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Bildquelle: Unipress, Unibe.ch
Mit dem Kopf gegen die Wand, eine Redewendung die es schon im Mittelalter gab. Muss es "weh tun", damit bewiesen ist, dass eine Veranstaltung ernst, seriös und kulturell wertvoll war? Gibt es Lachverbot, wenn historischer Authentizismus an der Tagesordnung steht?

Darf Bildung Spaß machen?
Veranstalter und ihre Feste zwischen Selbstwahrnehmung und Besuchermeinung
21. 2. 2009 - 21:00
Florian Machl

Immer wieder gibt es Diskussionen über die Unterschiede zwischen Bildung und Kommerz, zwischen historischer Authentizität und verfälschendem Geschichtsbild. In einer Jahreszeit, wo Veranstaltungen, deren inhaltliche Ausrichtung und deren Besetzung in der letzten Planungsphase stecken, soll dieses Thema in Form eines Editorials aufgegriffen werden. Denn eines ist sicher - auf eine Lagerbildung mit verhärteten Fronten zwischen "strengen Authentikern" und "Familienfestveranstaltern" hat das Publikum auch im Jahr 2009 nicht gewartet. Mit dem nachfolgenden Artikel möchte der Autor verschiedene Elemente der Problematik kritisch ansprechen um der Diskussion neue Impulse zu geben. Eine Diskussion, in der selbstverständlich alle Meinungen zugelassen sind.

Erinnern wir uns an unsere Jugendzeiten, soferne wir ihnen schon entwachsen sein mögen. Die Schulzeit. Unsere Lehrer. Welche Gegenstände haben uns besonders interessiert, wo haben wir freiwillig gelernt? Wann haben wir über das im Unterricht Verlangte hinaus noch weitere Bücher gewälzt und Fragen gestellt? Das waren doch selten die Lehrveranstaltungen, in denen gestrenge alte Oberlehrer autoritär befahlen, was wir zu tun hatten. Meist waren es Lehrkräfte, die wussten, wie man mit Menschen umgeht. Pädagogen, die Begeisterung entfachen konnten und ihren Lehrstoff mit auflockernden Geschichten und Anekdoten bereicherten. Ich selbst entdeckte beispielsweise erst an der Universität Spaß an der Mathematik, als der Vortragende schon in der ersten Vorlesung begann, Geschichten zu erzählen. Von der Zahl Null, die eine Zeit lang von der Kirche verboten worden war. So ergab sich, dass mich auch der Rest seines Vortrages interessierte. Neben dem oft schwierigen Lehrstoff blieb auch immer wieder Raum für ein Schmunzeln über einen Scherz oder eine Anekdote des alten Professors.

Schulische Desillusionierung

Geschichte ist in der Ausbildung selten ein Fach, das Freude bereitet. Bedauerlicherweise wird es nur zu oft ohne didaktische Feinfühligkeit vermittelt. Desillusioniertes Lehrpersonal beharrt mit pragmatisierter Emotionslosigkeit auf dem Lehrplan, von dem um keinen Punkt und kein Komma abzuweichen ist. Lehren um des Lehrens willen, nicht um Verständnis oder Interesse zu erwecken. Der Zeigefinger des Pädagogen wackelt und droht, der Schüler oder Student entwickelt Widerwillen oder Desinteresse.

Giftiger Spaß

In diesen Beispielen, die auf den ersten Blick vielleicht wenig mit Veranstaltungen zu tun haben, ist sehr viel von dem Problem enthalten, das innerhalb von Veranstalterkreisen und auch deren Auftraggeber brodelt. "Darf Bildung Spaß machen?" scheint die zentrale Frage zu sein. Darf auf einer Bildungsveranstaltung auch gesungen, getanzt und getrunken werden? Ist ein historisches Fest denn auch automatisch eine Bildungsveranstaltung?

Abschreckung schon im Vorfeld?

In meiner höchstpersönlichen Beobachtung und Erfahrung kann ich diese Frage nur so beantworten: Ja. Es darf nicht nur gesungen, getanzt, getrunken und gelacht werden, es muss sogar so sein! Weil - wie es jüngst Torxes von Freygeyst formulierte - wo ist sonst das "Fest"? Wohin kommen Besucher denn freiwillig und mit Vorfreude? Auf eine Bildungsveranstaltung mit einem dementsprechend ernsten Titel - oder auf ein Spektakulum, ein Schauturnier, eine Feier?

