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huscarl.at - Erlebbare Geschichte. Tagungsband der Abegg-Stiftung: Mode und Kleidung im Europa des späten Mittelalter

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Schwabe Verlag


Mode und Kleidung im Europa des späten Mittelalter
Mehrsprachiger Tagungsband der Abegg-Stiftung mit Vorbildfunktion.
Firiel
27.01.2012 00:05

Von 16.-18. November 2006 fand in Riggisberg im Kanton Bern eine Tagung des Historischen Instituts der Universität Bern (Abteilung für mittelalterliche Geschichte) in Zusammenarbeit mit der Abegg-Stiftung statt. Der Titel der Tagung lautete „Fashion and Clothing in Late Medieval Europe“. Die Idee zur Tagung und in weiterer Folge zum Buch entstand aus dem Bedürfnis heraus, Wissenschaftler aus Textilkunde, Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaften kennenzulernen und einander ergänzend zusammenzuführen. Das Ergebnis der interdisziplinären Zusammenarbeit ist hoffentlich erst der Beginn weiterer Gespräche.

Die Abegg-Stiftung in Riggisberg BE ist ein Forschungsinstitut und Museum für historische Textilien von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, überwiegend aus dem europäischen und dem Mittelmeerraum sowie dem Gebiet der Seidenstrasse. Daneben besitzt sie eine bedeutende Sammlung von Werken der angewandten Kunst, Malerei und Plastik. Regula Schorta, seit 2002 Direktorin der Abegg-Stiftung, gab den Tagungsband 2010 gemeinsam mit Rainer C. Schwinges, bis 2008 Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bern, heraus.

Durchgängig hochwertige Gestaltung

Recht schwer liegt das 240 Seiten starke Hardcover-Buch in prägnanter rot-grün-Optik und der abgedruckten spätmittelalterlichen Abbildung von Rogier van der Weydens „Kreuzigung Christi“ auf der Vorderseite in der Hand.
Von Anfang an stechen dem Leser neben der hochwertigen Papierqualität die ausgezeichnete Layout-Gestaltung sowie die zahlreichen, beinahe durchgängig farbigen Bilder von Funden und Gemäldeabdrucken sowie einzelner Schnittmuster und Tabellen ins Auge. Ein vielversprechender Anfang des Leseabenteuers!

Von Einzelteilen der Gewandung über
soziale Differenzierung zu symbolischen Aspekten


Das Buch teilt sich in drei große Kapitel, deren Einzelbeiträge wiederum jeweils knapp zehn Seiten umfassen:

1.Einzelne Gewandelemente:
Schuhe, Studentenkleidung, Hauben, Schnitttechnik sowie Herstellung und Vertrieb von Textilien bilden in diesem Kapitel die Schwerpunkte. Beiträge stammen hier u.a. von Dr. Jutta Zander-Seidel (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg) und vom Herausgeber des Tagungsbandes, Prof. Dr. Rainer Christoph Schwinges. Besonders sein Artikel zur studentischen Kleidung ist in diesem Kapitel eines der inhaltlichen Highlights.

2.Soziale Schichtung und ständische Differenzierung:
Neben Beiträgen zum Präsentationscharakter von Kleidung, speziell im höfischen Bereich, werden hier einige bekannte und bedeutsame mittelalterliche Fundkomplexe aus dem Blickwinkel der Gesellschaft betrachtet. Die hochherrschaftlichen Textilien aus dem Kloster Santa María la Real de Huelgas sind ebenso vertreten wie die gut erhaltenen Kleider aus dem grönländischen Herjolfnes. Auch Fragmente des 14. Jahrhunderts aus London werden behandelt.
Unter den Autoren sind auch bekannte und in ihrem jeweiligen Bereich renommierte Wissenschaftler wie PD Dr. Jan Keupp (z.B. „Die Wahl des Gewandes“) sowie Prof. Dr. Margarete Nockert oder Frances Pritchard (NESAT, Medieval Clothing and Textiles) zu finden.

