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Verlag Knaur


Grummelscrat - das Rumpelstilzchen aus der Lüneburger Heide
Spannende Mischung aus Märchen und Thriller
Daniela Mühlbauer
19.01.2013 19:10

Grummelscrat ist eine Art Rumpelstilzchen. In den Mooren der Lüneburger Heide haust der Wicht seit Jahrhunderten und treibt wie sein prominenter Verwandter sein böses Spiel mit der Not armer Mädchen. Auch Susanne hat sich auf den Kuhhandel "erstgeborene Tochter gegen Gold" eingelassen. Doch als Fina geboren ist, flieht Susanne mit ihrem Kind vor dem Zwerg. Doch der Wicht spürt sie auf, schleicht sich in ihre Träume und fordert die Herausgabe des Kindes.

Verzweifelt versucht Susanne, den Grummelscrat zu betrügen. Mit dem Roma-Baby Mora wagt sich die junge Mutter ins Moor und übergibt das Kind, das sie als ihr eigenes ausgibt, dem hässlichen Wicht. Nur dumm, dass Mora ein Junge ist. Grummelscrat ist außer sich vor Wut und lässt den Knaben als seinen Diener heranwachsen. Mora lernt nichts als schwere Arbeit, Folter und Demütigungen kennen.

Susanne und ihre Tochter leben indessen ein Leben auf der Flucht. An keinem Ort der Welt können sich die beiden längere Zeit vor dem Zwerg verstecken. Früher oder später findet er sie, schickt Susanne böse Träume und erinnert sie an ihr Versprechen. Fina wächst mit einer Lüge auf: Sie glaubt, es sei ihr Vater, vor dem sie sich verstecken müssten, ein gefährlicher Stalker und Kidnapper. Als Fina 19 Jahre alt ist, hat sie die Nase voll von einem Leben auf der Flucht und haut ab.

Da sie keine Freunde hat, schlägt sie sich zunächst zu ihrer Großmutter durch. Die Frau lebt in einer alten Mühle in der Lüneburger Heide. Bei einem Waldspaziergang landet Fina plötzlich bei einem seltsamen Jungen namens Mora. Er spricht die Sprache, die die Menschen vor Jahrhunderten gesprochen haben, kleidet sich mit einem läppischen Lendenschurz und ist so devot wie ein Sklave. Nach und nach fasst er jedoch Zutrauen zu Fina, die beiden verlieben sich und dem Mädchen dämmert so langsam, dass der schöne Junge in einer Art Parallelwelt lebt, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Was Fina nicht ahnt: Mora hat einen Auftrag zu erfüllen - und sie selbst spielt dabei die Hauptrolle.

"Der geheime Name" ist ein spannender Roman, halb Märchen, halb Thriller. Mit viel Fantasie zeichnet die Autorin das Bild einer verwunschenen Märchenwelt in den Mooren der Lüneburger Heide. Die Liebesgeschichte von Fina und Mora rührt ans Herz und ist so packend, dass man das Buch an ein paar Abenden verschlingt. Die Figur des Grummelscrat beschreibt Daniela Winterfeld sehr beeindruckend: Ein übelst hässlicher ekelhafter kleiner Wicht, der über Superkräfte verfügt und nichts Gutes in seinem Herzen trägt. Als er Fina an die Wäsche will, könnte man sich schütteln vor Abscheu! So ein Widerling! Aber zum Glück gehen die meisten Märchen ja gut aus. Denn wie war das noch einmal bei den Gebrüdern Grimm: "... und sie waren glücklich bis an ihr Lebensende... "


Über die Autorin / Daten des Buchs

Daniela Winterfeld ist Jahrgang 1978 und studierte Literaturwissenschaften, Psychologie und Geschichte. Sie arbeitet in einer Literaturagentur und lebt in Berlin.

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 11. Jänner 2013
ISBN-10: 3426511274
ISBN-13: 978-3426511275
Preis: 12,99 Euro

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