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Fairness in der Entlohnung beginnt beim Besucher. Ein Umdenkprozess erscheint notwendig, um das entwürdigende Gefeilsche, das sich bis hin zum "kleinsten Darsteller" zieht, zu beenden und so manchem Veranstalter wieder ein wenig Luft zum Atmen zu geben.


Von Preis, Wert und Wertschätzung - Lösungen gesucht
Der Teufelskreis von Veranstaltungen zum Dumpingpreis
Florian Machl
24.05.2012 12:00

Immer größer wird die Problematik der Eintrittspreisgestaltung für viele heimische Veranstalter. Auf der einen Seite will man möglichst viel bieten, um ein unvergessliches Erlebnis zu hinterlassen. Auf der anderen Seite stehen die Darsteller, die berechtigter Weise gewisse finanzielle Ansprüche stellen. Markthändler behaupten, zu hohe Eintritte würden sie um ihren Umsatz bringen. Und die Besucher? Die sind geteilter Meinung. Die Frage ist immer, wem man gerade zuhört. Wie kann und soll sich der Preis heimischer Genreveranstaltungen dem tatsächlichen Wert annähern?

Das Zauberwort der Wirtschaftsmenschen lautet Inflation. Alles wird teurer. Und dies mit Absicht. Darüber muss man auch nicht streiten oder diskutieren, denn alleine an der Zapfsäule sieht man die Auswirkungen ständiger Preissteigerungen. Der Liter Benzin, das große Bier, das Schnitzel beim Wirt, der Käse beim Großmarkt: Alles unterliegt einer jährlichen Preisanpassung. Die murrend akzeptiert wird, weil man eben muss. Aber Genreveranstaltungen, die dürften ihre Preise nicht anpassen? Zehn Euro wären für eine Veranstaltung, die bis zu 12 Stunden Unterhaltung bietet, zu hoch? Preise darüber eine Frechheit? Ich bin nicht dieser Meinung. Ich glaube, dass die meisten Genreveranstaltungen in Österreich unter ihrem Wert betrieben werden.

Hohes Veranstalterrisiko ist durch nichts gedeckt

Mittelalterfeste zum Dumpingpreis, vermeintlich eingefordert von den Besuchern, haben äußerst negative Auswirkungen. Veranstalter haben weniger Geld um zu wirtschaften, sie müssen mit jedem Künstler und Darsteller entwürdigend um den letzten Euro feilschen. Schnell gerät ein wirtschaftlich denkender Veranstalter in den Verruf, „nichts zahlen zu wollen“. Oft will er aber nur überleben. Freilich, es gibt auch schwarze Schafe, die tatsächlich nur am eigenen Verdienst interessiert sind. Nicht zu wenige. Aber diejenigen, die auf eine faire Ausschüttung achten und jedem Mitwirkenden zumindest einen anerkennenden Lohn für den Einsatz bezahlen, können rein finanziell betrachtet oft kaum noch atmen. Ist Privatvermögen im Spiel, lastet das Wetterrisiko – also das Risiko eines fünfstelligen Totalverlustes - oft schwer auf schmalen Schultern.

Wer fordert eigentlich Preise unter Wert?

Doch fordern „die Besucher“ tatsächlich Eintrittspreise, günstiger als die Anfahrtskosten, Preisgestaltung in der Gegend von zwei großen Getränken? Wirklich? Dazu muss man sich die Zusammensetzung des Publikums ansehen. Über 90% der Festbesucher sind meist „szenefremdes“ Familienpublikum. Bei besonders großen Festen ist der Anteil noch höher. Diese Menschen gehen nicht jedes Wochenende auf ein Fest, sondern oft nur einmal im Jahr. Weil sie sich das ganze Jahr lang darauf freuen, weil es das Fest in ihrer Region, in ihrem Ort ist. Selbstverständlich müssen auch diese Menschen gut wirtschaften und ihre Familie ernähren. Sie verstehen aber eher, dass ein einmaliges Erlebnis seinen Preis wert ist. Und unter einmalig ist auch "ein einziges Mal im Jahr" zu verstehen. Ein Besucher aus der Mittelalterszene hingegen bezahlt an jedem Wochenende in der Saison oft sogar mehrfach Eintritt. Natürlich geht das ins Geld. Doch es sind völlig verschiedene Hintergründe.

Veranstalterdilemma

Der Veranstalter hingegen steht vor einem Dilemma. Der Besucher aus der Mittelalterszene konsumiert dieselben Vorführungen und Leistungen wie jeder andere Besucher auch. Dennoch erntet er gerade von Szenebesuchern nicht zu selten den Vorwurf, dass alles zu teuer wäre. Der Eintritt müsse ermäßigt werden, die Getränke und das Essen sollten billiger sein. Vor allem für "Gewandete". Aus der Perspektive des von Fest zu Fest Reisenden absolut verständlich. Denn auch das Dasein als "umherziehender Festbesucher" ist ein Hobby, das ins Geld geht. Aber kann man wirklich die Veranstalter dafür in die Pflicht nehmen, dass man sich dieses Hobby ausgesucht hat?  Anders gefragt, kommen gewandete Spieler günstiger in die Tennishalle? Gibt es dann den Squash-Platz gratis? Kostet Bowling die Hälfte, wenn man eigene Schuhe und Kugeln mitbringt?

Interessiert „erfahrene“ Szenebesucher das Programm überhaupt?

Ebenfalls zu beobachten ist auch, dass viele dieser häufigen Festbesucher aus einem gänzlich anderen Grund auf ein Mittelalterfest kommen als die große Mehrheit des Laufpublikums, das dort Neues erfährt und noch Staunen kann. Die Vorführungen langweilen die Szeneleute meistens, sie nehmen das Programm kaum noch wahr. Nur mit ganz besonderen Dingen können man sie zum Zusehen oder Zuhören bewegt werden. Ansonsten scharen sie sich um die Stände der bekannten Getränkeanbieter und tauschen sich untereinander aus. Wie sich eben Menschen anderer Hobbies abends beim Wirt treffen. Dort bezahlt man dafür, dass man seine Freunde treffen kann, ja auch keinen Extraeintritt, sondern nur was man konsumiert. Nur sollte sich vielleicht auch einmal die Veranstalterperspektive herumsprechen, dass Mittelalterfeste nicht als gefälliges Hintergrundrauschen für Gruppenausflüge veranstaltet werden. Und es spricht Bände, wenn als Rückmeldung zu einem Fest in einschlägigen Foren nur noch auffällt, ob der Metstand von Hirmann oder Heinzle anwesend war – der Rest eines Festes aber völlig untergeht.

Unverdiente üble Nachrede bei notwendigen angemessenen Preisen

Der Veranstalter trägt ein gewaltiges Finanzrisiko. Kaum eine Gruppe kommt umsonst – warum sollte sie auch – und alle Professionisten stellen am Ende des Tages eine dicke Rechnung. Egal ob es regnet, egal ob der Veranstalter Menschen der Mittelalterszene ermäßigt oder gratis aufs Fest gelassen hat. Dafür hat sich niemand der Dutzenden österreichischen Veranstalter die üble Nachrede verdient, die von kleinen Grüppchen immer wieder betrieben wird, wenn Einzelnen der Eintritt zu hoch erscheint. Die Frage ist, ob man diese Besucher dazu bewegen kann, die Problematik zu verstehen. Und darüber hinaus, welche Lösungsansätze es gibt, um vielleicht doch Akzente zu setzen, dass auch die Gäste aus der Mittelalterszene zufrieden sind.

