huscarl.at
EditorialMarktlebenWissenschaftMusikKulturVereineChronikVermischtesKurzWahlRadioVideoSzeneSuche
in der Community anmelden
Bildquelle: Archiv
Es gibt Mittelaltergruppen am Anfang ihrer "Karriere" in der Szene, die von vielen gerne willkommen geheißen werden und denen man Unterstützung anbietet ...

Bildquelle: Archiv
... und Gruppen, die sich nach langer, harter Arbeit großen Respekt erarbeitet haben.

Bildquelle: Archiv
Bei mancher Darstellung stimmt jedes Detail, bis zum letzten Nestelband.

Bildquelle: Archiv
Während man diese Herrschaften, denen wir persönlich nicht zu nahe treten wollen, durchaus in manchen Vereinen finden könnte, die in 5-10 Jahren nichts dazugelernt haben und dies auch nicht wollen.

Bildquelle: Archiv
Es gibt Besucher auf Mittelalterfesten, die für einen Tag voller Entspannung in eine Rolle schlüpfen möchten, die mit Geschichte nicht unbedingt etwas zu tun hat ...

Bildquelle: Archiv
... dem gegenüber stehen Darsteller, die viel Zeit und Geld in eine Ausrüstung investiert haben ...

Bildquelle: Archiv
... welche so manches Museumskuratorium vor Neid erblassen ließe.

Bildquelle: Archiv
Es gibt Schaulager, wo jeder Gegenstand bis zum kleinsten Detail liebevoll gefertigt und platziert wurde ...

Bildquelle: Archiv
... und Lager der Richtung "Spaß zuerst!", die dann aber dieselbe (Be)Achtung einfordert.

Bildquelle: Archiv
Und es gibt Lagerküchen, in denen man ohne Kartoffeln und Tomaten auskommt. Auch ohne Chips, Bierdosen, Plastikflaschen und Betrunkene, die einem bereits um zehn Uhr Vormittag entgegentorkeln.

Alles nur Spaß?
Wenn die Welten von Teilzeit-Rittern und Living History aneinander prallen
1.5.2011 - 23:30
Florian Machl Du must im System angemeldet sein, um Privatnachrichten zu versenden.

Der 1. Mai, auch bekannt als "Tag der Arbeit", ist der richtige Zeitpunkt für diese Fragestellung. Was kommt zuerst, bei erlebbarer Geschichte, ihrer Darstellung und themenbezogenen Festen: die Arbeit in Form von Weiterbildung, dem Aneignen handwerklicher Fähigkeiten und deren Anwendung - oder der Spaß? "An vorderster Stelle steht der Spaß..." ist in den Internetauftritten einschlägiger Vereine zu lesen. Gerade aus dieser Richtung kommen die lautesten Stimmen, wenn es darum geht, sich mißachtet und unverstanden zu fühlen, vielleicht nicht auf derselben Stufe stehen zu dürfen, wie andere Gruppen. Doch kann man sich wirklich durch Spaß alleine Anerkennung und Respekt verdienen? In der Mittelalterszene, bei Besuchern von Festen, im wissenschaftlichen Bereich, bei musealen Ansprüchen? Oder steckt oft jahrzehntelange harte, schweißtreibende und ganz und gar nicht rein am Spaß orientierte Arbeit dahinter, bis man so weit ist, dass einem verdienter Respekt auch entgegen gebracht wird?

Wer beginnt, Mittelalterfeste zu besuchen und vielleicht selbst die erste Gewandung zu tragen, hat nicht notwendigerweise irgend etwas mit Interesse an Geschichte und Bildung am Hut. Dagegen ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil, nur zu gut ist in der hektischen Arbeitswelt nachvollziehbar, dass die Menschen einen Gegenpol wünschen, einen ruhigen Ort ohne Hektik und ohne Informationsflut der modernen Zeit. Auch die Faschingszeit dient seit langen Jahren einem ähnlichen Zweck: Sie erlaubt es, in Verkleidungen zu schlüfpen und auszubrechen aus gesellschaftlichen Normen und Zwängen - auch wenn es nur an einem Tag ist. Natürlich möchte jeder einmal etwas Besonderes sein. Ein Held, ein Ritter, ein König - oder Analogien in der Damenwelt. Wenn sich der Faschingsritter früherer Zeiten nach diesem Tag auch im realen Leben für den Prinzregenten hielt, war Schluß mit lustig. Dagegen hatte man probate Mittel. Wenn dem heutigen Teilzeit-Ritter das Gewicht seines Zierschwertes zu Kopf steigt und er sich am Montag nach dem Fest immer noch für den Großmeister eines Tempelritterordens hält, wird er im Alltagsleben vielleicht belächelt - im weit gefassten Rahmen der Mittelalterszene ist dies aber fast zur Normalität geworden.

Bei der ernsten Fraktion findet man Selbstzweifel

Ist es vielleicht an der Zeit, einmal inne zu halten und zu überlegen, an welcher Stelle man selbst eigentlich steht, wenn man als "Mitglied" der Mittelalterszene diese Zeilen liest? Hat man tatsächlich das Recht, als militärstiefelbewehrter, mit Überwurf von Leonardo Carbone ausgestatteter Teilzeitheld die selbe Beachtung einzufordern, wie Vereine und Gruppen, die nach Jahrzehnten intensiver Forschungsarbeit und handwerklicher Betätigung immer noch von Selbstzweifeln geplagt sind und grübeln, wo man noch eine Kleinigkeit verbessern könnte? Ist es ausreichend, ein Piratenhemd anzuziehen, ein Kopftuch umzubinden, ein Schwert auf den Rücken zu gürten - und schon ist man historischer Darsteller, der nicht gewandeten Besuchern das Mittelalter erklären darf? Oder wäre es angebracht, in Ruhe das eine oder andere Buch zum Thema zu lesen, um nicht schon bei den einfachsten Fragen wie nach der Zeit der eigenen Darstellung keine Antwort zu wissen? Der Teilzeit-Ritter scheint immer vollständig von sich und seinem Tun überzeugt zu sein, während sich viele von denjenigen, die Geschichtsdarstellung als Hobby betreiben, durch Zurückhaltung und Selbstzweifel auszeichnen. Die Darstellung entspräche eben nur, nach bestem Wissen und Gewissen, der aktuellen Fund- und Faktenlage. Man mache so gut man eben könne, aber es gäbe noch viel zu tun. Bescheidenheit ist eine Zier (doch lauter ist man ohne ihr?).

Scheuen Spaßritter jeglichen Aufwand?

In der gerade erst begonnenen Saison 2011 machten wir die Erfahrung, dass viele Festbesucher, die nun seit ein bis zwei Jahren in von der Stange gekaufter Gewandung - und natürlich auch Bewaffnung - unterwegs sind, auf einmal ein Selbstbewusstsein entwickeln, als wären sie selbst Darsteller. Dies äußert sich in Hochnäsigkeit gegenüber nicht oder vermeintlich schlechter Gewandeten aber auch im lautstarken Einfordern von Privilegien wie vergünstigten Eintrittspreisen. Die meisten dieser Personen wären wohl am Rande des Herzstillstandes, wüssten sie, wie viele 1.000 Euro die Ausrüstung einer einzelnen Person gekostet hat, die sich ernsthaft mit Living History beschäftigt. Dass jedes durchschnittliche Zirkusticket mehr kostet, als der Eintritt in den teuersten Mittelaltermarkt, haben wir bereits in einem früheren Artikel dargelegt. Doch es sind meist nicht wirklich die tatsächlichen Kosten, die gescheut werden - denn die nächste Konsumation übertrifft den Eintrittspreis meist um Längen. Es ist jegliche Art von Aufwand, die man abzulehnen scheint. Was einerseits verständlich ist, weil mittelalterliches Markttreiben eben ein notwendiges Ventil ist, um vom Büroalltag wieder "herunter zu kommen". Doch muss man, während man dieses Ziel verfolgt, wirklich die Anstrengungen derjenigen verhöhnen, die sich deutlich mehr von der Materie erwarten und auch bereit sind, dafür auch etwas zu tun?

Wer es ernst meint, ist schnell Spaßverderber

Stets dann, wenn es "ernst" wird, wenn man konkret zu Einzelheiten seiner Darstellung befragt wird und wohin man sich in den nächsten Jahren entwickeln möchte, dann kommen von der Gruppe "Spaß zuerst!" die Dampfhammer-Argumente. Spaßverderber wären diejenigen, die das so genau wissen wollten. Schließlich laufen die ja auch nicht mit uringefärbter Wolle herum. Und schließlich lebe man im Jetzt und Heute. Wo der Spaß natürlich das Wichtigste wäre. Wer das nicht verstünde, würde nur Streit provozieren und andere schlecht machen wollen. Er habe den Begriff "Mittelalter" schließlich nicht für sich gepachtet. Und darum Prost, aus dem mit Met gefüllten ein-Liter-Trinkhorn, und Abmarsch im Torkelschritt, am besten schon um 10:00 Uhr Vormittags. Es gibt sie, jene Momente, wo man plötzlich zu verstehen lernt, weshalb bei ausgesuchten Festen ein komplettes Gewandungsverbot für Besucher ausgesprochen wurde. Wegen einer Verwässerung des Geschichtsbildes, an der jemand, dem Bildung am Herzen liegt, kein Interesse hat.

Und es gab sicher auch Hexen, Druiden und Heiler...

Nicht weniger schnell bei der Sache, auch wenn man sie nicht gerufen hat, als auch beleidigt, wenn man sie in Frage stellt, sind all die "Energiearbeiter" der modernen Zeit, die unter den Mittelalterbegeisterten neue Kunden wittern. Unter Ausnutzung der von Hollywood geprägten, romantischen Vorstellungen bekommt man schon auf jedem zweiten Mittelaltermarkt die hinterfragenswerten Dienste von Handauflegern und sonstigen Heilsversprechern angeboten. Dass Hexen und Hexenverbrennungen gerade im Mittelalter kein Thema waren sondern erst in der Neuzeit in Mode kamen, spielt dabei keine Rolle - mit dem Bild der ewig Armen und Verfolgten wird offensiv geworben. Es wird ein Geschichtsbild zurechtgebogen, wie es gerade passt. Die "Gewandung" und Ausrüstung dazu ist ohne Frage oft sehr kreativ und farbenfroh, aber alles andere als historisch belegt. Weder Veranstalter noch Anbieter scheinen sich groß daran zu stören, dass es kaum gesicherte Aufzeichnungen über Religionen, Heilkünste, Riten und Bräuche vor dem Hochmittelalter in West- und Mitteleuropa gibt. Oft wittert man wohl das schnelle, unkomplizierte Geld, fernab von strengen Augen des Finanzamtes. Immer moderner scheint es zu werden, so genannten Hexenmärkte- und Feste mit Mittelalterfesten zu verbinden. Solange kein Bildungsauftrag damit verknüpft ist, sieht sicher niemand ein Problem darin, jeden das Fest feiern zu lassen, das er möchte. Aber wäre es freundlicherweise möglich, sich zu verkneifen, den Besuchern irgendwelche Märchen darüber aufzutischen, wie es "ganz sicher" im Mittelalter gewesen wäre - mit all den Zauberern, Druiden und Hexen? Und all dem angeblichen "geheimen Wissen", das man auf wundersame Weise in die Gegenwart gerettet hat?

Wir deklarieren uns

Es ist an der Zeit, sich zu deklarieren. Wofür steht Huscarl, wen servicieren wir mit unseren Berichten und Artikeln? Fleißigen Lesern ist aufgefallen, dass wir mehr und mehr Publikationen und Hinweise in Richtung Museen, Ausstellungen, archäologische Ausgrabungen und Funde veröffentlichen. In der Grundausrichtung, die wir zu Beginn anstrebten, war der Begriff Mittelalterszene ausgesprochen weit gefasst. Jetzt verstehen wir uns als Magazin für erlebbare Geschichte. Unser Respekt und unser Interesse gilt den Menschen, die ihre Sache ernst meinen. Dies bedeutet nicht, dass wir einen "Piratenritter" nicht respektieren würden. Ganz im Gegenteil, ist er interessiert, soll er jeden Kontakt und jede Unterstützung von uns erhalten, die er oder seine Gruppe sich wünschen. Denn: viele der jetzt etablierten, hoch anerkannten Darsteller haben als Kostümtrinker und Fantasydarsteller begonnen. Die Schonfrist zu Beginn der "Karriere" ist als Chance zu verstehen, nicht als Anrecht - und schon gar nicht ohne Ablaufdatum. Wenn eine Gruppe nach Jahren immer noch nichts anderes kann, als sich in Fantasy-Lumpen gewickelt am Lagerfeuer ins Koma zu saufen, wird sie damit zu rechnen haben, dass unsere Redakteure ihre Auftritte entsprechend zu würdigen wissen, soferne sie unter dem Deckmäntelchen historischer Authentizität geschehen.

Für uns zählt nur wahrnehmbare Leistung

Wo Mittelalterfest drauf steht, darin sollte zumindest ein Anflug von "Mittelalter" erkennbar sein. Ist dies nicht der Fall, mögen die eine oder andere Gruppe, der eine oder andere Veranstalter mit trotziger Patzigkeit reagieren, gerne auch von "persönlichen Konflikten" und "Spaßverderbern" schwadronieren. Diese Geschichten stapeln sich in unserem Archiv. Sie haben einen Bart, so lange wie der des legendären Kaiser Karl. Der sich mit großer Sicherheit bei so mancher Darbietung aus dem Schlaf im Berg erheben und blank ziehen würde, hätte man ihm denn eine Internetleitung vergönnt. Nur eines kann der Auslöser dafür sein, gute Kritiken zu erhalten: eine gute Leistung. Weder Ambientegriller noch Kostümsäufer werden es zum Mittelpunkt unserer Berichterstattung schaffen. Natürlich mit Ausnahme der auch für ewig Unverbesserliche geschaffenen Rubrik "Yellow Press / Szene", die wir mit Absicht unter all den anderen Angeboten der Startseite versteckt haben. Der angebliche "Spaß", den so viele schwarze Ritter zu haben glauben, während sie das Veranstaltungsgelände mit rückwärts Gegessenem verschönern - dieser Spaß lässt sich für uns weder messen, noch kann darüber berichtet werden. Auch der größte Spaßbold wird einsehen müssen, dass historische Ereignisse nicht aus der Bierflasche, sondern aus dem Geschichtslexikon erfahren werden.

Im Auge des Betrachters

Und, so viel Zeit muss sein: eine Kritik oder Betrachtung durch einen Redakteur von Huscarl ist nicht alles. Selbst die jährlichen - und inzwischen sogar zeitnahe möglichen - Festbewertungen, sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Im Endeffekt muss man sich vor jedem einzelnen Besucher bewähren, egal welche Magazine dieser gelesen haben mag oder welche Bücher er gewälzt hat. Vor dem strengen Auge jedes Betrachters muss man zeigen, was man kann. Fällt eine Darstellung durch, kann auch die ganze Veranstaltung durchfallen und im Folgejahr an Besuchermangel leiden. Man sollte nicht dem Irrglauben verfallen, dass jemand ein komplett verdrecktes Lagerleben attraktiv findet, wo die Schnapsleichen des Vortages zwischen diversem Plastikmüll auf allen vieren herumkriechen. Genauso, wie Sonnenbrillen, Zigaretten, Armbanduhren, Handys und Militärstiefel auch vom Laien nicht goutiert werden. Vielen Gewandeten in ihrer Anfangszeit sind solche einfachen Fehler peinlich und sie beschließen, mehr zu wollen. Andere haben daraus ihre Tugend gemacht und erklären Mittelalterdarstellung zu Jux und Tollerei. Doch Spaß ist nur so lange witzig, so lange wirklich alle darüber lachen können. Wie fühlt man sich, wenn man mit eigenen Händen nach historischen Vorgaben ein Trebuchet errichet, mit einem Kleinkredit eine nach einem Museumsstück handgefertigte Rüstung erstanden oder nach einem Jahr eine aufwändige Stickarbeit fertiggestellt hat - und jemand erklärt einem: "Es ist doch egal, es ist doch NUR Spaß"?


Florian Machl
Chefredakteur und Herausgeber
huscarl.at




Der Bogenstand Gesierich

Huscarl Diskussionsforen

Fantasyschmuck - der Onlineshop

Kreuzritterfest Lockenhaus

Isi's Spezereyen



Noch schneller informiert:
Huscarl auf Facebook



Dieser Huscarl-Artikel ist mir eine kleine Spende wert:



1. Kommentar von Ivan-der-Sturmfalke am 02.05.2011 um 15:00

Zitat vom vergangenen Wochenende
"Ich bin der König der Gromitaten - baut mir einen Thron aus Polyester!"

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
4 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

2. Kommentar von Mynnia am 02.05.2011 um 15:42

Tief durchatmen und mit den Schultern zucken :)
"Weder Veranstalter noch Anbieter scheinen sich groß daran zu stören, dass es kaum gesicherte Aufzeichnungen über Religionen, Heilkünste, Riten und Bräuche vor dem Hochmittelalter in West- und Mitteleuropa gibt.\"

Das stimmt. Es gibt zwar viele, aber trotzdem Fragmente und es ist schwierig, das normale alltägliche Verhalten der Leute wirklich gut zu rekonstruieren. Die Frage ist halt, wie man mit diesem Wissen um die Imperfektion überhaupt definieren kann, wo die Leute sich \"richtig\" und wo sie sich \"falsch\" benehmen, wie man das werten kann. Ob man es sollte.

Abgesehen natürlich vom unterschiedliche Geld/Zeit/Wissen/Skills-Problem der Darsteller, aber das ist eh immer so, dass man nen Ressourcenüberschuss braucht, um was Großartiges tun zu können.

Das Anachronistische mit den Hexen hat mich persönlich oft gestört:
Das Problem ist, dass die wirklich Armen, aber eben \"Normalen\" dieser Zeit wohl auch Identifikationsfiguren fürs normale heutige Publikum wären - wenn man das realistisch zeigen würde, hätte echt keiner Vergnügen dran, so ein ausgepresster Bauer, der mit 50 vor Schwäche stirbt, wäre ungut, lauter uns heutzutage blöd vorkommende, halt an ihre Zeit und Umgebung angepasste Leute, die überleben, wären auch langweilig.
Da nimmt man halt eine \"Hexe\", die sowieso abseits der Gesellschaft steht, weil sich das Publikum nicht identifiziert und trotz vagen Mitleides dennoch ohne persönliche Schmerzen Spaß dran haben kann, wie ihr Ausgestoßensein gezeigt wird (Kleidung, \"Verbrennungen\").

Zeigt man gar keine Konflikte, fehlt auch wieder was, nämlich Spannung. So konzentriert sich die Darstellung der \"Besseren\" auf historische Schlachten - und wer hat da gegen wen gekämpft, kann man sich ideologisch als Zuschauer damit anfreunden, sollte man das heutzutage? Muss man gegebenfalls die Ideologie und Religion aus der Darstellung rausnehmen? Oder sollte man da brutal ehrlich sein, auch in Sprache und Rolle, auch wenns befremdet? (Wobei z.B. Rassismus in AT nicht so das Tabuthema ist.)