3.Symbolische Aspekte von Kleidung und Mode:
Während sich die ersten zwei Kapitel noch eher auf das 14./15. Jahrhundert beschränken, geht der Trend im letzten Kapitel zunehmend Richtung 15./16. Jahrhundert. In den Beiträgen wird auf die Alltags- und Festtagskleidung von spätmittelalterlichen Nonnen sowie den Einfluss des liturgischen Kalenders auf die Kleidungswahl von Heinrich VIII. eingegangen. Weiters vertreten sind verschiedene Konzepte zur Formung der menschlichen Gestalt durch die Kleidung und das Repräsentieren von persönlichen Beziehungen durch die Wahl des Gewandes als auch der Einluss der Medici-Mode auf den europäischen Kleidungsstil.
Abschluss des Tagungsbandes bildet der Beitrag von Gil Bartholeyns über die sich verändernden wissenschaftlichen bzw. gesellschaftlichen Zugänge zur Kleidung des Mittelalters im Verlauf der Jahrhunderte.

Erforderliche Sprachkenntnisse:
Deutsch, Englisch, Französisch


Obwohl alle Beiträge durch die Bank interessant und gut geschrieben sind, scheitert der interessierte Leser unter Umständen an seinen Sprachkenntnissen. Von den 17 Beiträgen sind neun auf Englisch und jeweils vier auf Deutsch und Französisch verfasst. Besonders letztere erfordern bei mäßigen Französisch-Kenntnissen doch ein gewisses  sprachliches Fach- bzw. Vorwissen aus dem Bereich der Textilkunde, denn obwohl alle deutschen und französischen Beiträge auch eine englische Abstract-Information enthalten, ist diese Kurzzusammenfassung nur ausreichend, um gegebenenfalls die Fragestellung des Autors, nicht jedoch konkrete Inhalte zu verstehen.

Ein weiteres Schmankerl des Bandes ist das umfassende und übersichtliche Fußnotenverzeichnis mit zahlreichen Literaturverweisen im Anschluss an jeden Beitrag, sowie eine Zusammenstellung aller Mitwirkenden des Tagungsbandes unter Auflistung ihrer Kontaktdaten und Tätigkeitsfelder.

Vorbildlicher Tagungsband

Die Rezensentin war von dem Buch sehr begeistert und ist der Meinung, dass die Buchkosten bei der gebotenen Qualität von Druck und Inhalt her mehr als gerechtfertigt, wenn nicht sogar beinahe schon geschenkt sind. Besonders, wenn man den Band mit anderen am Markt befindlichen Werken vergleicht.
Es wäre schön, wenn sich manche andere Tagungsbände in Aufbereitung und Layout an dem vorliegenden Werk ein Beispiel nehmen würden!

Am meisten Freude an dem Buch werden wohl Spätmittelalter- und Renaissance-Begeisterte haben, die Beiträge erstrecken sich jedoch vereinzelt auch ins Hochmittelalter zurück oder haben sogar vor und nach dieser Zeit Relevanz, wie beispielsweise der Repräsentationscharakter von Kleidung.
Ein gewisses Vorwissen im Bereich Kleidungs- und Textilkunde wäre zum Lesen dieses Werkes sicher empfehlenswert, doch selbst eingefleischte und umfassend vorgebildete Fans dieser Thematik werden trotz vieler bekannter Fakten auch die eine oder andere neue Information oder Literaturangabe finden.

Kurz: Uneingeschränkte Kaufempfehlung seitens der Rezensentin!


Bibliographische Angaben:

Regula Schorta / Rainer C. Schwinges (Hrsg.)
Schwabe Verlag
Fashion and Clothing in Late Medieval Europe - Mode und Kleidung im Europa des späten Mittelalters

2010. 243 Seiten, 75 Abbildungen, davon 50 in Farbe, 9 Tabellen, 2 Karten. Gebunden.

sFr. 78.- / € (D) 55.- / € (A) 56.50

ISBN 978-3-7965-2585-8
ISBN 978-3-905014-40-2

Weiterführende Links:






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