Was ist die Lösung? Gewandungsverbot?

Einer der bisherigen Ansätze ist das Gewandungsverbot, wie es seit langem in Puchberg am Schneeberg gehandhabt und in Hartberg geplant ist. Allein – es handelt sich dort um Hardcore-Authentizitäts-Veranstaltungen die von der Mittelalter-Romantik der herkömmlichen Feste weit entfernt sind. Dort geht es, folgt man den Veranstaltern, um reine Wissensvermittlung. Gewandete Festbesucher, die einmal Ritter oder Prinzessin spielen wollen, sind dort nicht willkommen. Sie bezahlen den selben Preis wie alle anderen und es gibt keine Diskussionen an der Kassa. Vorweg: Dieser Ansatz ist für sich vielleicht berechtigt, für die Mehrheit der Feste aber nicht haltbar. Denn ihre Ausrichtung ist die Unterhaltung. Unterhaltung hat übrigens überall einen höheren Preis, als auf Mittelalterfesten. Freilich, nicht jedes Fest bietet viel Programm. Für ein Fest mit 2 Programmpunkten mehr Eintritt zu Verlangen als ins Kino, ist sicher eine Frechheit. Aber erwähnte 12 Stunden abwechslungsreiche Dauerunterhaltung, oft von hunderten Darstellern geboten – hat das nicht einen Gegenwert von mindestens 20 Euro verdient?

Blick nach nebenan: Was kostet eine Vorstellung im Zirkus Krone?

Ein Preisvergleich zum Zirkus Krone. Wo man auch nicht jedes Wochenende mit seinen Kindern hingeht - aber einmal im Jahr ist durchaus möglich. Weil es eben etwas Besonderes ist. Der schlechteste Sitzplatz kostet 18, ermäßigt 15. Euro. Die Loge als höchste Kategorie kostet 40, ermäßigt 35 Euro. Die Kosten eines Zirkusbetriebes sind durchaus mit dem eines großen Mittelalterfestes vergleichbar. Nur dass im Zirkus nach drei Stunden der Vorhang fällt. Auf Wiederseh’n, es hat uns sehr gefreut. Danke für die 25 Euro Durchschnittseintritt. Warum also sind diese Preise bei einem Zirkusbesuch mit der ganzen Familie (und der Zirkus Krone ist keineswegs teuer) völlig in Ordnung, bei einem Mittelalterfest aber – aus Sicht der Mittelalterszene – nicht?

Nachdenkprozess und Lösungen dringend gefragt

Ich rufe zu einem Prozess des Nachdenkens und der Diskussion auf, wie man das mittlerweile in dieser Szene weit verbreitete Herumgeschimpfe über Preisgestaltung verhindern oder vermindern kann. Denn eines muss klar sein - ohne ausreichende Entlohnung werden die Feste weniger. Insbesondere bemühte, ambitionierte Feste werden wackeln. Kleinanbieter haben keine Chance. Veranstalter werden im Fall von Schlechtwetter schnell in den Konkurs getrieben. Und auch die ungute Preistreiberei geht weiter und weiter: Niemand kann den Gruppen und Künstlern die Preise bezahlen, die sie eigentlich wert wären. Man kann nicht einerseits ständig die Gagen erhöhen wollen, aber andererseits den Veranstaltern eine angemessene Preisgestaltung vorwerfen. Auch für uns Zeitungsmenschen wird die Kritik schwierig: Wenn alle Veranstaltungen „unterpreisig“ sind, wird eine Trennung zwischen fairen Veranstaltern mit Handschlagqualität und halbseidenen Abkassierern schwierig.

Florian Machl
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1. Kommentar von Bichi am 24.05.2012 um 12:56

Eintrittspreis
Zu obigem Artikel erlaube ich mir ein paar Richtigstellungen abzugeben:

In Puchberg am Schneeberg ist grundsätzlich jeder willkommen! Wir behalten uns allerdings als Veranstalter vor, die Spielregeln für diese Veranstaltung festzulegen. Diese sehen eben nur den Eintritt in moderner Kleidung vor und es gab aus unserer Sicht bereits seit Jahren keine Probleme mehr damit. 

Das von den Teilnehmern dargebotene Programm wird in Puchberg kostenlos angeboten. Es wird kein Eintrittsgeld eingehoben. Niemand wird gezwungen für den Besuch unserer VA zu bezahlen. Es steht jedoch jedem Besucher frei, die VA durch seine freiwillige Spende am Burgtor zu unterstützen.

In diesem Sinne

Bichi

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2. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 24.05.2012 um 13:48

Danke ...
... für die Ergänzung. Ich hoffe dass noch andere Lösungsansätze wie Gewandungsverbot kommen, auch wenn dieses durchaus dazu geeignet erscheint, Ermäßigungssdiskussionen zu vermeiden. Was meint ihr denn in Puchberg, wie man anderswo mit dem Problem umgehen kann?

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3. Kommentar von Martina am 24.05.2012 um 13:57

Vielschichtige Frage...
Ich stimme den angegebenen Überlegungen völlig zu. Dumping endet für niemanden gut, es wird wirklich viel geboten auf Festen.
Ich würde noch gern einen Aspekt ergänzen: für Einzelpersonen erscheinen mir Preise jenseits der 10€ (vielleicht nicht unbedingt 20€, aber etwas dazwischen) durchaus völlig ok. Die Gastro auf MA-Festen ist in den meisten Fällen absolut leistbar, das sollte also niemanden vom Besuch eines MA-Festes abhalten.
Am Herzen liegen würden mir allerdings Familien - ich fände preiswerte Familienkarten sehr wichtig. Für eine Familie wird so ein Fest schnell zu einem teuren Ausflug (wer kann schon problemlos mal 100€ an einem Tag ausgeben? - Eintritt inkl. Essen und eventuelle Zusatzaktivitäten wie Bogenschießen, Ponyreite etc. machen ganz schnell mal 100€ aus).
Vielleicht bin ich da zu idealistisch, aber ich sehe das große Potential an Bildung, die man an so einem Fest (sofern Lokalität und Darstellergruppen passen) einfach so im Vorbeiflug mitbekommen kann. Das finde ich einfach toll und ich fände es schade, wenn das für Familien nicht leistbar würde. Soweit ich es mitbekommen habe, gibt es aber auf fast allen Festen leistbare Familienkarten.