34536 Probleme, die bei näherer Betrachtung ziemlich in die Tiefe gehen und keine Patent/dlösung dafür - es kann und muss einfach die ganze Bandbreite geben um den ganzen Bereich zwischen Interessen des Publikums und der Darsteller abzudecken: Entertainment, Entspannung (Alkohol wird wegen der verzweifelten Suche nach Ausstieg und Entspannung in diesen Massen konsumiert), geschichtliche Großereignisse, Alltagskultur, Verpflegung uvm. und das alles unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen der Gruppen und Einzeldarsteller.
Da wirds (hoffentlich) nie eine Einigung geben und ich finde, es darf sich ruhig jeder damit abfinden, dass es andere anders machen und es nichts gibt, was alle Bedürfnisse auf einmal abdeckt.
Einfach sich und anderen nicht so viel Stress machen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
4 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

3. Kommentar von John Cheyne am 02.05.2011 um 16:18

...
Ich zitiere mich aus Facebook :

""Die meisten dieser Personen wären wohl am Rande des Herzstillstandes, wüssten sie, wie viele 1.000 Euro die Ausrüstung einer einzelnen Person gekostet hat, die sich ernsthaft mit Living History beschäftigt." Der Betrag ist ja fast noch untertrieben..., aber schön, dass das auch mal Erwähnung findet. *gefällt der gesamte Beitrag*"

Florian Machl :

"Danke für die Rückmeldung! Noch schöner wäre es, wenn Du sie unter dem Beitrag verewigst, da wir uns nicht mit Facebook verheiraten wollen - sofern dir das möglich ist. Liebe Grüße."

So Florian, nun habe ich es getan.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
5 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

4. Kommentar von irmi am 02.05.2011 um 17:00

Lärmverschmutzung
Sorry, solange ALLE Veranstalter der irrwitzigen Annahme sind, es muss unbedingt ein absolut un-A-Hard Rockkonzert als absolutes Highlight dargeboten werden, ist das Ganze nicht ernst zu nehmen. Es wird dann immer Besoffene in Springerstiefel geben. Was hat die schwarze Szene mit Mittelalter zu tun? Eigentlich gar nichts.
Mir tun die schönen A-Lagerlebenden immer leid, wenn dieses faszinierende Ambiente mit der unsäglichen Lärmverschmutzung verhöhnt wird. Da dreht es mir den Magen um.
Die Frage ist halt, wen will man auf so einem Fest als Puplikum haben? Leute die den Bierabsatz steigern? Oder Leute die die Brettchenwebereien bewundern? Das Eine schließt leider das Andere aus, also was soll's.
Es bleibt zweischneidig.

Ganz selten gibts Feste wo es keine lauten Säcke und keine Darvul gibt. Wo höchstens die Streuner, oder Ähnliches zu hören sind. Da leg ich mich dann auch ins Zeug, sortier sogar noch meine Ware aus, lass das rosa Ding daheim und freu mich, mich mit angenehmen professionellen Leuten zu unterhalten und dem geneigten Puplikum Geschichten aus der Geschichte zu erzählen. Das ist dann wirklich eine andere Welt in die man eintauchen und leben kann.

Aber wie gesagt, die allermeisten Feste sind ein Hin und Her zwischen den Zeiten. Hard Rock Gedöns und Geplärr animiert natürlich auch zu dementsprechendem, neuzeitlichem "scheiß drauf, is eh wurscht" Verhalten. Dieser Spagat ist gar keiner, sondern Verwirrung pur.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
6 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

5. Kommentar von Einrun am 02.05.2011 um 17:59

Warum so viele Emotionen....
... die ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen kann, wo doch das Problem hinlänglich bekannt ist?
Der Zwiespalt zwischen Gruppen, die sich um ein gutes Auftreten bemühen und solchen, die das Mittelalter als Entschuldigung für Exzesse jeglicher Art missbrauchen, hat es auf Festen immer schon gegeben.
Wirklich schlimm ist, dass solche "schwarzen Schafe" gerade jenen argen Imageschaden zufügen, die weder Kosten noch Mühen scheuen, um eine gute Darstellung zu gewährleisten und sich ordentlich benehmen. Dadurch entsteht schnell das Pauschalurteil bei Besuchern, dass "diese ganzen Schauspieler da eh nur da sind, um zu saufen und sich aufzuführen" - und das trifft die Mehrheit jener besonders hart und vor allem absolut ungerechtfertigt, die mit der "Spaßfraktion" nichts gemein haben.

Dass sich Gruppen mit fehlender Seriosität weiterhin unter das (Darsteller)volk mischen, liegt zum Teil auch an der Unkenntnis bzw. Sorglosigkeit / Gleichgültigkeit einiger Veranstalter und am unterschiedlichen Anspruch, den Organisatoren an ihr Fest haben. Ich hatte schon manches Mal den Eindruck, dass einige Veranstalter mit einem Trend, der gerade "hipp" ist, einfach nur möglichst viel Geld verdienen wollen. Da ist es wichtig, dass die Gruppen billig sind und ihre Darstellung ein wenig "alt", "antik" bzw. "historisch" anmutet, egal ob historisch belegt oder nicht. Vom Verhalten ganz zu schweigen...
Leider habe ich och nie davon gehört, dass es gegen derartige "historischen Säufer und Party people" Sanktionen gegeben hätte. Warum sollten solche Individuen also nicht in altgewohnter Manier weiter machen?

Generell muss ich aber einschränken:
Der Spaß sollte auf jeden Fall im Vordergrund stehen! Denn auch ernsthafte Arbeit am eigenen Auftritt kann großen Spaß machen. Niemand würde sich derartige Mühe antun, hätte er/sie nicht Freude daran. Es kommt einfach darauf an, was man aus dem Spaß konkret macht.

Weiters empfinde ich die die Extreme "strenge historische Gruppen" und "Spaßfraktion = Rest" als polarisierend und so nicht zutreffend. Wie in allen Lebensbereichen gibt es auch hier ein ganz breites Spektrum - angefangen von den Schwarzen Schafen (von denen es glücklicherweise nicht ganz so viele gibt) über Gruppen, die gerade erst in den Kinderschuhen stecken und solchen, die mitten am Entwicklungsweg sind bis zu jenen, die ihre Darstellung besonders streng historisch wählen und "echte Profis" sind.
Bis auf die Schwarzen Schafe haben meiner Meinung nach alle eine Existenzberechtigung verdient, nicht nur jene, die dem Auge welches strengen Betrachters auch immer genügen, wo noch dazu die wenigsten Beobachter / Besucher / Betrachter wirklich historisch versiert/gebildet sind. Letzteres wäre keiner Beanstandung wert, denn nicht nur Darsteller, sondern auch Besucher haben oft ganz unterschiedliche Beweggründe und Motivationen, sich dem Mittelalter zu widmen. Und das ist meines Erachtens in Ordnung.

Störend wirkt für mich eine überzogen strenge Beurteilung rein nach historischen (Arte)Fakten, wo jenen, die sich weiter entwickeln wollen, aber eben noch nicht am Ziel sind, das Messer an die Kehle und ihnen quasi ein Ultimatum gesetzt wird! Ein derartiges Vorgehen sehe ich als verfehlt und eingleisig - und vor allem als Todesstoß für den Spaß an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Historie!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
6 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 2 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

6. Kommentar von Grimjau am 02.05.2011 um 20:27

Bildungsauftrag?
Wer schreibt diesen Bildungsauftrag eigentlich vor?
Vielleicht verstehe ich nicht was im Artikel damit gemeint ist.

Die Leistungen die von Living History Gruppen erbracht werden um so perfekt zu sein ist mehr als beachtlich.
Ich wünschte mir oft auch diesen enormen Zeitaufwand betreiben zu können nur um A zu sein.
Was leider bei manchen Gruppen sehr negativ auffällt ist ein sehr abgehobenes Verhalten.
Nicht jeder kann auf so hohen Niveau agieren.

Damit mich keiner falsch versteht, ich bewundere die Leistung unserer Living History Gruppen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

7. Kommentar von Rotschopf am 02.05.2011 um 23:06

aber hallo!
natürlich kann jeder so einen standard erreichen, Grimjau. Glaubst du wir haben mal anders angefangen? Meine erste "Gewandung" darf ich keinem zeigen, da muss ich mich ja in Grund und Boden schämen. Ich arbeite auch Vollzeit und hab noch andere Hobbies und Freunde, die nichts mit dem Mittelalter zu tun haben. Ich nehm mir halt die Zeit einfach, weil das Interesse da is. Lernen kann jeder und gerade heute mit dem Internet sind die Möglichkeiten ja schier unendlich, sich auch außerhalb von Bibliotheken Wissen anzueignen, das einen zu einer recht annehmlichen Darstellung bringen kann.
Und ich würd mir ehrlich wünschen, dass mehr Menschen das tolle Hobby Lebendige Geschichte wirklich kennen lernen. Denn zumindest ich finde es aufregend und lerne jeden Tag neues.

Und entgegen der Behauptung einiger Menschen ich würde jetz nicht sagen, dass ich keinen Spaß habe auf Festen, nur böse dreinschaue und ein AveMaria nach dem nächsten runterbete, weil ich das keusche Mittelalter-Weibchen mimen muss. XD
Auch ich trink gern ein paar Bierchen am Abend mit (und hab auch schon mal einen übern Durst getrunken), lass mir beim Wikinger ein Kaasbrot schmecken und geh schöne Ketterl und Ohrringe einkaufen. Ich plauder mit Leuten, hör Musik und hab meine Gaudi. Für mich muss nicht alles perfekt A sein. Das Angebot darf durchaus gemischt sein.
Aber es geht ma am Senkel, wenn der Besucher erzählt kriegt, wo er eine Anleitung für einen "echt mittelalterlichen Steckstuhl" für seine nächste Grillparty herkriegt. Und es geht ma am Senkel, wenn toll gewandete Männer in Beinlingen und pflanzengefärbtem Wollwams mit selbstgenestelten Bändern als Kasperl belächelt werden und Typen in Jeanshosen mit Polyester-Waffenrock in Orange und Lila und einem Aragorn-Gedenk-Schwert als historisch korrekt betrachtet werden vom Besucher, weil er das ständig von irgendwelchen Hampelmännern auf diesen Festen vermittelt kriegt.

Übrigens lass ich das Argument "Ich hab kein Geld dafür" nicht gelten. Für den Besucher reicht eine einfache niederständische Gewandung aus, ungefärbte Rohwolle kostet nicht so viel, wenn man an die Webstruktur keine so hohen Ansprüche setzt. Und von mir aus is da auch chemiegefärbt noch drin. Eine einfache Frauengewandung für eine Bäuerin oder Magd kommt höchstens auf die 50 Euro für den Leinen und Wollstoff, den man dafür braucht. Wieviel geben da manche in diversen Internetshops für ihr Arwen-Fledermausärmelkleid aus? Und mittelalterliche Schnitte sind zumeist rein aus Rechtecken und Dreiecken gefertigt. Das kriegt sogar der unbedarfteste Laie hin.
Ja, ich hab gesagt, meine kostet eine Stange Geld, bei mir reicht der Anspruch an die Rohmaterialien allerdings auch schon weiter, ich achte auch auf unsichtbares, was nur mir auffällt. Da muss man sich halt überlegen, ob man das ausgeben will. Mir is es das wert, aber man kann weit billiger eine zumindest nach außen hin tolle Gewandung kriegen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

8. Kommentar von Rotschopf am 02.05.2011 um 23:20

Selbsttest
Und jeder, der das hier jetzt liest und nicht ohne einen Blick auf Wikipedia die Frage beantworten kann, in welchem Zeitraum sich das Mittelalter eigentlich geschichtlich genau abgespielt hat (oder dem zumindest ein Ansatz zur Bestimmung dieser Zeit bekannt ist), sollte sich auch irgendwie fragen, was genau er eigentlich an "Mittelalter" so toll findet und ob es wirklich "Mittelalter" ist, was ihn interessiert.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

9. Kommentar von jboerner am 03.05.2011 um 00:09

Mal ein paar Dinge
- A ist ein Buchstabe. Kein Begriff, keine Abkürzung eines solchen, und schon garkeine Schubladenkennzeichnung
- "Authentisch" ist für jede Art der historischen Darstellung das falsche Wort. Ein Schauspieler kann in der Darstellung eines Taxifahres in New York, mit Tochter, die ihn hasst, nerviger Ex-Frau, Alkoholproblem und kurz vorm Führerscheinentzug, "authentisch" sein. Eine Rekonstruktion kann den jeweiligen Quellen entsprechen, "historisch" sein usw.
- Ich kenne keinen Darsteller, der perfekt ist
- Ich kenne keinen Darsteller, der es je war
- Ich kenne keinen Darsteller, der es je sein wird
- Ich kenne keinen Darsteller, der es sein will - und zwar, weil sich solche keiner Illusion hingeben, was möglich ist
- Ich kenne höchstens Darsteller, die versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Beste zu erreichen, aber dabei nie unter einem gewissens Niveau arbeiten- oder kurz: so genau wie "möglich".
- Ich kenne keinen Darsteller, der mit goldenem Löffel im Mund geboren wurde. Eigentlich alle haben nen Job, arbeiten mehr oder weniger hart, um sich mehr oder weniger zu leisten.
- Ich kenne Leute, die aus wenig (Geld) viel machen - Eigenleistung ist das Stichwort
- Ich kenne Leute, die mit recht viel (Geld) wenig erreichen - gesehen, nicht verstanden ist das Stichwort
- Konsequenz: Geld ist nicht das Thema
- Ich kenne verdammt viele Leute, die unheimlich Zeit und Geld in total ahistorisches Zeug stecken.
- Konsequenz: Zeit ist nicht das Thema
- Konsequenz aus beidem: jeder kann es erreichen. Wenn er/sie will.
- Ich kenne keinen mit Bildungsauftrag
- Ich kenne Leute, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, und das vermittelte fundiert wissen möchten
- Ich kenne Leute, denen das pipegal ist, und einfach erzählen, was sie glauben (versus wissen)
- Konsequenz: Es gibt keinen Bildungsauftrag, nur eine mögliche Diskrepanz zwischwen Sendungsbewusstsein und Verantwortungsgefühl -oder halt nicht
- Ich kenne niemanden, der ein Hobby- auch nicht historische Darstellung- betreibt, und keinen Spaß daran hat. Wäre auch sinnfrei, oder?
- Ich kenne niemanden, der das Wort "Spaß" in Kombination mit "steht" und "im Vordergrund" kombiniert, und der eine wirklich gute Darstellung betreibt
- Ich kenne nur gute Darsteller, die nicht betonen müssen, wie sehr der Spaß für sie im Vordergrund steht. Weil: sonst täten sie es ja kaum.
- Ich kenne nur wenige "Profis"- eben solche, die es von Berufs wegen tun. Versus Hobbyisten. Sind aber nicht automatisch die, die die beste Darstellung haben.
- Ich habe noch nie Darsteller "in den Kinderschuhen"  gesehen. Sondern:
- Leute, die wussten, was sie wollten, und es taten
- Leute, die nicht wussten, was sie wollten, und es dennoch taten
- Leute, die wussten, was sie wollten, und es nicht taten
-> die einen wurden auch mal zu den jeweils anderen (beliebige Reihenfolge)
--> Und, ich habe es selten erlebt, dass die Leute von sich selber ehrlich sagen, zu welcher Gruppe sie gehören.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
6 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

10. Kommentar von der_E am 03.05.2011 um 01:37

ich kenne..
...scheinbar die gleichen leute wie du jens ;)

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


11. Kommentar von Lord Michael am 03.05.2011 um 03:33

Eigentlich beschämend
Ich muss das ja doch nochmal aufgreifen:
\"Die meisten dieser Personen wären wohl am Rande des Herzstillstandes, wüssten sie, wie viele 1.000 Euro die Ausrüstung einer einzelnen Person gekostet hat, die sich ernsthaft mit Living History beschäftigt.\"

Ich hab mich grad gefragt ob man Herzstillstand noch toppen könnte? Während man in unsren Landen in der MA Szene immer wieder mal darüber debattiert ob zur Darstellung eines Ritters z.b. auch ein Pferd gehört rüsten andere Epochen dermassen auf das man Tränen in den Augen bekommen könnte. Ich war letztes Jahr auf einem Multiperiod Event in Kelmarsh Hall/England und was ich dort bewundern konnte machte sogar mich sprachlos und das will was heissen
Da rücken die WK II. Darsteller nicht einfach zu Fuß an mit Stahlhelm und Karabiner, nein sie haben ein Arsenal auf dem Platz mit dem man bequem ein Land wie Luxemburg an einem Tag erobern könnte Willys Jeeps, Halbkettenfahrzeuge, kleine Panzer, Haubitzen, Flugabwehr, es ist alles da was man braucht um seine Einheit zu präsentieren. Nicht einmal die Hawker Hurricane fehlt, die donnert über den Platz fliegt und das Gefecht mit Bordwaffen unterstützt. Im Jahr davor ist übrigens an selbem Ort eine Staffel Doppeldecker zur WK I. Darstellung mit dabei gewesen und die konnten sogar am Ort starten und landen. Nun sind aber diese ganzen Darsteller nicht reicher als alle anderen, haben einen Job mit dem sie sich und ihre Familien ernähren müssen und schaffen es trotzdem sich dermassen auszustatten, von Wartungs und Transportkosten red ich dabei noch gar nicht denn auch in England brauchts einen Tieflader wenn man ein Kettenfahrzeug von A nach B verfrachten will.
Da kommen Kavallerie Darsteller doch tatsächlich mit Pferden auf den Platz und hier in der MA Szene muss man sich wirklich damit auseinandersetzen ob das Stöffchen zur Epoche passen muss oder ob es doch vielleicht der Baumwollfummel sein darf? Eigentlich beschämend oder nicht?
Ach ja, ich kenne auch keinen dieser Darsteller als jemanden der sich für perfekt hält aber ich weiss das sie alle Spass ohne Ende haben. Wer etwas anderes behauptet hat sie in ihrem Element nur noch nicht erlebt

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

12. Kommentar von Ivenhard am 03.05.2011 um 06:59

Was soll das ganze?
Ich verstehe nicht den Sinn hinter diesen Artikel. Es wir wieder einmal auf die kleinsten
losgegangen. Die meisten Darsteller machen das ganze freiwillig und bekommen gerade mal die
Fahrtkosten erstattet.
Wenn schon solch hohe Ansprüche gestellt werden dann müssten auch ca 90% aller Musikgruppen
verbannt und verboten werden. Da werden Gruppen mit Preisen geehrt die kaum etwas mit
Mittelaltermusik zu tun haben. Klingt zwar so ist aber weder authentisch noch recherchiert.
Großteil der Musiker können nicht Noten lesen und dadurch ist es ihnen nicht einmal möglich
die Quellen zu beforschen.
Wie ist das jetzt nun mit "Wo mittelalter draufsteht soll auch mittelalter drinnen sein".
Ich bin der Meinung: Entweder gilt das für ALLE (Künstler, Musiker, Händler,...), oder für keinen.

P.S.: Hat irgendwer Belege und Aufzeichnung bezüglich Feuerkünstler bzw. Shows gefunden?

