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Umnachter
Gedankensplitter
21. 03. 2008 - 14:30 - Max Meßenböck

Auf den ersten Blick erscheint die CD „Gedankensplitter“ von Umnachter nicht viel mit den sonst an dieser Stelle diskutierten Produktionen zu tun zu haben. Ist man jedoch bereit sich auf die außergewöhnliche Verschmelzung von archaischen Instrumenten, Obertongesang und melancholischer Gitarrenmusik einzulassen, begibt man sich auf eine Reise in ein abenteuerliches Spannungsfeld zwischen Ruhe und loderndem rituellen Feuer.

Bildquelle: Robert Polsterer

Bildquelle: Robert Polsterer

Bildquelle: Robert Polsterer

Bildquelle: Robert Polsterer

Hinter „Umnachter“ verbirgt sich das umtriebige Multitalent Robert Polsterer, der neben diesem Soloprojekt an vielen weiteren Formationen mitwirkt, unter denen z.B. klingende Namen wie Final Aphorism und Ballycotton zu finden sind. Mit „Gedankensplitter“ beschreitet der Musiker allerdings neue und gänzlich eigenständige Wege.

Weltmusik – Folk – Akustische Gitarrenmusik

Schwer in ein Genre zu fassen zeichnet die Symbiose von akustischer Gitarrenmusik, Folk und Weltmusik-Elementen ein phantasievolles Bild, das sich nicht durch Zeit und Raum beschränken lässt. Der virtuose Obertongesang von Robert Polsterer führt dabei zu archaischen Wurzeln, ohne dabei den bitteren Beigeschmack von esoterisch-kitschiger Meditationsmusik zu hinterlassen. Vielmehr gelingt eine mühelose Einbindung dieser komplexen Gesangstechnik in die vielfältigen und gefühlvoll interpretierten Gitarrenmelodien, die sowohl modern anmutende Elemente beinhalten, bisweilen an die Lautenmusik der Renaissance erinnern aber auch traditionell Alpine Wurzeln nicht verleugnet. Daneben kommen ebenso ursprüngliche Instrumente wie Maultrommel und Didgeridoo zum Einsatz, die gekonnt eingesetzt den Charme der „Gedankensplitter“ unterstreichen.

Von Wesenheiten und nackigen Schalken

Die originellen Titel der ausnahmslos von Robert Polsterer komponierten Lieder zeichnen einerseits archaische Naturstimmungsbilder (z. B. finstergrüner Morgentau), betrachten die Welt jedoch andererseits mit einem humorvollen Augenzwinkern (z. B. Dudelsack für Arme), was in der musikalischen Umsetzung ebenso uneingeschränkte Gültigkeit besitzt. Obwohl nicht im engeren Sinne als „historisch“ zu bezeichnen, fügen die „Gedankensplitter“ einzelne historisch-archaische Komponenten zu einem neuen Ganzen zusammen und erzählen Geschichten von Sehnsucht und Hoffnung, Fabelwesen und magischen Ritualen. Dass die Technik des Obertongesangs auch in den gregorianischen Chorälen des Mittelalters Einsatz fand, sei hier nur am Rande angemerkt.

Fazit: Eine erfrischende Abwechslung – Kaufen und Träumen!


Instrumentierung

Robert Polsterer – Western- und Klassik- Gitarre, Obertongesang, Maultrommel, Didgeridoo


Inhalt

01 - Finstergrauer Morgentau
02 - Eines Fiebertraumes Zugeständnis
03 - Dudelsack für Arme
04 - Gedankensplitter
05 - Nackiger Schalk
06 - Schindluder
07 - Unkenrufe
08 - Alpenland
09 - Wesenheiten
10 - Letztes Aufbegehren
11 - OBERtoN OUTro


Kontakt

Robert Polsterer
Gurkgasse 37 / 29
1140, Wien
umnachter@gmx.at


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