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4. Kommentar von Thomas die Lokomotive am 24.05.2012 um 14:45

Gewandungsverbot, etc.
Ein Gewandungsverbot wie Puchberg können sich wohl nur wenige Feste "erlauben". Puchber ist ja auch kein Fest in diesem Sinne, wo sich die Katzenbeisser bis 3 Uhr früh besaufen, sondern wirklich eine ganz andere Art Veranstaltung.
Wenn ein Reenactor sein Hobby nicht ausleben kann, wozu soll er sich dann noch auf ein MA-Fest begeben? Nicht jeder hat eine Lagergruppe, mit der er/sie das Hobby ausleben kann. Außerdem gehen bei vielen Festln Westernhemden und Lederhosen schon als Gewandung durch, was bedeuten würde, dass Menschen mit einfachem Leder-Fetisch oder Gothic-Anhänger auch nicht mehr auf Veranstaltungen gehen dürften. Oder?
Ein halbwegs guter Reenactor trägt zum stimmigen Gesamtbild bei und wird sicher viele Veranstaltungen besuchen, was eine, nicht unwesentliche, finanzielle Belastung sein könnte. Diese Leute investieren oft unsummen in Kleidung, Ausrüstung und wasweißichnoch um einfach besser ins Bild zu passen. Die Überlegung für den/die Veranstalter sollte folgende sein:
Möchte ich 60 Gewandete, die ich bezahlen muss oder lieber 300, von denen ich nur 60 bezahlen muss?
Du schreibst oben, dass die Gewandeten eh nur 10% ausmachen, also kann das ja nicht so ins Gewicht fallen, wenn ebendiese weniger bis keinen Eintritt zahlen und gleichzeitig kostenlos das Fest aufwerten. Klar ist es hier schwierig (wurde eh schon 1000mal diskutiert) eine Grenze zu ziehen. Ein Faun ist halt hübsch anzusehen und "ambientig" aber nicht unbedingt "Gewandet"
Versteh mich hier auch bitte nicht Falsch, ich geh sehr oft im "zivilen" Quandl auf Festeln, weils mir manchmal die Mühe einfach nicht wert ist mich in die Panier zu schmeißen. Sehr viele, gute Reenactor haben sich ihr erstes Gwand gekauft/gemacht/machen lassen damit sie günstiger aufs Festl können. Klar ist das im, Nachhinein gesehen, eine blöde Idee, dass man für 4,- Euro Preisnachlass ein 150,- Euro LeonardoCarbone-Quandl bestellt, aber der Eigenanspruch wächst ja dann eh und so entstehen Darsteller, Vereine, Bogenschützen, HF´ler, Tempelritter,.....

Auch ist mit klar, dass du selber ja auch Veranstalter bist und natürlich auch was an deiner Veranstaltung verdienen möchtest-ist ja mehr als legitim, bedenke aber auch: Die Szene lebt auch von den "Darstellern", die nicht als bezahlte Gruppe kommen und nicht nur von den 90% Prozent Familien, "Laufkunden" und einheimischen Tagesausflüglern....

lg

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5. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 24.05.2012 um 15:12

Gewandungsqualität ...
... ist eine andere Debatte die ich hier nicht sachdienlich finde. Hast Du denn auch einen Vorschlag zu einer fairen Preisgestaltung?

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6. Kommentar von Fizban am 24.05.2012 um 21:08

Fair oder nicht fair
Fair oder nicht fair wird niemand, der nicht selbst veranstaltet, je beurteilen können.
Niemand, der nicht selbst veranstaltet, weiß, was die Darsteller in Summe kosten. Niemand (dnsv) weiß, wieviel Geld durch die Standgebühren (! dieser Teil fehlt in der Diskussion!) hereinkommt. Kaum jemand (dnsv) denkt an die Infrastrukturkosten wie Sanitär- Security, Strom, Mülltonnen etc., etc.  etc. (setzt aber voraus, das alles da ist). Ich behaupte, das sich kaum ein Besucher (dnsv) viele Gedanken über das finanzielle +/- Ergebnis des Veranstalters macht, egal ob er gerade abgezockt wird oder erstklassige Qualität geboten bekommt.

Was für den Besucher bleibt, ist der Vergleich mit anderen Festen. Sofern es sich nicht um - "Hurra, einmal im Jahr ein Fest in unserem Ort! - Gäste" handelt, (die auch wichtig sind!), muß sich jedes Fest immer den Vergleich mit den anderen Festen gefallen lassen. Fair oder nicht fair ist daher ein über oder unter dem Preis der anderen, besuchten Feste.

Zur Gastro: als Konsument gehe ich von zweierlei aus: 1) Wenn offensichtlich "einheimische" Gastro (namens "Burgstüberl" / völlig unpassende Vereinsschänken im Zentrum des Festes, etc., etc. etc), teure Verpflegung anbieten, geht ein Anteil des Erlöses an die Burg/ den Veranstalter. Sollte dem nicht so sein, stimmt etwas nicht in der Kommunikation. Durch die Veranstaltung steigt ja das Einkommen der Gastro, das weiß jeder. Über die Hintergründe, warum das überteuerte Bier mit Spanferkel nicht der Burg/ dem Veranstalter zugute kommt, macht sich so gut wie niemand Gedanken.
2) Ist bekannt, dass Gastro - anders als andere Händler - auf jeden Fall Einnahmen hat. (Einige) Händler und Darsteller selbst geben einen Teil des gerade verdienten Geld gleich wieder dort aus. Es wurde zwar diskutiert, dass Gäste sich ihr Essen selbst mitnehmen können - und die wissen das auch - aber wer will das schon? Will man als Familie das Kochen/Brote streichen nicht am Festtag jemand anderem überlassen? Haben Gäste nicht das Bedürfnis, sich - bei all dem Angebotenen - einmal auf die Bänke der (allermeist Gastro)betriebe hinzusetzen? Bei Regen gilt das noch mehr.
Es muß zwar kein Gast konsumieren, doch will kein Besucher soviel Eintritt zahlen, dass man nichts mehr konsumieren kann.

Die Kombination "teurer Eintritt" plus "teure Gastro" ist also (für Besucher, dnsv) noch schwerer verständlich als "teurer Eintritt als andere Feste" alleine.

Dann gibt es noch die Besucher, die halt einfach wirklich wenig Geld haben , oder viele Kosten, also: manche Mütter, Alleinerzieher, Arbeitslose, Studenten ohne reiche Eltern, Mindestpensionisten, unterbezahlte Arbeiter, Notstandsbezieher, ungefragte Freiberufler, glücklose Künster, pechhabende Unternehmer, mittellose Behinderte, kinderreiche Familien, überschuldete Normalsterbliche, wohnungslos Geschiedene, Geizhälse (Armut ist leider extrem vielfältig), etc., etc., etc.,
Da muß jeder Veranstalter selbst entscheiden, ob er diese Menschen (zb mit sozialer Staffelung, NÖ-Card, niedrigen Preisen etc.) dabei haben will oder die Beschwerden über den Preis eben zur Kenntnis nimmt.

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7. Kommentar von Ortwin am 24.05.2012 um 21:46

ad Hartberg:
Stimme inhaltlich voll zu, möchte aber präzisieren:
,,Gewandete'' sind bei der,,HARTBERGER ZEITREISE'' tatsächlich nicht willkommen ABER nicht weil ich etwas gegen Freunde des romantischen/märchenhaften/phantastischen (wie auch immer man es nennen möchte) Mittelalters habe SONDERN weil es dem Konzept der Veranstaltung zuwiderläuft, das da lautet: historisch, museale Veranstaltung.
Zur Erklärung: der Besucher soll die Gewißheit haben daß das was er sieht auch tatsächlich historisch ist, was mit Besuchern in Kostüm nicht gewährleistet wäre, denn für das Publikum ist, aufgrund fehlenden Wissens im Bereich historische Kostümkunde, nicht ohne weiteres erkennbar wer Akteur und wer ebenfalls nur Besucher ist, somit die Absicht der Veranstaltung, Wissen zu vermitteln, sabotiert würde.
Daher: dem Anlass entsprechende Kleidung. In die Oper geht man ja auch nicht in T-Shirt und Flip Flops. Für den vollen Genuss eines ,,Mittelalter''-Festes empfehle ich allerdings unbedingt Verkleidung, wenn schon denn schon!

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8. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 24.05.2012 um 22:18

Vielleicht eine Art Umfrage ...
... zur Positionsbestimmung für die österreichische Veranstalterlandschaft.