Mich regen einfach solche Schubladendiskusionen bezüglich "A" auf, wenn diese nur auf eine Zielgruppe
losgehen

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
4 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 2 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

13. Kommentar von Bigman am 03.05.2011 um 07:28

Artikelinhalt
Danke!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

14. Kommentar von Rotschopf am 03.05.2011 um 07:30

ot: Noten lesen?
Dir is schon klar, dass mittelalterliche Musik und das Lesen der diesbezüglichen Quellen wenig mit Noten wie wir sie kennen zu tun hat, sondern dass die meisten der heute bekannten Lieder erst später für moderne Musiker verständlich in Noten aufgeschrieben wurde?

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut. | 1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

15. Kommentar von Bigman am 03.05.2011 um 07:49

@ivenhard
du hast offenbar nix verstanden, oder????

Musiker: die sind da um unterhaltung zu verbreiten und musik zu machen. ich unterschreibe es blind und ungelesen, dass es 100000000000000000. mal besser wäre, wenn die musik und die optik von bands besser und authentischer wäre, aber im grunde ist die bespaßung hier wichtiger als die optik.

Händler: deren job ist es, waren anzubieten die gekauft werden. und auch hier... no na ned ist es schöner einen stand zu haben wo die waren der angedachten festlichen epoche entsprechen und der verkäufer kein panne samt beumhangter vollpfosten mit samtbarret und plastikfeder ist.

Darsteller: wie der name schon sagt, ist deren hauptjob das darstellen. beinhaltet nicht nur die optisch möglichst originalgetreue wiedergabe des damaligen erscheinungsbildes (ungepflegte zähne beim bauernvolk mal abgesehen ), sondern inkludiert natürlich auch die wissensvermittlung. und hier sollte es über den 08/15 galileo pseudowissensschrott hinaus gehen. auch sollte man die größe haben und sagen, "tut mir leid, das weiß ich nicht genau", wenn man mal etwas nicht weiß und keine hirnverbrannten halbweisheiten von sich geben die fern ab jeder realität sind --> siehe "DER WANSTHAU" im böhmischen Prater.

ergo wird auf die kleinen losgegangen? nicht wirklich. keiner geht auf anfänger los, aber ich wars leid mich am markt mit vollidioten auseinandersetzen zu müssen, die lederjean, springerstiefel, piratenhemd oder ärmellosem ringelpanzerhemd, sowie einen brillenhelm oder bandana und nonaned schwert am rücken und hornhalter am gürtel tragen, stinkbesoffen herum stolpern odin oder all voll brüllen und meinen sie verkörpern den inbegriff der ritterschaft und des grobmittelalterlichen bürgertums.

da sind mir [***] wie der georgsritter 1000 mal am arsch lieber, weil der [***] in seiner verklärten ritterromantik ist zwar ein vogel, aber wenigstens einer, der sich nicht daneben benimmt. (mal abgesehen davon, dass er betrunkene vor anderen betrunkenen mit dem schwert rettet).

in diesem sinne.... wenns dich angesprochen fühlst, dann verbessere dich oder lass es bleiben. der artikel jedenfalls ist wahr, richtig und wichtig.

in diesem sinne, nochmals... danke flo.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

16. Kommentar von Grimjau am 03.05.2011 um 08:38

Lieber Rotschopf
Zitat: "Übrigens lass ich das Argument "Ich hab kein Geld dafür" nicht gelten."

Ich gab in den letzten 10 Jahre für meine Hobbys (Schmieden, Bogenbauen/schießen u. Schwertkampf) etwa 20 000 Euro aus. Also komme mir bitte nicht mit dem Argument Geld.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

17. Kommentar von Arch am 03.05.2011 um 09:46

Danke
Jens!

...auch wenn ich Leute mit Bildungsauftrag kenne. Aber fürn Rest: Genau das!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


18. Kommentar von Einrun am 03.05.2011 um 10:29

Zu hohe Ansprüche
Ad Jens:
So, jetzt mal ganz direkt: ich weiß, dass in unserer Gruppe noch Entwicklungspotential liegt. Wir tun, was wir können und arbeiten daran. Wir sind auf dem Weg. So viel zu Deiner Feststellung, es wären kaum Leute ehrlich, was ihren derzeitigen Entwicklungsstatus angeht!

Was mich an dem Artikel persönlich stört, ist wie darin Ansprüche an Darstellergruppen im Allgemeinen formuliert werden. Alkoholleichen und Komasäufer sind für mich absolut inakzeptabel - egal wo! Auch die Forderung nach entsprechender Qualität und Niveau unterschreibe ich!
Aber insgesamt ergibt sich trotzdem eine Liste von Forderungen an Darsteller, die ich teilweise als herb und überzogen empfinde. Ich lese den Text als Forderung um nicht zu sagen als Imperativ, künftig aus allen Mittelalterfesten möglichst "Museumsfeste" zu machen, dazu nur mehr die entsprechendsten Akteure einzuladen und die Darsteller damit in das verdammt enge Korsett der historischen Unwiderlegbarkeit (was Utopie ist) zu zwängen.
Der Artikel erzeugt Druck, zum Teil ungerechtfertigt, auf die Gruppen, "die noch in den Kinderschuhen stecken" (mag Dir der Begriff gefallen oder auch nicht) bzw. "auf dem Weg sind". Und genau das finde ich nicht in Ordnung!

Eine kontinuierliche Verbesserung ist gut und wichtig, und mir persönlich macht es Spaß, den historischen Fakten auf den Grund zu gehen, mich mit der Darstellung auseinander zu setzen und weiter daran zu arbeiten!

Aber pauschal den Darstellern die Rute ins Fenster zu stellen à la "Die Schonfrist zu Beginn der "Karriere" ist als Chance zu verstehen, nicht als Anrecht - und schon gar nicht ohne Ablaufdatum." finde ich hart.

Denn: wer ist die Instanz, die beurteilt, wie lange die "Schonfrist" dauern darf bzw. wie viel Zeit eine Gruppe noch hat bis zum "Time out", um der Argumentationslinie zu folgen? Wer ist die Instanz, die beurteilt, ob die Darstellung dem gestrengen Auge tatsächlich genügt? Die meisten Besucher wohl kaum - aus vorab genannten Gründen. Die Gruppen untereinander - zum Teil, wobei ich Florian im Bezug auf einen früheren Artikel Recht geben muss, dass es eine scharfe Grenze zwischen "Tipps geben" und "über die anderen schimpfen" gibt und dass letzteres abolut nicht okay ist.
Aber bitte, wer ist dann die Instanz, die qualifiziert und befugt ist, sich ein Urteil darüber zu bilden, welche Gruppe dann aufgrund korrekter historischer Darstellung überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat?

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

19. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 03.05.2011 um 10:51

Denkanstoß
Auch wenn wir uns grundsätzlich aus dieser Diskussion heraushalten wollen, weil sie zu einem Gedankenaustausch unter den verschiedenen Gruppen und Darstellern dienen soll, möchte ich eine kleine Korrektur und einen Denkanstoß anbringen:
Gerade kritisierte Personen kommen gerne mit dem Dampfhammer-Argument, Huscarl würde Urteile fällen, Befehle erteilen oder Ultimaten setzen. Das ist als Selbstverteidigung derjenigen, die sich nicht verbessern wollen, durchaus verständlich, aber macht es inhaltlich nicht richtig.

In Österreich gibt es leider keine Gesprächskultur im Sinne von "agree to disagree". Sich darauf zu verständigen, dass man nicht einer Meinung ist, und sich trotzdem weiter respektieren kann. Die Argumente des anderen einfach einmal anzuhören, ohne in der Diskussion "gewinnen" zu müssen. Ein Editorial vertritt eine persönliche Meinung und somit denselben Stellenwert, wie jede Meinung, die unsere Leser darunter setzen können. Sie steht für sich da und kann keinesfalls ein Befehl, ein Urteil oder ein Ultimatum sein. Eine Meinung ist eine Feststellung. Aus der sich jeder die Teile nehmen kann, mit denen er sich identifizieren kann. Die er aber auch komplett ignorieren kann, wenn ihm danach ist. Man muss nicht immer gewinnen oder "besser" oder "schlauer" sein, als der Diskussionspartner. Eine Meinung zu haben und sie sachlich zu äußern ist genauso eine Tugend, wie seine Meinung an neue Informationen und Erkenntnisse anzupassen.

Faktum ist, dass in der österreichischen Szene eine Reihe von Gruppen und Veranstalter seit Jahren - manche seit einem Jahrzehnt - unterwegs sind, die nicht den Anflug eines Interesses zeigen, von ihrem Gromi-Status wegzukommen. Im Gegenteil, sie zelebrieren das Grobmittelalter, machen es zum Kult und beleidigen alle anderen, die sich Mühe geben. In der vergangenen Saison und in der beginnenden Saison habe ich persönlich festgestellt, dass gerade diese Personenkreise glaubten, innerhalb der völlig inhomogenen Mittelalterszene "Oberwasser" zu bekommen und besonders lautstark auftreten zu müssen. Ihr Spaß-Mittelalter wäre das Maß aller Dinge, das der Rest der Menschheit zu akzeptieren habe - und wer dies nicht anerkennt, wäre der "böse Feind".

Ich deklariere mich mit dem Projekt Huscarl, dass wir Leistung, Aktivität und Produktivität honorieren und in den Vordergrund rücken. Wir respektieren wissenschaftlichkeit, experimentelle Archäologie und alle Menschen, die ihren Bildungsstand mit Freude und großem Einsatz an andere Interessierte weitergeben. Wir verstehen, dass es ein langer Weg ist, von den Anfängen bis hin zu einer korrekten Darstellung. Wir unterstützen diesen Weg und stellen uns gegen jene, die Anfänger beleidigen und verunglimpfen. Doch nach einigen Jahren ist man kein Anfänger mehr, dann hat man Farbe zu bekennen und Kritik zu akzeptieren, soferne man mit seinem Auftritt Etikettenschwindel begeht. Es macht eben NICHT jeder eine "Mittelalter-Darstellung", der dies von sich behauptet. Bei manchen wäre keinerlei Unterschied feststellbar, wenn sie beispielsweise Westerndarstellung machen würden oder auf einer Esoterikmesse auftreten. Die Gruppe "Spaß zuerst!" glaubte irrtümlicherweise, Huscarl wäre dazu da, um ihr nach dem Mund zu reden und ihr "Fun-Mittelalter" wo "eh alles Wurst ist" zu unterstützen. Mit diesem Irrtum ist aufzuräumen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

20. Kommentar von Arch am 03.05.2011 um 10:56

_
\Aber bitte, wer ist dann die Instanz, die qualifiziert und befugt ist, sich ein Urteil darüber zu bilden, welche Gruppe dann aufgrund korrekter historischer Darstellung überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat?"

Eine Existenzberechtigung hat jeder. Und die wird auch niemanden abgesprochen. Hier geht es um "Etikettenschwindel"; nicht um "wer darf was machen", sondern um "wie nennt er es".
Gerne darf jeder eine Rückenscheide tragen, sich einen Suppentopf aufsetzen und ins eigene Trinkhorn kotzen wenn er mag. Er darf sich aber nicht wundern, wenn dann mit dem Finger auf ihn gezeigt wird, wenn er es "Reenactment", "Living History", "Sozialarbeiter" oder "Feuerwehrmann" nennt. Alles das ist es dann nämlich nicht.

Und "befugt" darüber zu Urteilen wer "historisch Korrekt" ist und sich nun was auf die Fahnen schreiben darf, ist jeder Einzelne und so mit ihm die "Gemeinschaft", "Szene" oder wie man es auch immer nennen mag.
Es entwickeln sich ja außerdem auch immer andere Konventionen und Grundsätze. Ich kann mich noch erinnern, dass man in Ö vor 8 Jahren in der  SpäMi-Szene als gut galt, wenn man keine Gummisohlen hatte und Nestelspitzen am Gwandl blitzten. Heute sieht das ganze anders aus und ein großer Teil wechselt in Ö jetzt zu pflanzengefärbten Stoffen... In Deutschland geschah das alles um einiges früher, Italien ist da beispielsweise noch hinten nach. (mhmmm... Man könnte ev. fast ein Nord-Süd und West-Ost Gefälle sehen. Je weiter nach Nordwesten man nämlich kommt, umso besser wird der "Standard" scheint es mir).

Kurz: Es geht nicht darum WER WAS machen DARF, sondern WIE er es bezeichnet und transportiert. Wie das Umfeld darauf reagiert hängt - wie in jedem Hobby - auch vom derzeitigen "Entwicklungsstandard" des Umfelds ab.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
6 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

21. Kommentar von Einrun am 03.05.2011 um 11:55

Zustimmung
@ Florian und Arch:
Danke für Eure Klarstellungen! Unter diesen Gesichtspunkten stimme ich voll zu!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


22. Kommentar von Anshelm am 03.05.2011 um 12:58

guter artikel, gute kommentare!
Nun mach ich auch mal meinen Senftiegl und das Nähkästchen auf:
Ich habe im Laufe der Jahre an einer Zielperson, die ich permanent unter Beobachtung habe (nämlich mir selbst) folgende Phasen beobachten können. Anfangs, wenn man sich für das Mittelalter interessieren beginnt, schustert man sich irgendwas zusammen, hauptsache es schaut cool aus, weil man vielleicht nur die "tollen" Filme, Rollenspiel-Regelwerke oder bestenfalls das Schulbuch als Quelle hat. Doch dann besucht man Märkte, sieht andere Darsteller und denkt sich: Nagut, was die können, kann ich schon lange. Dann macht man seine erste Darstellung, die schon erheblich besser ausschaut als die selbst zusammengebogene Dachrinne als Schulterplatten, die 2er-Böck mit Lodengamaschen und der Lederhose. Dann freut man sich eine Runde oder zwei, weil man hat ja "ein Buch" gelesen und glaubt nun, die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben. Und dann tritt eine Phase der Intoleranz ein. "Schau dir mal die da an, die haben sich nur ein Fell über die Schultern gewickelt und glauben, die sind voll A".
Doch je mehr mandann mit offenen Augen durch Märkte und Lager spaziert, je mehr man recherchiert und hinterfragt, sieht man:"Oh Mist, da gibts ja noch viel viel mehr als Tunika und Gugel! Verdammt, hat die ihr Kleid mit der Hand genäht und den Stoff selbst gefärbt? Poah, die Gewandnadel schaut ja genau so aus wie ich sie auf der einen Abbildung gesehen hab..." Dem Übermut folgt Niedergeschlagenheit ob der schieren Unereichbarkeit einer akzeptablen Darstellung. Da folgt dann die Phase, in der man sich spezialisieren beginnt. Einschränkung der Zeit, die man Darstellen will, Ausrüstungs-Details werden besorgt usw. Und man entdeckt eine Fülle von Möglichkeiten, die einem wieder Mut geben, weiterzumachen. Und sobald man das erste Kompliment für irgend ein Teil seiner Ausrüstung bekommt, hat man eh schon gewonnen und man schwebt auf Wolke 7.
Von den folgenden Phasen kann ich noch nicht viel sagen, da ich noch meilenweit davon entfernt bin, mich und meine Darstellung als "historisch" oder wie auch immer zu bezeichnen.
Für mich ist dieses Hobby wie eine Wanderung in Richtung Horizont. Wichtig dabei ist, nicht stehen zu bleiben sondern stets Wege zu suchen, wie man weiter kommt. Manche gehen langsamer, manche schneller. Manche gehen alles zu Fuß, manche verwenden technische Hilfsmittel (zB. Handnähen vs. Maschinennähen etc). Trifft man Weggefährten, so teilt man sich einen Teil des Weges, kennt man welche, die diesen Weg auch gehen wollen so zeigt man ihnen ein paar "Routen" und warnt sie vor Schlaglöchern, in die man selber gefallen ist.
Doch den Horizont erreichen kann niemand. Und das liegt nicht nur daran, dass wir nicht im Mittelalter leben. Gott (welchen auch immer) sei Dank, denn sonst wär ich schon tot.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
9 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

23. Kommentar von Procyon am 03.05.2011 um 15:41

Fantasy - Mittelalterlich - Mittelalter - Reenactment - Living History
Als Besucher von Mittelalterfesten und als Geschichtsinteressierter sehe ich in der Diskussion um die Authentizität der Darstellung/Gewandung und die Probleme die daraus entstehen vor allem die Art der Kommunikation und die unterschiedliche Auslegung/Definition von allgemeinen Begriffen.
Für mich ist Fantasy meist in einer mittelalterlichen Welt angesiedelt. Eine mittelalterliche Welt hat für mich dabei nicht viel mit dem historischen Mittelalter zu tun. Dort können alle möglichen Gewandungen, Aragorn-Schwerter und was weiß ich noch alles auftauchen. Auf Mittelalterfesten kann man auch nicht einfach zwischen dem von Film und Fernsehen geprägten mittelalterlichen Vorstellungen vom Mittelalter, und dem historischen Mittelalter unterscheiden. Würde man bei jedem Fest nur auf historisch Belegbares zurückgreifen wären die Feste sehr dünn besiedelt, und die Händler und Gastronomen arm dran wenn sie nur historisch Belegbares verkaufen dürften. Es ist einfach ein Faktum dass jeder von uns durch Hollywood und Co auf die eine oder andere weise geprägt worden ist. Das allgemein gängige Bild vom Mittelalter ist eben ein durch diese Produktionsmaschinerie geprägtes.
Für mich ist es kein Problem wenn ich eine nicht historisch korrekte Lagergruppe auf einem Mittelalterfest sehe. Die kann sich meiner Meinung auch ruhig als Mittelalterliche Gruppe bezeichnen. Wieso sollte sie das auch nicht machen? Als mittelalterliche Gruppe ist es meiner Ansicht aus nicht unbedingt notwendig historisch korrekt zu sein, man muss nur in das von Film&Fernsehen geschaffene mittelalterliche Bild passen. Somit sehe ich die Kritik an diversen Festen (z.b.:http://www.huscarl.at/kurznachricht_zeigen.php?id=716) als nicht angebracht.
Komplett anders ist das allerdings wenn man sich mit Reenactment oder Living History beschäftigt. Wenn man wie in Langenzersdorf sogar einen Tag für Schulen eingeplant hat oder es sich um eines der vielen Feste im Museum von Aspern/Zaya oder Elsarn handelt ist sehr wohl darauf zu achten dass man sich dem derzeitigen Forschungsstand entsprechend ausrüstet wenn man dort als Darsteller mitwirkt.
In Langenzersdorf hab ich vor zwei Jahren einen Darsteller mit Stoff umwickelten Schuhen gesehen. Auch war ein Helm eines Lagernden meines Wissenstandes für seine Darstellung nicht korrekt. Auf Nachfragen zu beiden „Missständen“ wurde ich über das „Warum das so ist“ aufgeklärt und war mit dem Erklärungen vollauf zufrieden. Auch hab ich heuer im Gastrobereich eine arbeitende Dame mit Elfenohren gesehen, kein Problem damit. Wäre die allerdings im Lagerbereich mitwirkend gewesen, hätte das anders ausgesehen weil für mich  Elfen und Reenactment nicht so ganz zusammenpassen. Ob das meinen überaus positiven Eindruck oder die Qualität des Festes für mich verschlechtert hat? Nein, überhaupt nicht! Sicher gab es bei den Lagergruppen Details die mir als nicht Kundiger einfach nicht aufgefallen sind. Das gesamte Bild allerdings hat gepasst. Und ich bin mir sicher dass jede Lagergruppe irgendwo Abstriche machen muss mit der historischen Darstellung weil es einfach für die jeweilige Person/Gruppe zu aufwendig wäre, oder die Derzeitige Gestaltung einfach den eigenen Ansprüchen genügt. Es muss einfach so sein dass verschiedene Gruppen unterschiedliche hohe Ansprüche haben. Manche entwickeln mit der Zeit höhere Ansprüche, manche nicht. Das ist einfach so, damit muss man sich abfinden! Sonst würden die wirklich guten, historisch korrekten Lagergruppen ja gar nicht mehr positiv auffallen. So lange nicht der erwähnte Etikettenschwindel betrieben wird und Fantasy bzw dem allgemeinen groben Mittelaltervorstellungen Entsprechendes als „Erlebbare Geschichte“ verkauft wird ist das OK!
Fest steht für mich dass ich bei einem Mittelalterfest nur dann historisch korrekte Lagergruppen erwarte, wenn sie als Reenactment oder Erlebbare Geschichte tituliert werden, was aber nicht heißen muss dass alle Gruppen dort dem derzeitigen  Wissenstand entsprechend korrekt unterwegs sein müssen.
Das Problem ist, dass „Mittelalterfest“ hier anscheinend mit „historisch korrektem Mittelalterfest“ oder „Museumsfest“ gleichgesetzt wird anstatt unter “Mitttelalterfest nach Film- und Fernsehvorstellungen“ gedeutet zu werden. In letztere Kategorie passt etwa das große Eggenburger Mittelalterfest in erstere die Veranstaltungen in Elsarn oder Asparn. Aber auch bei den Museumsfesten wird nie ALLES historisch korrekt sein und auch dort Abstriche gemacht werden müssen weil es sich eben um ein FEST handelt. Für mich kann es eigentlich kein historisch korrektes MA-Fest geben. Schon alleine die historisch korrekten Sanitäranlagen wären nicht so meins. Aber ich würde es mir sehr wünschen wenn es mehr Veranstaltungen gäbe die dem Niveau von Museumsfesten nahe kommen, auch wenn ich mich bei nicht so historischen genauen Festen genau so gut amüsieren kann.

