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(C) Florian Machl
"Wer unabhängig ist, darf nicht Partei ergreifen", haben wir schon öfters gehört. Warum wir das für einen Irrtum halten, beschreibt nebenstehender Artikel.

Das Wort "unabhängig" in unserem Motto
Eine Erklärung in eigener Sache
28. 9. 2009 - 19:00
Florian Machl


Das Wort "unabhängig" im Untertitel von Huscarl verwirrte schon so manchen. Deshalb ist diesem Wort zur Erklärung das nachfolgende Editorial gewidmet. Unabhängig nennen sich im übrigen so gut wie alle österreichischen Tageszeitungen und Magazine. Ein wesentlicher Unterschied besteht allerdings zu unserer Auffassung der Interpretation: die finanzielle Unabhängigkeit steht über allem.

Oftmals werden wir gefragt, wie es sich denn mit der Unabhängigkeit vereinbaren ließe, dass in Huscarl immer wieder kritische Artikel zu lesen sind. Artikel, in denen ganz klar für eine Position Stellung genommen wird. Es ist mir als Herausgeber wichtig, wenn es die Sache verlangt, fallweise auch Stellung zu beziehen. Dies geschieht im Rahmen unseres Mediums dann, wenn eine Gefährdung oder Beeinträchtigung der Interessen der Öffentlichkeit vorliegt. Diese Gefährdung kann finanzieller oder auch körperlicher Natur sein. Journalismus trägt, wie Wikipedia sehr richtig schreibt, zur Meinungsbildung bei. Er wird zu Recht als vierte Gewalt im Staat bezeichnet. Damit wird dem Journalisten die Bürde der Verantwortung auferlegt, sauber zu recherchieren und ehrlich zu berichten. Dazu ist er auch gesetzlich verpflichtet, da er sich sonst im strafbaren Bereich der üblen Nachrede wiederfindet.

Hunde die bellen...

In etwa so oft, wie wir uns zu einem kritischen Bericht hinreißen lassen, werden wir meist auch lautstark oder hinter den Kulissen als Lügner bezeichnet oder mit Klagen bedroht. Den Gang vors Gericht hat allerdings noch niemand beschritten, was sehr wahrscheinlich daran liegt, dass die Herrschaften, die bei der Berichterstattung eher weniger gut wegkommen, sehr genau wissen, was sie nachweislich getan haben und ihre juristischen Erfolgschancen deshalb gegen Null gehen. Das stört manche davon freilich nicht, es hintenrum durch das Verbreiten von Gerüchten oder Geschichten zu versuchen.

Kleine Märchenstunde

Die unterhaltsamsten Märchen über unsere Redaktionstätigkeit möchte ich hier zusammenfassen. Das erspart es in Zukunft hitzköpfigen Veranstaltern oder anderen Unternehmern auch gleich, diese selbst zu äußern. Punkt eins ist, wir würden uns an Werbeklicks und Bannerwerbung bereichern und gegen Veranstalter vorgehen, die bei uns keine Werbung schalten. Das ist natürlich großer Schwachsinn: Unsere Preise wurden absichtlich so niedrig gewählt, dass keine Abhängigkeit von Werbekunden entsteht. Sie sollten für alle leistbar sein, auch für Einsteiger in die Mittelalterszene.

Die Klicks auf Amazon und Google Werbungen haben seit Beginn unserer Geschäftstätigkeit einen Gesamtumsatz von 200 Euro erbracht. Mit ein Grund für diese Summe jenseits der Wahrnehmbarkeitsschwelle ist, dass wir diese Werbungen sehr versteckt positionieren. Demgegenüber räumen wir den szeneinternen Inseraten viel größeres Gewicht ein. Unser tatsächlicher jährliche Verlust in messbaren Werten ist eine fünfstellige Summe, in die rein hypothetische Personalkosten wie die Summe aller Arbeitszeiten nicht einbezogen wurden.

Am Ende sei alles "persönlich"

Wir würden "schlecht" über Personen und Firmen schreiben, weil wir in einem direkten Konkurrenzverhältnis stünden. Diese Aussage müssen wir wohl nicht extra kommentieren, denn ein Mitbewerber wäre uns mit Ausnahme des Printmediums Karfunkel noch nicht aufgefallen. Mit diesem haben wir übrigens weder ein gutes noch schlechtes, sondern schlichtweg gar kein Verhältnis, weil sich noch keine Berührungspunkte ergeben haben.