Interessiert Euch als "Szeneleute" das Programm noch so weit, dass ihr sagen würdet für ein gewisses Programm wärt ihr bereit einen gewissen Betrag zu bezahlen?

Drei Beispiele vom kommenden Wochenende:
Das Fest in Kufstein ist als "teuer" verschrien.
Programminfos hier: http://www.ritter-fest.de/wb/pages/ritter-fest-kufstein/das-ritter-fest-2012/programm-samstag.php
Wie beurteilt ihr hier 14 Euro Eintritt?

Mittelalterfest Gföhl
http://www.gfoehl.at/system/web/news.aspx?bezirkonr=0&detailonr=222413310&menuonr=218579693
http://www.freilichtbuehne.at/products_Main_Navigation_Das_Programm_5075.html
Markteintritt 5 Euro, Preis pro Ritterturnier zzgl 15 Euro

Mittelalterfest Kainbach
http://www.mementomori-graz.info/events_mittelalterfest_2012.php
Eintritt 6 Euro

Zum Programm von Ehrenberg/Reutte ist noch nicht viel bekannt, bisher galt die Veranstaltung als Österreichs teuerster Event.
Infos hier: http://www.ritterturniere.com/de/programm.html
Wie beurteilt ihr hier 19 Euro Eintritt?

Sind hier auch "ganz normale Familien" unter den Lesern, die nicht jedes Wochenende auf ein Fest fahren und ungefähr ein Gefühl vermitteln können, wie das bei ihnen aussieht?

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9. Kommentar von Julia am 24.05.2012 um 22:46

Ermäßigung für...
Ich fände es gut, Ermässigungen an schon bestehende Systeme \"anzubinden\". Damit meine ich z.B. die \"Hunger auf Kunst & Kultur\" - Karten (für Notstandshilfebezieher, Arbeitslose mit min. Bezug) - Personen, die sich das Leben also derzeit nicht so gut leisten können haben; NÖ-Card; Studenten/Schüler-Ausweis,.... Alles Sachen, die man leicht kontrollieren & einbeziehen kann.
Auch die günstigere Familienkarte finde ich eine gute Idee - schließlich sind Kinder ja auch das Klientel der Zukunft. Sonst finde ich im Allgemeinen Eintrittspreise für einen Markt um die 10 Euro ok, wenn extra Programm (wie z.B. Turnier) geboten wird auch eine Aufzahlung bei Konsum von Selbigem mehr als in Ordnung.

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10. Kommentar von Thomas die Lokomotive am 25.05.2012 um 13:26

Sorry
wollte ursprünglich gar nicht auf der Gewandungsfrage "herumreiten"...

Egal, zum Thema: Faire Preisgestalutng sieht jeder Besuchr anders. Der "Hardcore-Mittelalterfestbesucher" wird wahrscheinlich keine 15,- Euro für herumschreiende Tschechen mit Hollywoodmusikuntemalung, die er/sie Schon 100 mal gesehen hat, zahlen wollen. Für eine Familie mit Kindern, die vielleicht das erste Mal oder eher selten eine Solche Veranstaltung besucht, ist das sehr wahrscheinlich eine super Darbietung.

Beispiel Rosenburg: War gesamt recht stimmig(Kreuzritter-mit Armeestiefel-Debatte hin oder her, waren nette Menschen) und für einen netten Tagesausflug und(MIR) definitiv 14,- Eier Wert, klar wärs ma um an Zehner noch lieber gewesen...
Hier konnte ich beobachten, dass der Dolch-Auftritt von "Bluot zi Bluoda" kaum von "normalem" Publikum besucht war, alle anwesenden HFler und Reenactor fanden ihn aber hervorragend. Hier stellt sich eben die Frage der Wertigkeit. MIR wäre alleine dieser Auftritt fast schon 14,- Euro wert gewesen, die Standard-Familie hat ihn kaum beachtet.
Umgekehrt wiederum konnte ich mit den Kreuzrittern nicht so richtig was anfangen(nicht "meine" Epoche, trotzdem nette Leute"), wobei die bei den Kindern wahrscheinlich wieder grösseren Zuspruch gefunden haben.

Eine so vielseitige Veranstaltung wie ein Mittelalterfest so aufzuziehen, dass jeder das beste Preis-/Leistungsverhältnis erhält wird wohl unmöglich sein und der/die Veranstalter muss sich im Vorhinein überlegen für WEN er das Fest veranstaltet und ob er viel Gewinn machen will oder einfach nur ein kostendeckendes, nettes Festel mit viel "A".

Schon wieder vom Thema abgewichen:

Also: Kann mich ansonsten meiner Vorschreiberin (Julia) nur anschließen: Familienpässe, NÖ-Card, Schülerausweise sind schon ein guter Ansatz. Andenken könnte man auch ein 2 oder 3-Tages-Ticket, das halt im Gesamten günstiger ist als zwei(drei) Einzeltage. Gruppenrabatt für vorangemeldete Gruppen ab 10 Personen z.B., Vergünstigter Vorverkauf für registrierte Huscarl-User(50% auf JEDES Mittelalterfest und der Flo zahlt dem Veranstalter den Rest drauf^^), Gewandetenrabatt ist wiederum schwer (jaja, ich wiederhole mich: Einsteiger werden evtl. dadurch motiviert; jemand der eh schon 1000e Euro in Gwand und Ausrüstung investiert hat, sollte noch €150,-/Jahr in Eintrittsgeldern für sein Hobby aufwenden können)

Zusatzleistungen für zusätzliches Entgelt wird auch wieder die Lager spalten. Die Einen werden sich freuen, dass sie nichts mitkaufen müssen, das sie eh nicht sehen wollen und die Anderern werden sich über diese "Geldmacherei" brüskieren.

Interessant wäre ja auch zu wissen wie viele Leute sich tatsächlich über zu hohe Eintrittspreise beschweren bzw. wegen des zu hohen Preise erst gar nicht kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Dauerbesucher eher ein Problem hat wie die Laufkundschaft ist sehr hoch.

19€ für Ehrenberg klingt, auf den ersten Blick, schon sehr Grenzwertig, jedoch dürfte dort ein ziemlicher Aufwand betrieben werden mit der Schlacht, Turnier(wers braucht...). Bieten auch gestaffelte Preise für Familien, Jugendliche, Kinder(frei) und Gruppen. Außerdem gibts eine Abenskassa und Vorverkauf.

Memento Mori/Kainbach: Lagergruppen: Märchen an Fäden, Markt, Handwerk, Musik usw. Taverne "Zum wilden Wikinger",
Maximus' Trossküche, Moccazelt -klingt ja schon alles nicht schlecht!
 
Eintritt:Erwachsene: 6 Euronen; Kinder (von 6 bis 14 Jahren): 3 Euronen; Familienkarte (2 Erw. & 2 Kinder): 15 Euronen
Gewandete*: 3 Euronen
  • Unter "gewandet" ist eine best mögliche historische Kleidung bis inklusive 18. Jhd. zu verstehen…ausgenommen sind Schuhe. Sehr günstig, werden aber nicht viel Gewinn haben-jedoch nicht das Problem des Besuchers.
Schwerter und andere Waffen dürfen ohne ausreichende Schutzhülle nicht auf das Gelände gebracht und müssen am Eingang abgegeben werden. -Sehr gut, auch wenn es nichts zu Sache tut...

Mittelalterfest Gföhl
5,- Euro sind ok, habe aber nix gefunden zum Programm, seperater Eintritt zum Turnier siehe oben.