Seit letztem Wochenende hab auch ich eine mittelalterliche Gewandung. Zurzeit beschränkt sie sich auf ein Leinenhemd und eine Leinenhose. Historisch Korrekt ist die mit Sicherheit nicht, weil der gekaufte Leinenstoff sicher nicht mit historisch korrekten Produktionsmethoden hergestellt wurde, und die Nähte aus Baumwollfaden maschinell genäht wurden. Ob mich das stört? Nein, ich bin Besucher! Somit darf ich tragen was ich will. Vielleicht nähe ich mir einmal mehr als nur Nestelbänder per Hand, oder stelle mein, derzeit vor sich hinrostendes, Kettengeflecht zu einem fertigen Kettenhemd zusammen. Vielleicht näh ich mir sogar einen Gambeson für darunter selber. Aber eins weiß ich mit Sicherheit. Historisch korrekt wird das Alles nie gefertigt sein, auch wenn ich mir eine Messingnadel zum Nähen, Leinenfaden und sonstige „richtigen“ Materialen zulege und mich an Anleitungen zur Herstellung von historischen Mittelaltergewandungen halte. Für mich wird das Ausreichen denn ich will nur mittelalterlich Gewandet sein und nicht Reenactment betreiben, bin nur Besucher und nicht Darsteller.

Zum Schluß möchte ich Danke sagen an Alle die so viel Zeit und Mühe investieren und es Besuchern wie mir möglich machen sich in einer mittelalterlichen Atmosphäre zu bewegen, sich gut zu unterhalten und nebenbei noch interessante Details zu erfahren.
Danke an die Huscarl-Redaktion die immer wieder Wissenswertes ausgräbt, Berichte verfasst und über die Veranstaltungen auf dem Laufenden hält. Auch wenn ich weiß dass die Art wie Artikel hier geschrieben werden, den Verfassern frei überlassen ist würde ich mir doch manchmal eine diplomatischere Formulierung von negativer Kritik wünschen. 

lg
Gerhard
Besucher = Gromi

Dann wollen wir streiten, Keiner weiß wie lang
Ja für ein Leben ohne Zwang

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
6 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

24. Kommentar von Teutone am 03.05.2011 um 18:16

Ein sehr guter...
...Artikel.
Eigentlich möchte ich mich Bigmans Kommentar vollinhaltlich anschließen.
Nur noch eine Kleinigkeit:
Meinen Beobachtungen nach sind ernsthafte Darsteller eigentlich nicht hochnäßig, zumindest hab ich diese Erfahrung gemacht.
Im Gegenteil, stellt man ernste und interessierte Fragen, bekommt man fachlich kompetente Antworten, welche man dann umsetzen kann.
Setzt man diese nicht um und macht dann erst wieder alles so, wie es einem gefällt, darf man sich nicht wundern, wenn man Hohn und Spott erntet.
Zum Argument, daß A-Ausrüstung zu teuer sei, kann ich nur Folgendes sagen:
Lieber sparen auf eine gute Ausrüstung, dafür eben zwei Saisonen abwarten, anstatt als dreißigster Orlando Bloom in KdH-Klamotte rumzulaufen.
Mit dem MA-Hobby ist es wie mit allen anderen Hobbies auch.
Möchte ich was darstellen, muß ich was investieren.
Schließlich kauft sich ja auch keiner ein Motorrad von Dnjepr und klebt sich ein Harley-Logo drauf oder geht mit billigen Yello-Laufschuhen in der ersten Liga Fußballspielen.
Man könnte die Liste noch ewig fortsetzen, aber Fakt ist, daß dies kein billiges Hobby ist, wenn man es ernst nimmt.
Ich spreche niemandem ab, in Billigklamotten von Leo Carbone rumzulaufen und Alukettenhemden zu tragen, allerdings werd ich a bissl pamperd, wenn solche Menschen dann für Touri-Fotos posieren (obwohl sie nur Besucher sind) und dann von sich geben, daß sie historisch korrekt ausgerüstet sind.
Hochnäßig behandelt wird man eigentlich nur von den Kleingeistern mit der Billig/Filmklamotte, weil sie denken, sie würden alles richtig machen und dann wird man auch noch belächelt wenn man alles von Hand näht.
Es gibt in Österreich eigentlich keinen A-Standard, jedoch kann man sagen, daß sich die österreichische MA-Szene aus vielen hochwertigen Gruppen zusammensetzt (mit ein paar Ausnahmen, aber diese Ausnahmeerscheinungen verschwinden meist bald wieder in der Versenkung).
Wer mit Kritik oder Ratschlägen nicht zurechtkommt, soll doch nach Kaltenberg auf den MA-Rummel fahren, dort darf er/sie dann wie Donald Duck in Narnia rumlaufen und niemanden wirds interessieren.
In Sachen Bildungsauftrag:
Niemand hat uns einen Bildungsauftrag erteilt, vollkommen korrekt. Allerdings sehe ich es als meine persönliche Pflicht an, einen Papa, welcher auf uns (als Deutschritter) zeigt und seinem Sohnemann erklärt, wir wären Templer, aufzuklären und ihm vielleicht noch ein paar Fakten über unsere Darstellung zu liefern um Halbwissen in Wissen umzuwandeln.
Wir haben zwar keinen Bildungsauftrag, aber wir haben die Möglichkeit, Menschen Wissen zu vermittlen, tun wir dies nicht fördern wir Dummheit und GroMis und das will doch keiner, oder?
 

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

25. Kommentar von Phenolobus am 03.05.2011 um 18:37

Interessant,
als ich vor etwa zwei Jahren Begriffe wie Turnschuhritter und Wappenlappen im Forum verwendet habe, wurde ich genau von jenen verbal gesteinigt, die jetzt hinter dem Artikel stehen. Sinneswandel?

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

26. Kommentar von Teutone am 03.05.2011 um 18:44

neee...
...eher Weiterentwicklung ; )

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

27. Kommentar von Renatus Germanicus am 03.05.2011 um 19:15

richtig
Das nennt man weiterentwicklung.
Und es sagt auch keiner etwas wenn einer neu anfängt,nachfragt sowie Hilfe und Kritik annimmt.Von Heute auf Morgen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Jedoch bleiben viele in ihrer Darstellung stehen,sind beratungsresistent,wollen oder können keine Hilfe annehmen und glauben sowieso sie wissen alles besser.Unter dem Deckmantel von Spass und die waren Damals ja nicht Blöd oder es hätte doch sein können ist dann alles erlaubt und jeder der sich ernsthaft mit Geschichte auseinandersetzt ist deren Feindbild.
Ich finde es hat nichts mit Hochnäsigkeit zu tun wenn man dann von so leuten einfach die Schnauze voll hat.

Übrigens,Gut geschrieben Big Man und Teutone.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

28. Kommentar von das Schandmaul am 03.05.2011 um 21:13

Historisch korrekte Musik und anderes
Weil mir sehr bewußt ist, wer von Ivenhard gemeint sein könnte mit "Da werden Gruppen mit Preisen geehrt die kaum etwas mit Mittelaltermusik zu tun haben"

Ich bewundere historisch korrekte Musik, allerdings gehe ich in diese Richtung nur hobbymäßig im Rahmen meines Vereins, und da kann ich noch viel zu wenig. Warum also was anderes auf den Märkten spielen? Um das Publikum zu unterhalten.
Reicht es nicht auch, korrekte Musik zur Unterhaltung zu spielen? Nicht, wenn man davon leben will, muss oder darf, denn man bekommt sonst nicht die Buchungen, die man braucht, hat nicht die Verkaufszahlen der CDs usw. - ich habe Freunde, die Erstbearbeitungen von mittelalterlichen Musikstücken machen und diese dann auch möglichst historische Weise aufführen. Großartig! Allerdings verkaufen die im Jahr soviel, wie wir an ein bis zwei guten Wochenenden.
Ich bezeichne meine oder unsere Musik gerne als "Mittelaltermarkt-Musik", da sie Musik für Mittelaltermärkte ist.

Zum Thema "Noten lesen": Bekanntermaßen war die Ars Musica dem Adel und dem Klerus zugänglich, dem normalen Spielmann aber gänzlich unbekannt. Keine Noten lesen zu können ist also zur Darstellung eines Spielmanns von großem Vorteil.

Mein persönlicher historischer Anspruch: ich behaupte immer, ich habe keinen - aber das glauben mir viele Leute in meinem Umfeld nicht. Mein erster Anspruch an mich selbst: ambientig zu sein. Für mich privat ist es auch sinnvoll, dass ich von meinen Sachen weiß, wann sie verwendet wurden und woher sie stammen. Ich finde halt den Gugel aus dem 14. Jahrhundert mit dem langen Zipfel für meine Bedürfnisse besser geeignet, als den aus dem 13. - dennoch ist der Rest meiner Kleidung meist aus dem 13. (die 100 Jahre Unterschied erkläre ich auch gerne jedem, der fragt, aus welcher Zeit meine Kleidung ist).

Dass ich auch komplett handgenähte Kleidung habe liegt einfach daran, dass ich mal sehen wollte, wie das so ist und eine Klamotte für Museumsfeste haben wollte. Dazu habe ich mir auch Nähnadeln aus Bronze hergestellt und diese zum Nähen verwendet. Einfach aus Lust und Laune. Und zum "damit angeben". Weil man ist dann ja auch auf diese Leistung stolz. Dennoch ist das noch nicht das Ende, aber ich werde auch weiterhin meine "alten Klamotten" tragen, bis sie mir vom Leib fallen. Sie stammen teilweise noch aus der Zeit, als man Computerdaten noch auf Audio-Kassetten gespeicher hat. Sie sind also auch schon "historisch".

Ich bin gespannt, welche handwerklichen Fähigkeiten in diesem Hobby noch auf mich zukommen. Mein nächstes Projekt hatte schon den ersten Testlauf: Kochen am mittelalterlichen Herd (40 cm Höhe).

Und als Anmerkung: im Grunde betreibe ich mein Hobby nicht auf den Märkten, auf denen ich bezahlt werde, sonder daheim oder auf internen Veranstaltungen, da ich auf den Mittelaltermärkten keine Zeit für die Dinge habe, die mich an diesem Hobby interessieren.

P.S.: Ich helfe jederzeit einem Anfänger und sehe nicht auf andere herab, wenn aber jemand definitiv keine Lust auf Verbesserung hat, dann geht es mir auf den Geist. Aber: bekennende Gromis wie die Sturmfalken sind gute Freunde für mich. Sie betreiben auch keinen Etikettenschwindel und sind menschlich ein toller Haufen. Gromi muss nichts schlechtes sein, wird aber daher auch nicht irgendwann "historisch korrekt". Wer wirklich dazu steht ein Gromi zu sein, der weiß das und es ist ihm egal.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
4 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

29. Kommentar von Ivan-der-Sturmfalke am 03.05.2011 um 23:41

Tja...
...zuallererst mal vielen Dank für das Lob bezüglich "menschlich toller Haufen". Um das ganze "Gromitatentum" zu präzisieren: Wir sind aus der Fantasy / RPG (nicht LARP) Ecke gekommen und haben bei dem Konstrukt "Die Sturmfalken" bewusst einige der Elemente mit übernommen. Eine Prise Klischeefantasy steckt in den jeweiligen Charakterbeschreibungen, die fiktive Hintergrundgeschichte ist historisch gesehen absurd. Wer es noch detaillierter Wissen will: Die Sturmfalken sind eine auf das europäische Mittelalter umgemünzte Variation der "Band of Hawks" aus dem Anime "Berserk". Also ungefähr so authentisch wie der Superball, wie wir auch sehr offen mit genau diesen Worten immer wieder gesagt haben. Totzdem oder besser gesagt gerade deswegen muss man in einigen Bereichen und Begriffen präzisieren:

Stichwort Etikettenschwindel:

Ganz wichtig, egal ob Besucher oder Veranstalter eines Festes - man muss klipp und klar sagen, was Sache ist. Nämlich, dass es weder etwas ähnliches wie die Sturmfalken jemals gegeben hat, gegeben hätte können und dass natürlich auch die fiktiven Lebensläufe der Darsteller historisch gesehen NATÜRLICH nonsense sind. Wenn die Skeletorente im Zuber schwimmt, dem Probst unterstellt wird, dass er zu den Großen Alten betet, wenn einer der dargestellten Charaktere "Goblinblut in den Adern hat", dann ist das natürlich offensichtlich, dass wir es hier eben NICHT mit living History zu tun haben. Summa sumarum, dass man nicht das historische Mittelalter reenacted, sondern eine selbst konstruierte Fiktion darstellt, die in manchen Punkten Schnittstellen mit tatsächlicher Historie aufweist, in manchen Sachen aber gehörig abweicht. Und genau da setzt ein anderer Begriff an, nämlich:

Stichwort Bildungsauftrag:

Gerade der "bekennende Gromi" der nicht in dem völligen Wahn lebt etwas anderes zu sein muss sich dessen nicht nur bewusst sein, er sollte auch genau wissen, WO Historie von Darstellung abweicht - bis ins Detail. Wenn der Besucher fragt ob so ein echter Ritter ausgesehen hat, muss man sagen "Bei Gott, nein! Bitte schaut ins Lager der XXX dort drüben, wo sich der YYY für den Umzug herrichtet, das entspricht ziemlich gut einem eher wohlhabenden Kreuzfahrer französischen Ursprungs aus dem II. Kreuzzug". Man sollte auch genug Detailwissen haben, um genau erklären zu können was an der "Darstellung" historischer Humbug ist (auch wenn es sich mit der Fiktion nicht schlägt). Und damit meine ich nicht nur mit einem kritischen Blick auf die Carbone Stulpenstiefel "Gummisohlen hat es damals natürlich nicht gegeben" zu murmeln (wobei gottseidank bei uns sich inzwischen hochwertigeres Lederbesohltes durchsetzt), da geht es auch um Details wie "Eigentlich ist der Nasalhelm für das späte 13. Jahrhundert ein Anachronismus, im besten Fall absolut untypisch, er wurde zu diesem Zeitpunkt schon weitestgehend vom Topfhelm abgelöst" oder "Armbrüste mit Stahlbogen kamen erst im 14. Jahrhundert auf, außerdem wäre niemand so locker flockig damit spazieren gegangen, das hätte ganz schnell zu Konflitken mit der Obrigkeit geführt".

Ich wage einmal zu behaupten dass es El Marto und meine Wenigkeit (und de facto sind wir die beiden Haupterklärbären) in Sachen Hintergrundwissen mit den meisten "Durschnitts-Darstellern" aufnehmen können, und das ist gut so, denn so können wir sagen, was bei uns historisch nicht stimmt, warum nicht, und wie es korrekt wäre. Aber eben immer mit der Message verbunden, dass wir keine "reale Geschichtsschreibung", sondern eine fantasybeeinflusste, klischeegewürzte, teils satirische und manchmal auch zynische Fiktion darstellen.

Bei den Bruchenballturnieren weisen wir ebenfalls darauf hin, was an der gespielten Variante (meist Spieleranzahl), der Ausrüstung (Ball mit Stroh statt Tannenzapfen gefüllt und aus Leinen statt Leder) e.t.c. nicht korrekt ist, und bei den Erklärungen zum histoischen Hintergrund bleiben wir, wenn auch augenzwinkernd, bei historisch belegbaren Fakten und verzapfen nicht so einen Stuss wie manche andere.