Welche Kategorie Veranstaltung ist eher dazu geeignet, ganze Familien anzusprechen? Die Aufmerksamkeitsspanne von jeder einzelnen Person ist sehr unterschiedlich, insbesondere die der Kinder - hier ist Abwechslung gefragt. Will man in manchen erwachsenen Begleitpersonen schon im Vorhinein anerlernte Widerstände gegen Bildung reaktivieren? Oder wäre es vielleicht ein gelungenerer Lockruf, zu sagen: Bei uns gibt es von allem und für alle etwas: Musikanten, Gaukler, Feuerspucker, Tavernen ... und Bildung.

Inhaltliche Verantwortung

Bei all dem darf man auch einen weiteren Punkt nicht außer acht lassen: Den Stolz der Bevölkerung. Viele Menschen entdecken bei einer historischen Veranstaltung ihren Stolz auf die Errungenschaften der Vorväter wenn ihnen diese geeignet und unaufdringlich präsentiert werden. Hier setzt die inhaltliche Verantwortung eines Veranstalters ein, sofern aus der Bewerbung und dem Titel in irgendeiner Form hervorgeht, dass es sich um historische Tatsachen handelt, die vermittelt werden. Der Besucher kann meist nicht zwischen Faschingsritter im Karnevalskostüm und einer historisch perfekt ausgestatteten Darstellung unterscheiden. Vermutlich tendiert er sogar eher dazu, Fantasy als historisch zu betrachten, da dieses Geschichtsbild durch Film- und Fernsehen geprägt wurde. Eine Veranstaltungs-Mogelpackung bringt die Bemühungen all derjenigen in Verruf, die sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt haben und ist ausnahmslos abzulehnen.

Genug Platz für alle

In der österreichischen Veranstaltungslandschaft ist derzeit sicherlich Platz für alle da. Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Markt mehr und mehr übersättigt ist, gibt es hierzulande noch große Teile der Bevölkerung, die noch nicht einmal von einem Mittelalterfest gehört haben, geschweige denn von einer Vielfalt an Vereinen, die sich mit der mittelalterlichen Geschichte auseinandersetzen. Ungeeignet erscheint mir, anderen ihren Platz zu neiden oder abzusprechen. Wenn Aussagen in die Richtung führen, nur die wahren Authentiker hätten eine Existenzberechtigung und alle anderen wären schlechter, dann wird das als arrogant und hochnäsig empfunden und nutzt im Endeffekt niemandem. Aber auch die ebenso bereits gehörte Meinung, nur Fantasy wäre das einzig Wahre, der Rest wäre überholt und interessiert sowieso niemanden, erscheint einseitig und kurzsichtig. Faktum ist, dass niemand von heute auf morgen zu einhundert Prozent authentisch auftreten kann. Wer das verlangt, steht am Ende alleine da. Beharrt man auf der "alles ist Fantasy"-Schiene, geht jeglicher Bildungsaspekt verloren.

Bildung durch die Hintertüre

Der selbstgewählte Bildungsauftrag braucht keinen mahnenden Zeigefinger. Der Bildungseffekt kann sich durch die Hintertür einschleichen. Es ist nicht nötig, das Publikum zu entmündigen und ihm vorzuschreiben, wann es sich mit Bildung auseinanderzusetzen hat. Ein interessiertes Publikum - und ein solches sahen wir auf vielen Veranstaltungen - wählt die Zeiten und die Mengen ihres Bildungskonsums selbst. Die Menschen genießen aber auch daneben, in den wohlverdienten Pausen, das Angebot an Spaß und Unterhaltung. Historische Festveranstaltungen haben den einmaligen Vorteil, mehr bieten zu können - Wissenschaft, Kultur und Unterhaltung. Sich in diesem Bereich nur auf Einzelbereiche zu beschränken, kann dazu führen, dass eine Veranstaltung als Themenverfehlung wahrgenommen wird.