Das Fest in Kufstein ist als "teuer" verschrien. €14,- - Wenn man sich das Gebotene ansieht finde ich den Preis auch voll ok.

Hoffe dieses Kommentar war "verständlicher", auch wenn es keine wirklichen Lösungsansätze bietet.

lg

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11. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 25.05.2012 um 13:38

Super!
Sehr konstruktiv und ausführlich, dankesehr! Bitte an alle: mehr davon, damir wir eine lebendige Diskussion mit vielen Perspektiven bekommen.

Es freut mich auch sehr, dass Herr Peter Werner der die Veranstaltung in Kainbach "managt" so großen Gefallen an den Waffen und Gewandungsregeln auf Burg Clam gefunden hat, dass er sie 1:1 kopieren konnte.

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12. Kommentar von Niko am 25.05.2012 um 20:01

Unpassende Vergleiche
Unserer derzeitigen Amositäten zwischen dir, Florian und Teilen der, wie sagst du so schön, "Egothentiker" unbeachtet gibt es in deinem Artikel doch etwas das mich massivst stört .. der Vergleich mit dem Zirkus Krone.

Ich oute mich mal als Anti-Fanboy von Zirkusveranstaltungen, mir gibt das einfach nicht besonders viel, ABER täglich hart trainierende Profiartisten eines namhaften Zirkus mit Topleistungen auf ihrem Gebiet mit dem zu vergleichen was so auf dem typischen Märchenmarkt als Unterhaltung geboten wird ist schon grob unverschämt !

Ein professioneller Hochseilakt ist wohl was Ausbildung, Trainingsstand, Talent und Disziplin angeht ein ganz anderer (Kosten)Faktor als 2 solariumsgebräunte Michelin-Männchen die mit ihrem Gerümpel in irgendeinem Keller hocken.

Bei den Unterschieden die zwischen Hochleistungsartistik und selbst den bemühtesten Darstellern im Mittelalterbereich (und da zähl ich mich mal forsch dazu) ist so eklatant, daß der Zirkus Krone eigentlich so bei Eintrittspreisen im 1000€-Bereich liegen müsste wären wir Szeneleute wohl jeder noch einen 10er drauflegen sollten, damit sich uns überhaupt irgendwer antut.

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13. Kommentar von Niko am 25.05.2012 um 20:05

Verdammter Satz ;-)
Der letzte Satz sollte lauten:

Der Unterschied, der zwischen Hochleistungsartistik und selbst den bemühtesten Darstellern im Mittelalterbereich (und da zähl ich mich mal forsch dazu) besteht, ist so eklatant, daß der Zirkus Krone eigentlich so bei Eintrittspreisen im 1000€-Bereich liegen müsste, während wir Szeneleute wohl jeder noch einen 10er drauflegen sollten damit sich uns überhaupt irgendwer antut.

Umd merke .. tippe nie wenn deine kleine Tochter auf dir rumturnt ...

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14. Kommentar von Huscarl-Redaktion am 25.05.2012 um 20:16

Korrektur
Die derzeitig mit humoristisch spitzer Zunge geführte Kritik an "Egothentikern" hat etwas damit zu tun, dass es definitiv nicht akzeptabel ist, dass sich einzelne Darsteller herausnehmen, andere (Darstellerkollegen wie auch Publikum) als dumm und minderwertig zu beschimpfen, die den eigenen vermeintlich besonders hohen Authentizitätsgrad nicht erreicht haben. Insbesondere all diejenigen Menschen werden in einem beschämenden Tonfall beleidigt, die das Hobby Mittelalter aus romantisierenden Gründen ausüben. Im Umfeld von Huscarl wird dieser Stil nicht toleriert, was unter anderem im Forum recht deutlich ausgesprochen wurde.

(Edit: Nachdem zwei Nutzer von Huscarl nicht verstanden haben, dass dies eine nicht diskutierbare Hausregel ist, wurden ihre Accounts gesperrt. Es ist uns bewusst, dass dies keine populäre Maßnahme ist, aber wir bieten unter einem Artikel wo es um gerechte Preisfindung gibt sicherlich keine Plattform für Angriffe auf einzelne Mitarbeiter. Danke für das Verständnis.)

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15. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 25.05.2012 um 20:21

Professionisten
Nun, manche Menschen in der Mittelalterszene üben ihr Hobby seit über 10 Jahren aus und trainieren dafür oft 2mal die Woche. Einzelne (meist Künstler) sind seit fast 20 Jahren im Geschäft und trainieren täglich. Ich sehe hier keinen wesentlichen Unterschied zu Professionisten anderer Berufe. Der Vergleich bewegt sich innerhalb der Unterhaltungsindustrie. Da würde der übliche Kinofilm-Vergleich eher hinken, da zu einer Kinoproduktion oft tausende Menschen und ein Millionenbudget benötigt werden.

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16. Kommentar von Grimjau am 25.05.2012 um 22:25

Ich besuche seit
14 Jahren MA-Feste.
Davon die meisten im Ausland wie Frankreich und England.
Irgendwie konnte ich mich in Österreich mit den Veranstaltungen nicht anfreunden obwohl sie viel billiger sind.
Am Geld liegt es also nicht. Es ist die Art der Veranstaltungen selbst welche mich abschrecken.
Besuche ich ein Fest (in AUT) so bin ich eher am Kontakt mit anderen bzw. alten Freunden interessiert.
Die Eintrittspreise finde ich absolut in Ordnung. Stimmt das Programm (welches mich nur am Rande interessiert)  bzw. das Angebot an Händlern würde ich auch 20 Euro bezahlen. Für Familien sollte es aber Ermäßigungen geben.
Bei vielen die ich kenne sind die Fahrtkosten zu Festen sehr hoch. Somit bleibt fürs Fest nicht mehr viel übrig. Die meisten haben ein Budget für Feste welche von Fahrtkosten minimiert werden. Einer der Gründe für geringe Konsumfreudigkeit.

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17. Kommentar von das Schandmaul am 27.05.2012 um 11:29

Ein paar Punkte dazu
Zur Preisgestaltung:

Ich bin selbst selten aber doch auf einem Mittelalterfest als Gast. Wenn ich gratis oder verbilligt reinkomme freut mich das, wenn nicht, dann zahle ich halt, was es kostet, zwingt mich ja keiner, hinzugehen.

Was wichtig ist: detailierte Preisgestaltung im Internet im Vorfeld kommunizieren, damit man an der Kasse keine \"Überraschung\" erlebt. Wer dennoch motzt hat ja die Entscheidung schon beim Losfahren getroffen und ist halt ein Suderant.

Mich interessieren auch schon viele Acts nicht mehr und natürlich die meisten Stände nicht. Im Lauf der Jahre hat man halt das Meiste, was ein Standard-Markt bietet schon. Aber das heißt nicht, dass man die Leistung derer nicht bezahlen muss. Wenn jemand ins Kino gehe um an seiner Freundin herumzufummeln, dann zahlt er den Eintrittspreis, ob er jetzt auf die Leinwand schaut oder nicht.

Lösungsvorschläge:
1. Den Gewandeten, denen die Märkte zu teuer sind empfehle ich interne Veranstaltungen. Denen, die sagen, davon gibt es zu wenige, empfehle ich: veranstaltet welche. Denen, die das bereits tun sage ich hiermit Danke!

2. Gewandeten, die nur zu einer Tränke wollen, wäre vielleicht mit einer Gastro vor der Kassa gedient. Dann bräuchte man keinen Eintritt zahlen. Wäre ich der Veranstalter, würde ich das aber nicht machen. Ganz oder gar nicht!