Stichwort "Evolution":

Ja, die gibt es. Auch bei uns. Nicht weil wir uns einer historischen Vorgabe (die es ja nicht gibt) annähern wollen, sondern weil es den Wunsch gibt, im Vergleich zu den anderen nicht "scheisse aussehen zu wollen" (entschuldigt mein klatschianisch). Die geliebten Trinkhörner wurden in die Funduskiste verbannt und die gebrannten Tonkrüge und Zinnbecher haben das Zepter übernommen. Die letzte offene Hooligoth Schwertscheide wurde voriges jahr in den Ruhestand geschickt. Bei Festen mit Publikum wird jegliches Plastik aus dem sichtbaren Bereich verbannt, Bierdosen sind inzwischen verbot (zumindest sichtbar) und der inhalt wird verschämt-versteckt eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die besagten Tonkrüge gegossen ehe er durch die durstigen Kehlen rinnt. Die inzwischen nicht mehr allzu durstig sind. Auch wenn die ersten beiden Darstellerjahre mit "Kostümsaufen" und "Ambientegrillen" nicht treffender beschreibbar wären, so haben wir inzwischen entdeckt, dass , dass es (auch wenn manche immer noch, wenn auch dezenter als früher, den Eskapismus mit Alkhol beschleunigen)viel mehr gibt. Besagtes bruchenball spielen, Orgas helfen, betrunkene (meist Gäste, aber auch manchmal Kollegen) sicher ihres Weges geleiten (wir wissen nur zu gut wie es ihnen gerade geht *g*), Burgbelebung wie auf Clam, Kinder von Gästen bespaßen, an Feldschlachten teilnehmen e.t.c.
Und insgesamt macht all das noch viel mehr "Spaß".
Der geneigte Gromitate kann sehr wohl viel Zeit, Geld und Liebe investiert haben, und durchaus auch so manches Fest bereichern, aber er darf nicht sich selbst und schon gar nicht wissenshungrige Besucher, Programm erstellende Organisatoren udn Veranstalter oder gar nachhakende Laienmedien belügen, indem er vorspielt etwas zu sein, was er nicht ist.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
7 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

30. Kommentar von Werner am 04.05.2011 um 09:12

Wo Mittelalter draufsteht ...
Mittlerweilen sind Begriffe wie "Mittelaltermarkt", "mittelalterlich", etc. auch bei uns in Ösiland zugkräftige Marketingschlagworte geworden und viele Veranstaltungen schmücken sich damit, auch wenn sie nicht die Absicht haben, auf ihrem Festl irgendwas in Richtung  Mittelalter zu machen - und "Mittelalter" ist nun mal eindeutig definiert und in dieser Definition kommen Begriffe wie Fantasy, Xena, Klingonen etc. eindeutig NICHT vor. Platz für Spiel und Spaß bleibt trotzdem immer noch, wenn man sich an die Interpretation des historischen Mittelalters (ohne Klingonen) macht.

Solche Sachen machen natürlich auch andere clevere Geschäftsleute so. Schließlich gibt es unzählige Limonaden, wo "Cola" draufsteht, um an dem zugkräftigen Namen mitnaschen zukönnen. Wenn entsprechender Müll drinnen ist, vergeht einem das eh bald, aber Schummelei bleibt es trotzdem. Ähnlich sehe ich das mit diversen "mittelalterlichen" Festln. Da wird auch unter einem bekannten Etikett den Leuten was untergejubelt, was sie sonst vielleicht nicht konsumieren würden.

Dieser Etikettenschwindel gehört aber IMHO durchaus auch erwähnt und diskutiert. Das ist auch keine "Verurteilung", denn hier ist die Szene unter sich und da wird man ja wohl noch frei über Dinge reden dürfen, die einem nahe gehen und diese Redefreiheit schließt meiner Meinung nach auch die Huscarl-Redaktion mit ein; die gehören schließlich genauso mit zur Szene und haben genauso ein Recht, ihre Meinung kundzutun. Das ist schließlich nicht die Gemeindezeitung von Kroatisch-Minihof, die sich da von außen her ein Urteil erlaubt.

Und was das Thema "Urteil" generell betrifft: wenn das Handelsgericht jemanden wegen Plagiats oder so verdonnert, dann kann man das ein Urteil nennen, wenn sich die Huscarl-Community hier auslaßt, weil ihr bei gewissen Dingen der Taschenveitl im Hosensack aufgeht, dann mögen bitte die Leute, denen das nicht paßt, nicht gleich jedesmal das Totschlagsargument "Verurteilung" auspacken, sondern auch mal die von ihnen oft geforderte Toleranz selbst einmal praktizieren.

Die Beiträge vom Teutonen, vom Harry und vom Renatus unterschreib ich übrigens mit Freuden und Danke an den Flo für den Artikel, denn gewisse Dinge dauernd verschweigen müssen, nur damit andere ihr Friede-, Freude- Eierkuchen-Prinzip ungestört ausleben können, geht mir zunehmend auf den Nerv, denn dieses "jeder darf alles, auch auf Kosten Dritter" stört zunehmend mein Hobby (und ich glaube auch das einer großen Zahl anderer Leute).

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

31. Kommentar von Ivan-der-Sturmfalke am 04.05.2011 um 14:41

Nachtrag
auch wenn man sich mit dieser Aussage keine Freunde macht:

Was den bekennenden und reflektierenden Gromi zur Weißglut treibt, sind Gruppen und Einzelpersonen, die sich selbst auf der Homepage, gegenüber Veranstaltern und Besuchern als "aufwändige historische Darstellung" verkaufen, aber um 11 Uhr Vormittags rest- oder schonwiederdicht besucherverdrängend bei unserem Zuber antanzen, um Schnaps betteln und Sprüche wie "Soi ma eich einischiffn damids schnölla woam wird" als humoristische glanzleistung darbieten, als "Schaukampfdarbietung" vor Publikum betrunken mit nacktem Oberkörper und Bundesheer-2-er Bock auf sich eindreschen, den Besuchern verzapfen dass sich Königshäuser sehr wohl "Hofmagier" gehalten haben die Blei in Gold verwandeln sollten (wobei sie es schaffen, die Epochen, die Begriffe - Alchemie, anyone? - und natürlich Fiktionen und reale Hintergründe heillos zu vertauschen), die Sachen wie "im Mittelalter hat man sich nicht gewaschen sondern Parfüm aufgetragen" der Hausfrau von nebenan als historisches Faktum vermitteln, um 12 Uhr Mittags die Hofer und Penny Sackerl auf den Tisch knallen um daraus das Mittagsmahl zuzubereiten und so weiter und so fort...

...wenn man dann noch im Hinterkopf hat, dass genau diese leute wegen ihrer angeblich tollen Darstellung eine Gage von XXX verlangen und auch oft bekommen, vergehts einem. Natürlich nicht bei Veranstaltern die über ein entsprechendes Fachwissen mit Szenekenntnis TW 7 oder höher verfügen, aber diese sind im GESAMTFELD der mit "Mittelalterlich" ausgeflaggten Veranstaltungen in der Minderzahl.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

32. Kommentar von Teutone am 05.05.2011 um 10:19

Naja...
...Ivan. Ich finde vorweg deine Ehrlichkeit und dein Bekenntnis zum Nicht-A-Sein toll, das mein ich ganz ernst. Und wenn ihr das Besuchern auf die von dir beschrieben Art auch verklickert, find ich das noch viel toller.
Die Sache mit dem Zuber ist eine andere. Ich persönlich kann Zubern nix abgewinnen, weil ichs erstens unhygienisch finde und zweitens die Zuberei ja fast schon zum Zuber-Saufen auffordert.
Ich hab noch kein Festl gesehen, wo net irgendein besoffener Spezial-Kandidat im Zuber gesessen hätte.
Wobei das eigentlich immer die selben Patienten sind.
Wo ich persönlich einen Zuber fast schon als abartig und geschmacklos empfand, war bei Patricks Gedenkfeier in Stein, aber das ist eine andere Geschichte.
Übrigens kommen proletoide Aussagen in Sachen"Ich pinkel in den Zuber, damit er wärmer wird" nicht nur von außen, sondern öfter hab ich das eher von innerhalb des Zubers wahrgenommen, von tollen Kerlen mit 1-Liter-Trinkhörnern ; ), war aber nicht bei euch, sollte auch gesagt sein.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


33. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 05.05.2011 um 10:32

Stein
Das ist eine interessante Sichtweise, an die wir in den letzten Jahren nie gedacht haben. Ich kann Dir versichern, der Zuber in Stein war auf ausdrücklichen Wunsch der Familie vor Ort. Diese nutzte die Mittelalterfeste, um eine gewisse "Nähe" zum verstorbenen Sohn empfinden zu können. Indem sie getan haben, was er gerne getan hat, haben sie nachempfunden, wie seine Welt ausgesehen hat. Im Zuber von Trautmann war Patrik immer glücklich und hat dort viel gefeiert und schöne Stunden erlebt. Der Zuber diente in Stein stets den engsten Freunden und der Familie als ein Ort, wo sie Patriks "way of life" nahe sein konnten.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


34. Kommentar von das Schandmaul am 05.05.2011 um 11:23

Zubern
Geht auch ohne Saufen mit der ganzen Familie - wenn die Kinder noch ganz klein sind, nimmt man dafür sogenannte "Schwimmwindeln". Funktioniert sehr gut!

Und das in Stein war eben aus dem oben erwähnten Grunde ...

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


35. Kommentar von Teutone am 05.05.2011 um 11:51

War nicht...
...böse gemeint Flo. Ist nur meine Sichtweise.
Die Hintergründe kannte ich nicht, daher sehe ich das jetzt auch anders.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


36. Kommentar von Ivan-der-Sturmfalke am 05.05.2011 um 12:19

Richtig, Arnulf
in Pöchlarn und Purgstall sind ja auch unsere eigenen Kinder dabei, und da ist der Zuber ein Abenteuerspielplatz und keineswegs eine Saufstätte. Aber der Teutone hat ja geschrieben, dass er sich nicht unbedingt auf unseren Zuber bezieht. Dass er zubern per se als unhygienisch sieht, sei ihm unbenommen, auch wenn wir nach jeder größeren Zuberrunde das Wasser wechseln und mit Aktivsauerstoff / Kaliumpermanganat arbeiten, ist es nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Das Zubersaufen ist jedoch durchaus ein Thema. Wobei sich das bei uns zumindest durchaus gewandelt hat. Im ersten Jahr on Tour mit Zuber war dies tatsächlich auch unsere Hauptbeschäftigung. Danach waren es eher jene abendlichen halbgewandeten Festbesucher, die sich unter Verweis auf angebliche Beziehungen den Eintritt erschlichen. "Der XXX (Name eines bekannten Szenemitglieds) von den YYY (Name einer respektierten Darstellergruppe) hod gsogt i deaf bei eich in den Zuber" hat lange Zeit unserer Gutmütigkeit sei Dank gut funktioniert. Seit nun fast 2 Jahren gib es strenge Reglements, die auch exekutiert werden. Eine Handvoll V.I.P.s, gute Freunde aus der Szene (Arnulf, Bero, Mattia...) hätten quasi immer Zutritt, nutzen dies aber sehr zurückhaltend. Jeder andere wird vorher schon kritisch beäugt und bei Fehlverhalten mit der eigens dafür geschaffenen "Zuberkeule" verjagt. Zubersaufen am hellichten Tag ist endgültig abgestellt. In Herrnleis war beispielsweise am Samstag nachmittag ich alleine im Zuber, ohne Alkohol (von einem kleinen Tonbecher Bier abgesehen), dafür mit etwas zum Lesen und habe danach meinen Schankwirtdienst in der Taverne absolut nüchtern angetreten (Arnulf kanns bestätigen).
Aber wenn nach Programmende, so zwischen 9 Uhr abends und 2 Uhr morgens von zurechnungsfähigen, verlässlichen Leuten ein paar Flaschen Met und ein paar Gläschen Bärenfang konsumiert werden und die dann angeheitert singen, dann ist das Geselligkeit und für mich absolut ok. Problematischer sehe ich da eher jene kommerziellen Anbieter,  die weniger vom Zubereintritt als vielmehr vom Getränkeverkauf an die Zubernden leben - die haben ein konkretes Interesse daran, dass möglichst früh am Tag bis möglichst spät in die Nacht möglichst viel Leute möglichst viel im Zuber saufen.
Wozu das führt, wissen wir alle. Und wenn diese dann noch für sich selbst "Mundpropaganda" mit dem Argument machen, das in keinem anderen Zuber soviel gevögelt wird wie in ihrem...
...aber lassen wir das einmal.

Tatsache ist aber, dass wir gerade beim Zuber zumindest das ambientige A penibelst einhalten. Unsere Zuber sind über 100 Jahre alt, und in traditioneller Fassbinder Methode hergestellt wie schon die Bütten in Badehäusern des MA., auch der Aufbau mit dem abgespannten Sonnensegel und dem Querbrett orientiert sich an

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/32/Badehaus_Valeriusmaximus.jpg

Wir verwenden weder Gas noch Strom, auch wenn wir uns mit Tauchsiedern verdammt viel Arbeit ersparen würden. Stattdessen wird in einem Gusseisernen Topf über offenem Feuer jeweils 18 - 22 Liter Wasser erhitzt und eingegossen, danach umgerührt, wieder Wasser entnommen und neu erhitzt. Das bedeutet, dass über 12- 16 Stunden am Tag immer ein oder zwei Sturmfalken beschäftigt sind, den Zuber am Laufen zu halten. Und das passt auch zur "harten Arbeit" Thematik aus der Headline ;)

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

37. Kommentar von Einrun am 05.05.2011 um 13:25

Hut ab...
... Ivan! Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass soooo viel Arbeit hinter dem Zuber steckt. Dass es arbeitsintensiv ist, war klar, aber derartig... Dass einem da der Spaß an der mittelalterlichen Gaudi nicht vergeht, ist bewundernswert.

Dein Beispiel zeigt aber auch ganz deutlich, dass Gromi eben nicht gleich Gromi ist. Was ja ganz gut zur Bemerkung von Werner über die Toleranz paßt.

Persönlich muss ich sagen, dass mich Zuber bisher auch nie angesprochen haben, weil ich sie ebenfalls ziemlich unhygienisch finde. Aber Deine Beschreibung hat mich neugierig gemacht. Auf dem nächsten Fest schaue ich mir Eure Badestube näher an.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

38. Kommentar von Einrun am 05.05.2011 um 13:28

Frage: Trinkhorn = Feind?
Noch eine Frage, weil die Sache mit dem Trinkhorn in der Diskussion hier schon so oft aufgetaucht ist, dass sie mich fast schn bis in meine (Alp)träume verfolgt.
Was habt Ihr konkret gegen Trinkhörner einzuwenden? Es wurde von der Antike an bis in die Neuzeit als Trinkgefäß verwendet. Was ist daran per se also so verwerflich? Dass das Ding zum Rest der Ausstattung passen muss ist schon klar.

Aber irgendwie schwummert mir jetzt der Kopf von diesen "Feindbilddarstellungen". Bitte um Aufklärung. Danke!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


39. Kommentar von Ivan-der-Sturmfalke am 05.05.2011 um 13:51

Trinkhorn - ja, aber nicht am Gürtel in der Schlaufe ;)
Prinzipiell ist gegen ein Trinkhorn gar nichts einzuwenden. Allerdings war es in der von den meisten Darstellern präferierten Epoche eher ein edler Ziergegenstand mit Nutzwert als ein Alltagsgegenstand. Sprich, an eienr Tafel standen durchaus mti Silber kunstvoll verzierte Trinkhörner mit Halterung, aus denen auch gebechert wurde. noch kostbarer verzierte Exempalre waren beliebte Geschenke im höfischen Bereich. Aber niemand hat an einer Lederschlaufe ein Trinkhorn spazieren getragen. Zumindest niemand, der bei seinem Ableben sich so hingebettet hat, dass man heute einen entsprechenden Fund hätte.

Belegt sind hingegen mit Hanfschnüren am herumgeschleppten Zeug befestigte Holzbecher...

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


40. Kommentar von Anshelm am 05.05.2011 um 14:37

hab da was gefunden...
...was sehr gut zum thema "arbeitsaufwand und anspruch" passt. bin darüber gestolpert, als ich ein bissl nach ort- und mundblechen gesucht hab. ein sehrsehr schöner beidlfeidl (hodendolch ;) ).
http://www.fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=16&t=7781&p=207949

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


41. Kommentar von Kugelblitz am 05.05.2011 um 16:00

Guter Artikel ... interessante Interpretation
Hallo alle zusammen!

Wie es vorher schon ganz richtig behandelt wurde kommt es darauf an was ich Darstellen soll, will und kann.
Der oder die Veranstalter bestimmen wer auftreten soll und was geboten werden soll. Wenn es Ihm 'wurscht' ist und er die Leute quer durch den Gemüsegarten der Szene bestellt ist das sein 'Kaffee' und auch sein gutes Recht. Genau so ob er für Gewandete oder Kostümierte einen ermäßigten Eintritt gewährt oder nicht.
Ein Problem sehe ich bei diesen Dingen nur dann, wenn der Darsteller, oder die Veranstaltung, etwas verspricht was er nicht halten kann und dann noch auf die Richtigkeit seines Tuns beharrt. Als ernsthaft Historik-Interessierter könnte man sich dann vl wahrlich verarscht fühlen, bzw. ein einfacher Besucher redet dann NATÜRLICH vom 'Ritterspielen' und Kostümierten Leuten. Vor allem wen man die Veranstaltung als totales 'A' Mittelalterfest verkauft... wer kanns Ihnen verübeln???

Unterm Stich würde ich mal sagen, jeder soll machen was er will und Ihm Spaß macht. Er sollte nur wissen als was er es verkaufen will und dabei Ort von Knauf unterscheiden können ;)

z.B.
Ivan hat das vorher ganz klar gesagt... Zitat: Die Sturmfalken sind eine auf das europäische Mittelalter umgemünzte Variation der "Band of Hawks" aus dem Anime "Berserk"
Warum nicht... klare Ansage... ich finde es funktioniert... und dort wo die Sturmfalken sind gibts meistens beste Unterhaltung ;)
Anderes Beispiel ... Drachen Sporn ... hat auch bestens geklappt und die Leute reden noch heute davon!

In diesem Sinne wünsche ich allen noch frohes Schaffen und viel Erfolg
Kugelblitz

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

42. Kommentar von Rotschopf am 05.05.2011 um 19:51

Hörner
Kurz nochmal zu den Hörnern. Ein Striktes Nein kann man eigentlich nicht aussprechen. Aber BITTE kommen wir endlich vom Mythos des Gebrauchsgegenstandes weg.
Die  spärlichen 2-3 Funde von Trinkhörnern, die es auf der Welt fürs Mittelalter überhaupt gibt (und soweit ich weiß kommen die auch nicht aus Mitteleuropa sondern aus dem Norden), sind von ihrer Gestaltung her Repräsentationsgefäße allerhöchster Adelskreise oder Sakrale Gegenstände. Sie sind genauso alltagstauglich wie zB goldbeschlagene Trinkgefäße aus Menschenschädeln. Man kann bei hohen Festlichkeiten für einen Schluck damit anstoßen, aber danach wechselt man wieder zu normalen Trinkgefäßen.
Ein ganz wichtiger Grund für ein Nein zum Horn als Trinkgefäß ist unter anderem der Fakt, dass die Trinkhörner nicht wie heute mit Kunstharz ausgegossen waren oder gleich aus Plastik bestanden. Ein Horn ist wie der Name schon sagt aus dem organischen Material Horn, das zu faulen anfängt und ganz erbärmlich zu stinken, wenn es öfter als 2 mal im Jahr als Trinkgefäß genutzt wird, überhaupt vor Erfindung des Spülmittels.
Und wesentlich häufiger sind außerdem Funde aus Keramik. Ihr habt da Unmengen an Auswahl, warum muss es unbedingt ein Horn sein? Und überlegt bitte mal, wozu sollte man ein Trinkgefäß andauernd mit sich herumschleppen? Man braucht keine Gürtelhalterung für ein Trinkgefäß im Mittelalter. Es bleibt ganz einfach im Regal oder auf dem Tisch und unterwegs wird aus Wasserschläuchen getrunken.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


43. Kommentar von Teutone am 06.05.2011 um 07:46

Einspruch....
...Rotschopf. Es gibt zwar keine Funde von Trinkhörnern aus Mitteleuropa, sehrwohl aber bildliche Darstellungen.
Am Bayeaux-Teppich gibts ein Gelage mit Trinkhörnern und Tropfenschilden als Esstisch, aber das war jetzt off topic.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


44. Kommentar von Schwerthase am 06.05.2011 um 10:45

interessanter Artikel, aber...
...als jemand der auch schon bald 10 Jahre in der Szene unterwegs ist muss ich sagen: Ich vermiss die GROMI Zeiten.