Die Latte realistisch legen

Angenommen, ein Veranstalter beharrt darauf, dass es auf seinem Fest nur Authentisches gibt. Dass alles am aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung basiert, was da gezeigt wird. Wie hoch legt er sich die Latte damit? Von rechtlichen Vorgaben an Sicherheit und Gastronomie einmal abgesehen, die ein solches Unterfangen sowieso unmöglich machen, ergeben sich auch eine Vielzahl logischer Überlegungen, die eine hundertprozentige Korrektheit einer Darstellung als unerreichbar erscheinen lassen. Allerdings könnte sich die Vorgabe dieser Korrektheit schnell zum sprichwörtlichen Schuss ins eigene Knie wandeln. Denn die Besucher und Insider sehen bei solchen Angaben meist viel genauer hin und prüfen die Behauptungen auf einen Wahrheitsgehalt, der nicht erreicht werden kann. Dies kann am Ende negativ auf den Veranstalter zurückfallen. Wäre es da nicht generell besser, man ließe solch strenge Vorgaben weg? Fantasy und Annäherungen können sehr gut auf der selben Veranstaltung neben historisch aufwändig recherchierten Bereichen existieren. Die Frage ist, ob die Teilbereiche richtig "etikettiert" werden.

Wissensvermittlung ohne Staubschicht

Moderne Wissensvermittlung geschieht nicht mehr in kilometerlangen Bibliothekshallen mit staubbedeckten, jahrhundertealten Büchern. Wer authentisches Geschichtswissen vermitteln will, muß sich am Pulsschlag der heutigen Zeit orientieren. Akademische Kreise mögen sich über die Qualität von TV-Sendungen wie Galileo oder Welt der Wunder das Maul zerreissen, doch sie bieten einen an moderne Denken angepassten Einstieg in die Thematik. Wo sich die einen nur berieseln lassen, bekommen andere Lust auf mehr und beginnen selbständig nachzuforschen. Gäbe es solche seichten Formate nicht, wäre der Einstieg ungleich schwieriger. Dasselbe Konzept erscheint mir bei Veranstaltungen angebracht zu sein, wenn seitens des Auftraggebers sowohl der Festgedanke als auch der historische Hintergrund gewünscht sind.

Besuchermassen behutsam begeistern

Die Masse an Besuchern kommt auf ein Fest, weil sie sich Entspannung und Erholung vom anstrengenden Arbeitsalltag erhofft. Auf vielen Events können sie diese Entspannung finden und darüber hinaus etwas mitnehmen, was sie wohl oft selbst verwundert: Ein Stück Wissen über die eigene Geschichte, ein Stück Bildung. In einem Rahmen präsentiert, der am besten dazu geeignet war, um dieses Wissen auch zu festigen. Und darüber hinaus Lust auf mehr zu machen, selbst aktiv zu werden oder zumindest weitere Feste dieser Art zu besuchen. Weil es auch Spaß machen durfte.

Florian Machl
Chefredakteur Huscarl.at

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1. Kommentar von (geloeschter Benutzer) am 25.02.2009 um 09:27

Eine Lagerbildung
wird es geben oder auch nicht; daran wird dieses Editorial und auch alle vielleicht folgenden Aufrufe nichts ändern. Genau genommen glaube ich, dass sich diese Lager bereits etabliert haben, und finde es auch nicht zwangsweise schlecht. Es hilft dem Einzelnen und auch Gruppen, sich zu orientieren. Schwierig wird es ja erst, wenn es Krieg an den Lagerfronten gibt, und davon sehe ich bislang keine Spur. Die teilweise auch hitziger geführten Diskussionen sind ja nur das Ergebnis unterschiedlicher Prioritäten, die von Einzelpersonen gesetzt werden; hat also mit Lagerbildung überhaupt nichts zu tun und ist auch nicht verwerflich. Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, ist es sogar um Welten besser, als in Deutschland; weil sich noch etwas bewegt.

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2. Kommentar von Kai von Eggenburg am 25.02.2009 um 13:09

Ich werd...
...in meinem Geschichteunterricht natürlich alles richtig machen! ;o)

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3. Kommentar von Umbra am 25.02.2009 um 15:09

Dort lasse dich nieder wo gelacht und gesungen wird!
Dieses Thema ist genau so alt wie die "Szene" selbst!
Denke mal man sollte sich nicht in ein vorgefertigtes Schema pressen lassen, wird ja dann langweilig.
Stellt euch vor überall top ausgerüstete, berittene, Zahnlückenbehaftete, analphabetische Reenactors...mpf.
Im Gegensatz dazu Promillogromis. Der Unterschied macht es aus! Nur was sich reibt, erwärmt sich und erzeugt Energie. Energie, um immer noch einen drauf zu legen.
Wir Hirschensteiner sehen das eher von der lockeren Seite. So gut ausgestattet wie es aus eigener handwerklichen Fertigung eben geht, und was der Geldbeutel her gibt. Angeeignetes Wissen was die Synapsen hergeben,fertig! Der "Rest" ist Spass, und um diesen geht es doch, ist ja unser Hobby und soll uns ein wenig vom Alltagsstress ablenken.
Jede Art sich darzustellen hat ihre Berechtigung, die Guten entwickeln sich weiter, die Schlechten verschwinden eh von selber.
Was nun das Lachen angeht......immer wo es geht! Lachen hält Körper und Seele gesund, schaft Freundschaften. Wie heißt es auch: Lachen und singen, lässt Herzen erklingen!