3. Meiner Meinung nach sind die meisten Veranstaltungen zu billig angesetzt. In der ständigen Sorge um die Meinung des Publikums setzt man den Eintrittspreis niedrig an. Will man dann noch was bieten, dann geht das nur noch, wenn ich viele Besucher habe. Für Veranstalter von mehr als einem Fest: Man sollte einen Break Even Point anstreben, der bei 1/3 der zu erwartenden Höchstbesucherzahl liegt, um die verregneten Veranstaltungen kompensieren zu können. Das variiert natürlich auch von Veranstaltung zu Veranstaltung. Alteingesessene Veranstaltungen können schon knapper kalkulieren, da diese auch bei suboptimalem Wetter eher besucht werden. Vereinsveranstaltungen mit Akteuren auf ehrenamtlicher Basis haben da natürlich mehr Luft. Es gibt dann auch noch des \"Beteiligungssystem\" für die Künstler, was aber schwer kalkulierbar ist und für Professionisten oft keine Alternative.

(Übrigens: Von einer \"Mindestbesucherzahl\" kann man nie ausgehen - ich war schon auf Veranstaltungen, wo wir an einem Tag nur 10 zahlende Besucher hatten!!!.)

4. Als Pofessionist ist man manchem Veranstalter schon zu teuer, wenn man bei 50% der Katalogpreise (Tagesgagen) agiert. Selbst dann, wenn man bei den Tagesgagen im Original vesucht hat günstig zu bleiben. Irgendwann geht der Profi nicht mehr weiter runter, der veranstalter kann manchmal nicht mehr raufgehen: Folge - kein Engagement. Es ist ein ewiges Pokerspiel zwischen Veranstalter und Akteur. Dies bedeutet aber nicht, dass man sich nicht gegenseitig respektieren kann, auch wenn man sich preislich nicht einigen kann. Mit einer Portion an gegenseitigem Verständnis (bis zu einem gewissen Punkt) geht das problemlos, ohne übereinander schimpfen zu müssen (eine Unart, meiner Meinung nach). Man muss sich halt überlegen, was man tut, wenn man mit einem Abend auf einer privaten Feier mehr verdient als an zwei Tagen auf einem Mittelaltermarkt. Andererseits sollte man das sehen und gesehen werden nicht vernachlässigen, allerdings muss man auch von etwas leben (Zwickmühle).

5. Da der Veranstalter das volle Risiko trägt, soll er auch entsprechende Chancen auf Gewinn haben. Auf dem Verlust bleibt er ja auch hocken.

6. Veranstalter und Burgeigner/örtliche Gastro müssen nicht übereinstimmen - dann gehen die Gastroeinnahmen auch nicht an den Veranstalter.

7. Zum Thema Ermäßigung für besucher in Gewandung: An der Kasse können die Leute Gewandung von einen Gothic-Outfit nicht unterscheiden, Grenzen zu ziehen fällt extrem schwer. Als Geste des guten Willens ist so ein Rabatt zwar nett, aber gibt es ihn, schimpfen Leute darüber, wer ihn alles bekommt (\"ich habe die tolle Gewandung aus 1246 und der kommt mit dem Piratenhemd rein\"). Ansonsten wird geschimpft, das es ihn nicht gibt. Geschimpft wird also immer ...

8. Was ich auf den gängigen Mittelaltermärkten absolut ablehnen würde, wäre ein Gewandungsverbot. Was ich bei musealen Veranstaltungen absolut verstehe ist ein Gewandungsverbot. Bei solchen Veranstaltungen ist es aber manchmal möglich, sich im Vorfeld entsprechend anzumelden, wenn man die, dem Charakter der Veranstaltung angemessene Gewandung hat.
Zur Info: Ich habe entsprechende Gewandung. Man wird mich in den Sachen wiederum selten auf einem Mittelaltermarkt sehen. Ich habe Auftrittskleidung, die definitiv nicht \"A\" ist, aber ambientig und optisch nah genug am Original, dass es (meiner Meinung nach) für einen Mittelaltermarkt reicht.

Summa summarum: Die meisten MA-Veranstaltungen sind für den Otto-Normalverbraucher konzipiert und müssen daher der \"Szene\" nicht unbedingt gefallen. Die \"Szene\" sollte durch Veranstaltungen ohne Nicht-Gewandete bedient werden.

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18. Kommentar von Widerling am 28.05.2012 um 12:02

Gewandung und verbilligter Eintritt
In Mauterndorf gibt es zur Lösung der Frage nach Gratiseintritt für Gewandete einen interessanten Ansatz:

"Sollte jemand die Lust verspüren, gewandet auf unserem Fest zu erscheinen, so ist er herzlich willkommen. Allerdings verstehen wir unter dem Begriff „gewandet“ ein vollständiges Kostüm, das sich an einer historisches Vorlage, die zu unserem Fest passt, orientiert. Das Thema unseres Festes heißt „Mauterndorf im Spätmittelalter“, wobei wir diesen Zeitraum recht großzügig handhaben (Mitte des 15. bis hinein in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts), weil gerade im süddeutschen Raum Stilelemente der Spätgotik und der Renaissance parallel vorkamen.

Dass auf unserem Fest dennoch Wikinger, Kelten, Kreuzfahrer und andere „Zeitverirrte“ zu finden sind, liegt einfach daran, dass wir grundsätzlich jeden, der am sogenannten "Neuen Mittelalter" Freude hat, willkommen heißen und niemanden um sein Vergnügen bringen wollen. Eine Bereicherung für unser Fest ist jede liebevoll gemachte und an einem historischen Vorbild orientierte Gewandung ohnehin.

Ein authentisches Kostüm des Spätmittelalters oder gar der Renaissance ist halt wesentlich aufwendiger und kostenintensiver als die oben genannten. (Aus diesem Grund haben auch viele einheimische Mitwirkende diesen Schritt noch nicht getan, was sich aber hoffentlich im Laufe der Jahre ändern wird.)

Als „Zuckerl“ können wir Gewandeten, die unseren Richtlinien (Vollkostüm nach historischer Vorlage) entsprechen, den Eintritt zurückerstatten. Diese Personen mögen bitte beim Festbüro vorstellig werden!"

(Quelle: http://www.mittelalterfest.org/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=13&Itemid=16)

So enthebt man die Kassaleute der Urteilspflicht, weil die sind eh im Stress und oft dafür nicht ausgebildet. Wer das Geld unbedingt zurückhaben will, stellt sich einer kompetenten Überprüfung seiner Gewandung - das dürfte Piratenhemden davon abhalten, den Eintritt gratis zu fordern. An der Kassa gibts keine Diskussionen, die Gewandeten in gutem Zeug könnte man gleich in ein nettes Winkerl stellen und schön fotografieren für die Homepage des Festes oder sowas.....da gibts einige Möglichkeiten. Mir gefällts.

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19. Kommentar von Gallus am 28.05.2012 um 23:26

Die Eintrittspreise...
...sind größtenteils total in Ordnung, nur finde ich die ganzen "Aufschläge" die dann noch anfallen zeitweise zu übertrieben. Bspl. Burg Oberkapfenberg - Ein Foto mit einem Falken 5-10€ is doch schon etwas übertrieben aber das sei mal dahingestellt.