In unserem Verein, so wie wahrscheinlich in jedem anderen auch, gibt es unterschiedlichste Strömungen. Von den Hardcore A Darstellern, über die rein sportlich Interessierten, bis hin zu den ausschließlich Auftrittsinteressierten ist alles vorhanden. Wir bringen das glaub ich ganz gut unter einem Hut.

Ich persönlich gehör mittlerweile zu letzterer Kategorie. Reenactment ist und war noch nie meins. Ich mag die Stimmung auf den Märkten, die Schaukämpfe und am Anfang der Saison (meißtens beim ersten Festl) sogar noch die Musik.

In den letzten Jahren ist die Qualität der Darstellungen bei uns, sowie bei anderen Gruppen weit vorangeschritten. Das hat seine positiven Seiten (authentischerer Einblick in das Leben des MA, mehr Komfort im Lager), aber eben auch ihre Negativen: Stichwort "Materialschlacht", Lageraufbau nimmt von Saison zu Saison mehr Zeit in Anspruch und VOR ALLEM, und darauf will ich bei diesem Posting eigentlich hinaus: alles wird uniformierter.

Ein gutes Beispiel war zB. Purgstall. Das in meinen Augen schönste Fest letztes Jahr. Die Qualität der Darsteller war größtenteils 1a, nur haben dadurch halt alle mehr oder weniger gleich ausgschaut.

Ich finde es toll, wenn es immer noch Darsteller gibt, die auf Mittelalterambiente machen, warum auch nicht? Das lockert die Sache doch schön auf und lässt die Szene nicht zu Akademisch werden.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


45. Kommentar von Renatus Germanicus am 06.05.2011 um 10:56

na und?
Und deswegen kann man sich ein Trinkhorn an den Gürtel hängen?
Vielleicht gehören die Hörner zum Lagerinventar.Oder gibt es auf dem Teppich eine Szene wo ein Normanne oder Huscarl mit einem Horn am Gürtel herum läuft.

Ich habe in der Antike einen Haufen Funde und Abbildungen von Trinkhörner aus nicht organischem Material.Hinzu kommen dann Beschläge wo das Horn fehlt,also wohl aus organischem Material.Aber trotzdem hänge ich mir keines an den Gürtel.
Wieso sollte man auch?Was für einen nutzen hat es immer ein Trinkhorn mit sich herum zu schleppen?Außer auf einem MA Markt damit man sich ansaufen kann und weil manche meinen das ist Cool.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


46. Kommentar von atavar am 06.05.2011 um 10:56

jaja die hörnchen...
als alltagsgegenstand sicherlich ungeeignet. zum einen wegen der hygiene, zum anderen, weil man sie ned abstellen kann. und wer hat sein horn am gürtel hängen wenn er auf ner bank sitzt ohne zu verschütten?
ich trags bewusst, da ich ein sehr durstiger mensch bin. allerdings kann man in so ein horn auch wasser und andere anti-alkoholische dinge füllen, also bitte ned falsch verstehen. und was das verhältnis fassungsvermögen-gewicht angeht, mag ich mein 1l horn einfach. und den einen oder anderen deppen ders so sah wie ich gabs früher sicher auch schon mal, das lass ich mir ned ausreden^^
wobei ich den denkanstoß mit dem trinkschlauch sicher noch genauer in erwägung ziehen muss...

ich denke auch, dass man heutzutage ruhig ein wenig unkorrekt in seiner darstellung sein darf, solange man dazu steht und nicht versucht den leuten zu erklären "genau so war das damals".

allerhöchsten respekt habe ich vor leuten die sich um eine möglichst genaue darstellung bemühen. egal ob lagerleben, handwerk oder worin sonst. ganz ehrlich, hut ab!

ich finde es nur schade, dass bei "darstellung" fast immer nur von der ausrüstung die rede ist. dabei geben sich sehr viele ja auch mit passendem verhalten mühe. das sollte man schon auch mal würdigen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut. | 1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

47. Kommentar von atavar am 06.05.2011 um 11:04

edit
...dem schwerthasen meine volle zustimmung!

und bitte, leben und leben lassen. das rad wird nicht ständig neu erfunden. und so wie es in der mode heute keine idee gibt, die es nicht schon einmal gegeben hätte, so wirds wohl auch mit dem horn sein.
wenn heute jemand auf die idee kommen kann, dass es praktisch wäre ein horn in ner schlaufe zu tragen, um stets iwo was trinken zu können, dann hatte die vor 6-700 jahren sicher auch mal jamand. obs nun auf inem teppich abgebildet is oder nicht... ich glaube nicht, dass es damals gestzlich verboten war ein horn am gürtel zu tragen, also sollte es einfach nicht zur diskussion stehen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut. | 2 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

48. Kommentar von Renatus Germanicus am 06.05.2011 um 11:06

Hm...
das mit dem verhalten ist so eine Sache.
Klar versucht man sich ein wenig hineinzuversetzen.Aber ich sage immer ich spiele nicht.Ich bin ich.Ein Mensch aus 2011.In Museen ist das gang und gebe das man den Besuchern das auch vermittelt.Weil die gedanken,gefühlswelt,glauben nicht rekonstruiert werden kann.
Auußerdem wie sieht das aus wenn ich als Römer herum laufe und alle anderen herablassend ansehe weil ich der meinung bin ich gehöre zur einzig zivilisierten Rasse der Menschheit? (und jetzt bitte nicht sagen das mache ich sowieso )

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
4 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

49. Kommentar von atavar am 06.05.2011 um 11:18

würde eigentlich dazugehören...
wenn man schon von korrekter darstellung reden will. immerhin bedeutet eben dies das wort darstellung. man stellt etwas dar und sieht nicht bloß wie jemand aus. aber klar, niemand will dass die henker allzu korrekt in ihrer darstellung sind, oder?^^

einen affektierten römer könnt ich ertragen, denk ich. aber darum gings mir nicht. ich dachte lediglich, dass man auch mal erwähnen sollte, dass es eben auch leute gibt die sich mit ihrem verhalten da auch voll reinhängen, nicht "nur" mit der optik. wobei dieses "nur" bitte nicht falsch zu verstehen ist. optik alleine is meist schon ne beachtliche leistung.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


50. Kommentar von Firiel am 06.05.2011 um 11:22

passendes Verhalten?
Zitat von atavar:"ich finde es nur schade, dass bei "darstellung" fast immer nur von der ausrüstung die rede ist. dabei geben sich sehr viele ja auch mit passendem verhalten mühe. das sollte man schon auch mal würdigen."

Falls du passendes Verhalten als Marktsprech oder als übertriebenes Herumgetue so mancher Händler oder Darsteller (ich habe da grad so einige Szenen von Golling & Eggenburg präsent -.-)  definierst... nein, dann bleib ich lieber bei "A"-Anspruch in Gewandung & Ausrüstung und Verhalten & Sprache eines Menschen des 21. Jh.!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


51. Kommentar von Renatus Germanicus am 06.05.2011 um 11:36

übrigens
Mal wegen dem "A"
Auch wenn man vieles nicht weis und es natürlich keine 100% "A" gibt kann man sich um glaubwürdig zu wirken meiner Meinung nach immer nur nach dem aktuellen Stand der Forschung richten.Macht man das ist man zumindest so "A" wie es die Forschung zulässt und es auch plausibel ist.
Die Wissenschaft kann nur aus der ihr zu verfügung stehenden Informationen schlüsse ziehen,das heißt durch Funde,nachvolziehbaren entwicklungen in der Technik,Handwerk,bei Nachbarkulturen,Historische Schriftstücke,abgleiche und querverweise sowie auch im Selbstversuch schlüsse ziehen um daraus ein möglichst nahes Bild der damaligen Kulturen und verhältnisse zu rekonstruieren.Darum ist wie schon vorher geschrieben einem nur möglich eine "A" Darstellung zu schaffen wenn man sich an diese erkentnisse hält.
Das dieses Bild mit der Zeit wandelbar ist und nicht still steht ist klar.Archeologie ist keine statische Wissenschaft.Neue erkenntnisse werden gewonnen und verschiedenst interpretiert.Alleine weil schon verschiedene Wissenschaftler vielleicht verschiedene auffassungen vertreten.Was für den einen Blutrot ist kann für einen anderen Himbeerrot sein.Darum betätigt man sich ja mehrerer Quellen,vergleicht diese und entscheidet sich dann für eine die einem selbst als glaubwürdiger,vertretbarer und am logischten erscheint.
Das man dabei manchmal voreingenommen ist und vielleicht die Quellen selbst anders interpretiert kann auch vorkommen.Doch sollte man sich bei all der Arbeit die man sich macht sich so nah und hart an den Fakten bewegen wie es nur möglich ist.
Ich versuche jedenfalls so zu handeln.Und nur so kann man ein Glaubwürdiges Bild liefern.
Alles andere ist eben nur (und das meine ich jetzt wwirklich nicht Böse) Ambiente,Fantasy und die waren ja nicht blöd damals.
 

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


52. Kommentar von Einrun am 06.05.2011 um 12:44

"Das Mittelalter" und andere Pauschalierungen...
Danke, Atavar, dass Du Dich als jemand geoutet hast, der nicht nur Alkoholisches in seinem Trinkhorn mit sich führt! ))) Fern ab von der Diskussion über "A" und historisch belegt, stelle ich fest, dass in unserer Truppe auch Trinkhörner am Gürtel getragen werden und wir mit Säufern und Schwarzen Schafen nicht gemein haben! Wir haben das Trinkhorn als etwas Praktisches erkannt, um die kleinen Kinder, die bei uns auch immer mit von der Partie sind, mit Flüssigkeit zu versorgen (besonderes an heißen Tagen ein unbedingtes Muss) und auf langen Streifzügen durch die Mittelalterfeste auch unseren eigenen Durst zu löschen.

Die Mittelalterszene ist für mich eine riesige Gruppe von Individualisten - jeder stellt etwas Anderes dar, jeder beschäftigt sich mit einer anderen Periode des Mittelalters. Und das ist gut so, denn das bringt Abwechslung und Variation und macht die Sache erst so richtig spannend.
Wie aber können wir dann in unseren Diskussionen derartig pauschalisieren, wie es hier geschieht???
  • Gromi = Säufer, die sich als "a" ausgeben und Besuchern Lügen auftischen
  • Gromi = Schwarze Schafe, die in Plastik und Polyester herumlaufen und eigentlich von allen Festen verbannt gehören
  • Trinkhörner = Utensilien für Säufer und Alkoholleichen, Zeichen für Leute, die nur des Alkohols wegen auf ein Fest gehen
  • Mittelalter = eine homogene Zeitspanne, über die ganz allgemeingültige Aussagen getroffen werden können.

Ich möchte mich auf den "Selbststest" von Rotschopf beziehen: wann das Mittelalter beginnt, mag Auffassungssache sein. Aber darüber, dass das "Mittelalter" keine homogene Zeitspanne ist, sondern aus sehr unterschiedlichen Perioden besteht, müssen wir hier wohl nicht diskutieren.
Demnach sind auch keine Pauschalaussagen über "das Mittelalter" möglich, sondern maximal über einzelne Perioden, und sogar da kommt es darauf an, von welcher Region (Nordische Region, Südosteuropa, etc.) bzw. sogar von welchem Land oder welcher Gegend gesprochen wird! Wenn ich also sage, dass Trinkhörner im "gesamten Mittelalter" nicht verwendet wurden, dann ist das so nicht zutreffend.

Unsere Truppe hatte ursprünglich mit einer keltischen Darstellung begonnen, weil es für sie damals die leichteste Weise war, um in das "Mittelalter" hineinzuwachsen. Es gibt dazu nur wenig Belege und Funde zu den Kelten und man mußte sich dadurch im Detail nicht immer so streng an existierende historische Vorlagen halten. Zwar haben meine Freunde (ich war damals noch nicht dabei) nicht alles bis in kleinste Detail ernst genommen, haben aber insgesamt trotzdem weder Kosten noch Mühe gescheut, um zumindest dort, wo es Belege gab, diesen Vorlagen möglichst zu entsprechen.
Über die Zeit hinweg wurde klar, dass es einige historische Widersprüche gibt. Irgendwo mogelten sich "ottonische Söldner" unter "keltische Wurzeln" und "die Region Noricum" - das tut weh.
Wir beginnen nun langsam damit, uns in Richtung Frühmittelalter - durchaus mit ottonischen Einflüssen, aber trotzdem nicht ganz so streng - zu orientieren und dabei auch die Dinge Schritt für Schritt anzupassen, die jetzt eben nicht "passend", "halbwegs a" oder "historisch belegt" sind. Es wird noch einige Zeit dauern. Unser Ziel ist aber auch nicht, komplett "a" zu werden. Unser Ziel ist ein insgesamt stimmiges Bild, mit dem wir uns zuletzt auch wohl fühlen!

Wie so viele vor mir gesagt haben, ist die mittelalterliche Darstellung ein Entwicklungsweg, dessen Ziel aber nicht notwendigerweise einzig und allein die streng "a" Darstellung ist.
Wo ich allerdings vollinhaltlich zustimme: man muss dann aber auch so ehrlich sein, und den Ist-Zustand vertreten können!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

53. Kommentar von Rotschopf am 06.05.2011 um 13:20

bravo
...liebe Einrun, mit dieser Aussage beweist du immerhin, dass du dich mit den Hintergründen des realen Mittelalters (also der geschichtlichen Zeitspanne) schon beschäftigt hast. Aber für viele ist Mittelalter ja ein unbestimmter Begriff, der allenfalls vor dem Geburtsdatum der eigenen Großeltern liegt, weil davor weiß man nix mehr genau.
Wenn mir jemand sagt, er möchte sich da nicht festlegen auf ein genaues Jahr, aber für ihn passt eher der Ansatz xy (zB Ende der Völkerwanderungszeit bis Entdeckung Amerikas, da gibts ja sowohl für Anfang als für Ende unzählige Varianten), dann find ich das völlig ausreichend und da glaub ich ihm, dass er sich wirklich dafür interessiert.

zitat atavar "das rad wird nicht ständig neu erfunden. und so wie es in der mode heute keine idee gibt, die es nicht schon einmal gegeben hätte, so wirds wohl auch mit dem horn sein."

Die Aussage hör ich andauernd. Eine meiner Lieblingsargumentationen. "Ist doch praktisch, warum soll da niemand drauf gekommen sein?" Weißt du, die Dampfmaschine is auch ein sehr praktisches Ding und wäre auch damals schon möglich gewesen (Metall und Wasser, hatte man ja schon und die Menschen warn ja auch nicht dumm), wieso also kann ich also kein Mittelalterlicher Zugschaffner sein?
Gleich danach kommt übrigens die Argumentation: "Es gibt keinen Beweis, dass es nicht so gewesen ist."
Sie fallen aber beide unter die Oberkategorie Ausreden, durch die man sich nicht mit wahren Begebenheiten beschäftigen muss.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


54. Kommentar von Rotschopf am 06.05.2011 um 13:29

verhalten von darstellern
den ansatz von atavar find ich übrigens sehr interessant. ein sitten- und verhaltensprofil des mittelalterlichen menschen erstellen stell ich mir sehr spannend vor. allerdings bedeutet das die lektüre von unzähligen zeitzeugenberichten und diverser anderer fachliteratur. und das ist mit trinkhorn am gürtel eigentlich nicht so vereinbar...

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


55. Kommentar von Schwerthase am 06.05.2011 um 13:53

und zum Zuber...
...wers mag, naja. Finds persönlich recht grauslich, aber das ist nur meine Meinung.

Was jedoch wirklich komplett fürn Arsch ist, sind die Zuberrunden jenseits der Mitternacht, wo angesoffene Zuberbesucher (vom A-Reenacter bis hin zum Gromi) meinen das ganze Lager unterhalten zu müssen. Das ist das Assozialste überhaupt auf einem Markt. Als ich mir letztes Jahr nach einem kurzen Wutanfall mir noch anhören musste, dass ich mit sowas auf einem Markt schließlich rechnen musste, war ich kurz davor dem Zuberbetreiber mit einem Tritt einen Grund zum Brüllen zu geben.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


56. Kommentar von Schwerthase am 06.05.2011 um 13:57

Sorry...
...fürs off topic ;)

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


57. Kommentar von Markus v Urleugesdorf am 06.05.2011 um 14:37

Darf ich
....trotzdem noch auf ein Mittelalterfest gehen, auch wenn meine Tunika aus meiner Anfangszeit und schwarz ist (und ich trotz besseres Wissens in den letzten 2 Jahren nicht die Zeit gefunden hab eine Neue zu nähen)?
Meine Schuhe zwar selbst handgenäht aber nicht wendegenäht sind?
Und vielleicht trotzdem gscheit reden über meinen angestrebten Zeitraum da ich doch schon einiges an Literatur gewälzt hab...?

Wäre ganz nett wenn mir Huscarl das erlauben würde, sonst kann ich mich erst geschätzt in zehn-zwanzig Jahren wieder blicken lassen, wenn ich endlich auch spinnen und zwirnen (Kurs im Juni) und weben (irgendwann) gelernt hab, ach ja, Schafzucht, scheren, gerben....und und...weil sonst werd ich leider nie "A" sein *heul*

Sorry, aber man kann es einfach übertreiben. Und auch wenn ich eine "A" Darstellung anstrebe muss es auch immer noch Spass machen. Schließlich ist es - auch für diejenigen die es "ernsthaft" betreiben immer noch ein Hobby.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut. | 6 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

58. Kommentar von stoaschoassa am 06.05.2011 um 14:45

Na oisdann...
...fuffzich kommentare hots braucht bis endlich die leut mit der schreib-lese-denkschwäche daherkumman. Um die es oba nie gongan is solang sie nur afoche besucher san. Dazu miassad ma oba hoid lesn kennan. Donn denkn. Und erst gonz am schluss schreibn. Prost ans trinkhearndl.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
7 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

59. Kommentar von Markus v Urleugesdorf am 06.05.2011 um 14:52

???
....ich denke mal wir danken alle für die konstruktive Kritik...sowas trägt immer zu einer guten Diskussion bei.

Club der leseschwächelnden historikinteressierten Dumpfbirnen

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
5 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

60. Kommentar von Arch am 06.05.2011 um 15:07

Also
hättest du den Artikel und die Diskussion gelesen und verstanden, dann würdest nicht solchen polarisierenden Unfug schreiben. Das is leider Tatsache.

Und ich kann mich nur wiederholen: Huscarl wird die nie etwas verbieten und kann das auch gar nicht... Mir wirklich unverständlich warum Leute das immer glauben.
Was ich als Person für mich selbst aber sagen kann ist, dass ich auch weiterhin meine Meinung vertreten werde und auch als  Huscarl-Redakteur die des Projektes Huscarl (soweit mit meiner vereinbar). Deine leider nicht. Und das kannst du ebenso wenig jemanden verbieten wie dir Huscarl etwas verbieten kann.
Der Lauf des Lebens...