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4. Kommentar von Renatus Germanicus am 25.02.2009 um 16:18

Spass ist die Essenz
Ohne Spass an der sache wird klarerweise keiner einem Hobby nachgehen.Nur gibt es halt viele auffassungen was für einen Spass bedeutet.Auch Authentisch sein macht spass,ich persönlich bin permanent am rumblödeln,nur sehe ich in meinem tun keinen Bildungsauftrag (das ist der unterschied zu den Bösen "A"s ) außer mir persönlich gegenüber.

In Deutschland sieht die sache teilweise anders aus und wird in manchen bereichen sehr deutlich.
Da werden regelrechte Kriege geführt wenn es um korrekte Darstellungen,Spass auf Veranstaltungen oder der vermittlung von Wissen geht.Da fragt man sich dann schon wo der Spass der beteiligten hin ist wenn immer nur gemeckert wird und die Szene gespalten in verschiedenste Lager nebeneinander dahinexistiert.Die Menschen hinter dem Hobby werden dabei nicht gesehen.
Ich glaube aber der Grund dafür liegt wohl wirklich daran das dort der Markt übersettigt ist und man sich als Darsteller anscheinend nicht mehr anders behaupten kann als einen weg ins extreme einzuschlagen.

Bei uns haben wir zum Glück diese tendenzen noch nicht obwohl ich es sicher begrüßen würde wenn es mehr Authentiker geben würde können wir hier froh sein das wir uns hier nicht zerfleischen sondern noch immer freundschaftlich miteinander umgehen weil uns unser Hobby und der Spass daran verbindet.
Das sollten wir versuchen so beizubehalten.

So,meine meinung dazu
Lg

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5. Kommentar von das Schandmaul am 25.02.2009 um 19:12

Meine pultiple Persönlichkeit
Ich liebe es in meinen "A"-Klamotten (meiner "Angeber"-Gewandung) herumzulaufen. Ich brauche aber recht viel Gewandung, so dass ich eine "A"-Gewandung und viele un"A"-Gewandungen habe. Bei denen versuche ich nur auf das Aussehen zu achten. Auch beim Zubehör finde ich "A"-Teile super, gehen sich aber sehr oft (für mich) nicht aus (man beachte die Preisunterschiede zu den Derivaten).
Ich bin gerne auf den Märkten und auch auf szeneinternen Festen - mache gerne laute Dudelsack-Musik und leise historische Stücke - ich mag Kelten-, Germanen-, Wikinger- und Mittelalter-Feste.
Ich bin gerne dort, wo gelacht, gesungen und auch getrunken wird (das Essen nicht zu vergessen), andererseits interessieren mich viele Handwerkstechniken und ich bin gerne dort, wo es auch Vorträge, Handwerksvorfürungen und ähnliches gibt.

Ich bin für die Co-Existenz der verschiedenen Fraktionen, denke aber auch, dass man Schwerpunkte bei einem Fest setzen sollte, sonst gleichen sich die Feste zu sehr, für das Publikum ist die Unterhaltung und Gastronomie auf jeden Fall unverzichtbar - egal aus welchem "Lager" eine Veranstaltung kommt.

...irgendwie kann sich meine multiple Persönlichkeit für keines der Lager entscheiden...

Und aus beruflicher Sicht: Ich bin gerne dort, wo man mich auch engagieren kann, da ich meine Familie damit ernähre. Nur wenige Wochenenden im Jahr kann ich es mir leisten bei besonderen Anlässen "freizunehmen".

In diesem Jahr: Die Hochzeit von Torxes, mein Geburtstag und ein bis zwei SCA-Veranstaltungen außerhalb der Saison als "Familienurlaub".

