wochen- wenn nicht monatelang intensives Spielvergnügen bereitet, ist mit dem ersten Teil von Drakensang - egal ob in der Urfassung oder der Gold-Edition, gut beraten. Übrigens muss der geneigte Käufer zum Erwerb von Drakensang nicht einmal seine Wohnung verlassen. Für Spieler mit dicker Internetleitung wird der Titel komplett online zum Kauf und Download angeboten. Seit heute, 19. Februar 2010 ist der heiß ersehnte Nachfolger "Drakensang – Am Fluss der Zeit" erhältlich, über den wir in Kürze ausführlich berichten werden.

Rezensentenmeinungen

Florian
Florian: Ich habe das Spiel schon 2008 gespielt und von Anfang an geliebt. Davor war am Spielesektor lange eine "Saure-Gurken-Zeit". Titel mit Tiefgang waren insbesondere im Rollenspielsektor nicht zu haben. Dazu ist zu sagen, dass meine bisherigen Lieblingstitel Morrowind und Baldurs Gate waren - und somit hohe Ansprüche an Benutzerführung, Spielsystem und Kampfsystem bestanden. Besonders begeistert war ich davon, dass es sich um eine deutsche Entwicklung handelte, da man endlich einmal nicht eine gezwungen-peinliche Synchronisationsversion sondern ein echtes Original spielen konnte. Beispielhaft war der High Resolution Texture Patch, der dem Spiel optisch wahnsinnig viel gebracht hat und beweist, dass den Entwicklern viel an ihrer Game-Community liegt.

Wertung des Rezensenten
Höchstmögliche Punktezahl: 5

Grafik: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Musik / Soundeffekte / Sprache: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Handlung / Story: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Spieldauer / Spielspaß: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Benutzerführung: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Technik / Fehlerfreiheit: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung

Walter
Walter: Ich habe 2009 die Variante ohne High Res Pack zu gefühlten 2/3 durchgespielt, dann hat Zeitmangel dem täglichen Spielvergnügen jedoch ein Ende bereitet. Sehr positiv sind die, trotz älterer Hardware, sehr gute, für meinen Geschmack jedoch etwas zu bunte Grafik und ein ordentliches Stück Tiefgang. Die passende Sounduntermalung tut den Rest. Als Spieler früherer DSA-PC-Titel ist Drakensang ein würdiger Nachfolger, bei dem allerdings ein paar Dinge fehlen, die das "alte DSA Feeling" etwas trüben: beim Stehlen erwischt zu werden, Präsenz der Götterkulte, Interaktionsmöglichkeiten auf der Weltkarte usw.

Die Hauptquest, wenn auch meist sehr linear gehalten, steht den Vorgängern in nichts nach. Teils ein wenig vorhersehbar, ist sie sogar ausschweifender gehalten. Verschwörungen, nahe an denen von Riva und die "Drachenqueste" fügen sich nahtlos in die Welt ein. Die Umgebung, Tratsch und Klatsch, reagieren auf den eigenen Questfortlauf. Die Linearität der Hauptquest ist derart gut durch wunderbar eingefügte Nebenquests begleitet, dass sie nicht mehr stört. Man freut sich teils wirklich über die liebevollen Ideen, die so eingefügt wurden.

Die größte Freude hatte ich bei dem Spiel jedoch an einer winzigen Kleinigkeit: Drakensang ist das erste PC-Spiel das ich gespielt hatte, welches Gambesons fürs Inventar anbot, Mount and Blade wird in der Hinsicht hoffentlich folgen.

Wertung des Rezensenten
Höchstmögliche Punktezahl: 5

Grafik: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Musik / Soundeffekte / Sprache: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Handlung / Story: PunktewertungPunktewertungPunktewertung
Spieldauer / Spielspaß: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Benutzerführung: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung
Technik / Fehlerfreiheit: PunktewertungPunktewertungPunktewertungPunktewertung


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