Zu den 10€ Eintritt die eig fast überall verlangt werden muss ich sagen - wenn etwas gebietet wird vollkommen in Ordnung, nur wenn nach ca 1std das Programm von vorne anfängt, die Spielleute bzw Musikergruppen alle 30min ihre gleichen 3 Lieder spielen dann fehlts einfach bissl an abwechslung...

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20. Kommentar von sam am 30.05.2012 um 07:22

Familienpreise & Co
Ich schliess mich Martina an & sprech mich auch für deutlich günstigere Familienpreise aus bzw. gestaffelte Familien/Kinderpreise.

Es ist wirklich einfacher als Erwachsener, der alleine auf ein Fest geht, um die 20 Euro zu geben & dann noch einen trinken/essen zu gehen, als mit einem oder mehreren Kindern gleich das 3-5fache zu zahlen.

Und da ist man locker mit 100 Euro dabeil. Wenn ich als "komplette" Familie mit 2 arbeitenden Erwachsenen und Kindern hingehe, ist das um einiges "leichter" als wenn ich alleinerziehend mit Kind/Kindern bin.

Wenn ich Sozhilfeempfänger bin mit Mindestsicherung bzw arbeitslos mit Kindern dann ist jeder Eintritt der über 20 Euro geht nicht tragbar.

Das heisst jetzt nicht, dass ich dafür bin die Märkte kostenlos bla etc zu machen; ich verstehe absolut, dass erbrachte Leistungen/Vorstellungen etc etwas kosten. Das ist auch überhaupt ein nicht zu diskutierendes Faktum.

Aber vielleicht sollte man da wirklich an das schon bestehende System mit Ermäßigungen/Staffelungen anschließen.

~~

Wenn ich in den Zirkus gehe, so dauert die Veranstaltung 2 Stunden und das Kind will höchstens mal Popcorn, Eis, oder ein so ein komisches Leuchtstangerl.
Essen kann ich aber zu Hause, ... bzw die Zeit bis nach Hause ist absehbar.

Im Märchenpark (St. Margarethen) zahl ich mit NÖ Familienpaß Ermäßigung 17 Euro pro Nase, hab günstigeres Essen als auf den Märkten (!) und kann 8h lang mit allem fahren ohne noch einen einzigen Cent zahlen zu müssen.
(Und keiner schaut blöd wenn ich mich hinsetze und mit meiner Familie picknicke.)

Auf einem Markt kommt halt dann wirklich noch viel viel dazu mit Kindern - Schwert, Schild, Haarkranz, Ketterl, einmal das spielen, einmal das spielen, ...

Insgesamt gesehen sind daher m.E. Märkte vorallem für Familien um einiges teurer als jegliche andere Veranstaltungen.

lg
sam
 

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21. Kommentar von Fiona am 04.06.2012 um 13:52

Qualität
Ich finde ja auch dass die Feste individuell betrachtet gehören. Klar kann ein Veranstalter der im Jahr 10 und mehr Feste veranstaltet leichter weniger Eintritt verlangen. Dafür finde ich, dass diese Feste keinen Reiz haben. Immer die gleichen Händler, immer die gleichen Showacts, immer das gleiche Essen.
Bevor man beginnt über angeblich zu hohe Eintrittspreise zu debattieren, sollte man vielleicht kurz drüber nachdenken, was man von einem Fest erwartet, was jedes Fest für sich betrachtet bietet (und was dahintersteht!) und wie viel mir das persönlich wert ist.
Wenn ich um 10-15€ ca 12 Stunden Dauerbespassung, ansprechende Händler, evtl noch Schaukämpfe oä bekomme UND dazu evtl noch eine Burg besichtigen kann, dann halte ich das für durchaus angemessen.
Das eigentliche Problem ist, glaube ich, die Tatsache, dass die Leute sich nicht klarmachen, was für ein Risiko der Veranstalter trägt und wie viel Druck von allen Seiten er ausgesetzt ist. Er möchte zumindest bei null aussteigen (nach Möglichkeit natürlich Gewinn machen), die Händler wollen geringere Standgebühren, die Burg ihren Anteil, Darsteller Fahrtkosten, Verpflegung usw (was selbstverständlich sein sollte) und alle wollen niedrigere Eintrittspreise. Dann regnets und schon bleibt der Veranstalter auf sämtlichen Ausgaben sitzen.
Das einzige wozu die ewige Preissuderei führt ist meiner Meinung nach ein Qualitätsverlust und ein Vereinheitlichen der Mittelalterfeste, weils irgendwann niemandem mehr das Risiko wert sein wird, etwas Neues/Innovatives/Anderes zu machen.
So, mein (zugegebenermassen nicht sehr produktives) Gesuder dazu.

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22. Kommentar von anachronismus am 04.06.2012 um 16:21

die VWL lehrt's
...dass Preis durch Angebot und Nachfrage entstehen. Sudern bringt nichts, handeln viel.
Liebe Gäste, wenn euch eine Preis/Leistungs-Ratio nicht gefällt, warum zahlt ihr sie dann trotzdem? Wie soll der Veranstalter jemals erfahren, dass ihr sein Angebot scheiße findet, wenn ihr es kauft? Oder findet ihr es vielleicht gar nicht so scheiße und das Fest ist den Preis doch wert? Und sind die 5 Euro Feste mit dem mickrigen Angebot tatsächlich das, was ihr wollt? Und liebe Veranstalter, wenn ihr glaubt, nicht genügend Käufer für euer Angebot zu finden, dann überdenkt doch mal euer Produkt und dessen Zielgruppe. Ist euch der Idealismus wichtiger oder der Verdienst? Wer gutes Geld machen will, kann sich eben nicht nach seinen eigenen Wünschen richten, sondern nach denen der Kundschaft, Idealismus ist keine Einstellung, mit der man Geschäft macht. Oder natürlich ihr wechselt die Zielgruppe und ihr macht aus eurem Produkt gleich ein high-involvement-produkt, fett mit Qualität bestrichen, dass zwar nur wenige anspricht, wo ihr aber auch gut verlangen könnt.

es lohnt doch wirklich nicht, über sowas überhaupt zu diskutieren. Der Markt reguliert sich ohnehin von selbst.

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23. Kommentar von atavar am 04.06.2012 um 20:58

zur preisgestaltung...
vielleicht könnte man ja einen weiteren vergleich bemühen, der es, glaube ich besser trifft als kino und zirkus. die allseits beliebten themenparks. da wird auch den ganzen tag ein mehr oder minder vielfältiges programm geboten und man kann alle attraktionen den ganzen tag bewundern und/oder ausprobieren. gastro kostet extra.
das konzept scheint auch gut aufzugehen.

bekämen alle gruppen, darsteller, etc angemessene entlohnung für ihre dienste, müsste der arme alleinerzieher nicht für bogenschießen, ponyreiten, axtwerfen, etc tief in die tasche greifen. dann käme nur dazu, was man für verpflegung und "souveniers" ausgeben möchte.

dann wäre ein eintrittspreis von 20 euro wohl auch für viele ok. selbstverständlich sollte es familienkarten geben.

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24. Kommentar von Die_Stickerin am 30.06.2012 um 22:51

Meine Meinung ...
... als romantisch veranlagte "Halbnormale", neuerdings Mutter und bald wieder Besucher.

Ich möchte nicht in der Haut derjenigen stecken, die an der Kasse zwei halbwüchsige Jungen vor sich stehen haben - in Fell gewickelt und Omas Kochtopf auf dem Kopf, jedoch voller Interesse und Neugier und mit knappen Taschengeld in der Hosentasche der Jeans. Aber das ist ja nicht die Diskussion.