Liebe Grüße,
Arnulf das Schandmaul

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6. Kommentar von Aibon am 25.02.2009 um 20:34

Historisch korrekt versus Fantasy
Beim Artikel von Spinning Wheel hat mir ein Absatz besonders gefallen:

Alles ist authentisch und gleichzeitig gibt es Authentizität nicht. Jede Form künstlerischen oder handwerklichen Ausdrucks ist immer vom gesellschaftlichen Kontext des hier und heute mitgeprägt. Daher kann heute nichts authentisch "alt" sein. Da das aber immer so war ist alles authentisch.

Jeder von uns legt ein gewisses Maß Authentizität und ein gewisses Maß Fantasy an den Tag. Nur das Verhältnis variiert. Das ist gut so. Jeder soll für sich bestimmen bei welchem Verhältnis Authentizität zu Fantasy er/sie am meisten Spaß hat.

Bei den Märkten schließe ich mich Arnulf an. Auf die richtige Mischung kommt es an - und Themenschwerpunkte setzen (was wäre ein Hexentreyben ohne Hexenverfolgung und Inquisition?)! Deswegen würde ich niemals einen Larper aus einem Handwerksfest ausschließen - und umgekehrt würde ich auch niemals einen Reenactor von einem LARP verweisen - um Extrembeispiele zu nennen...
Wenn man sich dabei wohl fühlt ist es ja ok ...

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7. Kommentar von Lancelot vom See am 28.02.2009 um 15:59

Bildung und Spass - ein MUSS !
Nur was man gerne und mit Spass tut, macht man gut - und genauso ist es mit dem lernen.
Hat in der Schule der Prof die Stunde mit Späßchen aufgelockert, ging man gerne in seine Stunden und es blieb - oh Wunder - auch was vom Gehörten hängen!

Daher darf bei keiner Veranstaltung Lachen, Spass und gute Laune hinten an bleiben. Und seien wir uns doch mal ehrlich - hat es denn im Mittelalter bei einem Fest keine Gaukler, Spassmacher und Artisten gegeben die die Anwesenden zum lachen gebracht haben ?
Eben - das heißt : LACHEN IST "A" !!!

Sicher ist es schwer einen  "Bildungsauftrag" in einer Zeit zu erfüllen, die von PC Games und modernen "Zaubersachen" dominiert wird aber gerade hier liegt doch für den Veranstalter die Herausvorderung !

Die Kombination von vermittelten Inhalten die Lehrcharakter haben, Aktionsreichen Programmpunkten die Freude und Wohlfühlen vermitteln - gepaart mit der großen Portion Spass an der Sache ( von Akteuren und Zusehern ) macht ein gelungenes Fest aus.

Auf jedem Fest sollte Platz für Reenactors, Larpern und Mittelalterbegeisterten im Allgemeinen sein !!

Liebe Grüße - "Lance from the Tümpel"

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8. Kommentar von Master Q am 01.03.2009 um 23:53

Weiter-Vermitteln
Floh, ich bin begeistert von deinem Artikel!
Ich bin der Meinung, daß du diesen Artikel auch an Weltliche Zeitschriften senden solltest ( Krone Leser Briefe etz. ...)
Ich muß (eigentlich wollen) allen bißherigen Schreibern Allgemein recht geben, und bin froh darüber!
Ich stelle einfach mal die Frage, wo sind die "Historischen Belege", wie ein Jäger in historischen (mittelalterlichen) Zeiten gelebt hat? Ein Bauer? Ein Streuner? Wer hat "damals" Papier verschwendet um darniederzuschreiben, wie diese gelebt UND gehandelt haben? Und wenn es jemand geschrieben hat, dann tat er dies von wenigen Einzelnen. Wer hat das Recht uns zu sagen, WAS, Wer, Wie im Mittelalter gemacht hat? Und "JA" sie haben gesoffen, Sie hatten auch Spaß! Ja sie waren Fehlerhaft, Sie waren Abscheulich, teilweise, soll mann "DAS" Verbergen um den Anschein des ehrenhaften Ritters aufrechtzuerhalten? Sollen doch die Gäste entscheiden was sie WOLLEN!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Zuschauer BEIDES geniesen, Fantasie( mit Heroischen Aspekten), wie Geschichte! Und Sehr Viele, kamen, um zu Fragen, Können Sie mir mehr erzählen? Aber Viele kamen auch einfach, -Erzähl was von Robin Hood, und mach Action!