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

61. Kommentar von Markus v Urleugesdorf am 06.05.2011 um 18:22

Polarisierend
finde ich bereits den Artikel. Die hier anschließende Diskussion, die ich mir sehr wohl zu Gemüte geführt hab scheint das auch zu bestätigen.

Besonders Formulierungen wie "Ende der Schonzeit" find ich halt etwas seltsam.

Ich gönne auch jedem seine eigene Meinung dazu, genauso wie ich mit meiner nicht hinter den Berg halte. Dann allerdings als lese oder denkschwach bezeichnet zu werden stößt bei mir auf etwas befremden.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut. | 4 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

62. Kommentar von Markus v Urleugesdorf am 06.05.2011 um 18:42

Und nachdem ich offenbar noch immer nicht verstanden werde:
Ich schätze Gruppen die sich die Mühe machen nach derzeitigem Wissensstand historisch korrekt zu sein.
 
Ich finde es nicht ok wenn ein Magazin wie Huscarl Gruppen an den Pranger zu stellen die sich diese Mühe nicht machen, auch wenn keine Namen genannt werden.

Beide haben ihre Berechtigung, und eigentlich sollte es allen Spass machen. Zumindest bei denen die ich kenne ist das der Fall.

Und ein Mittelalterfest ist kein Museum, daher ist es faktisch unvermeidlich das beide Gruppen anzutreffen sind.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

63. Kommentar von stoaschoassa am 06.05.2011 um 18:46

wos ...
... steat di jetzt eigentli? zerst manst ma wü da dei faschingsgwandl vabietn jetzt mochst an auf rächer der enterbten. na de wern olle auf an wia di gwoart hom du spezialist ...

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

64. Kommentar von Markus v Urleugesdorf am 06.05.2011 um 18:56

Lieber Steinscheißer
Ja, ich verteidige mein "Faschingsqwandl" und hab auch Verständnis für alle Anderen die solche tragen.

Grad weil ich schon seit einigen Jahren an dem Faschingsgwandl arbeite, es viel Zeit und Geld kostet und ich daher gut verstehe warum jemand zwar mitmachen will aber trotzdem von der Stange kauft.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer versteht diesen Kommentar nicht.

65. Kommentar von Arch am 06.05.2011 um 19:09

?
Wie sollte Huscarl denn dann deiner Meinung über Feste/Gruppen berichten die sich "Mittelalter" nennen und wenig bieten was mit Mittelalter zu tun hat und sich auch nicht verbessern?
Garnicht?

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


66. Kommentar von Markus v Urleugesdorf am 06.05.2011 um 19:26

Objektiv
also lasst sie auch leben, berichtet wenn sie ein gutes Fest ausrichten, oder ein Highlight an guter Stimmung produzieren. Mit oder ohne Zuber und Trinkhorn. Eigentlich also wie bisher, nur ohne hinzuhauen.

Das widerspricht nicht unbedingt der obrigen Deklaration.

Oder Ihr spezialisiert euch wirklich. Nur mehr Berichte über Gruppen und Acts die "A" sind. Auch gut, da les ich auch gerne mit. Wird nur schwierig bei der Abgrenzung, weil sich eben bei den Festen alles mischt.

Dritte Möglichkeit: Ihr macht eine eigene Sparte für die "nicht so ganz mittelalter"-Fraktion, Gromi, Larp, Fantasy.

Viele Möglichkeiten...

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


67. Kommentar von Brenntenperch am 06.05.2011 um 23:47

Hallali...
Nachdem die Diskussion „mal wieder“ aufflammt, stellt sich mir erneut die Frage: Wie authentisch bin ich selber – und wie authentisch bist du, damit du dir erlauben darfst, ein meist ungewünschtes Urteil über mich oder andere abzugeben?

Wenn ich zurückdenke an die Zeit vor nun doch fast 15 Jahren – als ich das erste Mal mit dieser Szene in Kontakt gekommen bin, als Mittelalterversand via Internet ein Fremdwort war – weil ja schon Internet ein kaum bekanntes Phänomen war – ja, damals war ich einer der Betuchteren, die sich Internet leisten konnten.

Nein, damals gab es keine Kettenhemden aus der Massenproduktion – da hab ich noch selber geflochten. Fast einen Finger verloren, als sich der Draht beim Aufdrehen mit der Bohrmaschine in Schlaufe gelegt hat. Ach ja, meine erste Gewandung: Gekauft aus dem Fundus des Landestheaters Salzburg.

Damals hieß es, du bist authentisch, wenn du es schaffst im Lager nicht zu rauchen, viel Marktsprech sprichst (die haben damals so geredet) und im Lager kein Plastik rumsteht.

Lässig eigentlich was sich seit damals alles getan hat. Gut zu wissen, dass sich bei den meisten Gruppen in Österreich mittlerweile pflanzlich gefärbte Stoffe durchsetzen. Gut zu wissen insofern, als mir keine einzige Gruppe bekannt ist, die das definitiv so tut. Aber die Szene weiß so was ja natürlich. Und jeder tuts – genauso wie jeder nach 45 im Widerstand war. Man mag mir jetzt auch leichtes Desinteresse nachsagen, weil ich nicht jedes Jahr aufs neue jede einzelne Gruppe nach ihren wissenschaftlich fundierten Neuerungen und Verbesserungen befrage. Aber etwas derart bahnbrechendes müsste sich irgendwie auch zu mir durchgesprochen haben – mir wurde bisher eigentlich eine recht kommunikative Ader nachgesagt. Und am eigenen Fest treffe ich ja alljährlich so an die 50 Gruppen. Vielleicht mal eine direkte Umfrage mit Fragebogen starten – könnte zu meiner Bildung beitragen.

Apropos Bildung(sauftrag): Wer hat diesen denn irgendjemandem von euch erteilt? Ist mir da auch irgendwas entgangen? Hat die österreichische Bundesregierung mal wieder ein paar neue Staatssekretäre für mittelalterliche Correctness und A-Faktor ernannt? Komisch, auch das ist mal wieder nicht bis zu uns wilden Stämmen im Westen durchgedrungen. Nicht wenige stellen sich hin, und sind mit ihrem Urteil über B-Gewandete spöttisch, meinen im Recht zu sein. Wer hat ihnen das Recht gegeben? Die Szene? Kaum – ich bin Teil der Szene, kann mich nicht erinnern, gefragt worden zu sein? Ihr Verein? Hm auch nicht nachvollziehbar – wie kann ein einzelner Verein maßgeblich über andere Vereine sein? Oder sind es meist nur einzelne Meinungen, die mitläuferisch mal schnell in ihrer Wertigkeit bestätigt werden, nur um nicht aufzufallen? Im Tross von uns Kostümierten?

Ach ja unsere Kostüme. Eigentlich eine Schande, so teure Sachen Kostüme zu nennen. Da wird’s dann doch recht eng, könnte ja mit nem Faschingsball verwechselt werden. Ahja, die Gürtelschnalle ist einem Fund von 1302,05 a.D. im südburgundischen Nordschwabenland nachgeahmt. Ahso, hat nur 30 Euro gekostet. Lässig, meine schaut fast genau gleich aus, hat 1,50 Euro beim Aus&Raus gekostet. Ahso, meine ist nicht A. Hmmm...

Nein, nicht alle meine Teile sind so billig gewesen. Ich hab insgesamt sicher 5-10.000 Euro (je nachdem mit wem ich grade im A-Ness sprich Teuerkeitslevel konkurrieren muss) für meine gesamte Ausrüstung ausgegeben. Na, die Handschuhe sind handgewebt (gekauft bei Mytholon für 15 Euro), dir Robe, ja die ist handgenäht. (Ebay, 25 Euro), das Lager hab ich je nach A-Ness alleine (mit Verein) gebaut, ja sogar die Becher wurden bei uns auf jungfräulichen Drachenbeinen gerollt und schockgebrannt (Ausverkauf auf Flohmarkt, 10 Stück für 2 Euro).

Nein, ich will keine Vereine anpissen noch erfreche ich mich die Arbeit eben dieser in Frage zu stellen. Ich respektiere die Arbeit von Leuten die viel Zeit, Energie und Geld in eine korrekte Darstellung ihres Darstellungszeitraumes stecken. Ich weiß, wie viel Herzblut hierfür oftmals vonnöten ist. Was mich persönlich nur in Blutrausch versetzt ist, dass kein Markt vorbei geht wo nicht irgendein dahergelaufener neuer A-Papst der Meinung ist, dass ungefragt geäußerte Meinung ob des reinen Ereiferungslevels und der damit verbundenen gerechten Entrüstung sowieso eine sofortige um umfassende Umsetzung bei den jeweils betroffenen Vereinen zur Folge haben muss.

Wie viel von der eh schon im normalen Leben mehr als genug vorhandenen Spießigkeit muss man denn ins Hobby mitnehmen? Ja es stimmt, manche Sachen gehen einem gehörig gegen den Strich. Manche Sachen nerven einen ungemein, wenn es zum xten Male passiert. Und ja, man kann sogar sarkastisch werden.

Aber ist es denn der richtige Weg, einfach Pauschalverschubladierungen vorzunehmen? Prangerschau: Wählen sie den schlechtesten GROMI, zwei schenken wir Ihnen dazu. Elfenohren sind nicht zum Verzehr gedacht.

Dieses Hobby könnte so schön sein. Wenn nicht ständig jemand da wäre, der einem zu erklären versucht, warum alles was man bisher gemacht hat sowieso ein Scheiß ist. Und der einem so deutlich vorführen kann, daß man ja so schlecht ist.

Ich bin bekennender „Was ihr in mir auch sehen mögt“, nennt mich ruhig Gromi, das trag ich mit Humor und Stolz. Lieber Gromi als Korinthenkacker.

In diesem Sinne, Waidmann´s Heil, die Schonzeit ist vorbei.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
4 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 2 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

68. Kommentar von Rotschopf am 07.05.2011 um 01:14

nur falls dus dir mal anschaun magst...
...unser verein verwendet wirklich pflanzengefärbte stoffe. wir färben auch alle paar wochenenden mal was größeres und da is jeder eingeladen zuzschaun oder mitzumachen. und bei uns gibts auch keine einzige maschinennaht. und ja, bei uns ist alles, was wir herstellen oder zukaufen mit beleg untermauert, die dinge, die wir anderen zeigen und erklären sogar mit zwei voneinander unabhängigen belegen, um auch ganz sicher zu gehn.
Und ich geb die 30 Euro für die Gürtelschnalle gern aus. Nicht, weil sie am Ende besser ausschaut als deine, oder weil ich damit truer ausschau als du (die sachen, die die meiste Arbeit machen und das meiste Geld kosten werden vom Besucher eh nicht gewürdigt sonder nur von mir selbst und vielleicht ein zwei eingeweihten) sondern weil mir am Ende was an Geschichtsforschung und dem Nacherleben des historischen Alltags liegt (sagt ja schon der Begriff Living History).

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


69. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 07.05.2011 um 08:52

Nachdem...
...die Diskussion lange Zeit konstrutkiv und produktiv war und sich vor allem diejenigen zu Wort gemeldet haben, die scheinbar jahrelang geschwiegen haben, jede Schmähung ihren Anstrengungen gegenüber hinunterschluckend, hat die Wanderung jetzt zunehmend das Reich der Trolle erreicht.

Ich denke nicht, dass der obenstehende Text des Editorials oder die Meinung vieler Vorredner wirklich so kompliziert sind, dass man sie nicht verstehen kann. Ich denke, dass man sie nicht verstehen will. Extra wurde aufgegriffen, dass der Wunsch nach Flucht aus dem Alltag, nach Abwechslung nur zu gut verständlich sei. Extra wurde betont, dass wohl für jeden zu verstehen ist, dass sich Besucher gerne in "mittelalterlich wirkende" Kleidung hüllen. Niemand hat dies kritisiert oder angegriffen. Und doch behaupten die Unverbesserlichen, dass man sie schmäht. Ihr "ist eh alles wurst" und "geht eh um nix" way of life der einzig Wahre und überlegene sei. Woran man sich bloß keine Kritik anmaßen solle, weil ja jeder tun und lassen könne, was er will.

Liebe Freunde, wenn ihr auf einem Fest, das dazu deklariert ist, Wissen über das Mittelalter zu vermitteln, als Kostümsäufer auftretet; wenn Euer Verein auf der Homepage behauptet, Geschichte und Bildung zu vermitteln und jeder von Euch steht seit Jahren im Carbone-Outfit mit 3-Händer am Rücken herum und beschäftigt sich mit dem Schnitzen von Steckstühlen: dann ist es auch das Recht von jedem, der diesen Betrug durchschaut, mit dem Finger darauf zu zeigen. Was auf jeder Genreveranstaltung zu hunderten Malen geschieht. Ihr habt nur das Pech, dass es hier ein einziges Medium gibt, das sich nicht zum Ziel gesetzt hat, mit allem und jedem gut Freund sein zu müssen, bloß nirgendwo anzuecken und jedem nach dem Mund zu reden. Was schon jedem kleinen Kind am Markt auffällt, wenn es von so manchen Experten auf den Arm genommen wird, hat sich schon immer auf unseren Seiten wiedergefunden und dies wird sich nicht ändern. Darüber urteilen oder gar Aktionen setzen müssen andere. Die Aufgabe des Schreiberlings ist es, zu beobachten und zu berichten - nicht mehr und nicht weniger. Was ihr im stillen Kämmerchen macht, interessiert niemanden. Ihr aber begebt Euch in die Öffentlichkeit, wollt Euch bestaunen lassen und stellt Behauptungen auf. Sind diese wahr, ist dagegen nichts einzuwenden. Verlangt ihr Lob und Geld für Lügen, werdet ihr Euch der Kritik stellen müssen.

Am Erheiterndsten wäre, wenn es nicht eine gewisse Tragik hätte, das patzig-trotzige Beharren darauf, dass niemand einen Bildungsauftrag habe und es anmaßend wäre, von einem solchen auszugehen. Nun, liebe Spaß-zuerst-Fraktion: Findet ihr es richtig, mit Eurem demonstrativen Halb- oder Nicht-Wissen in Schulen zu gehen und Kindern zu erklären, wie das Mittelalter eben so war? Findet ihr es richtig, Eure Darstellung auch bei Landesausstellungen und musealen Events anzupreisen? Findet ihr es richtig, Fantasy und Esoterik mit belegten Geschichtsbildern zu vermischen, für die Heerscharen von Wissenschaftlern ihr Leben lang geforscht und gearbeitet haben? Ist es OK, dafür auch noch Geld zu nehmen? Ja, ihr findet es richtig, denn ihr seid stets am Lautesten und lasst keinerlei Widerspruch zu. Wie schon im Text erwähnt, findet man Bescheidenheit, Selbstzweifel, Reflektion und Weiterentwicklung nur dort, wo man die Sache ernst nimmt.  Der Bildungsauftrag liegt gewiss nicht nur bei staatlichen Institutionen - wo er im Übrigen unanfechtbar sein müsste. Er liegt genau dort, wo man ihn sich selbst gibt.

Keinesfalls blickt irgendjemand auf Fantasy, Larp und dergleichen mehr von oben herab. Im Gegenteil, hier in der Diskussion gab es ein beeindruckendes Beispiel eines aufwändig gearbeiteten Larp-Dolches, der so manches historisch korrekte Stück in den Schatten stellt. Egal was man macht - wenn man seine Sache mit Herzblut und Liebe zum Detail betreibt, wird man die Achtung und den Respekt erhalten, den man verdient. Dass all die Publikumstrinker auch gerne Respekt und Anerkennung für ihr tun hätten, ist mir klar. Dass sie ihn bestenfalls von Gesinnungsgenossen erhalten werden, sollte hingegen ihnen klar sein. Ist es aber nicht und man wird damit leben müssen, dass jeder Anreiz sich zu verbessern vegebliche Liebesmüh ist, wenn jemand nicht will und den Aufwand scheut. Nicht zu wollen, ist jedermanns Menschenrecht. Es ist auch jedermanns Recht, nicht verstehen zu wollen, dass diese Art zu leben nicht die Hauptmotivation für alle ist. Manche wollen eben mehr. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich nicht von jenen stören lassen, die ihnen rund um die Uhr erklären, dass es nur um Spaß und sonst nichts ginge. Schade, dass nicht jeder die Erfahrung machen kann, dass das Genießen der Früchte seiner Arbeit auch großen Spaß bedeuten kann, der nicht zwingend zuvor in Flaschen abgefüllt werden musste.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


70. Kommentar von Bichi am 07.05.2011 um 08:52

Interessante Diskussion!
Ich kann mich noch an eine unserer ersten VAs erinnern, bei der wir leichte Auffassungsunterschiede mit "gewandeten Besuchern" hatten, die sich natürlich als Teil der großen MA-Familie sahen. Damals standen wir als die hochnäsigen und abgehobenen A-Fanatiker da....

Jahre später dürfte sich nun das "Problem" über das ganze Land ausbreiten

Eine Sache, die sich nicht so einfach lösen lässt - alles läuft in Richtung Ausgrenzung, Abgrenzung oder wie auch immer. Wer ein Problem damit hat, dass Leute mit anderen Qualitätsansprüchen das Gesamtbild einer VA oder eines Marktes beeinträchtigen, der hat 2 Möglichkeiten - ich lass die jeweils andern nicht hinein (ist natürlich wenn es ums Geld bzw um vorzuweisende Besucherzahlen geht problematisch) oder ich gehe selbst nicht hin. So hat jeder seine schöne große Spielwiese und kann das machen, was seinem Hobby am zuträglichsten ist.

Hinsichtlich des Bildungsauftrages - den hat zumindest ein Museum und hier sollten sich die Verantwortlichen sehr wohl darüber Gedanken machen, was man dem Besucher zumutet. Gerade was das Thema Living history betrifft - hier kann zT mehr Schaden entstehen als man denkt, sei es durch schlechte Qualität, nicht fundierte Aussagen oder eine zweifelhafte Gesinnung (siehe Ulfhednar).

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


71. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 07.05.2011 um 09:01

Da muss ich nochmal einhaken ...
... Abgrenzung ist nicht gleich Ausgrenzung.

Abgrenzung bedeutet beispielsweise "ich mache eine ernsthafte Geschichtsdarstellung".

Ausgrenzung bedeutet "ich bin besser als Du und schaue auf Dich herab, auf meine Ebene kannst Du niemals kommen". oder auch "ich will mit Dir niemals etwas zu tun haben (weil ich ja besser bin...)".

Diese beiden Sichtweisen sind nicht zwingend miteinander verknüpft. Im Gegenteil, so gut wie jeder den ich kenne, der sich Bildung, Wissen und Fähigkeiten angeeignet hat, ist gerne bereit, all das an andere weiterzugeben, die seine Faszination teilen. Ganz im Gegenteil, hier wünscht man oft nichts sehnlicher, als mehr Mitstreiter auf seinem Niveau zu haben, mehr Menschen die sich weiterentwickeln und lernen wollen.