Es sei der Neid, der uns antreibt. Ebenso eine eher absurde Aussage, denn auf die Machenschaften mancher Firmen ist sicherlich niemand neidisch. Eher sind Personen enttäuscht und wütend, die dementsprechend geprellt wurden.

Wenn nun alle Scheinargumente ausgegangen sind, redet man sich auf persönliche Differenzen aus. Antipathien wären es, die Redakteure würden jemanden nicht mögen und deshalb negativ berichten. Wie sinnvoll dieser Vorwurf ist, überlassen wir besser unseren mündigen Lesern, die sicher festgestellt haben, dass wir ausnahmslos in jedem Artikel - egal über wen - positive und negative Punkte konstruktiv herausarbeiten. Das ist Teil unserer Vorgaben zur Erstellung eines Artikels.

Jeder Stimme Gehör verleihen

Huscarl ist auch dazu da, um den "kleinen Leuten" eine Stimme zu geben, hinter denen keine große Lobby steckt. Wir hören, was jeder einzelne Leser zu sagen hat, egal ob er es uns auf Märkten, per E-Mail oder "Speakers-Corner" mitteilt. Freilich überprüfen wir jede dieser Aussagen. Nur, wenn sie beweisbar sind, können wir sie auch veröffentlichen. Dabei fällt uns oft sehr schnell auf, wenn wir instrumentalisiert werden sollen, um egoistischen Zielen zu dienen.

So hat uns ein bekannter Zinnhändler gebeten, seine Konkurrenz zu diskreditieren, weil diese angeblich hauptsächlich Blei statt Zinn in ihren Produkten verwenden würde und somit die Kunden aufgrund der Giftigkeit gefährdet. Auf unsere Bitte hin, doch ein Untersuchungsergebnis vorzulegen, das diesen Vorwurf untermauert, blieb man uns allerdings die Antwort schuldig, weshalb wir eine Berichterstattung ablehnen mussten.

Unbestechlich unabhängig

Faktum ist, dass wir uns auch weiterhin nicht einschüchtern lassen werden. Und dies ist als Erklärung dafür zu sehen, wie wir die Bedeutung von "unabhängig" verstehen. Wir sind weder durch Zahlungen zu beeinflussen, noch durch juristische Drohungen mundtot machen. Wir sind von niemandem abhängig, weder finanziell, noch sonst irgendwie. Das bietet uns die Möglichkeit, frei und korrekt im Sinne der Öffentlichkeit zu berichten. Unabhängigkeit sollte nicht mit Neutralität verwechselt werden, denn Neutralität bedeutet im weitesten Sinne auch "Nichtstun". Wer etwas betrachtet, nimmt immer eine Position ein. In den meisten Fällen seine eigene.

Die Sache gestaltet sich nach wie vor ganz einfach: Wer mit guten Dingen auffällt, wird im Rahmen von Huscarl darüber lesen, wie positiv seine Arbeit wahrgenommen wurde. Wer lügt, betrügt oder sich der Arbeit anderer bereichert, wird sich auch in Zukunft sehr genau auf die Finger sehen lassen müssen. Wir verstehen uns durchaus auch als Schutzinstanz der Interessen der Mittelalterszene - und dies in alle Richtungen.

In diesem Sinne, bleibt uns gewogen.
Spannende, lehrreiche und unterhaltsame Lektüre wünscht
Florian Machl
Chefredakteur und Herausgeber



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1. Kommentar von Askur am 02.10.2009 um 08:41

Finde ich gut ...
dass ihr genau definiert was ihr mit unabhängig meint :)

Eure Artikel sind immer sehr interessant und ich hatte nie das Gefühl dass ihr jemanden absichtlich schlecht macht.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.


2. Kommentar von josef am 12.10.2009 um 20:24

Klarer Standpunkt...
sehr gute Idee dies auch in dieser Art öffentlich kundzutun.

Finde ich gut. Ich kann dir nicht folgen / verstehe dein Kommentar nicht. Dem Verfasser dieses Kommentars eine private Nachricht schicken. Community-Funktionen sind nur für angemeldete Benutzer verfügbar.



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