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9. Kommentar von Sigurd am 10.03.2009 um 14:28

historischer Authentizität ohne Spaß??
Ich glaube historischer Authentizität geht nur mit Spaß. Warum soll man bei Vorführungen etc. das
Handwerk "grießgrämig" ausführen- dass lädt nicht gerade zum Dialog mit den Besuchenden ein.
Und das ist doch schön . oder?? Frauen ,Männer, Kinder  die selber oft Träume haben , ob diese Träume dann "A" sind oder nicht , dass ist doch egal.... .
Das wichtigste ist doch , sie haben Interesse am lebendigen Mittelalter und Interesse braucht Dialog, ja lebt vom Dialog.Wenn da einer sitzt und vor sich hin starrt , dann traut man sich nicht rann-man merkt wenn jemand seine Ruhe haben will. Dann ist man lieber still.....
Also ich freu mich über jedes Lager und über jede Veranstaltung , denn dafür Recherchiere ich ,
lern die alten Techniken und nähe mir meine Kleidung per Hand....nicht dafür ein A-Papst zu werden oder ein gestrenger Foren-Gott , bei dem jedes zweite Wort "Quelle" ist , sondern um Spaß zu
haben an der Darstellung und das geht mit oder ohne "A" . Ich glaube es gibt eine Lagerspaltung
zwischen den alzu strengen Reenactors (Beispiel:Handnaht)und den nicht so verbissenen
Living History-Darstellern (Beispiel:Maschinennaht)..... Viele die ich kenne , gute ,lustige und um
historischer Authentizität bemühte Darsteller haben auf gut Deutsch gesagt "die Schnauze voll"
von den gestrengen und überheblichen A-Papst gehabe...
Aber dass ist nur meine Meinung...
Wie heißt es so schon :Handnaht und trotzdem Spaß??
Sigurd von den Rusvarg

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10. Kommentar von Wiesentraut am 14.03.2009 um 14:08

Man tut natürlich, was man kann...
...aber manchmal ist das mit dem "A" einfach nicht drin.
Das kann einmal am Preis liegen, wie Arnulf schon erwähnt hat. Als Studentin etwa kann ich mir einfach kein Handgewebtes Leinen für die Gewandung leisten, und die Zeit, um alles mit der Hand zu nähen, habe ich auch nicht (um von der Fähigkeit mal gar nicht zu sprechen).
Andererseits ist es einfach manchmal schade, auf Dinge zu verzichten, die das Gesamtbild ungleich verschönern. Unser Auftritt mit Cello in Linz war zum Beispiel alles andere als "A", aber der Klang einfach viel besser... Und das Laute Gelächter, dass ich erzeugen konnte, als ich dem Cello den "A"-helm auf gesetzt habe (siehe Fotos zu Angus' Auftritt in Linz) hat mich in meiner Meinung bestärkt, dass viele Leute diese Diskussion auch schlichtweg Leid sind.
Im Endeffekt zählt doch das Ergebnis: wenn ich Besuchern damit eine interessante Erfahrung beschehren kann, dass ich ihnen die Technik des Brettchenwebens näherbringe, ist es dann wirklich wichtig, dass ich dafür authentisches Leinengarn verwende und meine Brettchen aus Horn sind, oder geht es einfach nur um die Erfahrung? Ich denke, Letzteres. Außerdem haben wir alle mal klein angefangen mit gekauften Klamotten vom Internet-Versand (bei mir ist das auch noch nicht sehr lange her), und wenn man von Anfang an schon alles hätte, wo bliebe dann die Freude, wenn man seine Sammlung um ein neues, besonders schönes und näher am Original liegendes Stück erweitern kann?
Lasst euch nicht den Spaß verderben, denn darum geht es im Endeffekt. Ich hätte mir in meiner Schulzeit gewünscht, einmal einen Mittelaltermarkt besuchen zu können anstatt sämtliche Kaiser, Päpste und Gegenpäpste auswendig zu lernen.
Danke für einen hervorragenden Artikel, Flo.
Herzliche Grüße aus Deutschland und euch allen eine wunderschöne Saison,
Wiesentraut von Castellum Pavianis

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11. Kommentar von das Schandmaul am 15.03.2009 um 02:43

Ich wollte nur anmerken:
nicht alle haben mit Klamotten vom Internetversand angefangen. Ich z.B. nicht. 1984 gab es noch kein Internet!

LG, Arnulf das Schandmaul

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12. Kommentar von Wiesentraut am 15.03.2009 um 16:31

Nimm doch...
...nicht immer alles so wörtlich, Arnulf =)
Was damit gemeint war, ist, dass noch keiner "A" vom Himmel gefallen ist.

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