Ich war früher mit meinem Partner viel auf Festen und hatte jetzt notgedrungen Pause. Soweit ich mich erinnern kann, gab es die Diskussion aber bereits vor zwei oder drei Jahren - weil es auch da schon Nörgler gegeben hat.
Ich gehe gern gewandet aufs Fest, so wie mein Gefährte, wobei wir nicht die gesparten paar Euro sehen, die wir einerseits sowieso schon in das Material gesteckt haben, dass wir für unsere Gewandung brauchten oder dann dafür auf dem Markt ausgeben, weil eine Fibel da und ein Holzlöffel dort erstanden werden. Das ist Fakt und ich glaub, das geht sehr vielen so. Gespart haben wir dadurch nicht - schon im vorhinein nicht.
Warum gewanden wir uns dann eigentlich, wenn wir keinem Verein angehören, kein Händler sind und auch nicht Feuer spucken? (Wobei meine bessere Hälfte das durchaus von mir behauptet.... warum auch immer. ;) )
Weil wir die Veranstaltungen als ganzes empfinden und es selbst aus durchaus störend empfinden, wenn wir dann in Alltagskleidung rumlaufen würden. Es passt einfach nicht, wenn sich ein Veranstalter Mühe gibt, ein Ambiente zu schaffen, dass wir dann selbst zerstören. Das Fest ist eben schöner und erlebbarer, wenn man versucht, sich anzupassen. Meiner Meinung nach sind dann Kelten und Rentierfellmumien leichter zu ertragen, als Hilfigerpolo, Nike und dergleichen - ohne die Marken abwerten zu wollen.
Wir verstehen durchaus, dass Veranstalter vielleicht über ein Gewandungsverbot diskutieren. Wobei ich das als ziemlich hart empfinde. Immerhin hat derjenige, der sich extra in Mittelalterschale wirft, bereits auf solchen Märkten Geld ausgegeben und wird es wieder tun. Meistens.
Ich empfinde einen Nachlass an der Kasse als angenehme Überraschung und Wertschätzung meiner Bemühungen, mir selbst und vielleicht damit auch anderen zu ermöglichen, leichter in das Fest "abtauchen" zu können.
Und diese Bemühungen reichen auch zu verschiedenen Gewandungen verschiedener Epochen.
Daher - und ich kenne die Veranstaltung in Mauterndorf - finde ich deren Bedingung als sehr gelungen. Hier weiß der Besucher, woran er ist schon im Vorfeld und kann sich an diese Orientierung halten. Erwähnen möchte ich auch Burghausen, auf deren HP man sogar Nähanleitungen findet. Ich weiß - ein großer Aufwand für den Veranstalter - aber ich find es gelungen.
Nachdem wir bald zu dritt unterwegs sind und ich nun OÖ-Familienkarteninhaberin bin und nun ein Gespür für Familienausflüge notgedrungen bekomme, finde auch ich, wie teilweise meine \"Vorschreiber\", dass man an Familien denken sollte. Die diversen Karten, wie sie in allen Bundesländern bestehen, für einen günstigeren Tarif zu akzeptieren, könnte durchaus Erfolg versprechen. (Ist doch oft eine Werbung der Plattform mitdrin)

Also, noch mal zusammen gefasst:

Einzelpersonen, zw. 10 und 18 Euro - je nach VA-Grösse und Programmdichte.
Günstigerer Familientarif,
Günstigerer Eintritt für Gewandete, aber mit vorher klar offengelegten Regeln und Hinweisen.

Tja, und die Familien, die noch dazu gewandet kommen.... sind selber schuld. *gg* Doppelte Rabatte gibt es nirgends.

PS: Und diejenigen, denen sowieso alles zu teuer geworden ist... warum sollen ausgerechnet MA-Feste das kompensieren können, was sich bei jedem Lebensmitteleinkauf an der Kasse abspielt, von allen bejammert und doch toleriert wird.

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25. Kommentar von Kurik am 10.09.2012 um 19:13

Preisgestaltung und Sinnvolligkeit von "Verschiedenem"
Hallo,

vorweg folgendes, ich bin mit den Preisen durchaus einverstanden, aber hier muss noch einiges
Angemerkt werden.

Floh ich hoffe du bist mir net böse, aber der Verlgeich zwischen einem "professionellen" Programm
oder wie du auch gesagt hast Zirkus Krone und einem MA-Fest hinkt doch leicht.

Was man aber sagen muss:
- es wird auf den Festen immer etwas geboten

Was aber leider der Fall ist, ist das es keine Qualitätskontrolle oder etwas dergleichen gibt, was
entscheidet wieviel hier angemessen wäre. Jeder möchte für seine Leistung immer Geld bekommen
nur stimmt diese auch mit dem verlangten Geld überein ?.

Nachdem ich schon so lange in dieser Szene bin, kann ich doch auch sage, das man sehr wohl
unterscheiden muss zw.:
- Gruppen oder Darstellern die auf ein Fest fahren, nur um dort ihren "Dodel" runterzureissen, sich
am liebsten um sichselbst kümmern, und seltenst Auskunft oder gar etwas vermitteln, da sie oft zu
besoffen vom Vortag sind
- Gruppen die garnicht erscheinen, oder eben auch schon "weit" vor Festende zusammenpacken.
- es gibt aber auch Gruppen die das genaue Gegenteil davon sind, immer bereit einem sich nähernden
Besucher, mit Rat und Tat zur seite zu stehen und eventuell auch mal etwas "ausserhalb" des Programmes
zu zeigen.

So nun soll mir jemand sagen wie man das bewertet, denn die wenigsten müssten wie der Zirkus Krone,
davon leben, und damit immer "gleiche" hohe Qualität bieten.

Soda das ist aber eine andere Kategorie, sollte aber bei der Diskussion um die Preise nicht ausser acht
gelassen werden :).

Zu den Preisen an sich finde ich:

- finde ich momentan OK
- Gut wären "Familien" oder auch "Gruppenkarten", wobei ich bei den Gruppenkarten anmerken möchte
das diese zu belegen sind wie z.b. (Schulklassen, Vereine usw.), immer mit Vorankündigung beim Veranstalter
um ihm hier die Möglichkeit zu geben selbst zu entscheiden was er möchte
- Karten fürs WE um sowohl dem Szenebesucher alsauch interessierten "anderen" Personen eine Gelegenheit
zu geben hier das ganze an sich besser kennen zu lernen
- ich finde auch Karten er mässigte Karten für "sinnvolle" Gewandete gut, hier wäre es auch möglich jemanden
zu rate zu holen, sind doch genuch "eingesessene" da (Lagergruppen, usw...) die dem Veranstalter hier zur
Hand gehen könnten

Andererseits ist es auch möglich sich "andere" Preismodelle zu überlegen, angelent an die Musikveranstaltungen:

- Hier bekommt der Künstler ein etablierter Künstler, seine "fixe" Gage, da bekommt man auch etwas für
sein Geld und man weis als Veranstalter was einem dieser "Akt" einbringt.
- Sonst eine Anteilige Gage (Minimum) und je nach Besuchern dan einen Erfolgsbonus
- das kann man nun weiterspielen wie man will.

Abschliessen möchte ich aber doch, das hier leider eine "reine" Preisdiskussion gut ist aber sicherlich nicht
das bringt was du so denke ich möchtest, denn es "krankt" momentan doch an einigen Stellen was die
Feste an sich betrifft.

Bye Kurik

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