Das agressiv-patzige "wir sind wir und wissen schon was wir tun, uns braucht man nichts mehr beizubringen" kommt zumeist von der ganz anderen Richtung.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


72. Kommentar von Althiof am 07.05.2011 um 11:39

bildungsauftrag
da jetzt schon öfters die frage gestellt wurde, wer hier wem einen bildungsauftrag gestellt hat muss i mich doch mal zu wort melden,
die antwort ist ganz einfach:

ich mir selbst!

und ja, auch meine darstellung ist noch sehr verbesserungswürdig und wird sie vermutlich auch immer bleiben, denn besser geht immer. aber wenn ich so auf meine anfangstage zurückblicke, kann man doch eine ziemliche entwicklung erkennen, die ich ohne die vielen gespräche mit extremen authentikern vermutlich nie erreicht hätte und für die ich heute sehr dankbar bin.....

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

73. Kommentar von Rotschopf am 07.05.2011 um 12:32

zitat
"Wer ein Problem damit hat, dass Leute mit anderen Qualitätsansprüchen das Gesamtbild einer VA oder eines Marktes beeinträchtigen, der hat 2 Möglichkeiten - ich lass die jeweils andern nicht hinein (ist natürlich wenn es ums Geld bzw um vorzuweisende Besucherzahlen geht problematisch) oder ich gehe selbst nicht hin."

Ein gutes Statement. Denn irgendwann wirds wohl auch darauf hinaus laufen, dass sich die einen von den andern trennen werden und die Extreme wohl dadurch auch wachsen. Ich jedenfalls höre von vielen der Top-Darsteller, dass sie keinen Bock mehr haben auf 90% der Veranstaltungen und sich nur noch auf musealen Veranstaltungen und 1-2 Festen von der historischeren Sorte anzutreffen sein werden. Einfach, weil sie für ihre Arbeit absolut keine Wertschätzung erfahren und sich ständig nur mit den Kostümsäufern ärgern müssen.
Das finde ich persönlich sehr schade, weil ja auch ich angefangen hab mit den ganz regulären Festen wie Eggenburg, wo wohl bald keine dieser Gruppen mehr zu finden sind.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
1 Benutzer findet diesen Kommentar gut.

74. Kommentar von Renatus Germanicus am 07.05.2011 um 12:55

Das
hast ja von mir gehört.
Oder auch von mir.Weis ja nicht wer sonst noch so denkt.
Fakt ist allerdings,auch die Museen in Österreich (mit einigen ausnahmen) bieten nur mittelmäßige Veranstaltungen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


75. Kommentar von Arch am 07.05.2011 um 13:00

Leider...
aber das hängt auch mit dem verstaubten und schlechten Museen zusammen... Selbst unsere "guten" Museen müssen sich international verstecken.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


76. Kommentar von Firiel am 07.05.2011 um 21:10

schon zwei
Renatus von mir auch.gibt nur mehr wenige Feste auf die ich lagernd fahren würd. Tendenz sinkend ;-
)

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


77. Kommentar von Rotschopf am 07.05.2011 um 21:36

nana
renatus, gibt schon nu a paar andere. aber öffentlich darf ma des ja net sagen, des löst nur unmut aus bei anderen gruppen, weil die dann denken, dass ma si für was besseres hält und einem die verbleibende zeit auf den gemeinsamen festln nur schwerer machen Und ich hab gehört da gibts auch ein paar ganz üble Exemplare, die auf solche zwiste hin überall verbreiten, was ma für ein arsch is, obwohl mas net is und was ma net alles getan hat, obwohl mas net getan hat.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


78. Kommentar von Brecuno am 18.05.2011 um 12:22

Null Organisation
auf breiter Fläche!!! Und das will was heissen, im Zeitalter der Marssonden und der bevorstehenden fliegenden Autos.
Eine "Kronen Zeitung" GummiHüpfBurg, vieeeeele Holzschwertchens und noch viel mehr Darsteller, welche hinter der Schank ein Leben führen, wie ein Esel in griechischer Gefangenschaft. Wer glaubt in Österreich auch nur ein einziges Mittelalterfest zu finden, wo man vielleicht sogar am Eingang eine Art Gewand für wenig Geld anmieten kann, um tatsächlich im Mittelalter zu sein, wird von Fest zu Fest eine aufs Maul bekommen - im historischen Sinne. 
Wenn ich in Verkaufsständen eben NICHT die soooo hochgelobten feinen Anziehsachen erstehen kann, sondern eben irgendein Carbone-DingsDa, verwundert es nicht, Kunden in eben in diesen feilgebotenen Dingen zu sehen.
Manch einer kann gut kochen, ein anderer kann noch besser mit Metall, doch von einem jeden Menschen auf einem Mittelalterfest zu verlangen, plötzlich das supertolle Schneiderlein-, oder der grosse Zampano auf dem Amboss zu sein, ist doch eine Frechheit sondergleichen.
Weil jener runterhüpft, müssen es ihm alle gleich tun, oder was? Es gibt eben Menschen mit zwei linken Händen, welche aber jede Nacht von einem geilen Gewande träumen nur eben zu blöd für Zwirn und Nadel sind.
Wo sind Workshops von diversen Museen initiiert, wo sind die so tollen und gar so gescheiten Dumpfbacken, die mit Lupe und chemischer Analyse dein Gewand begutachten, wo sind nur die tollen Profis?
Ja wo seid ihr nur?
Dann macht eben ein Fest, welches sich tatsächlich im Mittelalter befindet, wo man am Eingang sich umziehen-, und sein Handy und seine Uhr da lassen MUSS. Wo das Essen und Trinken tatsächlich dieser grossen Zeitepoche entspricht und wo die Darsteller in der Schank zumindest hin und wieder mal wenigstens grantig sind und nicht jeglicher Lebensfunke in deren Augen bereits erloschen ist.
Ich will Pferde mit Geschirr sehen, ich will das Frühmittelalter erleben und nicht NUR diese depperten fettbäuchigen Landsknechte.
ICH WILL DAS MITTELALTER ERLEBEN!!!!!

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer finden diesen Kommentar gut. | 3 Benutzer verstehen diesen Kommentar nicht.

79. Kommentar von Phenolobus am 18.05.2011 um 22:21

Einfach zum Nachdenken
Warum organisiert jemand einen MA-Markt? Warum bietet ein Händler dort seine Waren feil? Warum spielen dort sogenannte MA-Musiker? Warum haust dort jemand 2 Nächte im Zelt?

Um einem unwissenden Publikum die wissenschaftlich anerkannte Wahrheit über den Gewandungsstil von 1430 zu vermitteln? Um dem Besucher die Schmiedekunst mit Materialien und Werkzeugen aus dem 14. Jhdt näher zu bringen?

Oder um dort ein paar Euro zu verdienen? Oder sich ein paar Bier einzuwerfen, um dem vielleicht triesten Arbeitsalltag zu entfliehen?

Und wenn plötzlich Starwars-Märkte der Renner wären, würden dann nicht alle mit dem Laserschwert und einem Darth-Helm herumlaufen? Und sich ein Marktstandler statt einem Barett einen Stormtrooper Helm auf den Kopf stülpen? Und statt Ritter-Würsteln Jedi-Burger verkaufen? Bogenschießen lässt sich auch im Ewok-Kostüm statt mit einem Robin-Hood-Hütchen am Kopf.

Ist doch letzlich alles Business. MA-Märkte sind Kommerz, waren es immer schon und werden es immer bleiben. Und wenn für die Besucher das Ritter-Szenario ausgelutscht ist, gibt es ja zum Glück noch andere Genres, mit denen sich ein paar Besucher samt ihren Euros anlocken lassen.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


80. Kommentar von Widerling am 21.05.2011 um 14:25

Mittelalterfest vs. Museumsveranstaltung
Schön gesagt, Phenolobus!

Ich stimme vollinhaltlich zu, dass MA-Feste Kommerzveranstaltungen sind. Den meisten Leuten ist es sowas von wurscht, ob die Ritter und Gaukler aus dem Museum kommen oder aus Hollywood, die wollen unterhalten werden.

Unsere Aufgabe als Darsteller auf Märkten ist es, die Leute zu unterhalten. Dass dies für viele ein Hobby ist, macht es nicht weniger zu einem Job.

Die historische Qualität der Darstellungen die man auf einem Mittelaltermarkt findet hat nur wenig mit deren Unterhaltungswert zu tun. Wenn beides verbunden werden kann, ist das ein Idealfall. Aber die wenigsten Marktbesucher gehen auf ein Mittelalterfest um etwas zu lernen - sie wollen unterhalten werden und etwas abwechselndes zum Alltag erleben.

klingt komisch, ist aber so

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
2 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

81. Kommentar von Florian Machl (Administrator) am 22.05.2011 um 11:01

Standard-Argumentation
Diese Standard-Argumentation im Sinne "die Leute wollen es so" oder "die Leute wollen es nicht anders" begleitet uns übrigens auch schon seit Jahrzehnten beim ORF. Der einen gesetzlich vorgeschriebenen Bildungsauftrag hätte. Deshalb haben wir dort Telenovelas, Talkshows, jeden Vormittag aktive Kinderverblödung, Dancing Stars und amerikanische Serien. Deshalb ist das Programm, das wir von Gesetz wegen am ORF sehen sollten, bei Red Bull Mateschitz' "Servus TV", der es aus Idealismus heraus anbietet. Vorgestern beispielsweise ein aufwändiger Bericht über Instrumentenbauer: Schwegelpfeife und Drehleier. Ich würde wetten, dass höchstens 10% der Zuseher im Vorfeld gesagt hätten: ja, produzierts das, das will ich sehen. Ich würde auch wetten, dass jeder Zuschauer der sich die Produktion schlussendlich angesehen hat, sei es durch Zappen oder gezielt, am Ende sagte: "Donnerwetter, das war interessant! Hätte ich nie gedacht."

Die Frage sei erlaubt, ob es wirklich "die Leute" sind, die es nicht anders wollen, oder ob es das Angebot ist, das es sich selbst sehr leicht und billig macht. Gänzlich ohne Anspruch zu arbeiten kostet eben weniger, der Gewinn ist größer - aber ob das auch nur im Entferntesten damit zu tun hat, was "die Leute wollen" sei dahingestellt. Ich kenne dazu keine wissenschaftlichen Untersuchungen und sage aus dem Bauchgefühl heraus: Nein, sie wollen das nicht. Weil anspruchslose Unterhaltung haben sie auch auf jedem Alkoholiker-Zeltfest. Sie suchen sehr wohl mehr (was jeder weiß, der mit Schaulager oder Handwerk aktiv ist und rund um die Uhr den Erklär-Bär macht). Es wird den Besuchern aus Bequemlichkeit und finanziellen Überlegungen aber nicht überall geboten.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.
3 Benutzer finden diesen Kommentar gut.

82. Kommentar von Einrun am 26.05.2011 um 18:35

Echtes Interesse der Besucher leider viel zu selten
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass meine Truppe und ich nicht auf ganz soooo vielen Mittelalterfesten lagern oder ob es an den Festen selbst liegt (wobei das keine Kritik an den Veranstaltern ist, weil es wirklich nette, gemütliche Feste mit schönem Hintergrund sind). Aber meine persönlichen Erwartungen, die ich anfangs hinsichtlich echtem Interesse der Besucher hatte, wurden bei weitem nicht erfüllt - leider.

"Intelligente" Fragen - also nicht "ist das Feuer echt?" - oder den Willen zuzuhören, anstatt einfach dumpf quer durch unser Lager zu stapfen und zu meinen, man wisse eh alles, wenn man sich nur alles selbst ansieht (und dabei fast einen Trampelpfad hinterläßt), habe ich - im Vergleich mit meinen Erwartungen - viel zu selten erlebt.
Insofern frage auch ich mich ernsthaft, was die Besucher tatsächlich wollen. Ich glaube oder fürchte nämlich auch, dass die wenigsten Besucher auf Feste kommen, um daraus etwas zu lernen.

Ganz im Gegenteil: wenn ich daran denke, wie oft ich mittlerweile aufgrund meiner echten (no na ned) Felle um meine Schultern herum angepöbelt wurde und wie oft ich mich darüber geärgert habe, wenn ich auf meinen Hinweis, dass es im Mittelalter eben keine Webfelle oder Synthetik gegeben hat, auch noch höre "aber wir sind jetzt nicht im Mittelalter" - dann packt mich ehrlich die Wut. Diese vielfache Reaktion zeigt mir aber auch, dass viele Leute eben nicht zum Lernen kommen, sondern um Unterhaltung zu konsumieren. Und zwar nicht Unterhaltung im gediegenen historischen Sinn, sondern eben nach ihren eigenen Vorstellungen. Und die haben halt oft mit den Vorstellungen von Darstellern, die sich gerne mit dem Mittelalter beschäftigen und das auch gerne weitergeben, wenig gemein.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


83. Kommentar von Firiel am 26.05.2011 um 19:02

Besucherinteresse
Kann ich so nicht bestätigen dass kein Interesse von Besuchern da wäre... komm tw. wenn ich nur handarbeite ohne am Fest  auch nur darzustellen schon vor lauter Fragen kaum zum Handarbeiten selbst...
Wohl alles eine Frage der Präsentation und des einladenden Lagers wo man auch was sieht und evtl. auch selbst mal ausprobieren darf?
Klar, nur weil eine Gewandung mit Pelz verziert ist wird niemand groß fragen, das kennt der Besucher ja eh von Omas Pelzmantel auch ^^
 

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


84. Kommentar von Einrun am 26.05.2011 um 22:29

Offene Gruppe, offenes Lager
Wir sind eine der Gruppen, die keine Absperrungen verwendet, um interessierten Besuchern den Kontakt zu erleichtern. Dazu kommt, dass sich immer mindestens zwei Leute vor dem Lager aufhalten und als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung stehen. Es stimmt schon, dass wir im Schaulager meist nur wenig Handwerk betreiben (unsere Männer machen gelegentlich Lederarbeiten, ich nähe wenn Zeit ist) und es könnte ruhig mehr sein. Aber die Kontakt- und Fragemöglichkeit ist direkt vorhanden.
Wir bieten Kinderprogramm, d.h. viele kleine Gäste kommen mit ihren Eltern. Manche fragen und zeigen sich interessiert - aber meines Erachtens nach viel zu wenige. Und das finde ich schade.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


85. Kommentar von ilfur am 27.05.2011 um 11:33

Wie authentisch darfs denn sein?
Nunja, wenn man es so genau nähme wie der Autor des Artikels dürften auf Mittelalterlichen Märkten keine gewandeten Besucher zugelassen werden (mangels Kontrollmöglichkeit auf Authentizität beim Einlass), jedenfalls keine irgendwie gearteten Römer (wie im Foto gezeigt und lobend erwähnt), Kelten, Germanen und Wikinger oder Renaissance-Schotten und so weiter. Schade, denn von der Vielfalt und eben der Diskussionswürdigkeit mancher Aufmachungen und vor allem dem Interesse und (gemäßgten, nicht in Saufgelage ausufernden) Spaß daran leben doch solche Märkte, oder nicht? Alles andere Gehört ins Museum oder aufs Museumsgelände, finde ich.

Übrigens mindestens ebenso diskussionswürdig und interessant finde ich eben die Gestalten, die etwas darstellen, was eben nicht eindeutig historisch belegt ist. Um zum Beispiel herauszufinden, wie etwas gewesen sein KÖNNTE. Das ist auch eine der Sinnhaftigkeiten von Re-enactment; man lebt etwas nach, probiert es aus und kann es dann zur Not verwerfen. Das wird besonders gerne in Gruppen praktiziert, die genau das nachvollziehen möchten, was eben nicht zu 100% belegt ist. Klar sind das meist Dinge und Themen, die weit vor der Mittelalter-Epoche liegen. Aber warum nicht?
Und wenn es keine überlieferte Bezeichnung für bestimmte Personen und Dinge gibt, warum nennt man sie nicht bei einem Namen, der heutzutage geläufig ist - wie zum Beispiel Hexen oder Druiden ?

Ich hoffe, ich habe da nichts allzu sehr missverstanden und freue mich über interessante, vor allem konstruktive Diskussionen

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


86. Kommentar von Firiel am 28.05.2011 um 13:42

Begriffsdefinition "Reenactment"
zu deinem Römerkommentar: das Bild stammt aus Langenzersdorf, sprich hat den Schwerpunkt "Erlebbare Geschichte" nicht rein Mittelalter, daher auch Römer. Und besagte Antikendarsteller arbeiten auf einem sehr guten Niveau und es könnten sich noch so einige in Punkto Recherche ein Scheibchen von ihnen abschneiden!

Und Reenactment ist nicht gleich Living History oder gleich Experimentielle Archäologie. Diese drei Begriffe haben zwar Wurzeln, die zwangsläufig ineinandergreifen und ohne die man wohl gerade je früher die Darstellung angesiedelt ist, wenig machen könnte - sind aber per definitionem doch wieder was ganz anderes. Die wenigsten österreichischen Gruppen betreiben Reenactment, sondern nur Living History. Ein Reenactment-Event wo man wirklich von Reenactment im entsprechenden Sinne reden kann, wäre z.b. die Landshuter Hochzeit, Hastings, Waterloo...

Und bei keinem der drei Begriffe hat eine Darstellung mit Hauptaugenmerk "es könnte ja sein" irgendwie etwas zu suchen. Natürlich kann man nach intensiver, tiefgründiger Recherche durch Überlegungen zu z.b. Handelsbeziehungen, bzw. praktischen Versuchen mit einer Zielsetzung im Vorfeld etc. Hypothesen aufstellen - aber diese beliebte "Könnte-Sein-Ich-war-in-Jerusalem-auf-Kreuzzug/Pilgerfahrt"-Hypothese schmerzt da z.b. schon sehr ;) Eine Hypothese sollte auch einer gewissen Logik und Realität entsprechen, sprich wissenschaftliche Züge haben, nicht nur ein Hirngespinst, dass der Bequemlichkeit des Darstellers entgegenkommt.

Zitat
"Nunja, wenn man es so genau nähme wie der Autor des Artikels dürften auf Mittelalterlichen Märkten keine gewandeten Besucher zugelassen werden"

Ich verstehe den Artikel eher so, dass sich die Anmerkung des Autors zum Thema "A" weniger auf die 0815-Gelegenheits-Gewandungs-Besucher bezieht (wobei man das Einlassthema gut lösen könnte, wenn man entsprechend Leute an der Kassa einsetzt die von dem Thema wirklich eine gewisse Ahnung haben bzw. Pannesamt von Wollstoff unterscheiden können ^^) sondern eher auf solche Besucher/Darsteller die sich als "Wissende" Darsteller aufspielen, obwohl jeder, der das Thema Kostüm- & Rüstungskunde eingehend recherchiert nur innerlich aufheulen könnte, wenn er dem Darsteller angesichtig wird bzw. kurz mithört was er so verlautbart dem Besucher gegenüber.
Und z.b. in D auf einer Museums-VA oder Burgbelebung ist es im Regelfall schon lange Usus dass nur die Darsteller gewandet vor Ort sind.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.



Du erhältst derzeit keine E-Mail-Benachrichtigung, wenn
neue Kommentare zu diesem Artikel verfasst werden. Ändern.